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B - Album |
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BIG BOY treten mit ihrem zweiten Album ´Ponygirl´ als Provokateure in den Ring, um die Musikwelt von sich und ihrem Können zu überzeugen. Dabei muss ich zuerst mal auf das Layout zu sprechen kommen. Alles im Zirkusstil gehalten, viel Lack, Peitschen, die mittlerweile obligatorische Armbinde, die grad wohl jede Band braucht,… ´Ponygirl´ soll übrigens auf „Ponyplay“ anspielen, welches in der BDSM-Szene wohl eine gängige und beliebe Spielart ist. Wobei mich das Cover spontan eher an SIN WITH SEBASTIAN erinnert. Kann sich noch wer an diese Vollkatastrophe erinnern?!? Genauso androgyn und gewollt cool, nur eben viel bunter…
Musikalisch geht’s Gott sei Dank in eine andere Richtung! Wobei das „Intro“ bereits grenzwertig ist: Zirkusmusik, Elefantengetröte, eine Stimme, die einen freundlich begrüßt mit: „You bloody cunt! You dick! You stupid fucker! ...“.
Oje, ich fühl mich voll provoziert! Gähn... Was danach kommt, erinnert stark an MARILYN MANSON, nur eben lang nicht so ausgefeilt. Stimmlich kommt BIG BOY da nicht mit und auch wenn auf Originalität und Einzigartigkeit großen Wert gelegt wird, erinnert ein „I have nobody, nobody has me“ („Love Is Almost Perfect“) irgendwie stark an „I don´t like the drugs but the drugs like me“. Was auf der Platte musikalisch sonst okay bis ganz gut ist, lässt textlich oft zu wünschen übrig.
Stumpfes Rumgereime, wobei Kinderzählreime gern zu Hilfe genommen werden. Und Wörter ins Unendliche ziehen bis es sich in die Musik einfügt, ist wohl auch Geschmackssache. Obwohl es angeblich kein Interesse am Mainstream und der Eroberung des Massenmarkts gibt, scheinen viele (bis fast alle) Songs genau darauf ausgerichtet zu sein.
Der Knaller sind die zwei Balladen, die einen überraschend
zwischendurch hingeworfen werden. „Mermaid“ scheint noch nett bis ganz lustig zu
sein, aber „You Said“ macht mich echt sprachlos! Schon bei „Mermaid“ werden
stimmliche Defizite mehr als hörbar. Das kleine „th“-Problem kommt zum
Vorschein, was ja vielleicht durch den Umzug aus dem „miefigen München“ ins
„wilde Los Angeles“, um „große Songs zu komponieren“, ausgemerzt werden kann.
Beides tut Not, denn Textzeilen wie „This is not a spring day – It´s way too
windy. People walking so slow – outside my window. Brother I just need a mother
– to bother – me. 1 – 2 – 3 – 4 – women wait outside my door. 5 – 6 – 7 – 8 –
it´s seem too late...” (“You Said”) holt kaum jemanden hinterm Ofen vor.
Vielleicht grad noch (nach der Erfindung des Sprechgesangs) die Schöpfung des
Jaulgesangs. Entweder hat BIG BOY ein bis zwei Werwolfgene oder der
Zwergpinscher vom Nachbarn war mit im Studio. Ich hatte echt keine Ahnung, wie
lang man ein YOOOUUUUU ziehen kann, wenn man sich nur Mühe gibt
(Anmerkung: och ... Leute wie Danzig oder Pete Steele haben das schon vor Jahren
vorgemacht :-) - Stefan)! Auch der einzige deutsche Song „Diese Welt“
kann's durch seine Mittelmäßigkeit nicht recht rausreißen.
Einzige wirkliche Überraschung ist der Vertrieb der Platte. So kann man sich ein
Gratisexemplar über www.paywithoutmoney.com sichern, welches einem dann per
kostenlosem Versand zukommen gelassen wird. Vielleicht ein Grund dem Silberling
Gehör schenken zu wollen.
Ein „liebt ihn oder hasst ihn“ wie im Pressetext angekündigt, hat die Scheibe
bei mir jedenfalls nicht ausgelöst. Mir war, ist und bleibt BIG BOY wohl eher
einerlei. Dafür ist `Ponygirl´ wohl zu einheitsbreiig und zu austauschbar.
Vielleicht wird’s ja was, wenn erstmal das „wilde Los Angeles“ seine Spuren
hinterlassen hat oder sich jemand was wirklich Provokantes oder Polarisierendes
hat einfallen lassen …
Katja, 7 Punkte
Alle Reviews:
'Ponygirl' (2009, Album)
'Hail The Big Boy' (2007, Album)
Die Songs:
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