WITH FULL FORCE XIV - 29.06.-01.07.2007 - Löbnitz, Flugplatz Roitzschjora


 

Bereits zum 14.Mal stieg sie nun schon, die coolste und größte Metal-, Hardcore und Punk-Mix-Party der Republik. Zwar konnte sich der geneigte Fan über ein paar blöde Bandüberschneidungen ärgern (WALLS OF JERICHO zeitgleich mit CALIBAN ist schon kacke), manche etwas seltsame Platzierung der ein oder anderen Band verwundern (VOLBEAT "nur" Opener am Samstag??? Und die bei uns gänzlich unbekannten DAGOBA eigentlich danach? UNEARTH vor SYNIC SONDICATE?) und die erneute Wahl von SLAYER als einen der Headliner erneut verdeutlichen, daß es mittlerweile echt an Alternativen mangelt, aber nichtsdestotrotz war das Wochenende auf dem sächsischen Flugplatz zu Roitzschjora einmal mehr eine - trotz der in diesem Jahr unfaßbaren Menschenmassen (so groß war der Campground wohl noch nie) - sehr relaxte, friedliche und super spaßige Angelegenheit, die jeder der nicht da war, definitiv in der Spalte „Mist...verpaßt!“ ablegen sollte... (Hage)

 

Freitag, 29.06.07

 

Mainstage

 

GORILLA MONSOON feuerten den Hauptbühnen-Startschuss für die 14. With Full Force-Party ab und erwiesen sich als perfekter Opener. Frontmann Jack Sabbath und seine Mitstreiter präsentierten ihren lässigen Stoner-Doom-Core-Mix äußerst spielfreudig und erzeugten dabei, unterstützt von einem wuchtigem Sound, jede Menge Druck. So hatten die Dresdner das bereits mächtig feierwütige Publikum schnell auf ihrer Seite und vertrieben mit mordsfetten Grooves sicherlich so machen Kater der Warm Up-Party vom Vortag. Cool! (Jan)

Doomig ging es im Anschluss auch mit SWALLOW THE SUN weiter. Leider hatten die sympathischen Finnen anfangs mit ein paar Soundproblemen zu kämpfen, aber im Laufe der Spielzeit entwickelten vor allem die Gitarren mehr Durchsetzungskraft und dem Genuss von Doom-Hymnen wie „These Hours Of Despair“ vom aktuellen ‚Hope’-Album stand nichts mehr im Wege. Schade, dass die Sonnenschlucker wegen des eng gesteckten Zeitplans nur eine knappe Hand voll Songs präsentieren konnten, denn nach und nach zogen sie mehr und mehr Leute vor die Bühne und ernteten ordentlich Applaus. (Jan)

 

Die ONE MAN ARMY und ihr UNDEAD QUARTETT durfte sich dann über eine sehr stattliche Fanschar in den vorderen 20-30 Reihen freuen, was den soliden, aber keineswegs herausragenden Gig von Ex-THE CROWN-Shouter Johan Lindstrand und seinen Burschen zu einem vollen Erfolg mutieren ließ. (Hage)

 

Amerikas Vorzeigemetalcoreler AS I LAY DYING, immerhin die erfolgreichste Band, die Metal Blade USA, jemals auf dem Label hatte, zeigten von Anfang an, warum sie über dem großen Teich der Herr im Ring sind. Präzises Timing, agiles Stageacting, ein sympathischer Frontmann, ein Drummer, der Joey Jordisons Headbanging mit links in die Tasche steckt, und genau die richtige Mischung aus Aggression, Härte, Groove und Eingängigkeit sorgten dafür, daß die zahlreich erschienenen Metalcore-Kids (und ein paar vereinzelte Metaller) ziemlich am Rad drehten. Zudem entpuppte sich Neu-Basser Josh Gilbert als mehr als ebenbürtiger Ersatz für seinen Vorgänger, wobei vor allem seine clean-kraftvollen Vocals für den ein oder anderen offenen Mund sorgten. Hits wie das unverwüstliche ‚94 Hours’ oder das alle aus der Reserve lockende ‚Confined’ machten eines deutlich: Diese Band hat ihren Popularitätshöhepunkt noch lange nicht erreicht. (Hage)

 

     
     

 

Hupfdohlenalarm auf der Mainstage. EKTOMORF bitten zum Tanz auf und brüllen sich mit einem Mix ihrer bisherigen Veröffentlichungen durch ihren Set durch. Wie immer im Kampf gegen alle Unterdrücker dieser Welt und gegen alle anderen, die ihnen puren Plagiatismus vorwerfen. Klar hören sie sich immer noch mehr nach Brasilien an als sonstwas, aber solange die Meute ihren Spass vor der Bühne hat, und sie jedes Jahr an sämtlichen Steckdosen dieser Welt spielen, können sie ja nicht ganz falsch liegen. (Bomber)

 

Matando gueros, viva la raza!!! BRUJERIA-Time, Baby! Die mexikanischen Drogendealer und Killer zum ersten Mal in Deutschland und das mit einer echten Überraschung am Bass. Niemand geringerer als Ex-CARCASS-Fronter Jeff „Speedy Gonzalez“ Walker bediente den Tieftöner...natürlich wie sein Gitarren-Kollege Shane von NAPALM DEATH, der nicht identifizierbare Trommelbursche und die beiden mexikanischen Shouter stilecht vermummt. Ich möchte nun nicht so weit gehen, daß der groovende, sehr simple aber effektive Death-Thrash der Burschen nicht auch etwas eintönig war, aber unterhaltsam war das Überfallkommando definitiv...auch allein schon wegen dem in ’Marihuana’ unbenannten Rausschmeißer-Cover des Sommerhits ’Macarena’ und der zünftigen Polonäse im Mob! (Hage)

 

     

 

Die unangefochtenen Könige des Death Metal sind und bleiben eine Macht. Punkt. Nein, Ausrufezeichen! Im Prinzip ist es egal, wo die Mannen um Stiernacken George „Corpsegrinder“ Fisher auflaufen, sie hinterlassen nichts als verbrannte Erde. Dabei kam es CANNIBAL CORPSE zugute, daß ihr aktuelles Werk ‚Kill’ ihre ansonsten schon mit Klassikern wie dem natürlich frenetisch geforderten ‚Hammer Smashed Face’ gespickte Setlist durch Massaker wie ‚Make Them Suffer’ passend ergänzt. Die Meute fraß den Kannibalen wie zu erwarten aus der Hand, auch wenn sich wohl nie mehr etwas daran ändern wird, daß Corpsegrinder während eines Gigs mehr als zehn Worte außerhalb der Songtitel zu seinem Publikum redet. Braucht er aber auch nicht, denn sobald die Rob Barrett die erste Riffwalze abläßt und Alex Webster seine Finger über die vier Saiten fliegen läßt, rotieren sowieso alle Matten. Fazit: CORSPE töteten wie immer. Ohne Nachsicht und Gnade! (Bomber)

 

 

HATEBREED kamen, sprudelten nur so vor Spielfreude und hinterließen auf dem proppevollen Gelände nichts als verbrannte Erde! Jamey Jasta und seine Mosh-Metal-Core-Brigade wurden zwar immer abgefeiert, wenn sie beim WFF Station machten, jedoch waren sie nie so agil, bewegungsfreudig und alles zermalmend wie dieses Mal. Was ein Inferno! Der völlig austickende Mob dankte es den Amis mit den nach SICK OF IT ALL massivsten Mosh- und Circle-Pits und wenn aus tausenden von Kehlen das sehnsüchtig erwartete ’I Will Be Heard’ inbrünstig mitgebrüllt wird, dann weiß auch der letzte, daß HATEBREED einer der absoluten Sieger des Wochenendes waren. Hammer!!! (Hage)

 

     

 

Tja, einer der Gründe, weshalb es dieses Jahr so extrem voll war in Roitzschjora, ist garantiert darin begründet, daß KORN noch immer ein würdiger Headliner sind...selbst auf einem ansonsten doch eher extremeren Festival. Schick in ein CANNIBAL CORPSE-Leibchen gewandet (gerade frisch erschnorrt...hehe), bot Blickfang und Dreadlocke Jonathan Davis mit seinen Burschen einen hervorragenden Querschnitt ihrer Karriere, die wahrlich gespickt ist mit massig Hits. Egal ob neuere Tracks der Marke ’Twisted Transisto’ oder alte Kracher wie ’Falling Away From Me’, ’Got The Life’, Freak On A Leash’ oder DER Band-Evergreen ’Blind’, die Fans fraßen den Nu-Metal-Gründern förmlich aus den Händen und als KORN aus dem Dudelsack-Groover ’Shoots And Ladders’ kurzerhand ein Medley mit METALLICAs ’One’ machten, war auch der Bann bei den meisten Nörglern in den hinteren Reihen gebrochen. Cooler Gig! (Hage)

 

     
     

 

 

Tentstage

 

 

10 Euro für denjenigen, der uns sagen kann, warum die Münsteraner Deathcoreler von NEAERA vor hierzulande eher mäßig erfolgreichen Bands wie ZUUL FX oder VENEREA den bunten Reigen der Tent Stage bereits um 15 Uhr eröffnen mußten. Anyway, der spielfreudige Fünfer machte das beste daraus und kann nun mit Stolz von sich behaupten, trotz dieser unchristlichen Uhrzeit dafür gesorgt zu haben, daß das Zelt aus allen Nähten platzte und der Pit bereits bei der ersten Band eine rekordverdächtige Größe annahm. Die Jungs dankten es den zahlreich erschienenen Fans mit einer astreinen, mit Hits gespickten Vorstellung. Beim nächsten Mal bitte zur Hauptsendezeit im Zelt, liebe Veranstalter! (Bomber)

 

MAROON sind mittlerweile natürlich auch schon eine echte Institution auf dem FULL FORCE und durften sich daher freilich auch über ein zum Bersten volles Zelt freuen, das sie dann fein säuberlich in seine Einzelteile zerlegten. Neben ihren eigenen Brechern der Marke ’Endorsed By Hate’, ’Wake Up in Hell’ oder ’Watch It All Come Down’ stellte aber vor allem die recht überraschende Coverversion ’Keine Wut mehr’ der DDR-Kultpunker SCHLEIMKEIM dar, bei dem die Post so richtig abging und textsicher mitgegröhlt wurde...ein untrügliches Zeichen, daß Schnodderschnauze André und seine energiegeladenen Burschen schließlich auch in Sachsen ein echtes Heimspiel haben. (Hage)

 

 

SMOKE BLOW brannten auf der Zeltbühne ein wahres Feuerwerk ab! Die Kieler sind eine der besten Livebands der Republik und konnten das WFF-Publikum schon mehrfach mit stets energetischen Shows in ihren Bann ziehen. Kein Wunder, daß so viele Leute auf die Norddeutschen warteten, um mit ihnen eine fette Party zu feiern. Mit Hits vom Kaliber "Dark Angel" oder "Alligator Rodeo" in der Hinterhand ist es aber ein Leichtes, das Tanzbein zu schwingen. Mit Faust- und Fußeinsatz, aber das versteht sich ja von selbst. (Andreas)

 

Als feststand, daß die Ur-Vegan/SE-Hardcoreler EARTH CRISIS dieses Jahr beim WFF im Rahmen ihrer Reunion aufspielen würden, war klar, daß ich unbedingt hinmußte. Nicht weil ich sonderlich viel von ihrer radikalen Veganer-, Anti-Abtreibungs- und Straight Edge-Einstellung halten würde – jeder soll sein Ding durchziehen, wie er will – nein, Karl Buechner und seine Burschen waren zusammen mit CRO-MAGS, den RYKER´S, MORNING AGAIN und INTEGRITY so ziemlich die ersten, die derben Thrash mit Hardcore mixten und so die Vorlage für die heutige Metalcore-Welle lieferten. Und auch on stage wurde dann schnell klar, daß man es hier mit einer abgekochten und höchst erfahrenen Truppe zu tun hat, böllerten die Jungs ihre massiven Core-Geschosse nicht nur höchst präzise ins Zelt, sondern bewiesen sich als eine der agilsten, spielfreudigsten und mitreißendsten Live-Combos des Wochenendes und das, obwohl die Konkurrenz bärenstark war. Absolut geil!!! (Hage)

 

     

 

 

 

SATYRICON unterstrichen als Hauptact der berühmten Knüppelnacht (ja, der Quasi-Headliner spielt hier immer als erstes und so direkt nach dem Mainstage-Headliner), daß sie völlig zurecht einer der wenigen Black Metal-Giganten waren und sind. Frost, Satyr und ihre vier Sidekicks (mit Schnucki an den Keys) befriedigten die hohen Erwartungen des proppevollen Zelts mit hauptsächlich aus den letzen beiden Killer-Scheiben ’Volcano’ und ’Now Diabolical’ entstammenden Knallern, groovten wie die Hölle, waren dennoch aber überaus charismatisch und evil, und spätestens beim perfekt umgesetzten und viel zu früh den Gig beendenden Überhit ’Mother North’ konnte nur noch von einem Triumphzug gesprochen werden! (Hage)

 

     
     
     

 

Ganz anders komischerweise dann bei meinen einstigen Sverige-Faves NAGLFAR. Vor deutlich lichteren Reihen aufspielend, schafften es die Satansbraten aus dem nordschwedischen Umea kaum das Level zu halten. Nicht, daß die Band zu wenige Hits im Repertoire hätte, aber dann sollten sie sie auch spielen. Doch leider machte man zumindest in der ersten halben Stunde des 45-Minuten-Gigs einen riesen Bogen um die Übersongs der ’Vittra’- und ’Sheol’-Scheiben (wobei Bandkopf Kristoffer letztere ohnehin nicht mehr mag) und beschränkte sich auf schnelle und eher weniger mitreißende Songs der letzten beiden Scheiben und vom Zweitling ’Diabolical’. Schade drum, denn so (und auch wegen der ohnehin weniger fesselnden Präsenz von Kristoffer im Vergleich zu Ausnahmefronter und Vorgänger Jens Ryden) war´s sehr schnell langweilig und meine Müdigkeit siegte über den eigentlichen Willen noch KAMPFAR, ROTTEN SOUND, VOMITORY und PUNGENT STENCH mitzunehmen. (Hage)

 

     

 

Als die vier Norweger aus Fredrikstad tief in der Nacht die Bühne betraten, sorgte bereits das Intro für ordentliche Stimmung. Roher Black Metal gepaart mit heidnischen Einsprengseln wurden auf das wartende Publikum losgelassen und ich glaube es gab keinen, dem nicht ein eiskalter Schauer über der Rücken lief. KAMPFAR machen einfach Black Metal, wie er sein sollte. Der Gig war im Grunde von vorne bis hinten perfekt, der Sound super und die Leute gingen, trotz der späten Stunde, sichtlich mit. Was mir etwas übel aufstieß, war das Stageaction des langen gacklichen Sängers. Er lief die ganze Zeit hin und her, was echt gehetzt rüberkam und nach ein oder zwei Songs tierisch nervte. Das beste Lied des Sets war in meinen Augen "Ravenheart" von der aktuellen Scheibe "Kvass". Es bleibt zu sagen, dass ich KAMPFAR deutlich besser fand als SATYRICON und NAGLFAR. (SirG / metal.de)

 

Irgendwie war der Tag nicht der große Tag der Grindcore und Deathmetal Bands. ROTTEN SOUND hatten einen recht müden Start und zockten sich recht beiläufig durch ihr Set. Es kam kaum zu einer Kommunikation zwischen Band und Publikum. Ansagen wurden einfach nur kurz in den Raum "ge-shouted" um dann den nächsten, doch wieder gleich klingenden, Song zu präsentieren. Viel mehr kann ich hier leider nicht zu diesem recht missglückten Auftritt schreiben, ich verließ das Geschehen nach 4 Songs um etwas gestärkter VOMITORY und PUNGENT STENCH entgegen zu treten. (Dorian / metal.de)

 

Obwohl noch vor ein paar Stunden ihre Labelkollegen von CANNIBAL CORPSE die Main Stage fein säuberlich seziert hatten, konnten die Schweden von VOMITORY mit Stolz von sich behaupten, die absolut brutalste Band des gesamten Festivals gewesen zu sein. Zwar durften die Jungs erst um 3:30 Uhr nachts ins Geschehen eingreifen und auch am Publikum schien der erste Festivaltag nicht ganz spurlos vorübergegangen zu sein, aber was die vier Schweden, deren Markenzeichen die stets immer ihre Gesichter verdeckenden Matten sind, hier vom Stapel ließen, läßt ein Wort wie „Massaker“ klingen wie „Zuckerwatte“. Kein Wunder, daß einige Fans in den ersten Reihen ob der über sie hereinbrechenden Brutalität dreinschauten, als würde sie gerade Godzilla persönlich zerstampfen. So machten Hassbatzen wie ‚Chaos Fury’ oder ‚Terrorize Brutalize Sodomize’ ihrem Namen alle Ehre und hinterließen um 4:20 Uhr eine bis auf ihr Gestänge zerstörte Tent Stage. (Bomber)

 

Ein Grinsen machte sich auf meinem Gesicht breit als ich von dem Ersatz für die ausgefallenen MAYHEM hörte. Sicher, PUNGENT STENCH ist keine Seltenheit auf deutschen Bühnen aber man sollte schon zwischen einer Halle und der Knüppelnacht Bühne des WITH FULL FORCE unterscheiden. Hier bot sich der Band die Möglichkeit ihre absolute Bühnentauglichkeit eindrucksvoll zur Schau zu stellen. Klassiker wie "Fuck Bizzare" wurden von der Menge super aufgenommen und schon nach den ersten zwei Liedern erhoben sich einige der weggetreten anmutenden Schnapsleichen und es ging bis in den frühen Morgen rund im Zelt. Für mich das Highlight einer sonst doch recht dünnen Knüppelnacht 2007. (Dorian / metal.de)

 

 

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