WITH FULL FORCE XVI - 03.-05.07.2009 - Löbnitz, Flugplatz Roitzschjora


 

Das WITH FULL FORCE geht in die 16.Runde und an einem Wochenende, an dem scheinbar in ganz Deutschland das Wetter Kapriolen schlug, konnten sich einmal mehr ca. 30.000 Fans bei Sonnenschein und brütender Hitze ein Potpourri an großartigen Bands aus Metal, Hardcore, Crossover und Punk erfreuen. Aber nicht nur das, denn auch drumherum boten die Veranstalter mit etlichen Attraktionen wie Electronic Arts Rockband, Freestyle Motocross Shows, Skateforce mit der speziell gebauten Miniramp und internationalen Fahrerteams, sowie Bull-Riding und Paintball ein sehr abwechslungsreiches Programm. Die Hauptsache waren aber natürlich die Bands und daher labern wir nun auch nicht lang um den heißen Brei… (HG)

 

 

Freitag, 03.07.09

 

Mainstage

 

Ja holla die Waldfee, spielt hier SLAYER, haha?? Na zumindest hätte ich nicht vermutet, dass um die Uhrzeit, so viel los sein würde vor der Bühne. Die Ehre das Festival zu eröffnen hatten dieses Jahr die Schweden von FACEBREAKER. Ein extrem starkes Album im Rücken, eine coole Tour mit DEMONICAL gerade absolviert und jetzt auch noch ein Auftritt vor mehreren tausend Leuten (das waren ohne Scheiß bestimmt 10-15.000 Leute, die gen Bühne schauten!!! - Hage). Das Jahr 2009 scheint ein verdammt gutes für die fünf zu sein. So schnell werden die Jungs wohl nicht mehr die Möglichkeit haben vor so vielen Leuten zu spielen. Deshalb war es auch kein Wunder, dass sie jede Minute auskosteten, sich feiern ließen und es ihrerseits mit einer coolen Show dankten. Ich gönn's ihnen!!! (BR)

 

     

 

GOD FORBID enterten dann die Bühne und gaben gleich ordentlich Vollgas. Die Musik (erster Eindruck: KILLSWITCH ENGAGE für Arme, zweiter Eindruck: Mischung aus schwedischem und amerikanischem Death Metal) klingt solide und untermalte die ersten Beerchen des WFF aufs Feinste. Mit kurzen Hosen, hellblauen Hemden und vereinzelt aufflackernden Nu Metal Scharaden (v.a. Sänger Byron) konnte ich zwar nicht soviel anfangen, dennoch musste man objektiv anerkennen, dass die fünfköpfige Kapelle alles gab und sich regelrecht den Arsch aufgerissen hat. Die Gitarrenarbeit ließ sofort aufhorchen, brutal und dennoch filigran, und zudem unterstützten die beiden Gitarristen regelmäßig die Growls des Sängers mit mehrstimmigen Hooks. Dieser mittlerweile weit verbreitete Metalcore-Duktus ist zwar Geschmacksache, aber der energetische Set entschuldigte hierfür in ausreichendem Maße. Daumen schräg hoch. (MR)

 

 

Ich dachte ja, dass New Metal Kasper heutzutage nicht mehr en vogue sind, vom Billing her eh nicht auf's Force passen und wie weiland Kühnemoshs Vanillewölkchen vom Mob nonchalant von der Bühne gefegt würden...aber, weit gefehlt. Eine beträchtliche Meute feierte STATIC X ab, obwohl sie fast noch zur Frühstückszeit (16:10) spielte. Selbst die Mörderhitze und die Mikrofonprobleme (Trommelfell, sag was! Määäb määäb!) schienen die Crowd nicht beim kollektiven Abmoshen zu stören. Wahrscheinlich lag es an den haufenweise eingesetzten Böllern und der Stripperin, die Sänger und Gitarrist Wayne Static während jeder Songpause konsultierte. 'Push It' und 'I'm With Stupid' vom Debutalbum und wohl der größte Bandhit 'Black & White' von meinem favourite Album 'Machine' blieben mir trotz verstärkter Druckbetankung nachhaltig im Gedächtnis. Auf meinen Lieblingssong 'Permanence' (auch von 'Machine') wartete ich zwar vergeblich, aber der Gig war dermaßen solide, daß ich die Band mit anerkennendem Kopfnicken verabschiedete. (Haha, ich stell´s mir bildlich vor, wie du dastandest und gönnerhaft gen Bühne genickt hast - Hage) (MR)

 

     

 

DEVILDRIVER legten dann wie gewohnt einen sehr energiegeladenen Auftritt hin. Schon als die Band um Ex-COAL CHAMBER-Frontmann Dez die Bühne betrat und man die ersten Gitarrenklänge zu hören bekam, war zu verspüren, daß gleich ein Orkan auf die Meute vor der Bühne losgelassen werden würde. Trotz der immer wieder auftretenden Soundprobleme, die mir schon zuvor bei STATIC X auffielen, gelang es den Jungs eine ordentliche Portion Modern Metal mit deutlicher Metalcore-Schlagseite rauszubrettern und für richtig Stimmung zu sorgen, was sehr schnell die ersten Moshpits entstehen ließ. Immer wieder sehenswert! (SB)

 

Interessant: Obwohl LEGION OF THE DAMNED von der musikalischen Herkunft mehr meinem Geschmack als STATIC X entsprechen müssten, sind die NuMetaller doch die klaren Gewinner für mich. Die holländischen Thrasher sind zwar gut, versiert und professionell, aber mir persönlich einfach zu eintönig. Immer wieder ertappe ich mich, dass ich auf einen schleifenden Midtempo Part oder Twin Leads (ok, wir sind hier nicht bei MAIDEN) zum Abmoshen warte oder dass sonst irgendwas passiert. Gaspedal durchtreten und SLAYER/KREATOR-Reminiszenzen okay, aber nach zehn Minuten musste ich meine Backen durch permanent frische Beernachfuhr vom grassierenden Gähnmuskelkater releasen. 'Bleed For Me' fand noch am besten Anklang, obwohl die Resonanzen bei weitem nicht das Level von STATIC X erreichten. Für mich ist die Band ein sympathischer Haufen mit soliden Songs, mehr aber leider auch nicht. (MR)

 

MASTODON wurden dann tatsächlich wie verlorene Söhne empfangen. So voll war´s vor ein paar Jahren beim letzten Gig der Ausnahmeband definitiv nicht. Aber das is ja nun auch schon wieder vier Jahre her und die beiden Götteralben ’Blood Mountain’ und ’Crack The Sky’ erschienen ja erst danach. So durften sich die über und über tätowierten Georgia-Boys auch trotz beträchtlicher Soundprobleme - vor allem die Vocals waren viel zu leise, bzw. teils gar nicht zu hören, und das nicht nur bei MASTODON - triumphaler Reaktionen sicher sein und rechtfertigten diese auch einmal mehr eindrucksvoll mit ihren sogartig fesselnden, psychedelisch-progressiven Songperlen und ihrem sowohl einzigartig schrulligen, als auch sehr sympathischen Auftreten. (HG)

 

     
     

 

The British Gods Are Back! Naja okay, waren sie ja letztes Jahr auch schon, aber man kann sich über diese Reunion wohl nicht genug freuen. Wer's noch nicht erkannt hat: die Rede ist natürlich von CARCASS! Letztes Jahr auf dem Hellfest war das Gefühl natürlich noch ein ganz anderes, bestimmt von gespanntem Warten, Erfurcht und sabbernder Vorfreude. Trotzdem lag natürlich auch beim WFF wieder Spannung in der Luft, als Jeff Walker & Co. die Bühne betraten. Jubel brandet auf, der erste Ton erklingt und um alle vor der Bühne war es geschehen. Was nun folgte war eine 50-minütige Lehrstunde, wie eine gute Reunion auszusehen hat. Der Sound war ultrafett und über die Songs braucht man eh kein Wort mehr verlieren. Hinzu kommt eine greifbare Spielfreude (ja, sogar bei Bill Steer, der letztes Jahr in Wacken noch etwas zurückhaltender agierte - Hage) und das Quentchen Routine, welches letztes Jahr noch fehlte. Man merkt einfach, dass die Band durch die vielen Auftritte seit der Wiedervereinigung enorm zusammengewachsen ist und technisch wieder auf voller Höhe ist. Das soll nicht heißen, dass die letztjährigen Auftritte schlecht waren - allein schon aufgrund des Nostalgie-Gefühls - aber den diesjährigen Full Force-Auftritt konnte man wohl als perfekt bezeichnen. Naja zumindest fast, denn leider wurde wieder auf ’Exhume To Consume’ verzichtet…oder war ich doch zu voll? (ne, warste nich, aber in Wacken hatten sie´s gespielt…siehe Youtube, hehe - Hage). Aber wir wollen hier ja nicht den Erbsenzähler spielen. Ansonsten konnte man sich erneut über eine breitgefächerte Setlist freuen, mit dem Killerabschluss in Form von ’Heartwork’. Natürlich erhielt auch Ken Owen seine Zeit und die Möglichkeit sich seinen verdienten Applaus abzuholen und ich war mit Sicherheit nicht der einzige der erneut Gänsehaut hatte! Ein saustarker Auftritt mit enormer Spielfreude – ihr dürfte gerne weitermachen, ihr alten Säcke!!!

P.S.: Außerdem gab's wohl noch das coolste Statement des Festivals (sinngemäß): „We don´t want any Circle-Pit or Wall Of Death bullshit - just bang your head!“ PUNKT!! (BR)

 

     
     
     

 

DIMMU BORGIR sind oft schwer zu vermitteln, da sie für viele Fans zu wenig 'true' sind. Für mich stehen sie aber alleine vom Songmaterial her weit über vergleichbaren Bands (nicht über allen, aber über den meisten). Nach einem kurzen Intro wurd´s - passend zum Sonnenuntergang - ernst: Schon der Opener 'Spellbound (By The Devil)' zeigte die Stossrichtung der Diskussion: Bombastischer, poppiger (was hier unbedingt als Trademark zu verstehen ist) Black Metal und als Zubrot eine bis ins Kleinste durchchoreografierte Bühnenshow. Ausladende Pyrotechnik sowie aufwändige Outfits (Keyboarder mit Satinrock (!), aber wie gesagt: Wenn das Songmaterial stimmt: Egal!) für jeden einzelnen Musiker (allen gemein: schwarze Panzer vs. weiße Farbe) bildeten den Rahmen für eine denkwürdige Show. Zuerst hatte ich mich gewundert, warum sich Shagrath so wenig bewegte, aber der Kerl musste ja mindestens 20 kg Chains & Leather bei gefühlten 45 Grad Celsius über die Bühne wuchten und dabei auch noch gesanglich performen. Weiter ging´s mit dem Startsong der letzten Scheibe 'In Sortis Diaboli', 'The Serpentine Offering'. Dieser Song ist für mich perfekt, deshalb hatte ich vor der Liveumsetzung fast schon Angst, aber paperlapapp: Cool & routiniert (was im Falle von schwer umzusetzendem Songmaterial nur OK sein kann) reißen Silenoz und seine Mannen - untermalt von funkensprühenden Pyrofontänen - Perle für Perle die Setlist runter. Mein Liebling ist ja Leadgitarrist Galder: Es kann wohl keiner so 'bösartig' in die Kamera grinsen wie er. Geil, v.a. weil die riesige Bühnenleinwand seine Fresse bis zum letzten Zelt spreaded (spreading the grinse disease, haha). Von meinem DIMMU-Lieblingssong 'Kings Of The Carnival Creation' kann ich nichts berichten, da ich zwanghaft durchmoschen musste, was für ein perfekter Song (Pop!). Einzige Kritikpunkte: Kein 'Speiler' oder 'In Death's Embrace', auf die hatte ich mich echt gefreut. Die Meute hätte dem Vernehmen nach auch gerne ein 'Mourning Palace' gehört, aber was soll's, der Gig war sehr cool und auch das Publikum genoß trotz der Hitze die Atmosphäre und das Material der Norweger. (MR)

 

Als Headliner dieses Abends standen dann einmal mehr SOULFLY auf dem Programm, und da ich noch nie das Vergnügen hatte die Jungs um Max Cavalera sehen zu können, war ich umso mehr überrascht wie extrem energiegeladen ihre Perfomance schon beim ersten Song war. Das Festivalgelände bebte sofort und die party konnte losgehen, und in den folgenden, sehr kurzweiligen und höchst unterhaltsamen 75 Minuten durften natürlich auch solche Brecher wie ’Jumpdafuckup’ und ’Back To The Primitive’ und das SEPULTURA-Relikt ’Roots Bloody Roots’ nicht fehlen. Besonders cool war auch die Interaktion mit dem Publikum und vor allem die Percussioneinlage am Ende...ein durchaus würdiger Abschluss des ersten Mainstage-Tages! (SB)

 

     

 

 

Tentstage

 

 

Nach den Leipziger Lokalmatadoren MYRA mit ihrem extrem fetten Derb-Metalcore-Brett und den ebenso sehr coolen Belgiern NASTY mit ihrem gen Death/Grind tendierenden Beatdown-Core, sowie nach dem gut abgefeierten Alte Schule-Hardcore-Brett der Holländer NO TURNING BACK, folgte eine Runde Eastside-Hardcore. Naja aus dem Amiland stammen die Jungs zwar nicht, aber mit Eastcoast liegt man bei den CRUSHING CASPARS aus Rostock trotzdem richtig! So versammelte sich doch eine ansehnliche Menge im Zelt, die die Band auch von Beginn an lautstark unterstützte. Es ging gut ab vor und auf der Bühne, Moshpits und eine agile Performance ergänzten sich perfekt. Richtig Gas gaben dann alle nochmal bei der Bandhymne ’Caspars Attack’. Ein starker Auftritt, wenn auch die Jungs mich persönlich nicht aus den Latschen hauen konnten! (HE)

 

Frickelalarm!! THE RED CHORD enterten die Bühne und damit war's erstmal vorbei mit Musik!  Naja zumindest ist die Mucke der Amis unglaublich anstrengend. Auf CD geb ich mir das Zeug ab und an echt gern, aber selbst da muss ich schon in einer, sagen wir mal, „speziellen“ Stimmung sein. Und heute hatten die Jungs einfach Pech! Ich konnte mir die Mucke leider beim Besten Willen nicht mehr als knapp 10 Minuten geben. Auf einem Festival bei ordentlicher Partystimmung...denkbar schlechte Voraussetzungen um sich diese Band zu geben. Objektiv bleibt festzuhalten, dass die Jungs technisch eh über jeden Zweifel erhaben sind, genug Fans mobilisieren konnten, die sie auch ordentlich abfeierten! (BR)

 

Zum ersten Mal an diesem Freitag war das Zelt dann rappelvoll. Na kein Wunder, mit MAROON standen ja auch alte Bekannte auf dem Plan! Man könnte fast von einem Heimspiel reden, beehren die Thüringer das WFF-Publikum doch in regelmäßigen Abständen mit ihrem sehr energiegeladenen Metalcore. Bereits nach dem ersten Song stand der Mob Kopf und voll auf der Seite des Quintetts. Belohnt wurde die hungrige Meute mit Songs aus allen Phasen der Band. Fliegende Haare, Moshpits und jede Menge Applaus war der verdiente Lohn! Also alles wunderbar? Naja, nicht ganz: Wenn ich an Auftritte wie auf dem Summer Breeze vor 2 Jahren zurückdenke, als Sänger André voller Schlamm auf der Bühne performte oder bei einem Gig in Berlin trotz gebrochener Rippe die Bühne zerlegt (“Alles kaputt machen Berlin“). Da fehlte doch etwas diese durchgeknallte Komponente zur Perfektion, haha!!! Naja, Spass beiseite: Wieder mal ein sehr guter Auftritt der Nordhausen-Jungs! (HE)

 

COMEBACK KID standen gaaaaanz weit oben auf meiner „must see“-Liste, weil ihre Liveshows die Energie von SICK OF IT ALL mit der Mitsingtauglichkeit von IGNITE verbinden, aber da CARCASS einen gigantisch starken Gig hinlegten (viiiiel stärker als noch vor Jahresfrist in Wacken), konnte ich mich einfach nicht loslösen und somit hab ich leider alles von den KIDs verpasst…egal, c u bei der nexten Tour!!! (HG)

 

Tja, was soll man zu den KASSIERERn noch sagen. Musikalisch nicht wirklich gut, Texte teilweise sinnfrei (??? die sinnvollen kannste mir gerne Mal bei nem kühlen Bier präsentieren - Markus) und vom Aussehen wollen wir erst gar nicht reden!! Trotzdem platzt das Zelt aus allen Nähten und bereits ab dem ersten Song tobt die Meute. Ein absolutes Phänomen! Das Programm der Wattenscheider kommt dann auch ohne große Überraschungen daher und es werden die altbekannten Gassenhauer geboten. ’Blumenkohl am Pillemann’, ’Sex mit dem Sozielarbeiter’, ’Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist’…alles am Start! Auch das obligatorische Nackigmachen von Sänger und Ex-APPD-Parteiführer Wolfgang Wendland bei ’Mein schöner Hodensack’ durfte natürlich auch nicht fehlen. Ich persönlich kann damit nicht wirklich viel anfangen, aber dem Rest im Zelt hat der Gig definitiv bestens gefallen und darauf kommt´s schließlich an! (HE)

 

 

 

PESTILENCE waren als erste Opener der Knüppelnacht gut, aber nicht der erwartete Höhepunkt. Beim Intro war ich noch richtig heiß, hatte ich doch selbst mit dem nicht-konsensfähigen 'Spheres'-Output noch nie Probleme, im Gegenteil. Der Sound im Zelt war wie gewohnt brillant, ich stand wie immer direkt vor dem Mischpult und ließ mir die Lauscherchen durchspülen. Schön, auch wieder mal den alten ATHEIST-Recken Tony Choy zu sehen, der mit seinem Bass wie immer keine Gefangenen machte. Die Songauswahl war ok: 'The Secrecies Of Horror' und 'Land Of Tears' von 'Testimony Of The Ancients' oder 'Process Of Suffocation' von 'Consuming Impulse'. Aber, wo waren DIE Übersongs 'Stigmatized' und 'Twisted Truth'? Patrick Mameli sammelte mit deutschen Ansagen Pluspunkte, warum er jedoch beim Abschlusstrack 'Out Of The Body' den Strophenpart auf der Klampfe durchschlagen muss (sprich: improvisiert hat), anstatt ihn wie seit Äonen synchron wie auf Konserve zu spielen, verstehe anscheinend nicht nur ich nicht, wie mir schnell klar wird, da mir mein Nachbar kopfschüttelnd das Beer zuprostet. Unterm Strich aber ein solider Gig. (MR)

 

Zwei Kreuze auf der Bühne, dranhängend ein nackiger Kerl auf der einen Seite, ein ebenso unbekleidetes Mädel auf der anderen und dazu ein Haufen corpsebepainteter Deibelsjünger mit garstigem Sound? Ganz klar, GORGOROTH waren an der Reihe! Aber nein, halt mal, Gaahl und King hatten ja den Urheberstreit verbaselt und so heißen sie nun ja GOD SEED…wobei der Name nach meinem Gusto aber irgendwie net so wirklich passen will! Naja, egal. Den meisten Schwarzmetallern ist die Namensänderung egal und so feierten sie ihren Black Metal-Jesus und seine Bande ordentlich ab. Allerdings kam ich einmal mehr nicht umhin, nach nur einem Drittel der Show das Weite zu suchen, denn auch wenn die Mucke in Ordnung geht, nervt mich das eindimensionale Gekrächtze Gaahls aufs Übelste. Geschmacksache halt. (HG)

 

Was soll man zu dieser Band noch sagen? ASPHYX sind wohl die sinnigste und beste Reunion ever. Jaja ich weiß, ich hab bereits bei CARCASS große Töne gespuckt und ich will hier auch nicht anfangen zu urteilen/diskutieren, welches die bessere Band ist oder ähnliches. Trotzdem bleib ich dabei: ASPHYX beweisen seit ihrer Rückkehr nicht nur auf der Bühne wie´s richtig gemacht wird, sondern haben nun auch noch eine extrem starkes neues Album nachgeschoben, das sich nicht hinter den Frühneunziger-Großtaten verstecken muss. Aber nun zum eigentlichen Auftritt. Wer ASPHYX in den letzten Jahren gesehen hat, weiß genau was auch an diesem Abend geboten wurde. Das soll jedoch nicht heißen, dass diese kriegsaffinen Tulpenpflücker einfach nur routiniert ihre Show durchgezogen haben. Es ist immer wieder aufs Neue eine wahre Freude, die Band auf der Bühne zu beobachten. So viel echte Spielfreude gibt es wohl bei kaum einer anderen Band auf diesem Planeten. Martin grinste wie ein Honigkuchenpferd und umarmte immer wieder sämtliche seiner Mitstreiter. Wannes imitierte den Sänger immer wieder und einmal mehr bangte sich die komplette Band die Seele aus dem Leib. ASPHYX schafften es immer wieder das Publikum und insbesondere mich auf ihre Seite zu ziehen. Zu der bekannten Setlist gesellten sich dieses Mal noch ein paar Songs vom neuen Album, welche sich nahtlos einfügten und ebenso abgefeiert wurden, wie olle Klassiker der Marke ’M.S. Bismarck’ oder ’Asphyx’. Den krönenden Abschluss – wie könnte es auch anders sein – bildete dann das absolut göttliche ’The Rack’...und hinterließ einmal mehr nichts als verbrannte Erde und grinsende Gesichter! (BR)

 

Nach dem Auftritt der Holländer auf dem Death Feast, wo sie vor Spielfreude nur so sprühten, musste ich mir diese großartige Band einfach noch mal gönnen! Und wieder einmal wurde niemand enttäuscht. Diese mächtige Soundwalze, die einen mit jedem Song förmlich aufs Neue umhaut, ist der schiere Wahnsinn. Der Gesang von Martin van Drunen scheint mit den Jahren noch intensiver geworden zu sein. Es gibt nur wenige Bands, die mich so in ihren Bann ziehen können. Egal ob Songs von der ersten Scheibe oder vom neuen Album, die Band wurde zurecht komplett abgefeiert!

Kleine Anekdote am Rand und Lacher des Tages: Unser Kollege Sebb schön in kurzen Hosen, Vans und weißem Feinripp-Unterhemd gewandet, stach ohnehin schon aus der Menge heraus. Als er dann noch die Hardcore-Attitüde (auch gern mal lieblich Bollo-Dance genannt, haha - Hage) zwischen den kopfschüttelnden Langmähnen raushängen ließ…haha, ganz großes Kino…willkommen bei DISCIPLINE, haha!! Ein Garant für die nächsten Monate Lacher und Schenkelklopfer auf deine Kosten, Kollege!! (HE)

 

 

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