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I - Album |
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Kurz vorab zur Einordnung meiner Kritik: Für mich als Fan der Band ist die Phase zwischen 1980 und 88 'heilig', allerdings kann ich auch einiges mit den Alben seit 2000 anfangen. 'Dance of Death' fand ich bis auf wenige Songs ('Rainmaker', 'No More Lies') schwach, 'Brave New World' jedoch und v.a. 'A Matter Of Life And Death' (6/10 Songs weltklasse) fand ich richtig gelungen. Entsprechend gespannt war ich auf 'The Final Frontier'. Die vorab im Web zur Verfügung gestellten 'El Dorado' und 'The Final Frontier' machten es einem nicht leichter. Während ich bei 'El Dorado' anfangs ratlos war, fing ich beim Titelsong gleich Feuer, ... also weiter mit Hochspannung auf den Release gewartet.
10 Songs mit einer avg. Songlänge von 8 Min. sind ohne Zweifel Value For Money, die Produktion ist meiner Meinung nach - wie bei den letzten Outputs auch schon - schwach. Ich weiss nicht, was für einen Narren die Jungs an Kevin Shirley gefressen haben, mir geht die unklare und drucklose Produktion langsam (ok, seit 10 Jahren) auf den Seier, würd mal gerne mit Martin 'Starfish' Birch bei nem Bier drüber diskutieren. ;)
Nun ist die Scheibe seit ein paar Wochen draussen und mein Fazit ist dennoch (Sound) sehr positiv. 'The Final Frontier' klingt anfangs komplexer und sperriger als AMOLAD, obwohl diese schon keine einfache Kost war. Allerdings nur 'anfangs' mit jeder neuen Spieldauer werden die Songs vertrauter, entwirren sich.
Das Intro 'Satellite 15' kann man leider nicht skippen, ist es doch die erste Hälfe des den Reig(e)n eröffnenden Titeltracks. Ich hätte kein Problem mit mutigen industrial-/ungewöhnlichen Pasagen, wenn sie gut wären. Das hier ist für die Curver Lunatics (die Tonne). Auch nach übermässiger Einfuhr kommt kein Gefühl für das Intro auf. Ganz anders beim Song selbst, klasse uptempo Rocker, sehr einfach im Songaufbau, aber präzise ins Herz. Super, klingt bisschen nach einer lighteren Version 'Caught Somewhere In Time'.
'El Dorado' growt, bleibt aber unterm Strich schwach und setzt die Tradition schwacher Singleauskopplungen fort (was ich im Vorfeld bei Smith/Harris/Dickinson Credits nicht unbedingt erwartet hätte).
Bei 'Mother Of Mercy' ist es trotz derselben Songcredits genau andersherum, zuerst geht einem der Song auf die Nerven, klingt belanglos und partiell sogar nervig (Refrain), aber irgendwann machts Sonntagsnachmittags beim Spaziergang in der Seele klick, ein Tränchen (bei Gedanken an den Song, die Band und den Einfluss, den sie auf Dein Leben hat) kullert aufs ipod-Kabel und man schliesst den Song ins Herz.
'Coming Home' erinnert sehr an 'Out Of The Shadows' vom Vorhänger, hat (Refrain) aber immenses Ohrwurmpotential, einen Tick zu melancholisch vielleicht, aber durchweg solide Kost.
Song Nummer 5, der kürzeste Song 'The Alchemist' ist ein kompakter, schneller Rocker mit tollen melodiösen Gitarrenläufen in Bridge/Refrain, während die Strophen vom Härtegrad an 'Flash Of the Blade' erinnern, auch hier entdeckt man das Potental des Songs erst mit der Zeit, Killersong.
Nun ändert sich das Bild, die (verbleibenden) Songs 6 bis 10 sind alle überlang und deutlich progressiver. 'Isle Of Avalon' startet mit einem langen ruhigen Akustikpart, bevor es in einen zünftigen midtempo Rocker übergeht. Danach Tempiwechsel galore, grandiose Soli (zu ersten mal mit unverkennbar proggig-/jazzigem Einschlag) geben sich die Klinke in die Hand. Schöner Song, aber leider mit etwas zu langem Akustikteil.
Der folgende aber, 'Starblind', schiesst den Vogel ab: Von der ersten Sekunde an perfekt, berührend - sowohl in den Strophen als auch beim Jahrhundertrefrain (fistraising/emotionaler Stadionrock), der danach wieder wie Butter in den Strophenpart übergeht. Das ist aber noch nicht alles, im Mittelteil kommt eine Achterbahnfahrt an klasse Soli und Riffparts, prog- und einfache Elemente verschwimmen zu einem ganz grossen Song-Monolithen. Definitiv das Highlight des Albums, spätestens hier weiss man, 'dass sie es wieder geschafft haben'. In Würde gealtert. Punkt.
Der Gers/Harris Song 'The Talisman' schliesst sich an und beginnt wie bei 'Isle Of Avalon' mit einem langen Akustikpart. Hieraus entwickelt sich ein kompakter toller eingängiger Rocker mit unvergleichlichem Refrain, der nicht mehr aus der Seele will. Gers versucht sich im Mittelteil wie seine Kollegen an Progressivität (songverlängernde, nicht unbedingt notwendige Gitarrenriffs und Soli), die man ihm leider nicht abnimmt (sorry Janick). Die Refrains sind jedoch Killer (die wohl aber wieder 'uns' Steve auf dem Gewissen hat).
Beim Blick auf die Songcredits des vorletzten Songs 'The Man Who Would Be King' wird man etwas wuschig, der Connaisseur denkt bei 'Murray/Harris' natürlich sofort an 'Deja Vu' (von 'Somewhere In Time', 1986), für mich z.B. DER beste Song von Maiden. Überzeugender positiver Song, hat allerdings nicht mit 'Deja Vu' zu tun. Da man hier viel getragener und gesetzter ans Songwriting rangeht, fehlt die Magic, das letzte Fünkchen, was einen beim Anhören ausrasten (siehe 'Deja Vu') lässt.
Der 11-minütige Abschluss 'When The Wild Wind Blows' ist ein schöner Schunkler, man kann u.a. die 'Dave Murray'-Bühnenmoves (ein Fuss vor und zurück) regelrecht vor sich sehen. Trotz der Länge des Songs hält sich die Progressivität in Grenzen, es ist alles schön überschaubar und - grundsolide. Wenn man weiss, wo sie herkommen ist dies sicherlich durchaus als Kritik zu bewerten. Andererseits gibt es keine andere Band weit und breit, die so wie MAIDEN immer wieder Platten veröffentlicht, die man sich gut/oft anhören kann, selbst nach dieser langen Karriere.
Ich, der als Kind 'Piece Of Mind' verschlungen hat, höre mir freiwillig (sic!) auch die neuen Sachen an, weil sie immer wieder 'Magic' sind. Und dies kann man nicht höher bewerten.
Mike Restle, 10 Punkte
sonstige Benotungen: Hage, 9,5 Punkte
sonstige Reviews:
Die Songs:
1. Satellite 15... The Final Frontier
2. El Dorado
3. Mother of Mercy
4. Coming Home
5. The Alchemist
6. Isle of Avalon
7. Starblind
8. The Talisman
9. The Man Who Would Be King
10.When the Wild Wind Blows
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