Party.San Open Air 2003   

07. - 09.08.03 - Bad Berka 


Samstag  09.08.2003

 

 

FALLEN SAINTS

 

Im Vergleich zur Opener-Band vom Vortag war bei den gefallenen Heiligen noch weniger los. Vielleicht 30 Nasen hatten sich direkt vor der Bühne zusammengerottet, der Rest versuchte den Kater zu pflegen oder irgendwie der gnadenlos brennenden Sonne auszuweichen. Naja: diejenigen, die da waren, konnten sich jedenfalls eine ordentliche Packung melodischen Death Metal abholen, den man am ehesten mit AMON AMARTH vergleichen kann. Vor allem wurde die Zeit genutzt, um das neue Werk ‚The Source Of Decease’ vorzustellen, das Sänger Oli mehrfach ankündigte. Leider hatten auch FALLEN SAINTS mit technischen Problemen zu kämpfen, und teilweise kam die Mucke etwas holprig aus den Boxen. Dennoch gingen die Jungs engagiert zur Sache, wodurch der Gig ein „ok“ bekommt. (Jan)

 

DARK FORTRESS

 

Danach folgte eine ziemlich Überraschung! Im Vorfeld hatte ich ja schon viel Positives über die Black Metaller von DARK FORTRESS gehört, und dem wurden sie auch absolut gerecht. Natürlich stilecht mit Schminke versehen, marschierten sie böse dreinschauend auf die Bühne und konnten mit ihrem schnellen Black Metal schon deutlich mehr Leute begeistern als ihre „Vorband“. Viele geniale Melodien, ordentlich stampfende Midtempo-Parts und fleißig bangende Musiker – all das zeichnete ihren Gig aus, und ließ das Publikum ordentlich Applaus spenden und sogar nach einer Zugabe verlangen! Neben ihren Eigenkompositionen gab es auch ein geiles UNANIMATED-Cover – yeah! Wirklich ein guter Gig, auch wenn das Evil-Gepose, die Schminke und so weiter bei Dunkelheit bestimmt deutlich besser rüberkommt. (Jan)

 

Tja, shit happens. Ich hatte mich echt auf den Gig der hoffnungsvollsten deutschen Melodic Black Metaller gefreut. Aber zu diesem Zeitpunkt spielte mein Kreislauf aufgrund einiger „White Russians“ zuviel am Tag zuvor (ein fetter Dank geht an die Brutz & Bräkel-Crew raus) komplett verrückt (war kein schöner Anblick! - SasH) und so konnte ich die klasse Songs der Franken leider nur vom Campingplatz aus hören. Der Sound war jedoch am gesamten Wochenende dort wesentlich besser als auf dem Festivalgelände (ja ja, die Winde) und so konnte ich zumindest akustisch einem scheinbar sehr coolen Gig beiwohnen. Dass die Burschen auch noch ein Cover der seligen UNANIMATED auspackten wurmte mich dann allerdings schon gewaltig, denn da hätte ich gern die Reaktionen der Fans mitbekommen. Egal. (Hage)

 

Und wenn keiner draufkommt wie das UNANIMATED Cover hieß, muss halt ich wieder die Antwort geben: "Dead Calm"! Und es war echt göttlich! (SasH)

 

KATAFALK

 

Weiter ging’s mit KATAFALK aus Holland, deren Labelboss Henri (GOD DETHRONED) sich ebenfalls mit unter das Volk mischte, um den Gig seiner Schützlinge zu begutachten. Die Band bretterte ihren superschnellen, heftigen Death/Thrash dann auch ohne Kompromisse in die Reihen und entpuppten sich dabei als äußerst versierte Musiker. Auch der recht gute Sound unterstützte den positiven Gesamteindruck – den meisten Besuchern war allerdings wohl immer noch nicht wirklich nach Abfeiern (die erste Reihe mal ausgenommen), und so mussten die Holländer weitestgehend mit Applaus vorlieb nehmen. Ne richtig coole Ansage wurde dann auch noch zum Besten gegeben: „This is a song about hatred – this is HAAAATREEED“.  Äääh ja.... Natürlich legte man das Hauptaugenmerk auf den aktuellen Longplayer ‚Storms Of The Horde’, und Songs wie „Cannonfodder“ sind schon echte Granaten. (Jan)

 

THORIUM

 

Als nächstes waren dann die Dänen von THORIUM an der Reihe, die wie ein zusammengewürfelter Haufen Musiker wirkten und mich nicht nur optisch nicht vom Hocker rissen, da Songs wie „Unleashing the Demons“, „Crest for War“, „Impaled“, „Hateful Vengeance“, oder „Constructor of Chaos“ nicht wirklich originell waren. Alleine die beiden Coversongs (CANCER "Cancer Fucking Cancer" [KULT!!] und DEICIDE „Lunatic of God´s Creation“) schafften es bei mir einigermaßen Aufmerksamkeit zu erregen. Dennoch schien es etlichen Bangern zu gefallen, welche THORIUM auch angemessen abfeierten. (SasH)

 

Setlist THORIUM;

Unleashing the Demons

Crest for War

Abomination of God

Impaled

Countless Ways to die

Desecrating the Graves

Cancer fucking Cancer (CANCER)

Hateful Vengeance

Infestation of Salvation

Constructor of Chaos

Lunatics of Gods Creation (DEICIDE)

 

ABORTED

 

Die belgischen Brutalo-Deather hatten es dann nicht gerade leicht, mit ihren technisch doch recht anspruchsvollen Tracks bei den Fans Gehör zu finden. Dennoch schienen einige Fans von ABORTED anwesend zu sein, die den unspektakulären, aber technisch einwandfreien und ordentlichen Gig mit Dauerbangen begleiteten. (Hage)

 

Eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass mir die belgischen Death Metal Manicas von ABORTED live so gut gefallen würden, da sie mich bisher aus der Konserve nicht reizen konnten. Allerdings legten sie beim Party.San eine beeindruckende Performance hin, die mich wirklich umgehauen hat. Ich glaube, die muss ich mir doch noch mal auf CD anhören. (SasH)

 

DESASTER

 

Ich muss zugeben, dass ich schon etwas gespannt war, was mich nun bei DESASTER erwarten würde, da ich zuvor immer zu hören bekam, dass die deutschen Blacker live wirklich sehr beeindruckend sein sollten. Wenn ich nun ehrlich bin, habe ich wohl etwas zu viel erwartet, da ich nicht sonderlich viel außergewöhnliches vernehmen konnte, außer dass die Jungs eine enorme Spielfreude an den Tag legten und somit mit Tracks wie „Profanation“, „Divine Blasphemy“, „Metalized Blood“ oder „Sacrilege“ das Publikum schnell auf ihrer Seite hatten. Daumen hoch, auch wenn die Hi Hat wirklich sehr penetrant nervig abgemischt wurde (dauernd „tststststststststs“ stechend im Ohr geht nach spätestens einer Minute auf den Sack!! – SasH)! Coole Show, allerdings nicht wirklich außergewöhnlich. (SasH)

 

PRIMORDIAL

 

Auf PRIMORDIAL hatte ich mich neben NAGLFAR und DIMENSION ZERO am meisten gefreut, war ich doch bisher noch nie in den Genuss eines ihrer Gigs gekommen. Als die Iren um Sänger und Berufspsychopath Alan A. Nemtheanga dann ihren Set begannen stach einem sofort das extravagante, suizidale und leidende Stageacting des Frontmanns ins Auge. Dieses passte zu den recht depressiven, aber dennoch stets extrem harten und drückenden Killersongs wie ’Cast To The Pyre’, ’Storm Before Calm’, ’Spirit The Earth Aflame’, ’Gods To The Godless’, ’Among The Lazarae’ oder dem abschließenden Demo-Knaller ’To Enter Pagan’ sehr gut, wenn auch ich leider sagen mußte, daß seine Mimik und Gesten sich einfach zu oft wiederholten und dadurch der anfängliche Charme des Außergewöhnlichen schnell einer gewissen Eintönigkeit wich. Aber dies war eher nebensächlich, denn die Songs und die frenetischen, wenn auch aus zu wenigen Kehlen und von zu wenigen Händen erzeugten Euphoriebekundungen standen für einen großartigen Gig, der allerdings bei Dunkelheit noch besser zur Geltung gekommen wäre. (Hage)

 

 

DIMENSION ZERO

 

Meine Güte, wie groß war letztes Jahr die Freude, dass die Schweden-Tod-Helden DIMENSION ZERO endlich ihr erstes Album veröffentlichten. Etliche Jahre nach der grandiosen EP konnte man fast nicht mehr damit rechnen. ’Silent Night Fever’ wurde dann auch ein Brett vor dem Herrn und die Erwartungen meinerseits vor diesem Gig beim Party San waren entsprechend hoch. Leider schienen nicht wirklich viele Fans die Band zu kennen, denn derart leer war´s normalerweise nur bei den ersten beiden Bands jeden Tag. Egal, dann hat man wenigstens Platz, um komplett auszurasten! Doch leider spielte zunächst der Sound nicht ganz mit, und dann die Stageperformance der eigentlich sehr erfahrenen Herren. Gerade von IN FLAMES-Gitarrist Jesper Strömblad könnte man eigentlich erwarten, dass er aufgrund seiner Routine abgeht wie ein Zäpfchen…jedoch steht er leider genau wie alle anderen Saitenquäler nur recht lustlos und statisch in der Gegend rum. Noch nicht einmal die Matte wird oft gekreist. Einzig Ex-MARDUK-Sänger Jocke, der eher wie ein Punk ausschaute, machte mit seiner Action ein wenig was wett. Abgesehen von der ernüchternden Performance musste man bei DIMENSION ZERO aber eindeutig von der wohl musikalisch genialsten Band des gesamten Wochenendes sprechen, da Melodic-Death-Meilensteine wie ’Your Darkest Hour’, ’Silent Night Fever’, ’Through The Virgin Skies’, ’The Murder In’ oder auch die neuen Kracher ’Dimension Zero’ und ’Killing My Sleep’ zwar thrashiger aber dennoch unglaublich brillant und tight as fuck vorgetragen wurden. Auch wenn man sagen könnte, dass die Schweden besser nur Platten aufnehmen und keine Gigs mehr spielen sollten, gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass die Burschen durch etliches Touren eventuell ein wenig der Bühnenpräsenz ihrer Kollegen von THE CROWN oder IMPIOUS sich aneignen können…am besten würde das mit eine gemeinsamen Tour funktionieren. (Hage)

 

Setlist DIMENSION ZERO

Dimension Zero

Your darkest Hour

The Murder Inn

Blood on the Streets

Not even dead

Immaculate

Killing my Sleeper

Through the Virgin Sky

Silent Night Fever

 

 

 

BEHEMOTH

 

Es war nun die Zeit gekommen, dass die beste Bands des Festivals die Bühne betritt. Haben mich die Polen schon in Wacken sehr beeindruckt, sollte das Ganze hier beim Party.San noch mal überboten werden. Gleich mit dem genialen Opener „Antichristian Phenomenon“ gingen BEHEMOTH in die Vollen und nahmen auch keine Gefangenen. Die Atmosphäre war von Anfang bis zum Ende einfach gigantisch und es war wirklich beeindruckend, wie arsch-tight die Band Songs wie „From the Pagan Vastlands“, „Christians to the Lions“ (mein absoluter Libelingstrack!), „As above so below“ (der beste Song auf „Zos kia cultus“) oder den Livehit „Chant for Eschaton“ runter spielte. Dabei ließ man es sich nicht nehmen die Show mit einigen Einlagen wie Intros zwischen den einzelnen Tracks oder auch einer Feuerspuck-Nummer aufzumotzen. Ich kann wirklich ur jedem empfehlen sich bei der nächsten Gelegenheit ebenfalls eine Show von BEHEMOTH anzuschauen, da sie live wirklich eine Macht sind und sich nicht hinter ihren Landsmännern VADER verstecken brauchen! (SasH)

 

 

Setlist BEHEMOTH

Antichristian Phenomenon

From the Pagan Vastlands

Heru ba ha (Let there be might)

Christians to the Lions

No Symphathy for Fools

Decade of Therion

As above so below

Chant for Eschaton

Pure Evil and Hate

 

KATAKLYSM

 

Ooooh ja – was habe ich mich auf diesen Gig gefreut, und meine Erwartungen wurden weit übertroffen!!! Es ist schon erstaunlich, wie sich die Kanadier in den letzten Jahren zu einer festen Grösse im Extrem Metal - Bereich entwickelt haben. Vor ein paar Jahren wäre jedenfalls eine Co-Headliner-Position auf solch einem Festival undenkbar gewesen. Unter lautem Jubel kamen die Jungs um den schönen Maurizio - begleitet von einem Intro - auf die Bühne gestiefelt, und ließen gleich mit ihrem Opener „In Shadows & Dust“ so ziemlich jede Matte kreisen. HAMMER!!! Da lässt man auch schon mal fast sein Bier fallen, um seine Rübe im Takt mitzuschwingen. Der Song groovt einfach wie Hölle. Auch im weiteren Verlauf des Gigs wurden natürlich Songs des immer noch aktuellen Albums mit einem 1A-Sound ausgestattet durch die Boxen gejagt, gemischt mit Tracks von ‚Epic’ und ‚The Prophecy’. Mit einem Song von ‚Temple of Knowledge’ kramte man auch noch ein Mal in der Mottenkiste, bevor mit „Serenity in Fire“ ein neuer Song vorgestellt wurde, bei dem einfach nur die Kinnladen runter fielen – noch so ein Groovemonster! Da kommt nächstes Jahr was ganz Großes!!!!! Zwischendurch räumten Sänger und Saitenfraktion dann auch mal die Bühne, um ihrem neuen Drummer ein wenig mehr Rampenlicht zu gönnen. Und der bewies dann auch mehr als eindrucksvoll, dass er den „Nothern Hyperblast“ voll drauf hat und seinem Vorgänger in nichts nachsteht – der helle Wahnsinn... kann ein Mensch wirklich so schnell auf die Snare kloppen?! Das Publikum feierte die Band jedenfalls nach allen Regeln der Kunst ab, und wollte immer mehr und mehr. Und auch die beiden immer wieder los puckenden Feuerfontänen am Bühnenrand machten diesen Gig zu einem wahren Vergnügen. Unglaublich – mehr fällt mir dazu nicht mehr ein! (Jan)

 

MARDUK

 

Mit MARDUK kam dann auch schon der (offizielle) Abschluss des Party.San´s 2003 (mal ehrlich, wenn interessiert schon VERSTÄRKERTOD? – SasH). Hatte man im Vorhinein doch eine gaaaaaanz besondere Show versprochen, bemerkte man davon während des Auftrittes nicht wirklich viel, mal abgesehen davon, dass die Setlist einer Best of („Jesus Christ sodomized“, „Wolves“, „On darkened Wings“, „World Funeral“, „Baptism by Fire“, „The Black“...) glich und bei „The Black“ (oder war´s doch „Christraping Black Metal“?) kam dann auch Jocke (aka Joakim av Grav) auf die Bühne um mit Legion ein Duett darzubieten. Letzterer war übrigens den ganzen Auftritt über aufgedreht wie ein Backenhörnchen in der Brunft, weswegen er die ganze Zeit energetisch das Publikum anfeuerte und meiner Meinung nach seinen bislang besten Auftritt bestritt! Zwar müssen wir jetzt erst anderthalb Jahre warten bis wir wieder etwas von MARDUK zu sehen / hören bekommen, aber dafür freut man sich nach so einer grandiosen Show erst recht wieder auf ein nächstes Mal! (SasH)

 

Setlist MARDUK

Jesus Christ sodomized

Hearse

Slay the Nazarene

Wolves

Azrael

On darkened Wings

World Funeral

Obedience

Bleached Bones

Baptism by Fire

Christraping Black Metal

The Black

-----------

With Satan and Victorous Weapons

Still fucking dead

Fistfucking Gods Planet

 

Fazit: Das Party.San braucht sich wirklich nicht hinter den ganz großen zu verstecken! Hier zählen noch ganz die Mottos: "Klein aber fein" und "Weniger ist manchmal mehr!". Zwar gab es nicht ganz so große Headliner im Formate von IN FLAMES, SLAYER, TWISTED SISTER, DIMMU BORGIR oder TESTAMENT, allerdings waren dafür alle Bands durchweg fast nur als sehr gut zu bezeichnen und in diesem kleinen Rahmen blieb auch alles stets überschaubar und vor allem sehr gemütlich.

Negative Punkte gab es wirklich keine von unserer Seite, aber scheinbar soll es keine Duschen und nicht viele Klos gegeben haben. Dafür waren die Preise mehr als in Ordnung. Essen gab´s um die 2, 3 Euro und das in großen Portionen, Wasser für 1,30 und Bier für 1,70 Euro! Die Security war stets freundlich und hilfsbereit (Originalzitat: "Dafür sind wir ja auch da!"!) und fielen zu keinem Zeitpunkt negativ auf! Für den geneigten Metalfan gab es auch ausreichend genug Merchandise Stände um das Finanzplus wegen der niedrigen Essen- und Trinkenpreise wieder auszugleichen. Einzig negativ fiel also nur das heiße Wetter und die vielen Wespen an unserem Platz auf (nix im Vergleich jedoch zum Summer Breeze!), doch dafür können die Veranstalter nun wirklich nix, hahaha.

Wir sehen uns im nächsten Jahr!

 

Berichte: Hage, SasH, Jan

Fotos: SasH

Layout: SasH


 

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