SUMMER BREEZE OPEN AIR XIV - 17.-20.08.2011 - Dinkelsbühl-Sinnbronn


 

 

Freitag, 19.08.2011

 

Main-Stage/Pain-Stage:

 

KOMPAKT:

 

Nach dem von den Kids umjubelten Geballer von TRIGGER THE BLOODSHED, lieferten die aus Dubai stammenden NERVECELL geil vokalisiertes Death Metal Brett, zwar modern, aber vom Sound her herrlich baseballcappy- und breakdownfrei. Ein echtes Highlight! Die zahlreich anwesende Hardcore-Community wurde danach bei YOUR DEMISE bestens bedient, nicht nur vom fetten, druckvollen Sound, sondern vor allem mit unzähligen Gangshout- und Singalong-Passagen. SKELETONWITCH waren dann genau das richtige um die müden Knochen wieder richtig in Wallung zu bringen. Die Amis sind bei bester Laune und mit ihrem in Pech getränkten Thrash Metal treffen sie den Nerv der Fans. Eine teuflische und auf ganzer Linie überzeugende Show. Erstaunlich viele Fans versammelten sich dann um den Herren aus dem Sumpf einen lautstarken Empfang zu bereiten. KALMAH machen von Anfang an ordentlich Dampf und obwohl der Sound eher dürftig war und das Keyboard teils ganz schön nervte, wissen die Finnen, wie man ein Festival rockt. Die EMIL BULLS hattens dann schwer: Trotz einer mittlerweile beachtlich langen Bandgeschichte, des MANOWAR-Intros ’The Crown And The Ring’ und dem ambitionierten Gepose von Sängers „Christ“ auf seinem eigens aufgebauten Podest wollte der Funke beim Crossover der Burschen nicht so recht überspringen. Schon im zweiten Jahr in Folge biederten sich HAIL OF BULLETS an, das Breeze niederzupflügen – jedoch waren sie keinen Millimeter spannender als im Jahr zuvor. Ja, sowas auszusprechen ruft meist recht rat- und verständnislose Reaktionen hervor, aber sind tatsächlich nicht mehr Leute vom langsam etwas überpräsenten Frontsympathen van Drunen und seinen Sprüchen genervt ist. Zudem sind die Holland-Deather auf Platte, wie auch live trotz aller musikalischer Stärken und einer der prägnantesten Stimmen überhaupt irgendwie zu handzahm, zu wenig bissig. Die Fans jedoch kamen zahlreich und hatten augenscheinlich Spass. Nachdem am Vortag IN EXTREMO die Massen begeisterten, versuchten SALTATIO MORTIS dem nachzueifern. Das Publikum hatte sich ausreichend vor der Mainstage versammeltund die Band flötete und dudelsackte so überzeugend, wodurch man einmal mehr erkennen konnte, daß Mittelalterrock-Bands auf dem Summer Breeze scheinbar einfach nichts falsch machen können. Das Volk tanzte, sprang und sang, dass es eine Freude war. ENSLAVED trotzten dann der tiefstehenden Sonne, weil auch diese gegen die überzeugenden Argumente, die von der Pain Stage übers Gelände schallten, nichts auszurichten hatte. Die Norweger boten vor grandioser Kulisse eine magische Show mit ihrem vorzüglichen, durchweg neueren Songmaterial! Alles Pink? Alle fröhlich? Ganz klar, J.B.O. standen auf dem Plan. Mit reichlich Schnickschnack und wie immer total schräg steigerten sich Band und tobender Mob zur kompletten Extase... Warum auch immer, die Erlanger sind auf dem Summer Breeze eine mehr als feste Größe und wie immer DAS Partyhighlight der Freakfans. BOLT THROWER machten dann einmal mehr alles richtig, woran beispielsweise HAIL OF BULLETS und die meisten anderen Bands vor allem live scheitern: BOLT THROWER walzen, mähen alles nieder, maschinengleich, präzise, erbarmungslos...und einzigartig! Eine Band, bei der weit mehr als 100 Fans schon eine Stunde vor der Öffnung des bandeigenen Merchzelts gierig ausharren, muss man fast schon als die ultimative Death Metal Band bezeichnen! Die urgewaltige Performance tat ein übriges, Karl Willets & Co hatten das Publikum derartig gefesselt, gebannt und mitgerissen, daß jede Lobeshymne gerechtfertigt ist. Unglaublich! Sturm oder nicht? Auftritt oder nicht? Viel Unsicherheit überschattete den Auftritt der fünf Finnen von AMORPHIS. Letztendlich wandte sich doch alles zum Guten und sie konnten ihre Show, mit Schwerpunkt auf dem Songmaterial der aktuelle Scheibe, vor allem wegen Tomi Joutsen, ihrem hervorragenden Entertainer hinterm Mikro, erfolgreich bestreiten... Klassiker wie ’Black Winter Day’ wurden dennoch sehnlich vermisst. Sind HAMMERFALL ein würdiger Headliner? Ja, denn die Massen vor der Bühne und die entfachte Stimmung konnten dies definitiv bestätigen. Die Schweden feuerten ein Hitspektakel ab, das keine Wünsche offen ließ! Quer durch die 18jährige Bandgeschichte ging die Reise, dargeboten mit glasklarem Sound und überzeugender Stimmgewalt von Herrn Cans Joacims, und garniert mit einer fulminanten Licht- und Pyro-Show! Meisterlich und absolut partytauglich! KATAKLYSM spielten anläßlich ihres „20 Jahre Nothern Hyperblast“-Jubiläums von jedem Album einen Song, sogar die ’The Mystical Gate Of Reincarnation“-EP wurde berücksichtigt. Dies funktionierte bei, aktuelleren Material der letzten Alben natürlich bestens, ging beim uralten Geknüppel-Stoff allerdings komplett in die Hose, was vor allem an Shouter Maurizio lag, der den alten Kram einfach nicht annähernd adäquat umzusetzen vermochte. Um jedoch auch trocken-faktisch zu sein: Vor der Bühne war die Hölle los, der Sound war ebenso dick wie niederschmetternd und die Fans werden sich schon jetzt auf die mitgeschnittenen DVD-Aufnahmen freuen...der Rezensent allerdings sicherlich nicht. (HG)

 

 

GENAUER BETRACHTET:

 

Nach dem von den Kids umjubelten Geballer von TRIGGER THE BLOODSHED, kam eine echte Überraschend: NERVECELL (übrigens aus Dubai) hatte ich gänzlich anders erwartet, eher cheesy Deathcore oder Metalcore, nicht aber ein derartig geil vokalisiertes Death Metal Brett, zwar modern, aber zumindest vom Sound her herrlich baseballcappy- und breakdownfrei. Ok, musikalisch kann man die Herren locker irgendwo in jenem Umfeld einordnen, das vor allem von SUFFOCATION geprägt wurde, ohne aber zu leugnen, schon mal technischerem Floridatod gehört zu haben - hier gewinnt man zwar sicher keinen Preis für musikalische Innovation, jedoch kann man in diesen Jagdgründen auch mal kräftig ins Klo greifen. NERVECELL jedoch machen alles richtig: Knüppeln und sich auch mal gen schmissig-zeitgemäßen Thrash lehnen, grooven, zollen nicht selten Chuck Schuldiner solotechnisch Tribut, sind jedoch nicht zu sehr auf das Zurschaustellen von Fähigkeiten fixiert und deren Sänger ist einfach ne verbal-brutale Wildsau… hätte ich so und in der Güte nicht erwartet. Mit Sicherheit eines der Highlights unter den aufsteigenden am Breeze teilnehmenden Bands, von denen die meisten allen angesagten ‚fucks‘ zum Trotz sich eher hinten anstellen müssen. (LO)

 

Bei YOUR DEMISE wurde erneut deutlich wie viele Hardcorejünger dieses Jahr auf dem Summer Breeze vertreten waren, für gerade einmal 12 Uhr mittags ist doch mächtig viel los vor der Bühne. Und das zu Recht! Nach den eher schwächeren Auftritten bei der letztjährigen Imperial Never Say Die! Tour, konnten die fünf Hard-/Metalcoreler dieses Mal auf ganzer Linie überzeugen. Zudem bekamen die Jungs einen fetten, druckvollen Sound beschert und eine Menge dankbarer Kehlen, die jede einzelne Textzeilen mitgrölten. Leider wurde mit „Miles Away“ der meiner Meinung nach beste Song bereits zur Mitte des Sets verbraten und so war gegen Ende hin für mich die Spannung etwas raus. (BR)

 

Wie bekommt man am besten wieder etwas mehr Energie in die müden Knochen? Ganz genau, in dem man sich Freitagmittag um eins SKELETONWITCH reinzieht. Die Amis sehen sich einem für diese Zeit doch schon gut gefüllten Festivalareal gegenüber und sind auch bester Laune. Mit ihrem in Pech getränkten Thrash Metal treffen sie den Nerv ihrer Fans und derer, die es spätestens an diesem Tag wurden. Leichte Nebelschwaden vermitteln das Bild einer Horde, die in der Tat nur kurz aus den Tiefen der Unterwelt emporgestiegen ist, um Berserker wie „Choke Upon Betrayal“, Fire From The Sky“, oder „Crushed Beyond Dust“ auf die Welt loszulassen. Insgesamt liefern die fünf Herren aus Ohio trotz der Hitze eine teuflische, auf ganzer Linie überzeugende Show ab. Sänger Chance Garnette wusste aber auch das zu kommentieren, als er mutmaßte, dass die Fans vor der Bühne gerade wohl viel lieber „Beyond The Permafrost“ wären. (RU)

 

Bei Finnlands KALMAH versammelte sich pünktlich zum Intro eine ansehnliche Zuschaueranzahl, die den Herren aus dem Sumpf einen lautstarken Empfang bereitet. KALMAH machen von Anfang an ordentlich Dampf. Obwohl der Sound eher dürftig ist und man vom Keyboard derweil ganz schön genervt sein kann, wissen die Finnen, wie man ein Festival rockt. Gemeinsam mit ihren Fans schlagen sie sich absolut ehrwürdig und eindrucksvoll durch ihre bis dato sechs Alben umfassende Diskografie. Dabei werden Songs wie „The Black Waltz“, „12 Gauge“ und „Bitter Metallic Slide“ der Mittagssonne entgegen geschmettert. (RU)

 

Heiß diskutiert war der Auftritt der fünf Münchner beim diesjährigen Summerbreeze: Passen die EMIL BULLS wirklich hier her? Und man konnte ihnen ihre Mühe sich zu aklimatisieren beinahe ansehen: Trotz des Intros „The Crown And The Ring“ von MANOWAR, einer mittlerweile beachtlich langen Bandgeschichte und dem ambitionierten Gepose des Sängers „Christ“ auf seinem eigens aufgebauten Podest wollte der Funke nicht so recht überspringen. (MS)

 

Schon im zweiten Jahr in Folge biedert sich die holländische All-Star-Truppe um Frontsympath van Drunen an, das Breeze niederzupflügen – jedoch fand ich HAIL OF BULLETS keinen Millimeter spannender als im Jahr zu vor oder auf dem diesjährigen Party.San. Wenn ich sowas ausspreche, werde ich meist recht rat- und verständnislos angeschaut, so hab ich das Gefühl, der einzige zu sein, der langsam vom etwas überpräsenten van Drunen und seinen Sprüchen genervt ist. Ich seh es noch kommen, der vermiest mir mit seinem Gelaber auch noch ASPHYX. Egal… ein Held ist, oder war, falls bereits verstorben, wer diese Chose als Mischmasch aus ASPHYX und BOLT THROWER und EDGE OF SANITY beschrieben hat, und genau hier liegt das Wauwau begraben: HAIL OF BULLETS, auf Platte, wie auch livehaftig, mögen gute Musiker sein, eine der prägnantesten Stimmen überhaupt in ihren Reihen haben, sind bei ihrem Unternehmen zu handzahm, zu wenig bissig. Das Spagat gelingt nur selten, jenes zwischen Walzen und melodiösem Fiedeln, live noch weniger und so plätschern trotz allen besten Voraussetzungen die alten Herren nur so vor sich hin und lassen zumindest mich eher kalt und am Ende gelangweilt zurück. Auch wenn ich mir in jeder Sekunde gewünscht habe, der eine oder andere würde sich mehr THANATOS widmen, so muss man doch fairerweise festhalten: Die Fans kamen zahlreich und hatten augenscheinlich Spass. Zu meinem Unverständnis. (LO)

 

Am gestrigen Donnerstag hatten IN EXTREMO die Massen begeistert, dem versuchten heute nun SALTATIO MORTIS nachzueifern. Publikum hatte sich ausreichend vor der Mainstage versammelt, auch wenn es noch recht früh am Nachmittag und unerträglich schwül war. Die Spielleute flöteten und dudelsackten so vor sich hin und bewiesen wiedermal, dass man mit Mittelalterrock auf Festivals nichts falsch machen kann. Denn das Summer Breeze Volk tanzte, sprang und sang, dass es eine Freude war. Ein ordentlicher Auftritt, bei dem doch irgendwie ein fader Beigeschmack blieb, da man die ganze Zeit daran denken musste, das Sänger Alea kürzlich seine Hochzeit auf einem großen privaten TV-Sender verwursten ließ – sowas muss doch nun wirklich nicht sein! (TT)

 

Wer zu Beginn von ENSLAVED nicht gerade in den ersten zehn Reihen vor der Bühne steht, sieht anfangs ohne Sonnenschutz erst mal so gut wie nichts. Die tiefstehende Sonne hat da offensichtlich etwas dagegen. Gegen die überzeugenden Argumente, die von der Pain Stage übers Gelände schallen, hat sie aber nichts auszurichten. Mit „Ethica Odini“, dem überragenden Opener des letzten Albums „Axioma Ethica Odini“ beginnen die Norweger ihren Auftritt vor grandioser Kulisse. Das Bühnenlicht ist aufgrund der Umstände eher für die Tonne. An die Magie einer Show im Dunkeln kommt das heutige Gastspiel von Sänger und Bassist Grutle Kjellson und seinen Mitstreitern auch nicht ran, doch ENSLAVED machen wirklich das Beste aus der Situation, es gibt ja schließlich auch Schlimmeres. Nach „Raidho“ bilden „Ground“ und das großartige „Ruun“ den erdigen Mittelteil, bevor die Norweger mit „As Fire Swept Clean The Earth“, „Allfadr Odinn“ und „Isa“ sich langsam aber sicher schon wieder vom Summer Breeze 2011 verabschieden. Sehr fein war das! (RU)

 

Oh Gott, wo bin ich hier nur gelandet. Alles Pink, alles bunt, alles fröhlich. Wo bin ich hier, auf einem Metalfestival? Ach ja richtig und es steht der Auftritt von J.B.O. an. Ich muß schon zugeben, dass ich den ganzen Hype um die Band nicht wirklich verstehe. Metal ist schwarz, böse und vor allem nicht lustig. Metal ist brutal, dreckig und bierig. Aber vielleicht ist das auch das Geheimnis der Band, dass sie mit diesen Klischees Schluß macht und sich selber, die sogenannte Szene und auch den Inhalt ihrer Musik nicht so todernst nehmen. So gab es reichlich Schnick Schnack zu bewundern. Da wurden pinkfarbene „Winkelemente“ im vorhinein verteilt, Luftballons ins Publikum geschmissen, verschiedene, meist pinkfarbene Outfits präsentiert, oder auch ein Trachtenpaar auf die komplett in pink gehaltene Bühne gezaubert. Alles schräg, wie auch die für mich nur teilweise bekannten Songs. Einige Klassiger wie Bolle und Ein guter Tag zu Sterben wurden dann aber doch gespielt und ich konnte auch einmal mitschunkeln. Den Leuten hat das alles mächtig gefallen, was auch das ständige Mitgrölen untermauerte ha ha ha. (HE)

 

Venimus, vidimus, vicimus, das müssen sich BOLT THROWER nach ihrem phänomenalen Auftritt gedacht haben. Nicht, dass bei irgendeiner BOLT THROWER Show anders wäre, aber die Herren und die Dame hatten die Tausenden vor der Bühne wahrlich in der Hand. BOLT THROWER mach(t)en alles richtig, worin beispielsweise HAIL OF BULLETS und die meisten anderen an ihnen orientierten Bands scheitern. BOLT THROWER walzen, preschend, mähen alles nieder, maschinengleich, präzise, erbarmungslos. Und einzigartig. Ich will hier gar nicht anfangen darüber zu philosophieren, woher sie kamen, musikalisch versteht sich, und wohin sie gingen und noch gehen könnten, und auch mag ich in Verbindung mit den Briten den Terminus Death Metal nicht, den sie wohl hauptsächlich mit sich tragen, den Zeichen der damaligen Zeit ihrer ersten Erfolge folgend, doch muss man dem Urgestein einfach eine Einzigartigkeit in Stil, darin als Federführer und Ultimativ, und urgewaltiger Performance zugestehen. Kaum eine, vielleicht noch neben IGNITE keine weitere Band hatte das Publikum derartig gefesselt, gebannt und mitgerissen wie die Briten und jener Abwesende, der einen Blick auf die Setlist wirft, der kann sich in Ansätzen vorstellen, welch Schlacht entfacht wurde. Ich halte wenig von Pathos und übertrieben Lobeshymnen, denn gerne wird mit jenen inflationär um sich gesch(m)issen, wenn aber das Summer Breeze eine Legende zu bieten hatte, dann war dies nicht MARDUK oder KATAKLYSM, sondern BOLT THROWER. Basta. (LO)

 

Sturm oder nicht? Auftritt oder nicht? Viel Unsicherheit überschattete den Auftritt der fünf Finnen von AMORPHIS. Letztendlich wandte sich doch alles zum Guten und sie konnten ihre Show mit dem Knaller „My Enemy“ eröffnen. Der Schwerpunkt der gesamten Show wurde - zu Recht oder nicht, da scheiden sich die Geister – auf die aktuelle Scheibe „The Beginning Of Times“ gelegt, während einige Klassiker wie „Black Winter Day“ vermisst wurden. Dennoch stellte Sänger Tomi Joutsen wieder einmal unter Beweis, was für ein hervorragender Entertainer hier auf der Bühne steht. (MS)

 

Ich gebe ja zu, ich gehöre zu denjenigen Menschen, die mit „Glory To The Brave“ ihren Weg zum Metal fanden – jaja, ich war jung usw.! Im Laufe der Jahre habe ich die Schweden dann ein wenig aus den Ohren verloren, aber live freue ich mich doch immer wieder wie ein kleines Kind, hoffe auf meine alten Lieblingslieder - und wurde heute nicht enttäuscht. Genau wie gestern bei IN EXTREMO konnte man sich sicherlich fragen, ob HAMMERFALL ein würdiger Headliner sind, aber die Menschenmassen vor der Bühne und die vorherrschende Stimmung konnten dies definitiv bestätigen. Joacim, Oskar und die Jungs feuerten ein Hitspektakel ab, das keine Wünsche offen ließ! Quer durch die 18jährige Bandgeschichte ging die Reise, wobei ich mich natürlich am Meisten über Songs der Kaliber „Hammerfall“ und „Heading The Call“ freute, aber natürlich gab es auch Stoff vom neuen Album „Infected“ wie „Patient Zero“ oder „B.Y.H.“ und die Klassiker „Hearts On Fire“ sowie „Let The Hammer Fall“. Alles dargeboten mit glasklarem Sound, überzeugender Stimmgewalt Joacims und einer fulminanten Licht- und Pyro-Show! Meisterlich und absolut partytauglich! (TT)

 

Eine besondere Show sollte es werden, der Headlinerauftritt der langgedienten Kanadier von KATAKLYSM, die seit ihrem Wiedereinstand Anfang der 2000er konsequent zur Enttäuschung alter Fans mit steigendem Anteil an Melodie und proportional dazu schwindenden Blastbeats immer populärer und, man verzeihe meine eigene Meinung, immer überflüssiger wurden. 20 Jahre Nothern Hyperblast, DVD-Mitschnitt, von jedem Album sollte ein Song dargeboten werden, sogar die „The Mystical Gate Of Reincarnation“ EP wurde nicht mit Ignoranz gestraft. Dass Titel neueren Datums tadellos performt wurden, das muss ja wohl zu erwarten gewesen sein. Interessanter ist da: Wie kommt der angestaubte Kram so rüber? Dies soll beispielhaft an dem eigentlich grandiosen „The Awakener“ geschildert werden: Ich stand auf und ging. Nicht ganz, aber einen gehörigen Abstand zur Darbietung einnehmend. Die Verbalakrobatik Iacono war keineswegs jener des Originalvokalisten Sylvain Houde gewachsen, nein, sogar recht schwächlich und an den heutigen Stil angepasst war der Gesang – ärgerlich und irgendwie lieblos wirkend, dabei kann der Iacono doch auch anders. Oder konnte? Bei anderen frühen Songs, ‚As My World Burns‘ vom stark unterbewerteten ‚Victims Of This Fallen World‘ Album, wie auch bei ganz ollen Kamellen, war das leider nicht anders, geschweige denn erträglicher. Man mag sich denken, wenn ihr keinen Bock mehr habt oder es nicht mehr könnt, dann lasst es und demontiert Eure Glanzwerke nicht. Um jedoch auch nochmals trocken-faktisch zu sein: Vor der Bühne war die Hölle los, der Sound war ebenso dick wie niederschmetternd und, um den Protagonisten gerecht zu werden, so sei auch angemerkt, dass im Nachhinein so mancher Fan wohl äußerst angetan gewesen war. Meinungen sind halt doch wie… (OK)

 

 

Tent-Stage:

 

KOMPAKT:

 

Draußen herrschte Sturmwarnung, im Zelt brach er los: REV.16:8 stürmten die Bühne und ließen das Publikum erahnen, was der bevorstehende Weltuntergang mit sich bringen könnte. Eine Black Metal Messe, nach der das halbgefüllte Zelt sicher sein konnte, dass man von dieser Band noch viel erwarten kann! Der in diesem Jahr durchaus stark vertretene Schwedentod überrollte danach in Form der sträflich unterbewerteten INTERMENT das Rund. Im leider nur spärlich besuchten Zelt konnten die Recken um Shouter und Gitarrist Johan Jansson (DEMONICAL) mit ihrer Walze den Anwesenden förmlich die Köpfe ab und lockten nach und nach mehr Todesjünger an. Den krönenden und brillanten Abschluss bildete das CARNAGE-Cover ’Torn Apart’...Hammer! Nach STAHLMANN war es dann an der Zeit für die nächste Schweden-Tod-Vollbedienung: FACEBREAKER! Die Jungs aus Finspång waren prima aufgelegt und ballerten einen eingängig-derben Todes-Knaller nach dem anderen ins gut gefüllte und mächtig abgehende Zeltrund...ein echtes Fest!!! Nach den coolen HELRUNAR kam „die einzige Band, die nicht hier rein passt und deshalb genau am richtigen Ort ist!“, um MAD SIN-Sänger Köfte einmal zu zitieren. Und er sollte Recht behalten: die Berliner stellten mit ihrem Psychobilly-Potpurri eine willkommene Abwechslung dar und selbst der ein oder andere alteingesessene Langhaarige begann nach und nach die Hüften zu schwingen. Während BOLT THROWER die Mainstage zerlegten hatten sich einige Kenner und Genießer im Zelt versammelt um sich in die 70er entführen zu lassen. GRAVEYARD boten im halbvollen Zelt den Stoff zu dem man einfach abtauchen, träumen und genießen kann. Der Sound drückte ordentlich, die Schweden waren sichtlich gut gelaunt und grinsten wie Honigkuchenpferde. Auch wenn sie im kleinen Club sicherlich noch um einiges intensiver sind, war dies eine wunderbare Reise! Nach den immer noch abräumenden NEAERA und den irgendwie deplatziert wirkenden, aber starken VICIOUS RUMORS kam das, was die bierselige Party-, Tanz- und Mitgrölstimmung, die HAMMERFALL zuvor auf der Mainstage entfacht hatten, noch zu steigern wusste...richtig, die Rede ist vom POWERWOLF! Bewaffnet mit ihrem frisch geschlüpften Album ’Blood Of The Saints’ stürmten die Priester die Bühne und riefen zur Messe! Die Jünger warteten bereits sabbernd und rasteten ab dem ersten Ton kollektiv aus! Das Schöne bei POWERWOLF ist ja, dass man die Lieder gar nicht kennen muss. Sobald man in der richtigen Stimmung ist kann man jeweils ab dem zweiten Refrain mitsingen, derart eingängig sind die Songs der Wölfe. Und somit feierte das gut gefüllte Zeit bereits die nagelneuen Stücke wie „We Drink Your Blood“ und „Sanctified With Dynamite“ als wären es alte Klassiker. Was für eine Stimmung – was für ein Spaß! Amen! Nach den Norwegern von EINHERJER und den lustlos wirkenden SECRETS OF THE MOON beendeten die Süddeutschen IMPERIUM DEKADENZ den dritten Festivaltag mit einem schwarzen Fest. Beachtlich gut besucht kreisten unzählige Matten und gar zu einigen Moshpits war der Mob noch imstande. Ein würdiger Abschluss! (HG)

 

GENAUER BETRACHTET:

 

Die heitere sommerliche Stimmung trübte am frühen Freitag nachmittag eine Unwetterwarnung, auf Grund derer fleißige Bienchen begannen, das komplette Gelände sturmsicher zu machen. Und der Sturm brach los – eiskalt: zumindest im Partyzelt, denn dort stürmten REV 16:8 die Bühne und ließen das Publikum erahnen, was der bevorstehende Weltuntergang mit sich bringen könnte. Sänger Talon predigte sich am gezackten Mikro durch eine 35 minütige Black Metal Messe, nach der das ca. halb gefüllte Zelt sicher sein konnte, dass man von dieser Band noch viel erwarten kann! (TT)

 

Der in diesem Jahr durchaus stark vertretene Schwedentod machte danach erneut von sich reden, diesmal in Form der bisweilen immer noch unterbewerteten Todestruppe INTERMENT. Leider ist das Zelt zu Beginn des Massakers gähnend leer, nur vorne finden sich einige kleinere Grüppchen ein, die wissen, was für eine Walze auf sie zukommt. Mit dem Doppelschlag „Eternal Darkness“ und „Torn From The Grave“ von ihrem 2010 erschienenen, lange ersehnten Debütalbum, welches 22 Jahre auf sich warten ließ, rissen die Schweden gleich mal der Hälfte der Anwesenden die Köpfe ab. Dadurch aufmerksam geworden, stiefelten auch immer mehr Todesanhänger in das Schatten spendende Zelt. Sänger und Gitarrist Johan Jansson und Bassist Martin Schulman werden dieses Jahr nicht zum letzten Mal auf der Bühne stehen, sondern selbige mit DEMONICAL am Samstag komplett in Schutt und Asche legen. Dennoch gewinnt man bei weiteren Schädelspaltern wie „Where Death Will Increase“ und „Night Of The Undead“ eben diesen Eindruck. INTERMENT machen heute keine Gefangenen, sondern holzen sich wunderprächtig durch ihr auf ganzer Linie überzeugendes Death Metal-Unterholz. Krönender und brillanter Abschluss bildet das Carnage-Cover „Torn Apart“. (RU)

 

Nach STAHLMANN war es dann an der Zeit für die nächste Schweden-Tod-Vollbedienung: FACEBREAKER! Die Jungs aus Finspång waren prima aufgelegt und ballerten einen eingängig-derben Todes-Knaller nach dem anderen ins gut gefüllte und mächtig abgehende Zeltrund...ein echtes Fest!!! (Lobi)

 

Nach den coolen HELRUNAR kam „die einzige Band, die nicht hier rein passt und deshalb genau am richtigen Ort ist!“, um MAD SIN-Sänger Köfte einmal zu zitieren. Und er sollte Recht behalten: Neben all dem üblichen Gebolze auf dem Summerbreeze – krasser als der Kontrast zur Vorgängerband HELRUNAR konnte er kaum sein – stellten die Berliner eine willkommene Abwechslung dar. Dank der routinierten Show und Mitsing-Hymnen wie „Point Of No Return“, „Straight To Hell“ und dem Rausschmeißer „Psychotic Night“ begann sogar der ein oder andere alteingesessenen Langhaarigen die Hüften zu schwingen. (MS)

 

Während BOLT THROWER die Mainstage zerlegten hatten sich einige Kenner und Genießer im Zelt versammelt um sich in die 70er entführen zu lassen. Hach – GRAVEYARD! Das Zelt war nur halb gefüllt – was sicherlich der starken Konkurrenz zuzurechnen war, aber die Anwesenden wussten was sie erwartet: einfach abtauchen, träumen und genießen. Der Sound drückte ordentlich, die Schweden waren sichtlich gut gelaunt und grinsten wie Honigkuchenpferde. Auch wenn GRAVEYARD im kleinen Club sicherlich noch um einiges intensiver kommen, war dies doch eine willkommene Abwechslung und eine wunderbare Reise! Kult! (TT)

 

Nach den immer noch abräumenden NEAERA und den irgendwie deplatziert wirkenden, aber starken VICIOUS RUMORS kam das, was die bierselige Party-, Tanz- und Mitgrölstimmung, die HAMMERFALL zuvor auf der Mainstage entfacht hatten, noch zu steigern wusste...richtig, die Rede ist vom POWERWOLF! Bewaffnet mit ihrem frisch geschlüpften Album „Blood Of The Saints“ stürmten die Priester die Bühne und riefen zu Messe! Nichts leichter als das – die Jünger warteten bereits sabbernd und rasteten ab dem ersten Ton kollektiv aus! Das Schöne bei POWERWOLF ist ja, dass man die Lieder gar nicht kennen muss. Sobald man in der richtigen Stimmung ist kann man jeweils ab dem zweiten Refrain mitsingen, derart eingängig sind die Songs der Wölfe. Und somit feierte das gut gefüllte Zeit bereits die nagelneuen Stücke wie „We Drink Your Blood“ und „Sanctified With Dynamite“ als wären es alte Klassiker, und die älteren Stücke zündeten sowieso wie Dynamit. Was für eine Stimmung – was für ein Spaß! Amen! (TT)

 

Nach den Norwegern von EINHERJER begannen SECRETS OF THE MOON 15 Minuten später, spielten damit aber auch leider 15 Minuten weniger und man muss offen fragen, ob die Herren wirklich Bock hatten, überhaupt zu spielen. Etwas lustlos wirkte der Auftritt – da war man schon besseres gewohnt, zum Beispiel von deren 2009er Auftritt auf dem Breeze. Schade, denn so etwas wird dieser Band einfach nicht gerecht. (OK)

 

Für IMPERIUM DEKADENZ hieß es dann, den dritten Festivaltag mit einem schwarzen Fest ausklingen zu lassen. Das sahen viele Fans wohl genauso, denn trotz vorgerückter Stunde halten sich immer noch beachtlich viele bei Laune. Die Black Metal-Truppe um Sänger und Gitarrist Horaz ist heute gut unterwegs und legt mit „Ocean, Mountain’s Mirror“ und „An Autumn Serenade“ gleich mal zwei Songs vor, die dem Zelt zur späten Uhrzeit richtig gelegen kommen. Fliegende Matten und Moshpits zeugen davon. Die zur Live-Verstärkung herangezogenen Sessionmusiker funktionieren wie gewünscht und außer einigen Problemen, die Horaz mit seinem Mikrofon hat, gelingt IMPERIUM DEKADENZ ein würdiger Abschluss des langen Festivaltages. (RU)

 

 

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