E - Album


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Band: ENID
Titel: Seelenspiegel
Label: Code 666 / Audioglobe
Homepage: www.enid.ht.st
Stil: Epic Fantasy Metal
VÖ:  25.02.2002
Spieldauer: 9 Tracks / 45:43 min.

 

Auch wieder eine Band, die scheinbar jahrelang an mir vorbeigegangen ist, obwohl "Seelenspiegel" schon das dritte Album der deutschen Avantgarde-Metaller ist. Vielleicht ein Fehler, wie sich nach Anhören dieses Silberlings rausgestellt hat, denn die Band um Sänger / Gitarrist Martin Wiese macht ihre Sache wirklich gut. Laut Labelinfo machen ENID "Metallic Fantasy Art", was natürlich eine sehr schwammige Bezeichnung ist, weshalb ich's einfach mal selbst versuche: ausschweifende, symphonische Keyboardlandschaften treffen auf theatralischen Gesang und harte Gitarren, dabei irgendwo agierend zwischen Gothic und Black Metal. Wahrscheinlich seid Ihr jetzt genauso schlau wie vorher... Wie auch immer, der Einstieg mit "Soulglass", einem Art Intro, erfolgt nach Maß: klarer, teilweise mehrstimmiger Gesang, schöne Flöten, Piano. Das sich anschließende "Land of the Lost" haut mich dann fast vom Hocker: der Song entwickelt eine unglaubliche Dramatik mit überragenden, theatralischen Gesangslinien, starken Symphonic-Keyboards und einigen heftigen, schnelleren Parts. Wenn alle Tracks von "Seelenspiegel" dieses Niveau hätten, käme ich fast nicht umhin, 12 Punkte zu zücken. Aber leider fällt das Material dann nach diesen beiden Songs etwas ab. Gelegentlich wirkt der (rein technisch sicher gute) Gesangsstil von Martin doch etwas übertrieben pathetisch, und auch finden ENID nicht immer die richtige Mischung aus Gitarren und Keyboards. Aber wie es aussieht, handelt es sich bei diesem dritten Album um das erste, das mit einer kompletten Band eingespielt wurde. Davor war die Musik wohl anscheinend rein synthetisch, weshalb man davon ausgehen kann, dass sich dieses Verhältnis mit den nächsten Releases noch einpendelt. Weiterhin erwähnenswert wäre noch das ruhige "Interlude" mit coolen Flöten, Akustik-Gitarren und mehrstimmigem Gesang; auch "And soon will fall the Days..." gehört zu den besseren Stücken der Scheibe. Erwähnenswert ist noch die Aufmachung, denn das schöne Digipak samt dickem Booklet bietet echt was für's Auge. Für Freunde von ungewöhnlicher Musik, die auch vor Gekreische und einige schnelleren Attacken (vor allem beim Titelsong) nicht zurückschrecken, ist "Seelenspiegel" sicher empfehlenswert, der durchschnittliche Metaller dürfte aber überfordert sein. Alles in allem jedenfalls ein recht gutes und vor allem eigenständiges Album. Von nun an werde ich ENID im Auge behalten!

Joe, 9,5 Punkte

 

Die Songs:

 

1. Soulglass
2. Land of the Lost
3. Nexus
4. Patience's Ring
5. Interlude
6. The Forbidden Site
7. And soon will fall the Days...
8. Seelenfrieden
9. Helios' Niedergang


 

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