SACRALIS, ORTH, SIX FEET UNDER  


 

 

Sacralis

Mittwoch, 09.08.00 SACRALIS, ORTH, SIX FEET UNDER

Schwimmbad Musikclub, Heidelberg

 

Zu meiner Überraschung stellte ich fest, daß der Schwimmbadclub kleinere Ausmaße hat als ich zuvor angenommen hatte, denn der Konzertsaal ist kaum größer als der eines Vorstadt-Jugendzentrums. Dennoch fanden sich bis 21.00 Uhr gut 300 Nasen bei 20 DM Eintritt ein, und schnell wurde klar, daß in diesem beengten Raum bald Saunatemperaturen herrschen werden.

 

Pünktlich um 21.15 Uhr eröffneten SACRALIS den Abend. Die drei netten Mädels zeigten sich wie gewohnt von ihrer besten Seite, wirkten sehr solide und zeigten, daß brutaler Deathmetal nicht nur Männersache sein muß. Dem größten Teil des Publikums noch nicht bekannt gewannen SACRALIS bereits nach wenigen Songs die Aktzeptanz aller anfänglich skeptitsch dreinblickenden Anwesenden. Nach kurzem optischen Genuß senkten dann auch die Herren in den ersten Reihen die Häupter und schüttelten kräftig ihre Köpfe durch. Gespielt wurden u.a. Songs der Debut CD „bortaS“ und natürlich auch Material des noch in Arbeit befindlichen Nachfolgealbums, welches meiner Meinung nach wesentlich mehr Wiedererkennungswert besitzt als der ältere Stoff. Übrigens nutzte der Veranstalter hierbei auch die Gelegenheit das „Stagedive-Verbot“ zu verkünden. Entsprach die Bühnenhöhe von 30 cm etwa nicht den Mindestanforderungen der „Stagedive-Norm“? Egal! Nach dem gut 30 minütigen Set war der Teppich für ein tolles Deathmetal-Happening gelegt.

 

Nach kurzer Umbaupause schlug die Stunde für die Berliner Todesmetaller ORTH. Diese legten ein Deathmetal-Brett erster Güte auf das Parkett und der Saal brodelte bereits nach wenigen Minuten. Die vier Musiker wirkten sehr gut aufeinander eingespielt. Jedes Break saß tadellos, die hyperschnellen Riffs und die hardcorelastigen Hüpfeinlagen sorgten für jede Menge Spaß auf und vor der Bühne. Besonders straight fiel der Song „Digital Dominator“ und das deutschsprachige „Leichenschmaus“ auf, welche auch beim Publikum zurecht vollends abgefeiert wurden. Nach einer dreiviertel Stunde war das reguläre Set beendet. Damit nicht genug! ORTH packten noch einen drauf. Zur Krönung gab es eine Deathmetal-Version von FRANK ZAPPA´s „Bobby Brown“...

 

Mächtig Zeit ließen sich dann SIX FEET UNDER, die ihre Fans über eine halbe Stunde lang warten ließen. Dann war es endlich soweit. Chris Barnes & Co. heitzten mit den Songs „War Is Coming“ und „Noneexistence“ mächtig ein. Das Publikum legte noch einmal richtig zu. Die Stimmung war mit „Tomorrow´s Victim“ und „Torn To The Bone“ auf dem absoluten Höhepunkt. Vom aktuellen Album „Maximum Violence" gabs natürlich auch jede Menge, wie z.B. „Feasting On The Blood Of The Insane" und „No Warning Shot". Zugegeben, ich zähle mich nicht zu den Fans des Florida-Quartetts, doch muß ich anerkennend sagen, daß die Show überzeugend war und hier sogar noch mehr möglich gewesen wäre, wenn die Bühne ein klein wenig größer gewesen wäre. Der einzig wirklich negative Aspekt war der durch die Bank weg schlechte Sound aller Bands. Gerade bei solch einer kleinen Location hätte man doch eher etwas mit der Lautstärke zurückfahren sollen. Nach „Human Target“ gab es als Dessert eine meiner Meinung nach etwas überflüssige Coverversion von AC/DC´s „TNT“. Stattdessen hätte man doch eher den Klassiker „Lycanthropy“ bringen können, welchen ich persönlich etwas vermisst habe. 

 

Dennoch befanden sich so gegen 0.30 Uhr jede Menge zufriedener Gesichter auf dem Weg nach Hause oder in einen der Floors im Schwimmbad Musikclub.

 

(Dominik)

 

Playlist SIX FEET UNDER:

War Is Coming

Noneexistence

Tomorrow´s Victim

Feasting On The Blood Of The Insane

No Warning Shot

Torn To The Bone

Hacked To Pieces

Torture Killer

Human Target

TNT

Orth

Six Feet Under


 

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