WACKEN - OPEN - AIR 2001


Samstag, 04.08.

 

DESTRÖYER 666 (Party-Stage; 11.15 - 12.00 Uhr)

 

Zu ultrafrüher Stunde (gegen 11.00 Uhr) waren die australischen Black-Thrasher von DESTRÖYER 666 auf der Party-Stage am Start, und trotz der frühen Uhrzeit hatten sich schon einige Fans versammelt, um sich richtig wach thrashen zu lassen. Die 4 Herren ließen sich dann auch nicht lange bitten und spielten - vollgepackt mit allerlei Nieten, Ketten und Patronengurten - einige Songs von ihren drei Alben. Die dritte Scheibe ist mir bislang leider nicht bekannt, aber die entsprechenden Songs klangen schon mal sehr vielversprechend. Besonders cool war aber der Opener des "Unchain the Wolves"-Albums, "Genesis to Genocide", aber auch weitere Tracks wie "Australian and Anti-Christ" wussten zu überzeugen. Ein ordentlicher Auftakt für einen weiteren Tag Metal-Vollbedienung! (Joe)

 

BRAINSTORM (linke Mainstage; 12.00 - 12.15 Uhr)

 

Naja, zu BRAINSTORM kann ich auch nicht allzu viel sagen, da ich die Band vor vier Wochen in Balingen schon gesehen hatte und ich keine großen Unterschiede feststellen konnte. Die Jungs sind live einfach eine Bank, mit Songs wie "Holy War", "Tear down the Walls" oder "Liar’s Edge" allerdings auch kein Wunder. BRAINSTORM sind einfach eine Combo, die auch zur Mittagszeit gut rüber kommt und einen gleich richtig auf den Tag einstimmt. Außerdem kann man sie sich beliebig oft ansehen und es wird trotzdem nie langweilig. Die zahlreich anwesenden Power Metal-Freaks schienen das ebenso zu sehen und feierten die Band entsprechend ab. Daumen hoch! (Joe)

 

VINTERSORG (Party-Stage; 12.30 - 13.15 Uhr)

 

Jahrelang haben sie sich im totalen Underground versteckt, und nun 2001 kommen sie zunächst auf Tour, spielen das Wacken und wollen doch tatsächlich im Herbst erneut wieder auf Tour gehen. Und ich muß sagen, kaum einer anderen Band gönne ich diesen durchstartmäßigen Erfolg so sehr, wie dem ursprünglichen Ein-Mann-Projekt VINTERSORG. Sichtlich beeindruckt zeigte sich dann auch Maestro Vintersorg himself von dem zahlreichen Following, das er mittlerweile hat, und das ihn und seine Band nach allen Regeln der Kunst abfeierte. Mit ihrem vorzüglichen Nordic-Folk-Black-Mix war es ihnen dann auch ein leichtes, diese Euphorie des Publikums zu rechtfertigen. Songs aller Phasen, wie die neueren "Astral And Arcane", "Algol", das brillante "Rainbow Demon" oder "Öm Regnbägen Materialiserades", sowie ältere Kracher der Marke "Ödemarkens Son", "Norrland" (von der kultigen Debüt-EP) und der Bandhit "Till Fjells" sind zeitlose Klassiker und werden hoffentlich bald einem noch breiteren Publikum zugänglich, denn gerade auch der herausragende Gesang (bald auf der neuen BORKNAGAR zu hören) verdient dies auf jeden Fall. Genial! (Hage)

 

DARK TRANQUILLITY (rechte Mainstage; 13.00 - 13.45 Uhr)

 

Daß die Jungs um Mr.Sundin und Mr.Stanne schon seit löngerem zu einer absolut mitreißenden Livecombo mutiert sind ist ja spätestens seit dem Wacken-Auftritt 1999 kein Geheimnis mehr. Doch daß die schwedischen Melodic-Death-Originale auch auf der übermächtigen Mega-Stage agierten, als ob sie nie was anderes gemacht hätten, war schon erstaunlich. Mikael Stanne, der noch immer wie eine agilere Variante des jüngeren Nick Holmes (PARADISE LOST) aussieht, bewegt sich derart sicher über die Bretter, kommuniziert perfekt mit den Fans und peitscht diese immer wieder noch weiter voran. So kamen sowohl die Songs der beiden vorzüglichen neueren Werke 'Haven' und 'Projector', wie "The Wonders At Your Feet", "ThereIn", "Feast Of Burden" und "Haven", als auch ältere Kracher vom Schlage "Hedon" (von ‘The Mind´s I‘), "Punish My Heaven" (von ‘The Gallery‘) oder "Zodijackyl Light" (von der ‘Enter Suicidal Angels‘-EP), bestens rüber und die riesige Menschenmasse brodelte so richtig. Ein beeindruckender, unterhaltsamer und sehr kurzweiliger Gig. Stark! (Hage)

 

METALIUM (linke Mainstage; 14.00 - 14.45 Uhr)

 

Als METALIUM die Bühne enterten nutzten scheinbar viele Festivalbesucher lieber die Zeit mit der Suche nach Ess- und Trinkbarem, denn leider waren schätzungsweise nicht mehr wie 1000 Leutle vor der Mainstage. Schade, für die Abwesenden, denn sie verpaßten den sehr gelungenen Auftritt der großen einheimischen Formation um Ausnahmeshouter Henning Basse und Saiten-Gott Jack Frost. Mit ihren sehr eingängigen Kompositionen haben sie es unverständlicherweise noch nicht ganz hoch in die Charts geschafft, aber live sind METALIUM unbestritten eine Macht. Mit Songmaterial aus ihren ersten zwei Alben "Millenium Metal – Chapter One" und "State Of Triumph – Chapter Two" haben sie es dann doch geschafft, die noch verbliebene Langhaar-Fraktion zu einem bangenden Pit zu vereinen. Besonders gut gefallen hat mir METALIUMs Metal-Hymne "Free Forever" und der neuere Prog-Killer "Prophecy". Zudem belohnten sie ihre Fanschar noch mit einer Powermetal-Version von DEEP PURPLE’s "Smoke On The Water". Superklasse! (Tom)

 

RAGE (rechte Mainstage; 17.00 - 17.45 Uhr)

 

Eines meiner Festival-Highlights waren RAGE, haben sie sich doch schon 1997 auf dem Dynamo Open Air mit ihrem hervorragend umgesetzten ’Lingua Mortis’ Projekt in meine Alltime-Live-Faves gespielt. Nach der nicht so glanzvollen Präsentation in Balingen 2000 war ich sehr gespannt, wie sich die gerade neuformierte Truppe um Peavy Wagner auf dem Wacken schlagen würden. Bereits bei "Paint The Devil On The Wall" und "The Mirror In Your Eyes", beides Songs von der neuen Scheibe "Welcome To The Other Side", verwandelten sie den ca. 10000 Leutchen zählenden Haufen Fans in einen "trauma"-tisierten Wacken-pit! Mit ihrer kraftvollen und doch spielerischen Leichtigkeit inszenierten sie ein Feuerwerk gerade auch älterer Hits, so zum Beispiel das mystische "Sent By The Devil" vom ’95er Album "Black In Mind" und "Don’t Fear The Winter" vom ’88er Silberling "Perfect Man". Wer bis dahin Zweifel gehegt haben sollte, daß RAGE nach der völlig neuen Besetzung mit Victor Smolski (guitar) und Mike Terrana (drums) nicht mehr den typischen Sound und Spirit erreichen könnten, wurde gerade bei "Back In Time" vom ’99er Album "Ghosts" oder dem "XIII"-Kracher "From The Cradle To The Grave" eines besseren belehrt. Soundtechnisch war das Konzert sehr gelungen, was ja leider nicht selbstverständlich war in diesem Jahr. RAGE sind wieder in Bestform! (Tom)

 

ANNIHILATOR (Party-Stage; 17.15 - 18.00 Uhr)

 

Mit das geilste Konzert lieferten ohne Wenn und Aber die Mannen um Maniac Jeff Waters ab. ANNIHILATOR waren live einfach Killer, obwohl ich die ersten Songs des Sets leider verpasste. Aber was danach kam, war genial genug: "Welcome to your Death" vom Debüt, "Refresh the Demon", "Never Neverland", "Phantasmagoria" oder "King of the Kill". Dazu gesellten sich dann einige Tracks vom neuen (etwas schwächeren) Album, wie z. B. "Time Bomb" oder das AC/DC-lastige "Shallow Grave", das im Vergleich zur CD live sogar einigermaßen cool klang. OK, mehr Songs vom Debüt oder vom ebenfalls absolut genialen "Criteria for a Black Widow"-Album wären mir auch lieber gewesen, aber ANNIHILATOR’s Show hatte einfach einen enormen Unterhaltungswert. Jeff Waters war permanent in Bewegung, raste über die Bühne (für Fotografen ein Alptraum!), zog ständig irgendwelche Grimassen und spielte nebenbei seine irrwitzigen Riffs und Soli. Der Rest seiner Mannschaft stand ihm in nichts nach, es wurde gebangt und gerannt. Sänger Joe Comeau wusste mit der riesigen Menge umzugehen und animierte die Fans immer wieder zum Mitmachen. Ein saugeiler Gig, bei dem der einzige Wermutstropfen darin lag, dass er nach 45 Minuten leider schon zu Ende war. Bitte mehr davon! (Joe)

 

NAGLFAR (Wet-Stage; 18.45 - 19.30 Uhr)

 

Die guten Schweden-Blackies waren eine der Bands, die unter dem dämlichen CREMATORY-Hickhack zu leiden hatten, und ihren perfekten Platz auf der Party-Stage gegen das undankbare Wet-Stage-Zelt eintauschen mußten. Ganz davon zu schweigen, daß etliche NAGLFAR-Fans durch die Umlegung ihre Faves verpassten, da ja lediglich von den Hauptbühnen Infos an die Fans weitergegeben wurden, aber nicht auf dem Campingplatz! Nun ja, das Zelt füllte sich dann dennoch recht schnell, und trotz des fürchterlichen Soundmatsches wurden Songs, wie "Blades", "Emerging From Her Weepings", das neue "Wrath Of The Fallen" oder der Killersong "12th Rising" mächtig abgefeiert, und mit der Zeit wurde dann auch der Sound etwas erträglicher. Ganz im Gegensatz zu den Temperaturen und der Luft in dem unverständlicherweise nur am Eingang geöffneten Zelt, was mich dazu veranlaßte den Ort des Geschehens doch recht bald wieder zu verlassen. Schade, denn der Auftritt war eigentlich sehr gut und sehr energiegeladen, doch bei subtropischer Temperatur und Luftfeuchtigkeit macht das einfach keinen besonderen Spaß. (Hage)

 

TANKARD (Party-Stage; 18.45 - 19.30 Uhr)

 

Schon gut angeheitert betraten die vier Hessen die Party-Stage (da gehören sie auch wirklich hin!), allen voran Kult-Sänger Gerre mit seinem Astral-Körper (was sind schon 120 Kilo...). Manager & Rock Hard-Schreiberling Buffo machte es sich am Rand der Bühne gemütlich und schaute sich das ganze sozusagen hautnah an. Der Einstieg ist den Jungs mit "Alien" von der gleichnamigen Debut-MLP auch wirklich gelungen. Der nächste Track war ebenfalls vom gleichen Kult-Kaliber – "Zombie Attack". Oh Mann, wie genial! Ich hatte diese Band bisher noch nie live gesehen, dabei gehörten TANKARD zu einer der ersten Thrash-Bands, die ich gekannt und natürlich auch sehr gerne gehört habe. Die Leute nahmen das ganze natürlich auch gut auf und gingen mit. Das geilste an den Songs ist der große "Mitgröhl-Faktor". Live kommt so was natürlich noch wesentlich besser rüber als auf Platte. Mit "Chemical Invasion", "Maniac Forces", "Alcohol", "The Morning after" und "Space Beer" wurden auch wirklich alle Hits zum Besten gegeben. Frontschwein Gerre unterhielt das Publikum mit seinen Gesten und warf ca. alle fünf Minuten eine Dose Bier ins Publikum. Das so etwas gut ankommt, gerade in Wacken, versteht sich ja von selbst. Bei "Freibier" grölte dann auch wirklich fast jeder mit und die Party-Stage kochte richtig. Auch Tracks vom letzten Album "Kings of Beer" (welch treffender Titel!) wurden gespielt, welche mir und auch den anderen Leuten zu gefallen wussten. Die Setlist neigte sich langsam dem Ende zu, aber ein Song fehlte natürlich noch: "Empty Tankard"! Schon während den Pausen zwischen den Songs wurde der ultimative TANKARD-Klassiker lautstark gefordert. Und natürlich kam er dann zu guter letzt und alle waren zufrieden. Ein sehr geiler Gig, welcher vor allem durch den großen Spaß-Faktor begeistern konnte. (Oliver Grob)

 

CULPRIT (Party-Stage; 21.15 - 22.00 Uhr)

 

Und noch eine Live-Reunion auf dem Wacken, die man eigentlich kaum mehr für möglich gehalten hätte. Die US-Metal-Legende CULPRIT gab sich die Ehre, die Anfang der Achtziger mit ihrem einzigen Album "Guilty as charged" ziemlich viel Staub bei Szeneanhängern aufwirbeln konnte. Und obwohl ich die Band auf CD zwar geil, aber nicht unbedingt weltbewegend finde, muss ich zugeben, dass sie einen absolut coolen Auftritt hinlegten. Wer indes noch von der Original-Besetzung dabei ist, kann ich leider nicht sagen, aber Fakt ist, dass die Jungs ihre uralten Songs in zeitgemäßer Form und mit ordentlich Druck rüberbringen konnten. Der Sound war bärenstark und hob jedes Instrument deutlich hervor, was den Songs wie "Players", "Same to you" oder "Guilty as charged" natürlich hörbar zugute kam. CULPRIT waren ständig in Bewegung, auch wenn sie ganz sicher etwas enttäuscht waren, dass sich recht wenige Fans vor die Party-Stage verirrt hatten, obwohl ihr Gig schon gegen 21.15 Uhr begann. Aber was soll’s, schließlich dürfte kaum jemand (außer einigen Insidern) mit der Band vertraut sein. Die Anwesenden waren jedenfalls sichtlich begeistert von ihren alten Helden und entließen die Band nach 45 Minuten nur ungern von der Bühne. (Joe)

 

NIGHTWISH (rechte Mainstage; 21.30 - 22.30 Uhr)

 

Wieder mal der reinste Genuss war der Auftritt von NIGHTWISH. Sängerin Tarja wird von mal zu mal hübscher und verzauberte die Leute im Publikum massenweise. Mir scheint es, dass sie deutlich lockerer und entspannter auf der Bühne agiert, als noch letztes Jahr. Aber auch die Performance der rstlichen Musiker war wesentlich besser geworden. Der fette Sound wummerte wie eine Wand aus den Boxen und verlieh dabei Songs wie "She is my Sin", "10th Man down", "Elvenpath", "Over the Hills and far away" (auch live kommt die Version sehr gut rüber), "Come cover me" (der Song is einfach nur geil!) oder "Wishmaster" einen besonderen Anstrich. Zwar gab es hier und da leicht Soundprobleme – beim Keyboard gingen stellenwise die Klaviersounds ein wenig unter – doch konnte dies nicht von der sagenhaften Show von NIGHTWISH ablenken. Eines ist auf alle Fälle sicher: NIGHTWISH kann man sich immer wieder ansehen, nicht nur wegen Tarja allein (aber auch...), sondern auch wegen der unbeschreiblichen Atmosphäre, die während ihren Auftritten ausgestrahlt wird. Ich hoffe, die 5 spielen nächstes Jahr wieder auf dem Wacken. (Sascha)

 

OPETH (Party-Stage; 22.30 - 23.15 Uhr)

 

Der Auftritt der 70s-Prog-Death-Götter um Mikael Akerfeld wurde durch zwei äußerst widrige Umstände getrübt. Zunächst kamen wir aus dem Backstagebereich nicht raus, da ein total bescheuerter norwegischer Band-Van meinte, er müsse durch den Backstageeingang aufs Festivalgelände fahren. Dabei blieb er natürlich stecken, setzte zurück, übersah ein dahinter durchfahrendes Gefährt und quetschte dadurch eine arme Besucherin zwischen beiden Fahrzeugen derart stark ein, daß bis die Sanitäter kamen, keiner mehr aufs Gelände durfte. Als wir dann mit 10-minütiger Verspätung vor der Party-Stage ankamen, mußten wir zu unserem weiteren Ärger feststellen, daß man selbst während der OPETH-Songs noch jeden einzelnen Ton von den auf der Black-Stage zockenden HAMMERFALL vernehmen konnte, und dadurch weder die einzelnen Tracks der Schweden noch die Ansagen auseinanderzuhalten waren.Fakt war aber dennoch, daß die Mannen einen erstklassigen Set hinlegten, der zwar ein deutliches Übergewicht auf die extremen Songs legte, aber von der perfekten technischen Seite, den Emotionen zwischen Band und Publikum und der einzigartigen Ausstrahlung von Herrn Akerfeld zehrte und somit dennoch mit zum Besten zu zählen war, was Wacken 2001 zu bieten hatte. Ich hoffe nur, daß die Veranstalter sich wegen der widrigen Bühnenanordnung etwas einfallen lassen, und daß OPETH möglichst bald endlich mal wieder auf Clubtour kommen, um ihrer Einzigartigkeit vollends gerecht werden zu können! (Hage)

 

DEATH SS (Party-Stage; 23.45 - 0.30 Uhr)

 

Für mich der Höhepunkt schlechthin waren die Italiener DEATH SS, die ja seit dem Wacken ’99 angekündigt waren und es erst dieses Jahr auch wirklich schafften, anzutreten. Nach einem Intro mit diversen Crowley-Zitaten bestiegen die fünf Freaks die Bühne und präsentierten im Hintergrund gleich ein halbnacktes, an ein Kreuz gebundenes Mädel, was die Marschrichtung für die kommenden 45 Minuten schon vorgab. Steve Sylvester und seine Mannen waren in absolut schräge Science-Fiction-Horror-Klamotten gekleidet und brachten neben einigen Pyro-Effekten auch jede Menge Showelemente in den Gig ein, z. B. ein Chick mit Peitsche, mit dem sich Steve vergnügte, oder eine als Nonne verkleidete Dame, die von der Bühne geschleift wurde. Dazu flimmerte im Hintergrund über die komplette Spielzeit ein Filmchen mit allerlei magischen, psychedelischen oder erotischen Motiven, was zusätzlich für Kurzweile sorgte. Daneben ließ natürlich auch die musikalische Seite keine Wünsche offen, denn neben meinen Fave-Songs "Terror" (vom "In Death of Steve Sylvester"-Album) und ihrem heimlichen Hit "Scarlet Woman" überzeugten auch Tracks wie "Cursed Mama" (von "Black Mass"), "Vampire" oder "Baron Samedi". Selten habe ich ein Konzert erlebt, dass so überaus unterhaltsam und kurzweilig, gleichzeitig aber auch musikalisch so interessant war wie der Auftritt von DEATH SS. Und so war ich auch mehr als erstaunt, als die 45 Minuten wie im Flug vergingen. Die Band ließ es sich dann nach dem letzten Song natürlich nicht nehmen, die Instrumente auf der Bühne zu zerdeppern (sogar der Keyboard zerlegte stilvoll sein Keyboard!). Zurück blieben die Fans, die anscheinend nicht recht wussten, ob dieser Gig jetzt genial oder scheiße war. Ich tendiere ohne jeden Zweifel zu ersterem und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen! (Joe)

 

DIE APOKALYPTISCHEN REITER (Party-Stage; 1.00 - 1.45 Uhr)

 

Zu einem erneut ganz besonderen Schmankerl entwickelte sich der Auftritt der REITER, die in ihrer Bereich einfach einzigartig sind. Bei eh nur 45 Minuten Spielzeit ein zehnminütiges Intro laufen zu lassen, um dann durch eine auf der Bühne platzierte Standuhr(!!!) auf die Bretter zu kommen, ist schon sehr strange und cool. Der folgende Stilmix aus Heavy-, Black-, Death/Grind-, Folk- und Thrash-Metal war ebenso wie auf Platte absolut originell, erfrischend und unglaublich unterhaltsam. Eumel schrie, sang und grunzte was das Zeug hielt und Pest an den Keyboards war versteinert wie eh und je! Daß sich in die Songlist, die mit "Licked By The Tongue Of Pride", "Instinct", "Unter Der Asche" und "Erhelle Meine Seele" ohnehin schon vorzüglich bestückt war, auch noch zwei unglaubliche Hymnen gemischt hatten, machte den Auftritt endgültig zu einem Triumphzug. "Reitermania" und "Metal Will Never Die" wurden von den Fans frenetisch mitgeschmettert und bildeten den glorreichen Höhepunkt einer durch und durch großen Show! (Hage)

 

SODOM (linke Mainstage; 1.45 - 3.00 Uhr)

 

Daß Auftritte der Ruhrpott-Thrasher um den Angelripper immer eine kurzweilige, kultige und äußerst unterhaltsame Angelegenheit sind, ist ja schon hinlänglich bekannt. Doch wie tight Bernemann, Bobby und der gute Tom himself (sah von weitem in seinem grünen BW-Shirt doch tatsächlich einem gewissen Mr.Steele verteufelt ähnlich!) hier den Abschluß dieses erneut coolen Events bestritten, erstaunte mich dann schon ein wenig. Da hat sich wohl endgültig ein perfektes Team gefunden! So bretterten die Burschen bei zugegebenermaßen anfangs sehr mäßigem Sound einen Kracher nach dem anderen herunter, und zelebrierten ihren 20.Geburtstag so lediglich durch eine vorzügliche Setlist, und ohne unnötige Effekte oder sonstigen Schnickschnack. "Code Red", "Remember The Fallen", "Sodomy And Lust", "Wachturm", "The Saw Is The Law", "Agent Orange", "Ausgebombt", "Blasphemer"(mit Urgitarrero Graveviolator!!!), "Outbreak Of Evil", "Aber Bitte Mit Sahne", "Die Stumme Ursel" wurden u.a. zum besten gegeben – ihr seht, nur vom Feinsten! Mit dem köstlich SODOM-like kultig betitelten "Napalm In The Morning" kam zudem ein vielversprechender neuer Song zum Zuge. Und als beim Zugabenblock mit "Stahlinorgel" und "Bombenhagel" auch die beiden letzten fehlenden Gnadenhämmer ausgepackt wurden, war klar, daß mit SODOM in dieser Form noch lange zu rechnen sein dürfte! (Hage)

SETLIST SODOM:

 

* Code Red

* Remember the Fallen

* Sodomy and Lust

* Wachturm

* The Saw is the Law

* Agent Orange

* Ausgebombt

* Napalm in the Morning

* Die Stumme Ursel

* Shoot 'em down

* Aber bitte mit Sahne

* Blasphemer

* Outbreak of Evil

 

Zugaben:

 

* Stalinorgel

* Bombenhagel

 

 

 

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