R- Album


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Band: ROUGH SILK
Titel: A New Beginning
Label: Dockyard 1
Homepage: www.rough-silk.com
Stil: Hard Rock  
VÖ:  23.03.2009
Spieldauer: 13 Tracks / 61:43 min.

 

'A New Beginning' aus dem Hause ROUGH SILK löst ziemlich gespaltene Gefühle in mir aus.

Einerseits wird hier kultiger, klassischer Hard Rock mit Heavy Metal Schlagseite geboten, wie er in den frühen 80ern in England und Deutschland gespielt wurde und auch recht populär war.

Andererseits wird hier wirklich kein einziges Klischee ausgelassen, so scheint es. Jeder Song ist fast gleich aufgebaut, in jedem Stück gibt es ein ausschweifendes Solo (Gitarre und/ oder Keyboard) und der Gesang klingt wie eine Mischung aus Chris Boltendahl (GRAVE DIGGER) und Udo Dirkschneider (ACCEPT, UDO) - nicht von der Stimme, eher vom Stil her. Das klingt teilweise etwas seltsam und befremdlich. Außerdem klingt's auch ab und an etwas schräg und unsauber. Der Gesamtsound des Albums ist klar und differenziert, aber doch stark auf den Gesang zugeschnitten und nicht so wuchtig wie er hätte sein können.

 

Ferdy Doernberg (voc, git, key), André Hort (bass), Mike Mandel (git) und Alex Wenn (dr) haben ein wirklich gutes Hard Rock Album eingespielt, dessen Klang zwar weit weg ist von den frühen 80ern, dennoch aber nicht wirklich zeitgemäß klingt. Teilweise scheinen auch QUEEN und ACCEPT (Chöre) oder gar SAVATAGE (Gitarre, Keyboard) ihre Spuren in der Musik von ROUGH SILK hinterlassen zu haben. Das alles ergibt eine Mischung, die interessant, teilweise aber auch etwas seltsam klingt. Manchmal ist es einfach zuviel des Guten, was da in die Songs gepackt wird. Beispiel "Roll Of The Dice": Chöre, Riffs und Soli en masse. Am Ende kommt sogar noch eine Trompete zum Einsatz.

"Sierra Madre" erinnert Anfangs an BON JOVI's "Wanted Dead Or Alive", bzw. die Western Metal Truppe DEZPERADOZ. Dann klingen die Gitarren etwas spanischer und Kastagnetten kommen zum Einsatz. Es folgt ein flotter Metalsong, der tatsächlich auch von den DEZPERADOZ stammen könnte. Die Strophe ist etwas zerfahren, dafür gibt's einen sehr eingängigen Killer-Chorus und ein tolles, langsames Break.

Es folgt der Titelsong, bei dem Sprechgesang und groovendes Hardcore-Gitarrenspiel dominieren (!). Was soll denn das? Waren da BIOHAZARD im Proberaum dabei???

"Black Leather" klingt dann wieder nach ACCEPT zur 'Balls To The Wall' Phase. "When The Circus ..." und "We've Got A File On You" klingen wie eine Mischung aus den RAMONES und GAMMA RAY (!!!). Was zum Teufel ... ???

So verwirrend geht es weiter, bis die Ballade "A Song For Hilmer" dieses Album beschließt. Der Song ist dem früheren ROUGH SILK Gitarristen Hilmer Staacke gewidmet.

 

Trotz aller musikalischen und textlichen Klischees und  der vorhersehbarer Songstrukuren weiß man nie so richtig, welche Überraschung noch auf einen wartet. Abwechslungsreichtum, Spannung UND Eingängigkeit sind also vorhanden. Die meisten Bands können nichtmal eines dieser Attribute für sich verbuchen. Dennoch will 'A New Beginning' einfach nicht richtig zünden.

 

Gut oder seltsam? Zu überladen oder abwechslungsreich? Zu altbacken oder nicht neu genug? Ich weiß es nicht. Jedenfalls bin ich mir sicher, dass sich Ferdy Doernberg und Konsorten hiermit zwischen alle Stühle setzen. Im Zweifel für den Angeklagten, deshalb gibt's zwei Drittel der möglichen Punkte und noch ne kleine Schippe drauf!

 

Stefan, 8,5 Punkte  

 

 

Alle Reviews: 'Cult Of Sin' (Album, 2009)
  'End Of Infinity' (Album, 2003)

 

 

Die Songs:

  1. Temple Of Evil

  2. Home Is Where The Pain Is

  3. Reborn To Wait

  4. The Roll Of The Dice

  5. When The Circus Is Coming To Town

  6. Sierra Madre

  7. A New Beginning

  8. Warpaint

  9. Black Leather

  10. We've Got A File On You (feat. SUBCULTURE SQUAD)

  11. Deadline

  12. We All Need Something To Hold On To In This Life

  13. A Song For Hilmer
     


 

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