UP FROM THE GROUND - OPEN AIR 2007


 

Die Organisatoren des Up From The Ground Open Airs schienen mit dem Wettergott nicht im Clinch zu stehen und konnten an beiden Tagen Sonne satt verzeichnen. Eine Ausnahme im Festivalsommer 2007. Preislich war bei dem wie immer gemütlichen Gelage alles beim Alten geblieben. Daumen hoch! Als Neuerung wurde vor dem Eingang aufs Gelände ein hoch frequentiertes Partyzelt plaziert, das die Besucher morgens mit gutem Frühstück und nachts mit guter Musik aus der Konserve versorgte. Zweiter Daumen hoch! Das Billing fiel zwar einen Tick schwächer aus als die letzten Jahre, was dennoch zwei urgemütlichen Tagen im Fränkischen keinen Abbruch tat und dem UFTG einen neuen Besucherrekord bescherte. Und jetzt zu den Hauptdarstellern. (David)

 

 

FREITAG, 24.08.2007

 

Genau wie davor die Neo-Thrasher EAR-SHOT hatte auch das schwäbische Death Metal-Urgestein APOPHIS eine recht gemeine Startposition. Bereits kurz nach Mittag musste der Fünfer auf die Bühne, dennoch hatte sich dort schon eine ansehnliche Menge versammelt um sich eine Portion old-schooliges Todesblei abzuholen. Lediglich die unbarmherzig brennende Sonne verhinderte wohl, dass noch mehr Leute vor die Bühne kamen denn Apophis lieferten einen überaus überzeugenden Gig:

Die Band wirkte sehr spielfreudig und gab von Anfang an Vollgas, auch der Sound wurde der Sache gerecht und so brachten Songs wie „Sick At Heart“ doch einige Nacken zum Knacken. (Bommi)

 

Die Ostdeutschen Rumpel-Death-Thrasher DISASTER KFW boten danach eine ganz okaye, aber musikalisch dieses Mal etwas mauere Vorstellung, womit sie nur recht spärlich Fans aus dem Schatten in die pralle Gluthitze vor der Bühne bewegen konnten. (Hage)

 

     

 

Danach durften DEMONICAL ihren boshaften Death Metal zum Besten geben. Die Jungs wußten durchaus zu überzeugen, auch wenn die satanische Komponente auf dem Album besser zum Tragen kommt, als bei gefühlten 40 Grad in der Sonne. Die leicht psychotische Performance des Sängers sorgte für Kurzweil. (Andreas)

 

     
     

 

An Schwedens DEMONICAL, bekannterweise Ex-CENTINEX und einer der heißesten Death Metal Kommandos des Nordens dieser Tage, waren dank ihres vorzüglichen „Servants Of The Unlight“-Hammeralbums entsprechend hohe Erwartungen gerichtet, denen die Szeneurgesteine leider nicht ganz gerecht werden konnten. Zum einen war der Sound nicht ganz optimal respektive viel zu matschig. Ich kann zwar nicht den Behauptungen anderer beipflichten, dass man von den Gitarren überhaupt nichts gehört hätte, aber optimal war die Soundkulisse keinesfalls. Zum anderen kam Luddes Gesang im Vergleich zum Longplayer eher schwächlich aus den Boxen. Davon abgesehen fand ich die Show sehr cool, die straighte Mischung aus schnellem Geknüppel und weniger flotten, walzenden Parts kam durchweg gut und dank einer gehörigen Portion Spielfreude, wussten die Schweden letzten Endes absolut zu überzeugen. (Lobi)

 

Bei JUSTICE wurde es im Anschluß zum ersten Mal richtig voll vor der Bühne. Die Eigenproduktionen wurden zwar gewohnt ordentlich dargeboten, konnten aber in punkto gute Laune keinesfalls mit dem noch vor Wochenfrist auf dem Summer Breeze dargebotenen Coverset mithalten. (David)

 

EVOCATION präsentierten sich großartig! Auch wenn die Männer nicht nach Death Metal aussehen, spielen sie den Stockholm-Stil absolut authentisch und haben eben auch die Songs, mit welchen sie nahezu die komplette Konkurrenz in den Sack stecken. Das Publikum sah es ähnlich und spendierte dem Quintett aus Boras ordentlich Beifall. (Andreas)

 

     
     

 

Ebenso sehr wie DEMONICAL wurden deren Labelgenossen EVOCATION, Newcomer nach 15 Jahren Schneewittchenschlaf, von mir herbeigesehnt. Mittlerweile war es schlicht sauheiß vor der Bühne, was wohl auch einige Anwesende dazu veranlasste, lieber im Schatten am Fluß zu verweilen. Selbst schuld, sag ich da nur! Denn EVOCATION waren, nach einer kurzen Aufwärmphase, schlicht der Hammer - das hätte ich nicht erwartet. Die pure Spielfreude traf hier auf geilste Old School Death Metal Göttergaben wie „The Dead“, „Greed“ oder „Chronic Hell“ und sogar das von mir auf CD gern übersprungene „Feed The Fire“knallte mächtigst, kurz: EVOCATION herrschten! Trotz extremer Hitze, die man den sympathischen Schweden auch anmerkte. Trotz wieder mal etwas matschigem Sound. Selbst ENTOMBED hätten da fast nicht mehr mithalten können. (Lobi)

 

     
     

 

SCAR SYMMETRY ging uns dann tatsächlich ALLEN durch die Lappen, aber anscheinend gab´s wie gewohnt okayen Schweden-Melodic-Tod mit SOILWORK-Clean-Chorus-Schlagseite, was live zwar ordentlich, aber nicht wirklich allzu prickelnd rüberkommt. (Hage)

 

EQUILIBRIUM sind ungefähr so „pagan“ wie die G-Unit auf Crack! War das erste Demo der Band durchaus ein überzeugendes Lebenszeichen in der deutschen Viking Metal-Landschaft so wurde das Debut „Turis Fratyr“ dann produktionsmäßig total verunstaltet. Und das mit dem verunstalten hat die Band auch live beeindruckend drauf. Allen voran Sauf... äh Sänger Helge der – und diese Vermutung teilten viele – wirkte als sei er voll wie eine russische Panzerhaubitze kurz vor Gefechtsbeginn. Erstens hampelte der Blondschopf total unkoordiniert auf der Bühne rum und zweitens verstand man von den Texten so gut wie nix. Die Band zog hier ohne mit der Wimper zu zucken mit, einige überaus peinliche Spielfehler setzten dem miserablen Sound noch die Krone auf. Die Keyboards kamen vom Band und klangen, als hätte man sie mit einem alten Casio-Taschenrechner eingespielt. Wie arm! Sicher, vor der Bühne war jede Menge los und die Band hat ja auch einen klingenden Namen – allerdings suche ich bis heute noch nach einem Grund dafür. Auch ausstrahlungsmäßig kommt hier nichts rüber! Zitat meines Kumpels: „Die Bassistin könnte man auch gefahrlos in jeder Techno-Disco aussetzen!“. Dem ist nichts hinzuzufügen.... wer bitte braucht Equilibrium?! (Bommi)

 

So ebbte zwar bei SCAR SYMMETRY und EQUILIBRIUM die Stimmung keineswegs ab, die Klasse von EVOCATION sollte aber erst wieder bei nun aufspielenden SABBAT erreicht werden.

Sie kamen, sahen und siegten. Mit neuem Basser im Gepäck, toppten sie den ohnehin schon guten Auftritt beim KIT um ein Vielfaches und waren meine persönlichen Favoriten des Festivals. Mit einem sehr guten Sound gesegnet trieben die Engländer ihre Fans mit Songs wie ‚A Cautionary Tale’, ‚Behind The Crooked Cross’ oder ‚Do Dark Horses Dream Of Nightmares?’ in die Ekstase. Gigantisch! (Andreas)

 

     
     

 

Da waren sie also, die Gewinner des Nuclear Blast Bandcontests: die jungen Schweden von SONIC SYNDICATE. Nunja und es war durchaus brauchbar was die Jungs und das (übrigens überaus appetitliche) Mädel am Bass da ablieferten. Irgendwo zwischen KILLSWITSCH ENGAGE, neueren IN FLAMES und einer (leider viel zu dominanten) Emo-Schlagseite wurde hier gehüpf-mosht was das Zeug hielt. Dieser Ikea-Metal fand beim Publikum reichlich Anklang.

Der Sound war ebenfalls ok aber ich möchte wetten, dass die Vocals teilweise vom Band kamen was dem ganzen doch einen ziemlich bitteren Nachgeschmack bescherte. Außerdem: Der Band-Friseur gehört standrechtlich erschossen, diese Mischung aus „Dragonball Z“ und einer wildgewordenen Staubwedel auf Amphetaminen, die die Jungs da auch ihren Häuptern balancierten war die optische Lachnummer des Festivals.

Aber alles in allem: Guter Gig! Dennoch frage ich mich, was an dieser Band so überragend sein soll. (Bommi)

 

SONIC SYNDICATE - meiner Meinung nach, eine Band, die keine Sau braucht. Die meisten hüpfenden Anwesenden waren da wohl anderer Meinung. Und eigentlich wollte ich diese Newcomer sowieso nicht sehen oder besprechen oder überhaupt jemals wieder hören, aber einer muss es ja machen und da ich nach den gottesgenialen SABBAT noch mit ein paar Kollegen auf dem Gelände war, wurde ich nun mal Zeuge dieses Dramas äh Marketingmissgeschicks äh ja… egal. Zugegebenermaßen gekonnt einstudiert bewegten sich die Kinder auf der Bühne, der Zuspruch des Publikums war wundersamerweise enorm und wir standen nur ratlos da und schüttelten die Köpfe. Braucht die Welt wirklich eine weitere SOILWORK-meets-IN-FLAMES-meets-eine-weiter-Überflüssigkeit-Band? Scheinbar ja, ich aber nicht. (Lobi)

 

     
     

 

Maschinengewehrdrums. Räudige Vocals. MORBID ANGEL Huldigungen, DEICIDE Verneigungen, SLAYER Soli. KRISIUN eben. Kennste eine Song, kennste alle - dementsprechend verhält es sich auch mit KRISIUN Shows. Ultratight, ultraschnell und ebenso schnell langweilend, charmebefreit, perfekt und absolut ohne Atmosphäre. Business as usual. Und damit ist eigentlich schon alles gesagt. (Lobi)

 

Ähnliches wie für KRISIUN gilt auch fraglos für die eierlosen Nutten von Dänemark aus ILLDISPOSED, was hier allerdings keineswegs am Songmaterial, neu wie alt, liegt, sondern daran, dass die anfangs zwar dämliche, aber durchaus amüsante Masche der Death Metal Urgesteine mittlerweile und bei der gefühlt 80sten Show die letzten Jahre einfach ausgelutscht ist. Anno 2003 auf dem UFTG war das noch cool, heute eben nicht mehr. Basta.

Über die Setlist und deren margiale Veränderungen die letzten Jahre lässt sich ebenfalls streiten, dennoch knallen „Dark“ und „Near The Gates“ und auch einige der geschätzten älteren Stücke nach wie vor gut, ganz egal wie besoffen ILLDISPOSED nun sind und wie viel Dreck Bo zwischen den Songs von sich gibt. Vom Hocker hauen mich die Herren aber nicht mehr. (Lobi)

 

Das war vielleicht eine Vorstellung! Da wird vor dem ARCH ENEMY-Gig eine halbe Ewigkeit am Sound rumgeschraubt und was dann aus den Boxen kam war nur Schrott! Bassdrum und Bass – mehr war da nicht. Irgendwo im Niemandsland waren noch die kehligen Schreie von Angela Gossow zu erahnen und Gitarren? Ja, gesehen aber nicht gehört! So etwas nett man wohl eine soundtechnische Totalkatastrophe. Allerdings muss man der Fairness halber zugeben, dass der Sound an der Pissrinne und hinter der Bühne durchaus annehmbar war... aber das kann ja wohl kaum Sinn der Sache sein! (Bommi)

 

   

 

 

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