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MOLOKO / GUS GUS - Neu Isenburg - Hugenottenhalle 04.11.03 |
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Nach knapp zweistündiger Anfahrt und recht kurzer Parkplatzsuche kamen wir noch so rechtzeitig in der feierlich wirkenden und Wärme ausstrahlenden Hugenottenhalle (kannte ich bislang nur von diversen Video/DVD-Börsen, aber der Sound war für eine solche 5000er-Halle verdammt gut) an, daß wir vor Konzertbeginn noch locker ein Bierchen schlabbern, die einmal mehr unverschämten Shirtpreise begutachten (satte 25 Euro scheinen bei Gigs wohl üblich zu werden) und uns ein wenig einen Überblick über die doch arg unterschiedlichen Publikumsschichten verschaffen konnten.
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Doch
dann erlosch gegen 20:15 Uhr erstmals das Saallicht und die Isländer von GUS
GUS enterten zu viert die recht große Bühne. Birgir Thorarinsson und Magnus
Gudmundsson kreierten mit ihren Samplern und Synthies den notwendigen Teppich,
damit die beiden Frontleute - der eher an einen Biker oder Metaller erinnernde
langmähnige Stephan
Stephensen
und die unkonventionelle Urdur Hakonardottir - sich darauf vokal und tänzerisch
austoben konnten. Der Sound des Quartetts kann getrost als eine Mischung aus
Techno, House, Dance und TripHop bezeichnet werden und mal abgesehen davon, daß
die Bühnenpräsenz recht mager war und die Ansagen und einige Anfeuerungssprüche
eher an ein Fitness- oder Tanz-Übungsprogramm erinnerten, kann man von einem
erfolgreichen Aufwärmjob der Nordländer sprechen. Das hat gegroovt, aber man muß
die Band dazu nicht unbedingt auf der Bühne sehen, was auch der Großteil des
noch eher zurückhaltenden Publikums so zu sehen schien.

Ganz
anders dann schon von Anfang an die Situation bei der Irisch/Britischen
Ausnahmeformation MOLOKO, wo schon sehr schnell klar war, daß hier Action
auf der Bühne abgeht, was allein schon durch die komplette Liveband mit einem
Drummer, einem Basser (Mastermind Mark Brydon), einem Gitarristen und zwei
Keyboardern/Sampler-Bedienern gegeben war. Und als während des Intros die
einzigartige Frontdame Roisin Murphy hinter dem Backdrop-Vorhang entlangräkelte
und schließlich die Bühne betrat, war der Jubel in der zwar bei weitem nicht
ausverkauften, aber dennoch sehr gut gefüllten Hugenottenhalle riesig! Gekleidet
in ein wie gewohnt sehr obskures Kleid und einen widerlichen Dachsschwanz-Schal
begann
die Irin von Anfang an mächtig Stimmung und Dance-Action zu machen und so kam es
mir während dem gottgleichen Opener 'Familiar Feeling' (auch der Opener des
aktuellen Gourmetalbums 'Statues')
vor, als daß das etwas lethargisch wirkende Publikum noch etwas überfordert und
überrumpelt war. Der weitere Verlauf war dann sehr gut gewählt, da relativ ruhig
und getragener, was die Atmosphäre sicher deutlich vorantreiben konnte. So war
der Jubel nach jedem Song
ohrenbetäubend
(vor allem nach dem wundervollen, stimmlich grandiosen und textlich einfach nur
brillanten 'Absent Minded Friends'), wobei während der Songs eher wenig Bewegung
in der Menge vorherrschte. Ganz anders Madame Extravaganza auf der Bühne, die
überragend gezielt (mit öfter wechselnden und AUF der Bühne umgezogenen
Kostümen) ihre Reize einsetzte mit Gesten und Blicken kokettierte und Flirtete,
stimmlich überragend agierte und einfach Magie verströmte.
Aber was war nur mit dem Publikum los? Beim
Southside-Festival im Juni tanzte das komplette
Zelt ekstatisch und jetzt fast nix? Naja, als dann in relative kurzer
Aufeinanderfolge der Debüt-Hit 'Fun For Me' und der grandiose Mitreißer 'Cannot
Contain This' vom neuen Album kamen, war das Eis dann doch gebrochen, was
nicht
zuletzt auch daran gelegen haben mag, daß Roisin es sich nicht nehmen ließ, in
den Photograben zu jumpen und vorne hautnahen Kontakt mit der Masse aufgenommen
hat. COOL!
Die Hemmungen wurden nun mehr und mehr beiseite gelegt und
man sah doch etliche Dancer on the floor, was angesichts solcher Hits wie 'Pure
Pleasure Seeker', 'Time Is Now', dem ruhigen und
gänsehauterzeugenden
'Statues', dem losgelösten '100%', dem sich in pure Ekstase und Freestyle-Groove
verwandelnde Überstück 'Forever More' und dem abschließenden, in einer sehr
technotischen und ellenlangen Version dargebotenen Singlehit 'Sing It Back' kein
bißchen was mit einem Wunder zu tun hat. Man kann sich zu diesen
unwiderstehlichen Rhythmen, Grooves und Songs einfach nicht beherrschen und
bewegt sich
schon
von ganz allein, ohne daß man´s zunächst merkt.
Nach knapp fünfminütigem megaeuphorischem Zugabeschreien und
Jubelarien vortragen kamen MOLOKO natürlich noch einmal zurück um noch
einmal drei weitere Songs zum Besten zu geben, wobei diese wohl besser im
normalen Set untergebracht gewesen wären und man statt dessen lieber den ein
oder anderen Hit ins Zugabepaket geschnürt hätte. Die Songs sind stark, aber ich
hätte mir doch eher noch das leider übergangene 'Over And Over' gewünscht. Aber
auch wenn die Songs nicht mehr so hitträchtig wie zuvor waren, so war es erneut
Miss "Tausendsassa" Murphy, die nicht nur kostümtechnisch erneut einzigartig zu
Werke ging (Lackstifel, verschlossener Lackmantel und Feder-Maske, und darunter
eine Umstands-Latzhose
mit
irrem Bad-Taste-Muster...), sondern auch showtechnisch sich in eine
Lichterschnur einwickelte, mit ihrem Schatten auf dem Backdrop posierte, wie
wild und leicht psycho-mäßig einen Rosenstrauß in tausen Einzelteile zerknüllte
um sich dann später erschöpft in den Überresten auf dem Bühnenboden zu suhlen.
Ganz große Show. Aber leider war dann nach 105 Minuten endgültig over and out
und eines der genialsten Konzert, die ich je erlebt habe hat seinen nachhaltigen
Eindruck bei mir festgefräst! Immer und Überall gerne wieder!!!
Bericht + Layout: Hage
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(ohne Gewähr)
Familiar Feeling I Want You Absent Minded Friends Day For Night Come On Fun For Me Where Is The What If The What Is In Why? Cannot Contain This Pure Pleasure Seeker Time Is Now Statues 100% Forever More Sing It Back --------------------------------------------------- Being Is Bewildering Blow by Blow Caught In A Whisper / Indigo |
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Die Pics und Logos stammen alle von den entsprechend hinterlegten Pages, von der MOLOKO oder GUS GUS-Page oder aber von www.absentmindedfans.pl!
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