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MÖTLEY CRÜE / DUFF McKAGAN´S LOADED / BACKYARD BABIES Stuttgart, Schleyer-Halle - 15.06.2009 |
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Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle
15. Juni 2009
Das
wurde ja auch höchste Zeit, daß sich die Herren von
Mötley Crüe mal wieder auf den
deutschen Bühnen sehen lassen. Und dazu in einem so perfekt zusammen passenden
Paket mit den schwedischen Rock 'n' Rollern BACKYARD BABIES und DUFF MCKAGANS
LOADED, einem Ableger von GUNS´N´ROSES. Hatte ich mir am Tag davor schon einen
(vom Publikum her sehr laschen) Vorgeschmack in München geholt, lag meine ganze
Hoffnung an diesem Montag auf den Schwaben, die auch tatsächlich die
„Crüe“
mit einer wesentlich besseren Stimmung anstacheln konnten. Ich hätte nicht
gedacht, dass München und Stuttgart so himmelweit auseinander liegen können! Wo
in München die Zuschauer stocksteif vor der Bühne standen und einfach nur
glotzten, brodelte, feierte, sang und klatschte das Publikum in Stuttgart wild
begeistert. Sowohl das Konzert im Münchner Zenith, als auch das in der
Schleyer-Halle Stuttgart waren nicht ausverkauft und die Hallen sogar
abgetrennt. Gewaltig störte, dass die Vorband eine halbe Stunde vor dem
eigentlichen Konzertbeginn auf die Bühne musste. Heißt die Fans die wegen den
BACKYARD BABIES angereist sind, könnten unter Umständen Pech gehabt, und ihre
Helden verpaßt haben.
Die
BACKYARD BABIES fand ich stilistisch gesehen für MÖTLEY und LOADED ein
passender Opener. Dürfte aber leider nicht unbedingt den Geschmack der Oldschool
80er Jahre Rock/Metal Liebhaber im Publikum getroffen haben, die den Löwenanteil
ausmachten. Der Stuttgarter Auftritt war sowohl von der Begeisterungsfähigkeit
des Publikum sowie von der Laune der Band wesentlich besser als in München. Die
Zuschauer ließen sich in den vorderen Reihen gerne zum Klatschen animieren und
hatten auch sichtlich ihren Spaß an dem Auftritt. Die Songauswahl spiegelte eine
Auswahl an Hits aus der gesamten Schaffenszeit der Band wider, die weitestgehend
mit der Zusammenstellung vom Vortag übereinstimmte. Darunter waren Songs wie 'Making
Enemies Is Good', 'Highlights' sowie 'Minus Celsius'. Das Konzert war zwar nicht
schlecht, gehörte aber eindeutig nicht zu ihren besten. Für eine halbe Stunde
Spielzeit mochte man doch nicht so recht in Fahrt kommen wie das bei einer
Headliner Tour der Fall gewesen wäre. Die BACKYARD BABIES sind einfach eine Band
für kleinere Club Konzerte bei denen diese Ihren ganzen Charme entfalten und
sich verausgaben können. Die wildesten Zeiten der Babies scheinen ohnehin vorbei
zu sein, wo der aufgedrehte Gitarrist Dregen schon nach den ersten beiden Songs
vor Bühnenaction in Schweiß zerflossen ist. Aber eine halbe Stunde ist auch
wirklich zu wenig um voll aufzudrehen und dafür war es ein gelungener Auftritt,
weshalb man nachsehen sollte, dass hier nicht das komplette Rock 'n' Roll Power
Paket ausgepackt wurde. (Sabrina)
DUFF
McKAGAN´S LOADED waren nach den eher fast schon ignorierten BACKYARD BABIES
schon bedeutend mehr akzeptiert von den Fans. Klaro, wenn ein Duff McKagen die
Bühne betritt, dann strahlt er direkt eine ganz andere Aura aus, als die
Clubrocker aus Schweden. wäre auch komisch, wenn nicht, denn wozu stand er sein
halbes Leben auf den größten Arena- und Stadionbühnen...naja, zumindest dann,
wenn´s keine Absage gab aufgrund von Axl'scher Unpäßlichkeit. LOADED nutzten
dann, im Vergleich zu den grad mal grob geschätzte 10 qm nutzenden BABIES, auch
gleich mal die gesamte Breite der riesigen Bühne voll aus und wirkten so auch
nie verloren. Musikalisch allerdings würde ich dennoch die Schweden bevorzugen,
denn LOADED´s Material ist zwar okay, aber wahrlich nix Besonderes und auch wenn
die Reaktionen der Zuschauer ganz gut ausfielen, kann sicher nicht davon die
Rede sein, daß hier eine Band sonderlich abgeräumt
hätte...Höflichkeitsapplaus hier, ein wenig Aufregung wegen der Berühmtheit des
blonden Bass-Hünen da und dazu nette Rockuntermalung...mehr war das beileibe
nicht. (Hage)
Für
die meisten ein lang ersehnter Augenblick nach Jahren der Abstinenz endlich
wieder die Glam Rocker aus Los Angeles zu sehen, aber für mich auch der perfekte
Vergleich wie unterschiedlich Konzerte ausfallen können. Und siehe da, in
Stuttgart herrschte eine Bombenstimmung während in München das Publikum gähnende
Langeweile versprühte. Hier wurden die Klassiker gespielt bis die Menge tobte,
klatschte und die Songs mitgesungen haben, was MÖTLEY CRÜE
natürlich in beste Laune versetzte und diese sofort wieder ans Publikum zurück
gaben. Von 'Dr. Feelgood', 'Shout At The Devil' über 'Girls Girls Girls'
bis hin zu 'Live Wire' ließ man so ziemlich alle alten Hits vom Stapel. Einzig
die Songs vom aktuellen Album 'Saints of Los Angeles' bremsten den Fluß der Show
etwas aus, da das Material einfach nicht an die alten Songs heran reichen und
noch zu wenig zum mitträllern animieren konnte. Zum Thema Trällern wäre auch zu
erwähnen, daß Vince Neil mit einem etwas dünnen
Stimmchen auf der Bühne stand, wobei ich
befürchte, daß er was die Stimme angeht noch nie so wirklich stark war, aber
einfach ein guter Frontmann
ist und einen großen Teil des MÖTLEY CRÜE Charmes für sich verbuchen kann.
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Zum Abschluss gab es als Dankeschön für die grandiose Stimmung und den Beifall eine Zugabe in Form von 'Home Sweet Home', welches in besonderer Form kredenzt wurde. Tommy Lee das Piano spielend und von Bandkollegen umringt als Unterstützung. Ein richtiger Augen und Ohren Schmaus die vier so harmonisch vereint zu sehen nach den Meinungsverschiedenheiten in der Vergangenheit. Um noch ein bisschen das Rocker Klischee auszuleben, kam Tommy Lee auch nach der Zugabe noch einmal kurz mit einer Flasche Whiskey auf die Bühne um mit einem Sprechgesang an dem das Publikum beteiligt wurde noch jedes Bandmitglied einzeln zu feiern um schlussendlich theatralisch umzufallen. Da ich die besten Zeiten der CRÜE aus Altersgründen leider nicht miterlebt habe, kann ich nur erahnen, daß bei den Shows zu den Glanzzeiten wohl wesentlich mehr Rock 'n' Roll geboten wurde. Aber daran gemessen wie lange das schon her ist und wie stark sich der Geist der Musikszene gewandelt hat, war das ein gelungener Auftritt der auf häufigere Besuche in Deutschland hoffen lässt. (Sabrina)
Bericht: Sabrina, Hage
Layout: Hage
Photos: von www.myspace.com/motleycrue
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