MASSACRE, DENIAL FIEND, EXTERMINATOR, ASHURA - Adelsheim, Live-Factory – 01.11.2007


 

Erstaunlich wenig Beachtung fand die so genannte Abschiedstour "Re-animated and back from the dead" der vor über 10 Jahren aufgelösten und wohl zu Promozwecken der Quasi-Nachfolgeband DENIAL FIEND nochmals reanimierten Death Metal Legende MASSACRE um Kultgrunzer Kam Lee (Ex-DEATH/-MANTAS). Erstaunlich, denn MASSACRE gehören nicht nur zu den ältesten Death Metal Kapellen, sondern mit ihren beiden Demos und dem Klassiker "From Beyond" wohl auch zu den einflussreichsten ihrer Art. Nicht desto trotz zog es am 01.11. nahezu nur ältere Semester nach Adelsheim bei Heilbronn, um den alten Helden noch ein letztes Mal Tribut zu zollen.

 

ASHURA, die wohl erst vor kurzem ihr Debütalbum auf den Markt geworfen hatten, eröffneten das Reigen vor einem eher spärlichen Publikum, bemühten sich jedoch ordentlich, ihren Death Thrash mit melodischen und modernen Elementen an dem Mann zu bringen. Mit ordentlich viel Stageaction boten die Franzosen allerdings eher technisch saubere Durchschnittsware, etwas konfus und unpassend zwischen wildem Geprügel und melodischeren Thrash Metal Anleihen, die so gar nicht recht ineinander überfließen wollten. Die Reaktion des Publikums war entsprechend zurückhaltend bis desinteressiert, da wohl der Großteil der Anwesenden ausschließlich wegen MASSACRE die Live Factory aufgesucht hatten. 

 

Da JUNGLE ROT kurzfristig von der Tour abspringen mussten, bestand der Tourtross nur noch aus vier Bands und erstaunlicherweise sollten DENIAL FIEND dann auch schon als Zweites ran. Bestehend aus vierfünftel des MASSACRE Tour-Line-Ups zockten die Herren um Kam Lee, zu Anfang in einem lächerlichen Möchtegern-Misfits-Skelett-Strampelanzug auf der Bühne, und Terry Buttler (Ex-DEATH/SIX FEET UNDER) am Bass leidlich unterhaltsamen, altbackenen Death/Thrash mit leicht punkiger Schlagseite und Texten über alte Horrorfilme, der zu keiner Sekunde den früheren Bands der Beteiligten (u.a. noch NASTY SAVAGE) den Rang ablaufen konnte. Kams Gebrülle und Gebelle kam zwar wirklich saucool und eigentlich fast wie zu MASSACRE-Zeiten rüber, die Musik könnte allerdings nahezu ausschließlich nur in den rotzigen Up-Tempoparts punkten. Die groovigen Passagen waren ebenso ausgelutscht und lahm wie bei SIX FEET UNDER, LOWBROW, DEBAUCHERY oder neueren OBITUARY. Dementsprechend zurückhaltend war auch die Reaktion des Publikums, mehr als ein Anstandsapplaus war auch hier nicht drin - nicht mal beim zugegebenermaßen saucoolen MANTAS-Cover "Legion Of Doom" ("Death By Metal" Demo), das unbestreitbar der Höhepunkt im Set des Quartetts darstellte.

 

Setlist:
(Ohne Gewähr)

They Rise
Tombs Of The Cursed
Flesh-Eater
Cover Me In Blood
Frankenstein
Let The Blood Flow
Legions Of Doom (MANTAS-Cover)
 

 

EXTERMINATOR, leider schon ein paar Male zu Gehör und Gesicht bekommen, schaffen es doch immer wieder, die mieseste Band des Abends zu sein (u.a. Masters Of Death Tour, FTC 06). Auch in Adelsheim blieben die Belgier ihrer Linie treu: Gesichtsloser Death/Thrash irgendwo zwischen frühen MALEVOLENT CREATION und DEMOLITION HAMMER, absolut befreit von Kick-Ass-Momenten und Hits, bieder und einfach schon nach einem Song todlangweilig. Das die Publikumsreaktionen auch hier völlig berechtigt minimal blieben, wundert mich wenig. Kam bei den vorherigen Bands schon kaum Stimmung auf, war hier der Tiefpunkt erreicht.

 

Tja, und dann kam's knüppeldick, meine Damen und Herren: MASSACRE!!!

 

Setlist:

(Ohne Gewähr)
Dawn Of Eternity
Cryptic Realms
Biohazard
Chamber Of Ages
From Beyond
Defeat Remains
Succubus
Corpse Grinder
Provoked Accuser

 

Abgesehen von "Symbolic Immortality" zockte das Quintett das gesamte "From Beyond" Album quasi am Stück herunter, versehen mit einem Bombensound, Spielfreude und siehe da, plötzlich ging auch was im Publikum ab. Dass diese Setlist ausschließlich Hits und Klassiker enthält, muss man wohl nicht extra unterstreichen, dennoch zeigten sich die temporär zu dreifünftel wiedervereinten MASSACRE (minus Rick Rozz und Bill Andrews) von ihrer besten Seite und spielten damit auch mal locker, aber brachial die potentiellen Nachfolger SIX FEET UNDER und DENIAL FIEND an die Wand!

Egal ob im Midtempo groovend oder brutal ballernd, jedes Riff und jeder Beat saß hier perfekt und knallte ohne Ende! Kam Lee klang dabei noch ein gutes Stück brutaler und fetter als noch bei DENIAL FIEND und verwies damit so ziemlich jeden ach so sick und brutal klingenden Frognoise-Inhale-Akrobaten auf die hinteren Plätze! Saugeil.

Leider war der Spass nach gut 50 Minuten dann auch schon vorbei - aber man will sich ja nicht beschweren, denn MASSACRE haben Wort gehalten und einen wahrlichen Monstergig abgeliefert. Da kann man nur hoffen, dass die Herren vielleicht doch wieder Lust auf deftigen Old School Death Metal bekommen haben und DENIAL FIEND zugunsten neuer MASSACRE-Killer an den Nagel hängen.... Dennoch war es cool, die Legende überhaupt einmal auf der Bühne erleben zu dürfen. Und allen Abwesenden sei gesagt: Ihr habt was verpasst, also beißt Euch mal bitte schön selbst in den Arsch....

 

 

 

Layout & Bericht: Lobi

Photos: Bomber und Hauber

 

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