SUMMER BREEZE OPEN AIR 2008


 

Freitag, 15.08.2008

 

MAIN-STAGE/PAIN-STAGE/TENT-STAGE

(in chronologischer Reihenfolge)

 

Dass die Hamburger DARK AGE schon um elf Uhr morgens den Freitag eröffnen "dürfen", wird wohl ein ewiges Geheimnis bleiben. Die sicher beste Melodic Death-Metal-Band Deutschlands, die ihren ganz eigenen Stil gefunden hat, und trotzdem jedem Göteborg-Fan gefallen wird, hätte eine weitaus spätere Spielzeit verdient. Den Fans ist es egal, sie genießen einen glänzenden Gig einer bestens eingespielten Band um Sänger und Gitarrist Eike Freese, der wie immer nicht griesgrämig sondern gut gelaunt das musikalische Frühstück einläutet. (AK)

 

Die Gelderländer Lokalpatrioten HEIDEVOLK aus Holland mussten am Freitag bereits als zweite Band ran und zahlten auf der Main-Stage einen dementsprechenden Preis: Leute waren reichlich da. Der Sound war allerdings absolut mies! Außerdem war die Band leider nur mit einem der zwei Sänger angereist. Der verbliebene Einzelfronter gab zwar stimmlich Stoff ohne Ende, was aufgrund der schlechten Abmischung aber quasi gar nicht rüberkam. Immerhin war die Geige gut abgemischt. HEIDEVOLK zählen zwar zu den heißesten Newcomern im Pagan-Metal, davon war aber leider heute aufgrund der Soundprobleme nicht viel zu merken obwohl die Band von Anfang an Vollgas gab. Sehr schade! (BS)

 

Zu High Noon haben sich bei MIDNATTSOL leider immer noch nicht allzu viele Leute vor der Bühne eingefunden, um den als Nordic Folk Metal bezeichneten Songs der deutschen Band um die norwegische Sängerin Carmen Elise Espenaes, Schwester von bekannter Liv Kristine, zu lauschen. Allerdings mussten sie sich mit einem Verrückten befassen, der auf die Bühne gestürmt ist, was jedoch cool gemeistert wurde. Die Band hat bereits einige  Hits im Programm, wobei die neueren Tracks ihrer zweiten Scheibe 'Nordlys' wie etwa 'Skogens Lengsel' weit härteren  Gothic Metal darstellen. Wenn sich die Band noch etwas ausgereifter bewegt, steht hier sicher ein großer Aufstieg an. (AK)

Kontrastprogramm dann so wie wir es vom Summer Breeze kennen und lieben mit 3 INCHES OF BLOOD, den verrückten Kanadiern, die mit zwei Sängern von Falsetto Heavy-Gesang bis bösen Hardcore-Growls die Brücke zwischen Modern und Power Metal schlagen, dabei aber natürlich die Massen spalten und aber gerade deshalb eine Ausnahmestellung innehaben. Nicht jedermanns Sache, wie vermutet. (AK)

 

SCHELMISH waren auf dem Summer Breeze (leider) nicht mit ihrem reinen Mittelalter-Programm unterwegs, doch auch ihre Mittelalter-Rock-Schiene wurde von den Zuschauern von Beginn an sehr beifällig aufgenommen. Bei der obligatorischen Stripeinlage von Luzi das L. gab es kaum noch ein Halten und auch dem sympathischen Aufruf des Fronters Dextro zum Headbangen – „Hier sind doch viele Leute mit langen Haaren, oder? Benutzen!“ - wurde widerstandslos Folge geleistet. (JH)

 

MAD SIN – öfter mal was anderes. Was kann diese Band Arschtreten Himmelherrelvisnochmal! Kein Wunder zählt diese Band zur absoluten Speerspitze der deutschen Psychobilly-Punkszene! Schon allein Fronter Koefte geht ab wie ein Schnitzel und rockt trotz TANKARD-Gedächtniskessel über die Bühne wie ein Verrückter. Die Gitarre rockt und treibt und der Kontrabass kickt ordentlich. Als die Jungs dann auch noch „I Shot The Sherrif“ durch den Rock ’N Roll-Reißwolf jagten, dass die Saiten qualmten dürften sich allen Anwesenden gedacht haben: Yeah, was für eine Party! Saugeil! (BS)

 

MEGAHERZ?? Was die gibt’s noch?? Und warum muss ausgerechnet ich mir das antun?! Haben die nicht schon ihren Zenit überschritten? Na doch haben sie, aber trotzdem will eine recht stattliche Menge die alterenden Deutschrocker begutachten. Seit ein paar Jährchen schon ohne ihr Aushängeschild am Mikro, der nun lieber als Checker bei Dmax bzw. mit EISBRECHER sein Unwesen treibt, fehlt denn aber mittlerweile auch das letzte Interessante in der Band... Ach halt mal, stimmt die machen ja auch noch Musik?! Naja die is aber vollkommen belanglos, zudem erwischt die Band einen eher mauen Sound, tja aber schön, dass ich deshalb meinen Schlaf unterbrochen hab!!! (MG)

 

 

Die im Anschluss spielenden KORPIKLAANI fand ich insgesamt gesehen ein wenig belanglos und auch die im Vergleich zu anderen Main Stage-Bands nicht ganz so zahlreich erschienenen Zuschauer sprachen für diese Einschätzung. Die, die gekommen waren feierten den Folk-Metal der Finnen aber trotz Allem. Nicht nur bei KORPIKLAANI konnte man übrigens beobachten, wie man versuchte, den diversen Crowdsurfern die Schuhe auszuziehen. Was den Leuten nicht alles einfällt… (JH)

 

ENEMY OF THE SUN benötigten eine kleine Aufwärmphase, bis ihr moderner Metal beim Publikum so richtig zündete, im Laufe des Gigs machte es aber immer mehr Spaß, der Band um Gitarrero Waldemar Sorychta zuzusehen. Kurz vor Schluss enterte noch überraschend Gus Chambers die Bühne und da nun schon einmal die Hälfte der momentan auf Eis liegenden GRIP INC. vor Ort waren, ließen sie es sich natürlich auch nicht nehmen, zwei Songs der Band zu zocken. (JH)

 

Metalcore... jaja, Arsch lecken! Das haben früher schon ganz andere gemacht und damals war das noch echter Hardcore mit Metalriffs. Und wer hat’s erfunden? Unter anderem die New Yorker-Szenelegende PRO-PAIN. Und genau diesen Status stellten die Mannen um Gary Meskil heute absolut unter Beweis. Keine Lippenpiercings, keine Röhrenjeans und keine Mit-dem-zweiten-sieht-man-besser-Scheitel – einfach nur Hardcore pur, ohne Schnörkel und mit unglaublicher Wucht. Songs wie „In For The Kill“, „Shine“, „Fuck It“ oder auch der Rausschmeißen „All For King George“ sorgten für einen heftigen Pit und machten allen Anwesenden klar, dass diese Band noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Fett! (BS)

 

XIV DARK CENTURIES sind eine der Bands, die eine beeindruckende Konstanz an den Tag legen wenn es darum geht, mich zu Tode zu langweiligen. Die Musik ist eintönig, pseudo-symphonisch und irgendwie zu dudelig und auch live vermögen die Thüringer nicht mich vom Hocker zu reißen. Dennoch sahen das wohl viele Leute im Partyzelt anders, denn die Band wurde richtiggehend abgefeiert. Auch schön! (BS)

 

     

 

Die Thrash-Giganten der Bay Area, EXODUS, hatten wie erhofft, leichtes Spiel, die Mosher auf ihre Seite zu ziehen und für Bewegung im Volk zu sorgen, auch wenn die ersten Reihen leider durch ausgefallene Boxen nicht so richtig die Dröhnung mitbekamen und etwas reglos dastanden. Der Rest dafür grölte spätestens den Oberhit 'War Is My Shepherd' aus allen Röhren mit, kein Bein blieb hier ruhig. Forever Thrash! (AK)

 

ELUVEITIE legten heute eine ziemlich schwachbrüstige Vorstellung hin Der Sound auf der Pain-Stage hatte null Druck, von daher kam wirklich NICHTS rüber. Einzig der obligatorische Abschluss mit dem großartigen „Tegernakô“ trat nochmal etwas mehr Po aber das war es dann auch. Da hat man die Schweizer Kelten-Folker schon wesentlich stärker erlebt! (BS)

 

Die Musik der Gothic-Rocker BELOVED ENEMY entsprach leider gar nicht meinem Geschmack und damit stand ich wohl auch nicht alleine da, denn obwohl die Band erst auf den frühen Abend spielte, waren nicht sonderlich viele Zuschauer vor der Bühne erschienen. Man muss den Jungs aber zu Gute halten, daß sie sich den Spaß trotzdem nicht verderben ließen und einen überraschend heiteren und erfrischenden Auftritt zeigten. (JH)

 

   

 

Bei AS I LAY DYING ging so richtig was, ganz offensichtlich waren die Metalcore-Vorreiter aus US und A sehnlichst erwartet worden. Mit „Nothing Left“ stürmten die Jungs auf die Bühne und gaben von Anfang an Vollgas, und das mit durchaus gutem Sound. Besonders Drummer Jordan Mancino propellerte sich mit reichlich Karacho durch den Gig, Sänger Tim Lambesis fegte wie ein wildgewordener Animateur über die Bühne und Bassist Josh Gilbert brachte seine Clean-Vocals auch live absolut souverän rüber. Publikumstechnisch hatte ich mir den Zustrom aber doch etwas größer vorgestellt. Wer da war, ging aber absolut steil wie man beispielsweise an den lautstarken Publikums-Sing-A-Longs bei „Forever“ merkte. Dennoch muss bei HEAVEN SHALL BURN laut einiger Leute wohl wesentlich mehr los gewesen sein. (BS)

 

 

Die letzte Show von ROTTEN SOUND auf einem Open-Air hatte ich eher in schlechter Erinnerung. Zu wenige Bewegung, viel Langeweile und eine zu große Bühne.. Aber erstens ist dies nun schon 2 Jährchen her und zweitens hat die Band dieses Jahr bereits eine ausgiebe Clubtour hinter sich und man merkt, dass die Jungs aufeinander eingespielt sind. Von der ersten Sekunde an gibt’s hier voll auf die Fresse, schnörkellos pflügen sich die Finnen quer durch ihre Discographie und die hungrige Grindcore-Meute frisst der Band sowieso aus der Hand. Coole Show!! (MG)

 

So, wieder einmal war es Zeit für SIX FEET UNDER!! Aber Moment mal, Chris Barnes nicht zugekifft bis Unterkante Oberlippe? Ja sowas soll es auch noch geben und vorallem konnte man sich somit auf eine gute Show freuen!! Und enttäuscht wurde an diesem Abend wohl niemand, ein gut aufgelegter Chris Barnes mit stimmlicher Höchstleistung, eine gute Songauswahl und Mördersound. Was will man denn mehr?! In diesem Sinne: Suffering In Ecstacy!! (MG)

 

Die Schweden von MÅNEGARM brachten das Wunder fertig, das Partyzelt bis zum Bersten zu füllen, obwohl auf der Main Stage zeitgleich SIX FEET UNDER zu Gange waren. Dies schafften sie aber auch völlig zu Recht, denn nicht nur ihre Bühnenshow war mehr als sympathisch anzusehen (der Geiger hatte anscheinend Hummeln im Hintern), auch musikalisch konnten sie mit ihrem blackig angehauchten Viking-Metal vollends überzeugen. (JH)

 

Den Kanadiern von KATAKLYSM war auf dem Hinflug das komplette Equipment verloren gegangen, dank der schnellen Hilfe der Kollegen von ELUVEITIE und ABORTED konnte der Gig der Deather aber zum Glück trotzdem stattfinden. Von 'As I Slither' über den 'Manipulator Of Souls' bis hin zu 'Crippled and Broken' (welches übrigens dem Turbanmann Singh gewimet wurde) bekamen die Fans einen Nackenbrecher nach dem anderen um die Ohren gehauen und als das obligatorische 'In Shadows And Dust' nach einer knappen Stunde dann schließlich den Abschluss einläutete, schaute ich in fast ausschließlich glückselige Gesichter.

Kurzer Nachtrag: Direkt vor dem Auftritt von KATAKLYSM hatte übrigens erneut ein Mitmensch das Bedürfnis, sich mitten ins Publikum zu entleeren - ich frage mich, warum gerade ich so etwas auch immer noch mitbekommen muss... (JH)

 

Oh je, was ist denn das?? Den Outfits nach befürchte ich schon das schlimmste. Bitte kein DEATHSTARS Verschnitt!! Na ganz so schlimm kam’s dann doch nicht. Irgendwo zwischen Rock'n'Roll, Heavy Metal und ner ordentlichen Prise Klischee. Objektiv mögen SHADOW REICHENSTEIN (was für ein bescheuerter Name!!) vielleicht gar nicht mal so schlecht sein, aber definitiv nicht mein Fall, deshalb erspar ich mir besser weitere Worte... (MG)

 

Bereits vor Beginn ihres Auftrittes wurden SUBWAY TO SALLY frenetisch bejubelt und mit Sprechchören gefeiert und als die Potsdamer dann schließlich die Bühne enterten, gab es kaum noch ein Halten. Von Anfang an wurden Stücke wie 'Sieben', ’Henkersbaut', 'Erdbeermund', 'Kleid aus Rosen' oder der Bundesvision Song Contest-Siegersong 'Auf Kiel' inbrünstig mitgesungen und selbst, als sich die Band nach ihrem zweieinhalbstündigen Gig dann schließlich verabschiedet hatte, tönten die Fangesänge noch über das Gelände. (JH)

 

     

 

Opeth für Arme auf modern? So oder so ähnlich... Können mich TEXTURES auf CD schon wenig überzeugen, funktioniert die Mucke live erst recht nicht!! Zumal der Clean-Gesang einfach noch störender wirkt. Der zu laute Sound tut sein übriges, so daß ich nach einem Song mich doch lieber wichtigerem zuwende...BIER! (MG)

 

Nicht nur die Gothic-Fraktion bekam einen genialen ASP-Auftritt geboten, die die Menge von Anfang an in ihren Bann ziehen konnten. Wie passend kann eigentlich ein Ambiente noch sein, wenn diese Band zu mitternächtlichen Stunde bei Vollmond aufspielt und einen Song über einen Wehrwolf im Programm hat? 'Schwarzer Schmetterling' oder 'Ich will brennen' beweisen, dass auch solch ein Act auf einem Metalfestival bestehen kann. Parallel zum Vollmond-Erlebnis mit ASP hatten die Österreicher HOLLENTHON um PUNGENT STENCH-Mastermind Martin Schirenc leider mit einem völlig undifferenzierten und einfach nur lauten Sound auf der Zeltbühne zu kämpfen, was ihre Rückkehr auf die Bühne leider sehr trübte und den sonst so phantastischen Atmosphären jegliche Wirkung nahm, ohne dass die Band Schuld traf. (AK)

 

Die Horror-Metaller von THE VISION BLEAK wurden trotz der späten Stunde bereits sehnsüchtig erwartet und obwohl auch sie mit argen Soundproblemen zu kämpfen hatten (diesmal war der Gesang kaum zu verstehen), mobilisierte das Publikum noch einmal alle Kraftreserven, um die Songs inbrünstig mitzusingen und zu ihnen zu bangen, was das Zeug hält. Stücke wie 'Kutulu!', 'Amala & Kamala' oder die 'Black Pharaoh Trilogy' wurden begeistert aufgenommen und somit dürfte sich auch für die Band die späte Spielzeit am Ende doch noch gelohnt haben. (JH)

 

Den nächtlichen Abschluss mit den deutschen Gothic Industrial Rockern JESUS ON EXTASY bekommen wir nach solch einem halb verregneten, langen Tag nur noch in Bruchstücken mit, jedoch passen die harten Beats und rockigen Riffs wie es etwa auch PAIN im letzten Jahr zeigten extrem gut als Abschluss, die Fans bewegen sich im harten Takt bis in die letzten Reihen im Zelt, bis um drei Uhr wirklich Schluss ist, es steht noch ein Tag an! (AK)

 

 

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