SUMMER BREEZE OPEN AIR 2008


 

Samstag, 16.08.2008

 

MAIN-STAGE/PAIN-STAGE/TENT-STAGE

(in chronologischer Reihenfolge)

 

Obwohl DEBAUCHERY als erste Band des Tages auf die Bühne musste, war das Publikum schon sehr zahlreich erschienen, um den Auftritt der Deather zu sehen. Das Blut lief an diesem Morgen jedoch noch ein wenig zähflüssig und so wollte der Funke von der Band zu den Zuschauern leider nicht so richtig überspringen. (JH)

 

Für die einen ist es Duplo, für die anderen die längste Praline der Welt. Achso äh ne, jetzt spielen ja JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE!! Und entweder die Jungs haben sich mittlerweile eine stattliche Fanschar erspielt oder die Alleskucker-Fraktion hat sich vor der Bühne breit gemacht. Naja in jedem Fall ist mächtig was los, vor allem für diese Uhrzeit (seid ihr eigentlich verrückt??)! Wie immer scheinen die Jungs mächtig Spass auf der Bühne zu haben und einige fliegende Matten auf der anderen Seite gibt es auch zu bestaunen. Na so lässt man sich doch gern die Staubkörnchen aus den Augen pusten. (MG)

 

Respekt, THE OLD DEAD TREE in aller Hergottsfrühe auf die Bühne zu schicken!! Also nicht nur weil die Truppe einen wohl besseren Slot als diesen verdient hätte, sondern einfach weil sich die doch recht anspruchsvolle Mucke der Band mit dem Kater der meisten Anwesenden vor der Bühne beißt!! Jedoch unbeirrt ziehen die Franzosen ihre Show durch und können mit einem guten Sound ihren progressiven Stoff, der nicht nur einmal an OPETH erinnert, beachtlich gut an den Mann bzw. die Frau bringen. Zwar sind die natürlichen Lichtverhältnisse nicht gerade passend und an der Bühnenperformance könnte auch noch gefeilt werden, trotzdem bleibt ein beachtlicher Auftritt - stark! (MG)

 

Die HolländerInnen von AUTUMN boten mit ihrem harmlosen Goth-Rock/Metal vielleicht genau die richtige Untermalung um am frühen Mittag erstmal so richtig wach zu werden und erste Bierpröbchen dem eigenen Magen und Kreislauf wieder anzuvertrauen. Rein optisch kommt die neue Frontdame Marjan nicht ganz an ihre superhübsche Vorgängerin Nienke heran, rein gesanglich jedoch kann man wirklich kaum einen Kritikpunkt finden. (HG)

 

Leck mich am Arsch! Die meiner Meinung nach viel zu sehr gehypten Jungspunde von HACKNEYED haben dann das irrsinnige Vergnügen ihren massiven, mächtig fetten und groovenden Brutalo-Todesstahl auf gut und gern 5000 Fans abfeuern zu dürfen...krass! Front-Propellerbanger Phil merkt man die Freude über die großartigen Resonanzen dann auch sofort an, genau wie seiner Hintermannschaft und fortan steigerte sich die Rasselbande mit jedem Song mehr in einen wahren Rausch. Klar, ihr Material ist ohnehin sehr stark, aber an diesem Samstagnachmittag holen HACKNEYED noch mehr aus dem Material heraus...cooler, zurecht bejubelter Gig! (HG)

 

     

 

Black Metal in der strahlenden Mittagssonne? Egal! ENDSTILLE sorgten schleunigst dafür, dass man das Wetter vergas. Mit dem famosen „Dominanz“ böllerte die Band sicherst einmal die Menge zurecht. Fett! Neben dem Gänsehaut-Garanten „Bastard“ konnte besonders das großartige „Vorwärts – Sturmangriff II“ vom aktuellen Album überzeugen, bevor der gute alte „Navigator“ das Ende anvisierte. Sehr, sehr geil! Leider nervte der Sound nur immens, immerhin musste man sich auf die Bühnenseite von Gitarrist Lars Wachtfels stellen, wenn man überhaupt etwas von der Gitarre hören wollte. Das kann es ja wohl nicht sein, oder? (BS)

 

Nach ihrer Absage im letzten Jahr, konnten die Norweger KEEP OF KALESSIN ihren großen Status, den sie innerhalb der Black Metal-Szene vor allem mit dem Album 'Armada' einheimsten, durchaus untermauern. Die ENDSTILLE-Fans waren ja alle noch vor der Bühne, so daß auch gleich Stimmung aufkam. Technisch brillantes Spiel und eindrucksvolle, originelle Songs mit allerhand Melodienwechseln zeigten auch den Breeze-Gängern, dass hier vielleicht die wahren EMPEROR-Nachfolger am wachsen sind, wenn man das behaupten darf. (AK)

 

Wie oft hab ich DISMEMBER dieses Jahr nun schon gesehn? 3 Mal, 4 Mal? Und meine Lieblingschweden haben mich bisher noch nie enttäuscht... Tja wirklich enttäuscht bin ich dieses Mal auch nicht, aber irgendwas hat eindeutig gefehlt!! Die Jungs hatten zwar wie immer viel Spass auf der Bühne, aber irgendwie wollte der Funke nicht so wirklich überspringen. Aber was soll nach der grandiosen Party.San-Show auch noch kommen?!? Zudem gab es eine sehr untypische Songauswahl, haben die wirklich ’Override The Overture’ ausgelassen?? Zwar insgesamt keine schlechte Show, aber schon tausend Mal besser g’seh’n - schade!! (MG)

 

     
     

 

Im Partyzelt hieß es dann Gänsehaut-Zeit mit AGRYPNIE. Die neue Band von Ex-NOCTE OBDUCTA-Sänger Torsten kann bereits auf zwei Alben zurückblicken, wobei besonders der Neuling „Exit“ absolut empfehlenswert ist. Auch live ging hier einiges, wenn auch mit eher mitttelmäßigem Sound. So kam der filigran- atmosphärische Midtempo-Black Metal der Band teilweise nur schwer zur Geltung Dennoch rissen einen Songs wie „Auf den nackten Korridoren“ richtig mit. Tolle Band! (BS)

 

Unfassbares ereignet sich dann bei den Münsteraner Deathcore-Kraftmetallern NEAERA, die es nicht nur schaffen die gesamte Wiesenfläche zu einer riesigen Wall Of Death zu teilen, die später nur noch HEAVEN SHALL BURN toppen können, sondern animieren die unglaublich tobende Fanschar zu einem riesigen Circle Pit um den Soundturm herum. 'Armamentarium' knallt und dem kleinen, aber oberenergischen Springbündel, Sänger Benny und seinen Mannen wird wie in Mekka gehuldigt. Einmalig. (AK)

 

War das Publikum zu NEAERA noch sinnlos ums Mischpult gerannt, ging es bei ENSIFERUM dann glücklicherweise ein wenig ruhiger zu. Sänger Petri Lindroos war von den zuvor spielenden Metalcorern aber anscheinend so beeindruckt, daß er nicht nur einmal zu einer 'Wall of Death' aufrief. Diese wollte zu dem getragenen Folk-Metal der Finnen aber irgendwie nicht so richtig passen und ich kann nur hoffen, daß Lindroos sich diese Unarten auch ganz schnell wieder abgewöhnt. (JH)

 

PRIMAL FEAR wollten eigentlich so gar nicht ins Billing passen. Die Herren Sinner, Scheepers & Co. konnten sich dann aber doch über eine sehr anschauliche Meute vor der Bühne freuen, die zudem noch so richtig Bock auf echten Heavy Metal hatte. Leider konnte ich mir nicht mehr als ein paar Songs reinpfeifen, da es im Zelt schon wieder weiterging... (HG)

 

Die Franzosen von HACRIDE boten dort dann bei zwar recht undifferenziertem, aber doch ganz annehmbarem Sound eine echte Schmankerlshow. Agil und energiegeladen wie französische Band nunmal sind, ging on stage die Post ab und das zwar nicht unbedingt zahlreiche, dafür aber sehr dankbare und begeisterte Publikum ging ordentlich mit zu den zwischen Math-, NuMetal-, NeoProg-, Industrial- und Post-Metal-Perlen, die vornehmlich vom letztjährigen Klassealbum ’Amoeba’ stammten. GEIL!!! (HG)

 

H-BLOCKX kamen, zogen eine riesige Masse Mensch vor die Bühne, unterhielten vortrefflich mit ihrem dicken Sack voller Crossover-Hits und hatten jede Menge Spaß. Daß Frontmann Henning zwar ein sehr ordentlicher Showman und Entertainer ist, steht außer Frage, daß er aber auch jede Menge Müll zu labern pflegt eben auch. Aber egal, den Fans war´s wurscht und so stieg eine fette vorabendliche Party bei strahlendem Sonnenschein! (HG)

 

SONIC SYNDICATE sind nach nur einem Album schon ins frühe Abendprogramm gelegt, was vor allem deshalb funktioniert, weil die Band einen eingängigen Refrain nach dem anderen im Gepäck hat und sich choreographisch perfekt einstudiert bewegt. Das gefällt nicht jedem, weil es  etwas aalglatt wirkt, jedoch kann man den Schweden mitsamt hübscher und moshender Bassistin Katrin nicht absprechen, dass die volle Ladung Energie ins Tanzbein fährt. Hüpffaktor 100 vor allem bei den ganz jungen Fans. (AK)

 

Kaum Fans tummelten sich bei den seit Jahren erstmals wieder in Deutschland gastierenden Franzosen von MISANTHROPE! Klaro, das Label Holy Records hat keinen Vertrieb bei uns und daher kennt eben auch kaum eine Sau die Dark Metaller um Holy Records-Cheffe Phillipe. Der Auftritt an sich war solide und der Sound bescheiden. Punkt. (HG)

 

HEAVEN SHALL BURN sind mittlerweile das deutsche Pendant zu IN FLAMES! Aus den einstigen Metalcore-Vorreitern ist eine durch und durch souveräne, professionelle und super tighte Metalband geworden, die einheitlich in rote Hemdchen gewandet auftrat und mit ihrem melodischen Schwedentod und den unzähligen Hits fast schon DER Headliner dieses Breeze-Tages waren. Diesem unfaßbaren Zuschauerzuspruch wurden die Thüringer aber auch locker gerecht, sowohl mit ihrem perfekt aufeinander abgestimmten, hoch energetischen Synchronbanging, als auch mit der wirklich fast schon IN FLAMES-mäßigen Lightshow. Da man den Gig für eine kommende DVD aufzeichnete, wurde die beim ersten Versuch nicht ganz gelungene Wall-Of-Death zur Freude des Mobs einfach nochmal wiederholt. Nach dem genialen EDGE OF SANITY-Cover ’Black Tears’, der abschließenden Zugabe ’Behind The Wall Of Silence’ (GOTT!!!) und grob geschätzt 500 Crowdsurfern gingen HSB definitiv als einer der Sieger des gesamten Wochenendes von der Bühne...wenn der sympathische Fronter Marcus nur nicht immer so viel Mist labern würde... (HG)

 

Was hab ich mich auf die italienischen Melancholika Metaller NOVEMBRE gefreut...und was war? Ein grausamer, ohrenbetäubend lauter Soundbrei, aus dem weder die akustischen, noch die Solo- und Lead-Gitarren-Feinheiten auch nur annähernd herauszuhören waren. Ne, so macht das kein Spaß in diesem Zelt, zumal man gar nicht zu weit nach hinten ausweichen kann, weil man dort dann den Sound der Hauptbühne wieder abbekommt. Damn shit! (HG)

 

Wer DESTRUCTION sind muss an dieser Stelle wohl nicht erklärt werden und selbst den Besuchern des Summer Breeze waren sie natürlich keine Unbekannten - nur einige kleine Mädchen, die mit erschrockenen Gesichtern eingekeilt in der ersten Reihe standen, wussten wohl nicht so ganz, wie ihnen gerade geschah. Die Schwaben zogen aber auch alle Register der Thrash Metal-Kunst und so gab's neben einer Feuershow und hübsch lauten Knalleffekten auch den ein oder anderen Fleischbrocken, der seinen Weg in die Menge fand. Insgesamt gesehen wirkten DESTRUCTION jedoch nicht ganz so frisch und so wurden Songs wie 'Mad Butcher' (natürlich mit dem "echten" Butcher auf der Bühne), 'Thrash 'Til Death' oder 'Bestial Invasion' gar schon ein wenig desinteressiert heruntergezockt. Alles in allem war's aber ein ordentlicher Gig, der besonders den Mädels in der ersten Reihe eine Weile in Erinnerung bleiben dürfte. (JH)

 

MUSTASCH machen zwischen doomigen Bands einfach nur mega Laune während ihrer halben Stunde Spielzeit. Stoner angehauchter, lässig abgehangener Hard Rock oder auch Metal irgendwo zwischen DOWN und MONSTER MAGNET. Fett! (AK)

 

Die englischen Großmeister des Black Metal, CRADLE OF FILTH mussten dann natürlich hochgesteckte Erwartungen erfüllen, was leider nur mässig gelang. Ein zu leises, und anfänglich auch ausfallendes Mikro von Oberkeifer Dani Filth und ein merklich ausgepowertes Publikum gab dem Gig einen etwas lahmen Beigeschmack. Dass sich der Sänger gleich zu Beginn bei 'Dirge Inferno' im Vergleich zum völlig misratenen, megabetrunkenen Gig auf dem Metalcamp im letzten Jahr, auch von einer auf Bassisten Dave fliegenden Wasserflasche, nicht beirren liess, spricht für ihn und auch optisch und stimmlich scheint er viel mehr auf der Höhe zu sein. Mittlerweile mit kurzen Haaren kreischte Dani sich durch solides Set mit 'From The Cradle To Enslave', 'Cruelty Brought The Orchids' oder dem recht sphärisch-packenden 'Nymphetamine' während der Mondfinsternis, jedoch war dann ohne Verabschiedung zehn Minuten früher Schluss als erwartet. Na ja. (AK)

 

 

Nach dem NOVEMBRE-Desaster hab ich mir JACK FROST gleich von vornherein geschenkt, denn auch dort sollte man Songfeinheiten heraushören, was ich anhand des Zeltsounds doch eher nicht mehr für möglich hielt. Sorry! (HG)

 

ANATHEMA sind und bleiben eine der intensivsten, beeindruckendsten und besten Livebands dieses Planeten. Unglaublich eindringlich, feinfühlig und hingebungsvoll beendeten die Cavanagh-Brüder und ihre Band das diesjährige Breeze-Programm, und auch wenn der Kontrast zum restlichen Festivalprogramm recht groß war (oder gerade deshalb?), ließ sich eine beeindruckend große Menge Fans von den Briten aufs Vortrefflichste Verzaubern. ’Fragile Dreams’, ’Deep’ oder die Trip-Rock-Schönheit ’A Natural Disaster’ (mit der zauberhaften Lee Douglas am Gesang) versetzten jeden in eine wundervolle Trance und man erwachte erst ungläubig, als die eigentlich verschmähten Altperlen ’Sleepless’ und ’A Dying Wish’ urplötzlich intoniert wurden und auch in der semi-akustischen Rockversion sehr gut funktionierten. Hossa. ANATHEMA beendeten danach ihren leider viel zu kurzen Gig sehr stilsicher mit dem gigantischen PINK FLOYD-Zauberstück ’Comfortably Numb’. GIGANTISCH, da konnte auch der völlig unerklärlich plötzlich auf der Bühne rumstolpernde DESTRUCTION-Butcher nix dran ändern!!! (HG)

 

Tja, und für DARK FORTRESS hatte dann leider keiner von uns mehr die Power...was aber auch weiter nicht allzu schlimm sein dürfte, nach vier Tagen Vollbedienung...c-ya next year!!! (HG)

 

 

Bericht: Hage (HG), Bommi (BS), Markus (MG),

sowie die unseres Dankes sicheren HEAVY-Gäste Andrash (AK) und Josi (JH)

Fotos: Markus

Layout: Hage

 

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