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Aus Pforzheim kommen nicht nur C-Promis, die früher mal Boxer waren und mit Vorliebe den in der Stadt hergestellten Goldschmuck tragen. In Pforzheim wird auch derber Metal mit Schweden-Kante gespielt. ART OF VIOLENCE legen mit 'Shadows Of The Past' eine wirklich hörenswerte CD vor, die besonders Fans aus den Bereichen Thrash und Death Metal ansprechen dürfte.
Der Opener "Me Against Myself" klingt Anfangs stark nach IRON MAIDEN - bis man durch die aggressiven Vocals von Björn Kleins aufgeweckt wird. Verdammte Axt, was war das nochmal für Musik, wo Leadgitarre und große Teile des Riffings nach 80er-Jahre Metal klingen, viel Melodie drin ist, aber der Sänger grunzt und alles eine Ecke härter und brutaler produziert ist, als MAIDEN und Konsorten? Genau: Melodic Death Metal á la IN FLAMES!
Stück Nr. 2 heißt "Hellfire" und genau so geht es auch los: Die Süddeutschen geben ordentlich Gas und klingen dabei ein Bisschen wie meine alten Faves von DARK ANGEL mit Schlagzeuggott Gene Hoglan. Von der hinkenden und Porno-Brille tragenden Ikone aus den USA ist Schlagzeuger Joachim Orawetz zwar noch ein gutes Stück weg, jedoch weiß er durch druckvolles Drumming und saubere Technik zu überzeugen. Das Gitarrensolo in dem Stück wirkt leider wie ein Fremdkörper, da sollte vielleicht nochmal nachgearbeitet werden. Es bremst die Geschwindigkeit und Aggression aus, die den Song auszeichnet und stört das harmonische Gesamtbild, aus schnellem hartem Riffing und schönen melodischen Gitarren-Leads.
Nach dem ruhigen, kurzen Gitarren-Intermezzo "Memories" gibt es mit "Risk To Fall" wieder ein fettes Brett. Sehr geil ist dabei der Wechsel zwischen tiefen Growls und dem etwas höher angesiedelten, aggressiven Geschrei. Dieser Wechsel bringt die stets gewünschte Spannung und Dynamik in den Song und erweckt den Eindruck, als wären hier zwei Sänger am Werk. Das Gitarren-Duo Stefan Stahl und Florian Jösel macht nicht nur hier einen guten Job: Die Beiden verstehen es Härte und Melodie sowie Harmonie und Aggression gekonnt zu verweben und bilden damit das Fundament des starken Sounds auf 'Shadows Of The Past' .
Richtig rund wird das Bild aber erst durch die solide Bassarbeit von Fabian Jösel. Der Bassist rundet ab, unterstützt und bildet zusammen mit dem Schlagzeug die fette und treibende Rhythmus-Sektion, die für diese Musik notwendig ist - kurz gesagt, er macht einen guten Job.
ART OF VIOLENCE sind eine wirklich gute Band, die mit 'Shadows Of The Past' ein erstaunlich gutes Debüt vorgelegt hat. An manchen Stellen bremsen sie sich noch selbst aus (s. h., "Hellfire") und sie klingen zu sehr nach IRON MAIDEN, IN FLAMES und Stellenweise SLAYER oder DARK ANGEL, als dass man ihnen einen eigenständigen Sound attestieren könnte. Dazu kommt, dass außer "Hellfire" und "Risk To Fall" keine wirklichen Hits auf der Platte sind, was bei melodischem Death Metal einfach eine Notwendigkeit ist. Die Fähigkeiten sind aber auf jeden Fall da und es würde mich nicht wundern, wenn die Burschen bald Stücke wie IN FLAMES' "Cloud Connected" raushauen.
Was bleibt? Viel Lob, wenig Tadel, das bedeutet 10 von 12 - weiter so!
Stefan, 10 Punkte.
Die Songs:
01 Me Against Myself
02 Hellfire
03 Memories (Instrumental)
04 Risk To Fall
05 Alone
06 Dawn Of December
07 Dispatched
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