OVERKILL / EXODUS / TORTURE SQUAD / GAMA BOMB

Aschaffenburg, Colos Saal – 23.02.2009


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Aschaffenburg, Colos Saal

23. Februar 2009

 

Nicht mal ein Jahr ist seit der letzten OVERKILL Tour vergangen, da sind die Jungs aus New Jersey schon wieder bei uns unterwegs. Mit im Schlepptau, die Bay Area Thrasher von EXODUS, die brasilianische Thrash/Death Maschinerie TORTURE SQUAD, sowie die Iren von GAMA BOMB. Ja leck mich doch am Arsch, dass iss mal ein Paket, wie es nur selten geschnürt wird. Drei meiner Lieblingsbands an einem Abend, besser kann ein Rosenmontag gar nicht werden.

 

Beginn 20:00 Uhr, hieß es. Aber man hat ja schon so seine Erfahrung mit dem Colos Saal, also lieber etwas früher da sein. Und richtig, als ich gegen halb Acht ankam, standen GAMA BOMB schon auf der Bühne. Der Saal war schon ganz gut gefüllt, und eine kleine Horde Fans schubste sich zum Sound der Iren ausgelassen hin und her. Der flotte Thrash Metal erinnerte mich irgendwie ein wenig an die seligen DARK ANGEL, jedenfalls hatten die Nummern ordentlich Tempo und gingen gut ins Ohr.

 

 

TORTURE SQUAD sind ja schon seit einigen Jahren immer wieder in deutschen Landen unterwegs, meist aber in kleineren Clubs, wo es auch schon mal vor kam, dass nur eine Handvoll Leute anwesend war. Durch die Tour mit OVERKILL und EXODUS, bekommen die Brasilianer hoffentlich endlich mal die Aufmerksamkeit, die sie auch verdienen. Die Jungs spielen nicht nur geilen Thrashigen Death Metal, sondern lassen auch live eine unglaubliche Energie frei. So viel Spielfreude und Leidenschaft sieht man nicht oft. Auch heute Abend zeigten sie, dass sie ordentlich Feuer im Arsch haben, und zogen mal wieder eine Hammer Show ab. Hier sind Musiker am Werk, die wirklich in dem aufgehen, was sie tun. Da sitzt nicht nur jeder Ton punktgenau, da ist auch immer Action auf der Bühne. Selbst Drummer Amilcar (der heute Geburtstag hatte), ist ein wahrer Zappelphilipp, und geht hinter seinem Kit ab wie ein Tier. Leider hatten die Jungs nur eine halbe Stunde Spielzeit, die es aber mal wieder absolut in sich hatte.

 

 

Als nächstes bliesen EXODUS zur Attacke. Die Jungs kamen auf die Bühne, und fegten mit „Bounded By Blood“ erst mal alles weg. Ein grandioser Einstieg, dem mit „Faboulus Desaster“ auch gleich das nächste Brett folgte. EXODUS hatten für heute eine zwar etwas kurze aber geile Setliste zusammen gestellt, und griffen neben „Children Of A Worthless God“, „Iconoclasm“ und „War Is My Shepard“ hauptsächlich auf älteres Material zurück. Selbst das geniale „Toxic Waltz“ kam mal wieder zum Zuge. Die Burschen waren in bester Spiellaune und zogen mächtig vom Leder. Allen voran natürlich Gary Holt, Mr. „hätte ich keine Ohren, würde ich einen Kreis grinsen“, der wie irre seine Gitarre bearbeitete und die wildesten Solis runter riß. Aber auch Frontbär Rob Dukes brüllte sich die Seele aus dem Leib, und stachelte das Publikum mit seinen Ansagen immer wieder an. Kaum zu glauben, dass der Mann immer noch unter extremen Lampenfieber leiden soll. Immer wieder versuchte er die Menge zu einem Circle Pit zu bewegen, die es aber vorzog, lieber wahllos wie wild durcheinander zu springen. EXODUS sorgten etwa fünfundvierzig Minuten lang für ausgelassene Stimmung im mittlerweile überfülltem Saal, und zeigten, dass sie auch nach fünfundzwanzig Jahren immer noch zu den Besten ihres Fachs gehören. Es geht eben nichts über Good Friendly Violent Fun...

 

Setlist EXODUS:

Bounded By Blood

Faboulus Desaster

Children Of A Worthless God

Piranha

Iconoclasm

A Lession In Violence

War Is My Shepard

Toxic Waltz

Strike Of A Beast

     

 

Nachdem EXODUS eine wirklich geile Show hingelegt haben, war die Frage, ob OVERKILL da ihrer Position als Headliner noch gerecht werden können. Aber Hallo, OVERKILL wären nicht OVERKILL, wenn sie da nicht locker mit halten können. Schließlich sind sie nicht umsonst einer der besten Live Acts überhaupt. Und so kamen sie nach einer kurzen Umbaupause, und taten das, was sie am besten können, nämlich Vollgas geben. Auch die Truppe um Bobby Blitz hatte für heute Abend ein Old School Set zusammen gestellt, und eröffnete auch gleich mit „Deny The Cross“ vom ‚Taking Over’ Album. Neben den üblichen verdächtigen wie Hammerhead“, „Hello From The Gutter“ und „Rotten To The Core“, gab es auch die ein oder andere Überraschung, wie z.B. „Feel The Fire“ oder „Horrorscope“, welche ja schon eine Ewigkeit nicht mehr live gespielt wurden. Auch die OVERKILL Hymne schlechthin “In Union We Stand”, bei dem natürlich der ganze Saal mit dabei war, hatte sich seinen Platz im Programm zurück erobert, aber dafür „Old School“, das bei den letzten beiden Touren ja noch für den mit sing Faktor gesorgt hatte, auf die Ersatzbank gedrängt. OVERKILL begeistern mich immer wieder. Bobby Blitz ist einfach ein erstklassiger Frontmann, der die Massen für sich gewinnen und mit ziehen kann. Außerdem überzeugen OVERKILL mit einer lebendigen Bühnenshow, die Licht und Sound optimal kombiniert. Um kurz nach halb zwölf war das Spektakel dann leider schon wieder vorbei, und das Licht im Saal ging wieder an. Das war wirklich ein Erlebnis heute Abend, ein vier Gänge Thrash Menü vom Feinsten. Alle Bands konnten komplett überzeugen, und den Fans einen Rosenmontag der Sonderklasse bescheren. So was wünsch ich mir auch für’s nächste Jahr.

 

Setlist OVERKILL:

Deny The Cross
Evil Never Dies
Hammerhead
Hello From The Gutter
Rotten To The Core
Elimination
Skull And Bones
Feel The Fire
In Union We Stand
Overkill
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Horrorscope
Fuck You (inkl. MOTÖRHEAD Cover "Overkill")

     
     

 

Bericht + Photos: Thomas

Layout: Hage

 

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