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SOUTHSIDE OPEN AIR - Festival 2003, Neuhausen ob Eck b. Tuttlingen |
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20.06. - 22.06.2003
Bereits in den vergangenen zwei Jahren wollte ich eigentlich unbedingt minimum für einen Tag dem Southside Festival im tiefsten Schwarzwald beiwohnen, weil immerhin vor zwei Jahren die NINE INCH NAILS und im letzten Jahr TOOL im Billing vertreten waren. Leider kam jedes Mal was dazwischen, weshalb ich leider beide Bands immer noch nicht gesehen habe. Aber egal.
In
diesem Jahr wollte ich mir allerdings aber auf keinen Fall was dazwischen kommen
lassen, da erneut wahrlich coole Acts vertreten waren, die man natürlich auf den
Metal-Festivals NIE zu sehen bekommen würde, weil ganz einfach auf dem
Southside nur ganz wenige dafür
kompatible Bands am Start sind. In diesem Jahr sollten es daher lediglich
APOCALYPTICA, TURBONEGRO, THE HELLACOPTERS, THE DATSUNS, NOFX, MILLENCOLIN,
GUANO APES und FU MANCHU sein, die härter aufspielen und die man eigentlich als
Metaller höchstens per Zufall beim DYNAMO (hoffentlich 2004 wieder am Start)
oder beim WITH FULL FORCE finden könnte. Ansonsten könnte man vom alternativen
Querschnitt der Charts sprechen, was eben größtenteils
Rockpalast/Rock-Am-Ring-Bands
und selbst für dort außergewöhnliche Acts beinhaltet. Die bekanntesten davon
waren auf jeden Fall RADIOHEAD, COLDPLAY, MASSIVE ATTACK, MOLOKO, SEEED,
UNDERWORLD und die GUANO APES.
Aber genug um den heißen Brei herumgelabert, kommen wir doch auch schon direkt zum Rückblick auf dieses durch und durch relaxte, mit reichlich schönen Mädels versehene Event, bei dem Knips-Maniac Lars und ich mit Sicherheit auch im kommenden Jahr wieder anwesend sein werden...
Freitag, 20.06.2003
SLUT
Während
wir gerade erst angekommen waren und uns zu allererst mal zu orientieren
versuchten, dümpelten auf der riesigen Mainstage die Klänge der
Mainstream-Rocker COUNTING CROWS vor sich hin. Wir zogen es allerdings vor, uns
als erste Band (insgesamt war´s die 6.Band die am Eröffnungstag aufspielte) die
deutsche Melancholic-Emo-Rock-Hoffnung SLUT anzuschauen, deren
bekanntester Song wohl die saugeile Ballade aus dem guten
Erwachsen-werd-Streifen "Crazy" sein dürfte. Leider schaffte es die Stagecrew
der feinen Zeltbühne an keinem der drei Tage, rechtzeitig mit dem Umbau fertig
zu werden, weshalb dann SLUT auch erst mit reichlich Verspätung an den
Start kamen, was bedeutete, daß wir nur zwei Tracks anschauten (diese waren
allerdings sehr geil und rockten gut, mit leichtem Depri-THE NOTWIST/MOURNFUL-Touch
ab) um uns UNDERWORLD auf der Mainstage nicht entgehen zu lassen.
UNDERWORLD
Das
britische Techno/Hardtrance-Duo, das wohl mit Sicherheit hinter PRODIGY zu den
führenden Acts der Szene gehört fuhr dann soundtechnisch die absolute
Gourmetschiene, da ihre mitreißenden und harten Beats und Loops einfach tierisch
in die Beine gehen - und dies nicht nur beim, durch den "Trainspotting"-Soundtrack
zum Superhit mutierten 'Born Slippy' (remember die Szene, als der
Hauptdarsteller auf Turkey kommt und das Baby an der Decke kriechen sieht!!!),
sondern bei ALLEN Songs. Gegen später im Set konnten UNDERWORLD aufgrund
der einbrechenden Nacht auch noch einige Akzente mit Licht- und Laser-Effekten
setzen. Leider fehlte zur totalen Begeisterung aber die Kommunikation zum
Publikum und irgendwie ist´s halt doch sehr mager, wenn da auf der Mega-Bühne
nur zwei Hansele stehen und einfach nix großartig passiert. Ansonsten cool!
MOLOKO
Die
von mir am meisten ersehnte Freitags-Band war eindeutig die
Britisch-Irische-Dance-Institution MOLOKO, von der ich schon seit Jahren
begeistert bin und die mich mit ihrem aktuellen
Meilenstein 'Statues' noch viel
mehr in ihren Bann gezogen hat! So war ich auch nicht weiter überrascht, daß
noch andere sich für Roisin Murphy & Co. im Zelt interessierten, was dazu
führte, daß ich von den ersten drei Songs nur den Sound, aber keine Optik
mitbekam. Nachdem man sich allerdings einen gescheiten Platz angeeignet hatte,
konnte man
feststellen, daß Madame Murphy nicht nur erneut sehr eigen gekleidet war,
sondern, daß man es bei MOLOKO wirklich mit einer echten Band zu tun hat,
da ALLES bis auf ein par Samples und FX live gespielt wurde von einer verdammt
agilen Band, die stets versuchte, mit den coolen Interaktionen der Frontdame
mitzuhalten. Man wurde förmlich von MOLOKO in einen Sog gezogen, der
dafür sorgte, daß wirklich ALLE im Zelt am Tanzen und Bewegen waren und förmlich
in Trance geschossen wurden von den mitreißenden, brillanten und ultragroovigen
Chill-Trip-
Funk-Dance-Nummern (irgendwo zwischen BJÖRK, OLIVE, JAMIROQUAI, SADE
ALISON MOYET, SOPHIE ELIS BAXTOR und EVERYTHING BUT THE GIRL) wie 'Fun For Me',
'Forever More' (die grandiose neue Single), 'Familiar Feelings', 'Cannot Contain
This', 'Over And Over' oder 'The Time Is Now'. Den krönenden Abschluß der trotz
der 60 Minuten viel zu kurzen Show bildete eine Hammer-Long-Tirpversion des Hits
'Sing It Back' als tausendfach geforderte Zugabe. WELTKLASSE!!!
RADIOHEAD
Tja, und Ausnahmesituationen erfordern halt dann und wann auch mal das ein oder
andere Opfer. So haben wir aufgrund der derart genialen Show von MOLOKO und der
bereits erwähnten halbstündigen Verschiebung auf der Zeltbühne nahezu fast alles
vom Mainstage-Headliner RADIOHEAD verpaßt, was mich aber insofern gar nicht
weiter störte, weil ich erneut sagen muß (nachdem ich selbiges Fazit auch schonmal nach der TV-Übertragung einer Rock Am Ring-Show ziehen mußte), daß zwar
die Musik von RADIOHEAD auf der heimischen Anlage echt geil rüberkommt und dich
komplett fesseln kann, dies allerdings bei einer Festivalsituation für meine
Begriffe gar nicht funktioniert. Zwar war die Lichtshow sensationell gut und
auch der Sound lies keinerlei Wünsche übrig, allerdings kommt die weinerliche
Musik und vor allem der live grauenhafte Gesang (sorry, der Mann kann einfach
nicht singen!) einfach zu schief daher, als daß man sich nach einer
actionreichen Show, wie der von MOLOKO auch nur ansatzweise darauf einlassen
könnte! Da wir nicht vor Ort gecampt haben, sondern jede Nacht die 1,5 Stunden
nach Hause gefahren sind (also nicht ich, hihi, sondern der Lars halt...danke
nochmal hierfür!), haben wir eben nur zwei Songs der Radioköpfe über uns ergehen
lassen und den guten PATRICE (Raggae-Hip/Hop aus Frankreich; muß anscheinend
super gewesen sein) ganz gestrichen haben!
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