POWER OF DOOM FESTIVAL I - Würzburg, Soundpark Ost – 08.09.2007


 

Kann Deutschland ein weiteres Doom-Event vertragen? Aber sicher doch, denn davon kann´s eigentlich nie genug geben und so war es auch eine Freude zu sehen, daß die Macher des KEEP IT TRUE und des UP FROM THE GROUND im für Metal-Gigs perfekten Soundpark Ost zu Würzburg um das Tourpackage CANDLEMASS/POWERWOLF ein kleines Festival mit den zusätzlichen Bands WARNING, OFFICIUM TRISTE und THE LAMP OT THOTH gebastelt hat.

 

Die Fans dankten es ihnen und waren schon beim Opener THE LAMP OF THOTH beeindruckend zahlreich am Start. Die englischen Newcomer, deren Debüt demnächst beim kultigen Miskatonic Foundation Label von SOLSTICE-Chef Rich Walker erscheint, sahen sich erstaunlicherweise etlichen sehr euphorischen und textsicheren Fanatics gegenüber, die lauthals die Texte mitgröhlten und ihre Fäuste reckten. Ein sehr ordentlicher Einstand der Band mit der hübschen Drummerin (!!!) Lady Pentagram, die mit ihrem kautzigen und doomigen Classic-Rock irgendwo zwischen PAGAN ALTAR, MANILLA ROAD und PENTAGRAM auch musikalisch mehr als überzeugen konnten.

 

Nachdem es mir aus diversen Gründen (mußte mir unbedingt einen neuen ATLANTEAN KODEX-Song anhören...naja, eigentlich eher fünfmal...) leider nicht möglich war die holländischen Doom-Deather OFFICIUM TRISTE anzuschauen, enterte ich gerade wieder rechtzeitig den Club für den mächtigen Wolf. POWERWOLF spielen natürlich keinen Doom, und wurden zunächst auch eher verhalten und argwöhnisch empfangen, überzeugten dann aber einmal mehr auch dieses Publikum durch ihre höchst unterhaltsame, mitreißende und professionelle Performance und Songperlen der Marke ’We Take It From The Living’, ’Prayer In The Dark’, ’Saturday Satan’, ’In Blood We Trust’ und glücklicherweise auch ’Kiss Of The Cobra King’. Da machte es auch weiter nix, daß Frontmann Attila stimmlich sehr angeschlagen nur mit Hilfe von Cortison und massig Wasser eine für seine Verhältnisse eher wacklige Leistung zu bringen vermochte, was er aber sehr sympathisch tat!

 

 

Der mittlerweile proppevolle Soundpark Ost wartete dann sehnsüchtig auf das einzige Deutschland-Gastspiel der immer noch nur als Geheimtip gehandelten WARNING (ihre Platten sind aber leider auch nach wie vor nahezu nirgends zu bekommen...muss das sein werter Miskatonic-Rich???). Auch wenn mir an diesem Abend ihre sehr langsamer, melancholischer und ursprünglicher Doom-Sound nicht ganz so reinlaufen wollte, war die geschlossen vertretene Fangemeinde hellauf begeistert ob der Darbietung von Front-Charismatiker Pat Walker und seinen UK-Herren. Und auch wenn der neue Kurzhaarschnitt des Sängers/Gitarristen ein paar Trauerrunzeln hervorrief, schafften er und WARNING als beeindruckende Einheit das Kunststück, eine ganz eigene Atmosphäre zu erzeugen und die Fans in dieser gänzlich zu fesseln, egal ob da der Opener gut und gerne 12 Minuten lang gewesen sein mag. Wow!

p.s.: Mittlerweile gibt es die freudige News zu vermelden, daß CYCLONE EMPIRE (u.a.verantwortlich auch für die SOLSTICE- und COUNT RAVEN-Re-Releases) sich der beiden WARNING-Scheiben angenommen haben und diese im Frühjahr 2008 veröffentlichen werden!!!

 

   

 

Letztlich war aber doch jeder nur auf CANDLEMASS gespannt (naja, okay, nicht jeder, denn es war nicht mehr ganz so voll, wie bei WARNING) und die Spannung im Saal war förmlich greifbar: Würde Neu-Sänger Robert Lowe die schlechten Live-Kritiken im Vorfeld widerlegen? Laßt es mich kurz machen: Ja, er konnte...und wie! Der SOLITUDE AETURNUS-Sangesgott bot eine hervorragende Leistung, war natürlich noch ein wenig nervös und zurückhaltend, aber es hatte auch keiner erwartet, daß er gleich den Doom-Dance auf die Bretter bringt. Stattdessen konnte er gleich zu Beginn Über-Klassiker wie ’At The Gallows’, ’Well Of Souls’ und ’Solitude’ wunderbar interpretiert punktlanden und die Fans schnell auf seine Seite bringen. Die neuen Songs (u.a. ’Copernicus’, ähm ’Devil Seed’ und das ÜBERRAGENDE ’Of Stars And Smoke’) kamen auch sehr gut an, mit ’Black Dwarf’ wurde auch das letzte Messiah-Album berücksichtigt und auch wenn kaum noch jemand im Publikum noch Stimme hatte, gab´s als Zugaben das lange vermißte und überragend dargebotene ’A Sorcerer´s Pledge’ (mein absoluter CANDLEMASS-Favesong ever!) und den vehement geforderten und frenetisch bejubelten Samarither (’Samarithan’). In dieser Form und mit dem zwar lange nicht so dominanten und entertainenden, aber sehr charismatischen Robert Lowe an Bord werden wir noch viel Freude mit den schwedischen Doom-Godz haben.

 

     
     

 

Bericht + Layout: Hage

Photos: Bomber

 

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