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ZILLO-Festival 2004 – Loreley, Freilichtbühne – 16.-18.07.2004 |
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16.-18.07.2004

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Beim Zillo-Festival war ich das letzte Mal vor 10 Jahren, als es 1994 (genau während der Fußball-WM in den USA) noch in Durmersheim bei Karlsruhe stattfand und mit solch grandiosen Bands wie THE MISSION, PHILIPP BOA, DIE KRUPPS, SHANE McGOWAN, DEINE LAKEIEN, DAS ICH und PATRICIA MORRISON superb besetzt war. Seit dem hatte es sich leider nie mehr ergeben, ein Zillo-Festival zu besuchen, weshalb Joe und ich uns entschlossen, dieses Jahr mal wieder unsere Aufwartung zu machen. Leider wurde das ohnehin nicht unbedingt killermäßige Billing durch die Absage von THE GATHERING (die Band auf die wir uns mal wieder am meisten gefreut hatten) noch deutlich geschwächt (anscheinend mußte sich Anneke ins Krankenhaus begeben...genaueres wissen wir leider nicht, aber wir hoffen auf nichts Schlimmeres!), was erwirkte, daß LONDON AFTER MIDNIGHT, die eigentlich für Sonntag vorgesehen waren, bereits am Samstag an die Position von THE GATHERING. Doch nun los... (Hage)
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FREITAG, 16.07.04
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Der Zillo-Freitag stand in diesem Jahr nach 2002 zum zweiten Mal vollkommen im Zeichen eines Newcomer-Bandcontests mit vier neueren Bands, der neuen Combo NFD und dem abschließenden Headliner UMBRA ET IMAGO. Da Joe und ich aufgrund unserer Jobs erst am Samstag an die Loreley fahren konnten, wird nun im Folgenden Dominik, seines Zeichens Drummer der Münsteraner Melodic-Deather MOURNING CARESS ein wenig Bericht erstatten. MOURNING CARESS waren eine der vier Contest-Teilnehmer-Bands und daher bezieht sich der Report auch weniger auf eine fundierte und objektive Begutachtung des Konzertabends, sondern vielmehr auf ein paar Eindrücke und Anekdoten aus dem Hintergrund ohne Anspruch auf Vollständigkeit...besten Dank dafür! (Hage)
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Da Florian letztes Jahr für einen Bericht über unseren MOURNING CARESS-Türkeitrip zuständig war, liegt es nun an mir, einen Bericht über den Freitag des 10. Zillo-Festivals zu schreiben. Here we go:
Freitag,
16. Juli 2004: Florian, Benedikt, Daniel und ich treffen uns um 11:00 Uhr an
unserem Proberaum in Münster, um noch einige Details des Sets durchzusprechen
und zwei Songs kurz anzuspielen, da unser Gig heute von fünf Kameras und einem
kleinen Fernsehsender aufgezeichnet werden soll und wir natürlich eine gute
Performance abliefern wollen. Schließlich ist das unser erster Auftritt seit
knapp acht Monaten und dann auch noch im Rahmen des Newcomer Contests des Zillos.
Wir wurden, neben drei anderen Bands, aufgrund unserer Platte, von einer Jury
aus allen Einsendungen ausgewählt um uns dem Zillopublikum zu präsentieren, das
dann die beste Band des Contest per Stimmzettel bestimmen konnte. Die Band mit
den meisten Stimmen bekommt dann in einer der nächsten Zilloausgaben ein
Interview. Ist ja auch nicht so verkehrt. Dann heißt es Zeug einladen und ab
Richtung Loreley. Gerrit ist mit seiner besseren Hälfte schon vorgefahren, da
die beiden sich den „Luxus“ erlauben und in einer Pension übernachten.
Nach 4,5 Stunden Fahrt über verstopfte Autobahnen und durch
irgendwelche 20 Seelendörfer, wo die Einwohner durch „harte“ Sounds wie Guns´n
Roses und Bon Jovi(!) geschockt wurden, kommen wir auch schon an der idyllischen
Loreley an. Kurz die Pässe abgeholt und mit unseren Karren hinter die Bühne um
unser Equipment auszuladen. Nachdem ich schon das erste kühle Blonde vor dem
Schlechtwerden bewahre (schließlich hatte es der Wettergott ziemlich gut
gemeint, denn es war tierisch heiß), nimmt uns die süße Backlinerin unter ihre
Fittiche um die technischen Sachen bzgl. Gitarren, Bass etc. abzuklären. Da es
noch genügend Zeit ist, bis das Festival losgeht, kann ich
mich
in Ruhe mit dem Aufbau des Schlagzeugs beschäftigen, denn ich hasse es, wenn ich
ein Kit in kürzester Zeit auf meine Einstellungen umbauen muß. Nachdem das
endlich erledigt ist, heißt es erst mal Essen fassen und man muß sagen, dass die
Cateringfirma ordentlich was aufgetischt hat. Irgendwann erfahre ich, dass wir
sogar einen Dressingroom haben, wo kalte Getränke und andere wichtige
Lebensmittel für harte Rocker wie uns bereitstehen (Duplo, Milki Way und andere
gesunde Sachen). Sowas nenne ich Luxus.
Als Opener spielen heute die
Metallspürhunde. Leider kriege ich von ihrem
Auftritt nicht so wirklich viel mit (eigentlich gar nichts) aber ich weiß
zumindest, dass sie kein
Schlagzeug für ihren Sound brauchten. Ist ja auch schon
mal was. Während die zweite Band des Abends,
Moonrise, mit dem Aufbau ihrer Sachen
beschäftigt ist, spreche ich mit Robert von der Videofirma die Kamerapositionen
für unseren Auftritt durch. Nachdem das nach langem hin und her auch geklärt
wurde (Robert: „Ich würde die Kameras da und da hinstellen“, Ich: „Ok.“), heißt
es für uns auch schon umziehen, warm machen und eine letzte Hektikzigarette
rauchen. Deswegen kriegen wir von
Moonrise ebenfalls nicht so wirklich viel mit. (Müssen den
Publikumsreaktionen nach zu urteilen aber recht gut gewesen sein).
Als Moonrise
fertig sind, wird unser Equipment auf die Bühne verfrachtet und bei uns steigt
so langsam der Adrenalinspiegel. Während unser Intro läuft (’Always Look On The
Bright Side Of Life’ von Monthy Python,
schließlich muß auch auf einem Düsterfestival etwas Spaß vorhanden sein) stapfen
wir auf die Bühne und dann heißt es Arschtreten. Es fühlte sich richtig gut an,
mal wieder auf der Bühne zu stehen (hä, spielst du neuerdings
Bela B.-mäßig im Stehen, oder wat??? ;-))) - Hage). In den
dreißig
Minuten die uns zur Verfügung standen, haben wir natürlich unsere Standards,
sowie zwei neue, bisher unveröffentlichte Stücke gezockt. Nachdem das Publikum
bei den ersten beiden Stücken noch etwas verhalten reagierte (vielleicht hatten
die armen Gothics auch einfach nur Angst, hehe) wurde der Applaus nach und nach
immer lauter, was zum einen „natürlich“ (hüstel) an unserer guten Perfomance
lag, zum anderen aber auch wohl an unseren Frontkaspar Gerrit, der andauernd
zwischen den Songs mit dem Publikum kommunizierte und es immer wieder zum
mitmachen animierte. Nachdem wir dem Publikum während der halben Stunde gezeigt
haben, wo der
Mourning
Caress-Hammer
hängt und es sogar einige Rufe nach mehr gab, kam auch schon die vierte und
letzte Band des Newcomer Contest auf die Bühne um ihr Zeug aufzubauen.
Von
PHILIA
habe ich wenigstens ein wenig was mitbekommen und sie sorgten mit ihrem etwas an
Marylin Manson angelegten Sound
für ordentliche Stimmung vor der Bühne. Für uns war währenddessen die Zeit für
die übliche Prozedur nach dem Gig gekommen, sprich: abbauen, rauchen,
ausschwitzen, Zeug verstauen, Bier trinken, duschen (oder auch nicht), Party.
Als fünfte Band des Abends kamen NFD, die neue Band einiger ehemaliger Fields Of The Nephilim-Mitglieder, auf die Bühne. Von denen habe weder ich, noch die anderen etwas mitbekommen, Florian und Daniel befanden sich z. B. schon wieder auf dem Weg nach Münster, aber ein Bekannter von uns meinte hinterher, dass sie sich etwas nach den alten „Fields“ angehört hätten. Liegt ja auch irgendwie nahe.
Als
Freitagsheadliner kamen dann
Umbra et Imago
auf die Bühne, um dem Publikum ihre gewohnte Show mit einigen Strippeinlagen und
S/M- Spielchen zu präsentieren. Von denen habe ich zumindest ihre ziemlich
gelungene Coverversion von Falco´s „Rock Me Amadeus“ mitbekommen. Außerdem kam
man jetzt in den vollen Genuß der beeindruckenden Lightshow. „Umbra“ rockten
also das Publikum, während einige von uns schon im tiefsten Partyrausch
verlorengegangen sind. Zwar gab es bei der Party, im Gegensatz zum Türkeitrip,
keine schwerwiegenden Verletzungen wie z. B. Rippenbrüche o. ä., trotzdem konnte
sich Benedikt das ganze Wochenende danach nicht mehr bewegen, da er mit ein paar
Freunden von uns im Partyzelt ziemlich steil ging. Andauerndes auf den Boden
werfen und andere sportliche Aktivitäten fordern halt auch bei dem härtesten
Rocker irgendwann ihren Tribut. Über den restlichen Verlauf der Nacht lege ich
deswegen auch wohl besser den Mantel des Schweigens. Nur soviel: Drei besoffene
Münsteraner sind auf dem Campingplatz eines Gothicfestivals, wo nachts keine
Musik läuft, geschweige denn Party gemacht wird, nicht wirklich gut
aufgehoben...
Ach ja, Sieger des Contest wurden übrigens die Metallspürhunde. Gratulation dazu und alles Gute von unserer Seite. (Dominik / MOURNING CARESS)
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Samstag, 17.07.04
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Als wir am frühen Samstag Nachmittag den Rhein entlangdüsten, die gigantisch
schöne Gegend begutachteten und uns fragten, wie wir nun evtl. ohne Fähre über
den Rhein übersetzen könnten, zog der Himmel immer mehr zu. Kaum St.Goar
erreicht und zur Rheinüberfahrt nach St.Goarshausen per Fähre angestellt (satte
4 Euro kostet das für den einfachen Weg bei nur knapp 3 Minuten Fahrzeit!!!
Happig!), machte der Himmel auch schon seine Pforten auf und es begann nach
allen Regeln der Kunst zu schütten. Naja, jetzt erstmal hoch zur Freilichtbühne
und auf den Parkplatz, dachten wir, dann würde das schon wieder aufhören... Aber
nicht
so schnell, wie sich rausstellen sollte, denn erst
gegen 14.30 Uhr wurde
es heller und der Regen lies allmählich nach, um letztlich ganz zu stoppen. Tja,
nix wie auf´s Gelände...so sonnig und schön es mittlerweile war, so schwül,
drückend und scheiße heiß war es sofort auch wieder! Egal! Auf dem
Amphitheater-Gelände angekommen, eröffnete sich uns zunächst einmal das
malerische Ambiente und die (bis auf den nicht vorhandenen größeren Dancefloor
vor der Bühne) perfekte Location, bevor wir mit der EBM-Combo :SITD: unseren
ersten Gig an diesem Tag verfolgen konnten... (Hage)
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:SITD:
Die erste Band, die wir am Samstag Nachmittag auf dem
Zillo-Festival zu Gesicht bekamen (zuvor spielten schon
SEROTONINE, FAUN und CHAMBER ohne unsere Gegenwart abzuwarten... - Hage),
war dann leider gleich ein ziemlicher Rohrkrepierer, nämlich das deutsche EBM /
Dark Techno-Gespann mit dem merkwürdigen Namen :SITD:. Weder die belanglose
Musik, die durch das ständige nervige Zwischenrein-Rufen des Sängers wie SCOOTER
auf EBM (© Joe) klang, noch die uninteressante Bühnenshow, bestehend aus zwei
links und rechts positionierten Keyboardern und einem Sänger mit Pudelmütze und
einem Shirt mit umgedrehtem Kreuz drauf, konnten mich wirklich überzeugen. Ich
frage mich bei solchen Bands immer, wie viel hier eigentlich vom Band kommt und
wie viel live gespielt wird, jedenfalls wirkt das alles ganz schön Playback.
Naja, nach einer knappen Dreiviertelstunde war die Sache einigermaßen
unbeschadet überstanden, und wir fieberten mit DAS ICH dem ersten Highlight
entgegen. (Joe)
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DAS ICH
DAS ICH-Gigs sind eigentlich immer sehenswert, auch wenn ich
von ihrem letzten Auftritt, den ich im Lahrer Universal D.O.G. gesehen hatte,
eher ein wenig enttäuscht war. Aber das lag auch schon wieder einige Zeit
zurück, und so freute ich mich auf das deutsche Gruftie-Ensemble, das mit dem
neuen Album "Lava" wieder äußerst starkes Material am Start hat. Die Bühne war
wie immer in den letzten Jahren mit den beiden beweglichen Keyboards (sehr
geil!) und dem riesigen Mikroständer bestückt, wobei Bruno Kramm mit seinen
üblichen toupierten roten Hörnern und Stefan Ackermann komplett in rot antrat,
während Keyboarder Kain Gabriel
Simon eher wie ein Metaller aussah und sich auch
so bewegte. Und trotz des eigentlich unpassenden schönen Wetters
war der Auftritt des schrillen Trios mehr als sehenswert, was u.a. auch an
Klassikern wie "Gottes Tod", "Kain und Abel", "Der Schrei", "Destillat" oder
neueren Songs wie "Sehnsucht" (welch geiler Vermiß-Text zu
dieser Mucke und Stimme, hahaha!!! - Hage) oder "Garten Eden" lag.
Aber natürlich lebt ein DAS ICH-Auftritt vor allem von der bizarren Performance
von Stefan Ackermann, der mit seiner exzentrischen Mimik und
seinen unvergleichlichen Bewegungen zu den sehenswertesten Frontmännern in
diesem Bereich zählt. Nach einer Dreiviertelstunde war leider schon Schicht im
Schacht, und so gab's zum Schluss noch einige Ansagen von Bruno und Stefan der
Marke "gebt Nazis keine Chance" und "lasst uns das Zillo wieder zu dem machen,
was es einmal war", dann verschwanden die drei von der Bühne und hinterließen
ein mehr als zufriedenes Publikum. Cool! (Joe)
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SUICIDE COMMANDO
Die folgenden EBM-Helden von SUICIDE COMMANDO lieferten
danach wenigstens musikalisch eine deutliche Steigerung gegenüber ihren sehr
durchwachsenen und 08/15-mäßigen Clones :SITD:! Daß der Sound der Belgier
richtig fett in die Magengrube zielt und dabei durch die technoiden Tendenzen
tanzbar as fuck bleibt ist ja weitläufig bekannt. So tummelten sich an allen
Ecken und Enden des Amphitrunds Grüppchen, die den EBM-Dance vollführten (hat
bei manchen gewisse Ähnlichkeit mit Low-Kick- und Hüft-Kick-Training!!!). Was
aber auch hier einmal mehr nicht gerade prickelnd auffiel, ist die Tatsache, daß
nur die wenigsten EBM-Combos es schaffen, live eine anständige Performance auf
die Bretter zu legen, die nicht nach Playback-Synthie-Gepose mit einem
Fronthampelmann aussieht. Gut, SUICIDE COMMANDO wirkten da schon etwas
professioneller und besser als die SCOOTER of EBM zwei Bands zuvor, aber
unterhaltsam und sehenswert war auch das nicht! Ich kenne bislang wirklich nur 3
reine EBM-Combos, die es schaffen eine coole Show aufzufahren und das sind VNV
NATION, FUNKER VOGT und allen voran die göttlichen VELVET ACID CHRIST. Weiterhin
fiel mir negativ auf, daß DER Tophit der Belgier, 'See You In Hell', leider
nicht zum Zug kam. Ansonsten war´s aber wie gesagt musikalisch echt cool! (Hage)
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LONDON AFTER MIDNIGHT
Richtig gefreut hatte ich mich auf den Auftritt der
kalifornischen Goth/Wave-Rock-Legende LONDON AFTER MIDNIGHT, die ich bislang
noch nie gesehen hatte. Leider war es aber noch viel zu früh am Tag und daher
auch sonnenüberflutet hell als Shawn Brennan (hatte an diesem Tag auch noch
Geburtstag) & Co. auf die Bühne mussten, was schon von vornherein den
atmosphärischen Faktor komplett ausschaltete. Da konnte der Lichtmann noch so
viel Nebel auffahren, die Stimmung mußte einzig und allein von der Band im
scheinbar aussichtslosen Kampf
gegen die Helligkeit erzeugt werden, was auf mich
bezogen leider nur ansatzweise funktionierte (vor allem Sänger
Shawn machte mit seinem obercoolen und völlig gelangweilt wirkenden „in-Zeitlupe-über-die-Bühne-schlendern“
keine sonderlich gute Figur, aber das gehört bei dieser Mucke wohl so - Joe). Klar, mit genialen, eindringlichen
Klassesongs der Marke 'Where Good Girls Go To Die', 'Ignorance Is Killing Bliss', dem nagelneuen 'The
Kids Are All Wrong' und
dem fantastischen 'Demon' konnten die Gother nix falsch machen, aber irgendwie
wollte einfach nie richtig ein passendes Feeling rüberkommen. Und auch wenn hier
endlich mal Gitarren am Start waren (erst ab dem zweiten oder dritten Song
richtig zu hören) waren LONDON AFTER MIDNIGHT einfach zur falschen Zeit auf dem
Billing platziert...they need the night to rule! (Hage)
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ALIEN SEX FIEND
Zum Auftritt von ALIEN SEX FIEND kamen wir mit "leichter"
Verspätung, da wir vorher wegen des Regens lieber noch ein Bierchen im Auto
nuckelten (und deshalb auch nichts zu BLUTENGEL (Side-Projekt
von TERMINAL CHOICE) sagen können, die das Pech hatten genau in der Regenzeit
spielen zu müssen - Hage). Als wir dann zur Hälfte des Gigs ankamen, stellten wir schon nach
wenigen Minuten fest, dass wir kaum was verpasst hatten. Ich muss allerdings
vorwegschicken, dass ich mit den Studioalben der durchgeknallten Briten noch nie
viel
anfangen konnte, und auch live auf dem Zillo-Festival konnten mich die
Gothic-Vorreiter kaum überzeugen. Klar, ALIEN SEX FIEND mischen ihren
Gothic-beeinflussten Sound mit vielen elektronischen- und Industrial-Elementen,
aber unter Strich klingt vieles einfach nur nervtötend und
langweilig
(du bist ja sooo diplomatisch, denn war´s nicht eher schlicht und
einfach angedüsterte go-on-our-fucking-nerves-Mucke, ohne jegliche Struktur und
ohne Sinn und Verstand??? - Hage). Die Stageperformance war auch sehr
strange, der Gitarrist stand mit "Texas Chainsaw Massacre"-Verkleidung
unbeweglich auf der Bühne, Sänger Nik Fiend tobte sich auf der Bühne
aus und
warf u.a. riesige, aufgeblasene Bananen (!) ins Publikum - naja, man muss nicht
alles verstehen. Dem Großteil des Zillo-Publikums schien es allerdings zu
gefallen, jedenfalls brach nach dem offiziellen Ende des Auftritts der große
Jubel los, aber der enge Zeitplan ließ keine Zugabe zu. Die vielen FIEND-Fans
fanden's schade, wir dagegen waren nicht sonderlich verärgert darüber
(nein, absolut gar nicht, denn jetzt kann ich endlich sagen, wenn
mich jemand fragen sollte "waaas du kennst ASF´s Platten nicht?", daß ich diese
auch gar nicht kennen will, nein nein nein!!! - Hage). (Joe)
SKINNY PUPPY
Nach dem Martyrium ALIEN SEX FIEND, hatte ich ehrlich gesagt
eigentlich schon fast keine Lust mehr und befürchtete, dass der Gig von den
Industrial-Godfathers SKINNY PUPPY ähnlich grausam werden könnte, weil es einige
Platten von ihnen gab, die nahezu unmöglich am Stück konsumiert werden konnten...doch glücklicherweise kam alles GANZ anders. Nivek Ogre (stammt
Gerüchten zufolge NICHT vom gleichen Stammbaum wie Shrek ab... ;-))) ) und seine
Mannschaft, lieferten nämlich einen absoluten Hammergig ab, der wahrlich
keinerlei Wünsche offen und Erwartungen unbefriedigt lies. Durch den Einsatz von
Gitarre und echten Drums, die die elektronischen perfekt und wuchtig
untermauerten, wurde schon mal musikalisch ein Brett gefahren, das von der
optischen Seite mit Projektionsleinwand (hier wurden Live-Aufnahmen von der
Bühne,
Anti-Kriegs- und Anti-Bush-Bilder und landschaftlichen Filme teils
ineinander geschnitten) und dem psychopathischen Auftreten des einzigartigen
Frontmanns (trat mit einem irren Vogel-Bandagen-Kostüm auf und sah wie eine
Mischung aus der 'Zauberflöte'
und MARILYN MANSON aus) perfekt kompensiert und
umgesetzt wurde. Herr Ogre kehrte seine komplett wahnsinnige Seite nach außen,
taumelte völlig entrückt auf der Bühne hin und her, stürzte, zerfetzte sein
Kostüm, fuchtelte mit einer Plastik-MG (gefüllt mit Kunstblut) umher und saute
die zuvor eigens mit Teppichen ausgelegte Bühne komplett ein, um zum Abschluss
mit Polizei-Absperr-Band die komplette Stage nebst Musikern zu umwickeln. Große
Atmosphäre, tolle brachiale Songs und einfach ein grandioser Auftritt, der nicht
nur trotz Überziehung noch eine Zugabe abwarf, sondern vor allem total heiß auf
die im Herbst angedachte Twin-Tour mit MINISTRY macht...das wird ein Inferno
geben!!! Klasse Headliner! (Hage)
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EPILOGUE
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Aufgrund der Tatsache, daß wir beide am Sonntag nur dageblieben wären, um LONDON AFTER MIDNIGHT nicht zu verpassen und diese ja nun bereits am Samstag gespielt hatten, traten wir am Sonntagmorgen nach einer "gemütlichen" Nacht im Auto recht früh die Heimreise an, denn abends hätten wir ohnehin noch andere Verpflichtungen gehabt, weshalb wir die Sonntagsheadliner IN EXTREMO und WITHIN TEMPTATION ohnehin nicht mehr hätten anschauen können (verpasst haben wir ansonsten noch: GÖTTERDÄMMERUNG, AFTER FOREVER, DEATHSTARS, SCHANDMAUL, D.A.F. und THE CRÜXSHADOWS). Sorry, daß dadurch nun der komplette Sonntag unbesprochen bleibt...
Ansonsten war das ZILLO-Festival 2004 eine trotz des Wetter-Wechselbads coole Angelegenheit, bei der lediglich schade war, daß THE GATHERING ausfielen. Die Location ist nahezu perfekt, wobei eben ein größerer Innenraum vor den Rängen cooler gewesen wäre, das Ambiente sehr gediegen, die Umgebung malerisch und superschön mit all seinen Trutz-Burgen, Ruinen und Denkmälern entlang des Rheins und auch die Essen-/Trink-Stände waren preislich ok, wenn auch etwas spärlich. Lediglich die Merchandisestände hatten leider teils etwas arg übertriebene Preise...
Aber nichts desto trotz wären wir auch 2005 gerne wieder dabei, wenn wieder zum ZILLO-Festival geladen wird! (Hage)
hier noch ein paar Photo-Eindrücke...
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Bericht:
Freitag: Dominik (MOURNING CARESS)
Samstag: Hage + Joe
Layout:
Hage
Photos:
Live-Pics Freitag: METALLSPÜRHUNDE, MOONRISE, PHILIAE - Peter Drabert (von der Zillo-Page)
MOURNING CARESS, UMBRA ET IMAGO - Yvonne Marek (von der Zillo-Page)
Live-Pics Samstag: Joe + Hage
Loreley-Pic von der Zillo-Page
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