T - Doppel-Album


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Band: THE OCEAN
Titel: Precambrian
Label: Metal Blade
Homepage: www.theoceancollective.com
Stil: Monumental Cineastic Core/Metal
VÖ:  09.11.2007

Spieldauer:

CD1: 5 Tracks / 22:06 min.

CD2: 9 Tracks / 61:40 min.

 

Was das Berliner Klang-Kollektiv mit ’Precambrian’ abliefert, ist mit Worten nicht zu beschreiben, ob seiner überwältigenden künstlerischen Größe kaum zu fassen und vom Anspruch, von der Umsetzung und vom gesamten Konzept her einfach unmöglich von dieser Welt. Das titelgebende Präkambrium behandelt das erste Kapitel der Entstehung unseres Planeten, als die Erde noch lediglich von Feuer, Lava und Wasser überzogen war. Dieser Teil der Evolution ist geologisch unterteilt in fünf Perioden, die THE OCEAN nun sowohl musikalisch, als auch textlich und visuell umgesetzt haben.

Die ersten beiden, „Hadean“ und „Archaean“, wurden zusammengefaßt und erscheinen als 22-minütige CD1, die musikalisch grob den Weg des Albumvorgängers ’Aeolian’ fortführt, den chaotischen Urknall auf der Erde zwar in technisch versierte, aber unglaublich eingängige und vom Sound auf das Gerippe reduzierte HC/Math/Crust-Metal-Geschosse verpackt. Wow, so straight können die Jungs also tatsächlich sein?

Die restlichen drei Perioden firmieren unter dem Überbegriff „Proterozoic“, behandeln evolutionstechnisch die Entstehung erster Lebensformen nach der Ursuppe und wurden auf einer 62-minütigen zweiten CD nicht nur vertont, sondern förmlich miterlebt. Diese etwas mehr als einstündige Exkursion ist das wohl erhabenste, beeindruckendste, ausuferndste, vielschichtigste und von der Dynamik her herausragendste, was nicht nur THE OCEAN je erschaffen haben, sondern auch was mir je von einer Band untergekommen ist. Da stimmt einfach alles. Die oftmals ambient wunderschönen Ruhephasen werden immer wieder von mächtigen Ausbrüchen begleitet, Akustikgitarren, Piano und Cello treffen auf stets zweckdienliche Elektronika, die von Teilen der Berliner Philharmoniker eingespielten Orchesterparts ergänzen wunderbar und die zwischen Hypnose, sphärischer Entrücktheit, „Wall Of Sound“ und rhythmischer Macht stets pulsierenden Epen (kreiert von insgesamt 26 Musikern) werden von einem kongenialen textlichen Konzept, basierend auf der Novelle ’Chants Of Maldoror’ des brasilianisch-französischen Surrealisten Lautréamont, komplettiert. Doch damit nicht genug: Das Artwork des Digi-Packages (einmal mehr von Martin Kvamme) setzt mit seinen detail-verliebten Feinheiten, der einmaligen Gestaltung und den zwei wundervollen Booklets dem Ganzen die Krone auf.

’Precambrian’ ist ein einmaliges Meisterwerk von kaum abzuschätzender Größe, das – von einer Ansammlung von Ausnahmekünstlern einem erlesenen Kreis von Liebhabern jenseits des schnelllebigen Alltags gewidmet und von diesen wird es mit Lust, Hingabe und Wonne aufgesogen werden – von 99% der Musikkonsumenten einfach nicht verstanden werden darf, denn dafür ist es einfach fast schon zu elitär…und das ist gänzlich positiv gemeint!

Hage, 12 Punkte

 

sonstige Reviews:

Aeolian
  Fluxion

 

Die Songs:

 

CD 1: Hadean / Archean
I. Hadean
1. Hadean

II. Archean
2. Eaorachean
3. Paleoarchean
4. Mesoarchean
5. Neoarchean

CD 2: Proterozoic
III. Palaeoproterozoic
1. Siderian
2. Rhyacian
3. Orosirian
4. Statherian

IV. Mesoproterozoic
5. Calymmian
6. Ectasian
7. Stenian

V. Neoproterozoic
8. Tonian
9. Cryogenian
 

 


 

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