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LVMEN / RETISONIC / PERSONA - Karlsruhe, Radio Oriente – 10.03.2007 |
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LVMEN, die
tschechischen NEUROSIS, in Karlsruhe, das darf man sich nicht entgehen lassen!
Leider waren die Vorbands PERSONA und RETISONIC wenig passend gewählt, dies
sollte aber diesem großartigen Ereignis keinen Abbruch tun! Aber lest selbst...
PERSONA aus dem schönen Spanien machten den Anfang und wüteten gleich mal richtig los. Anfangs rüde, dann immer wieder mit einer rockigen und noiseigen Schlagseite versehen, gab das Trio seine Songs zum Besten. Bedingt durch den etwas bescheidenen Sound klangen PERSONA weitestgehend roh und rotzig, ihr Gemisch aus altem Hardcorepunk und Rock konnte allerdings bei mir wenig zünden. Dies lag aber eher weniger an der gebotenen, ambitionierten Show, denn an dem Fakt, dass ich mich eher auf einen atmosphärischen Gig denn auf flottes Gerocke eingestellt hatte. Ich könnte mir dennoch gut vorstellen, dass Fans von von noisigem Punkrock durchaus ihren Spass mit PERSONA haben könnten.
Band Nummero Zwei waren RETISONIC aus den USA, bei denen wohl das eine oder andere bekannte Gesicht aus der alternativen Rockszene dabei sein soll. Um ehrlich zu sein, habe ich weder von dieser Szene eine großartige Ahnung, noch konnten mich RETISONIC musikalisch ansprechen. Wie schon bei PERSONA zuvor war die Show absolut ok, die vielleicht mit den SMASHING PUMKINS vergleichbare Mucke allerdings ging mir zum einen Ohr herein und zum anderen wieder raus. Einfach nicht mein Fall. Ich hätte mir sowieso als Opener lieber eine oder zwei besser zu LVMEN passende Kappelen gewünscht, dennoch will ich mich nicht beschweren, denn die Tschechen zeigten in der auf RETISONIC folgenden Stunde, dass sie nicht umsonst als eine der besten Post-Hardcore Bands Europas gehandelt werden.
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Natürlich kann man nicht von der Hand weisen,
dass LVMEN absolut von NEUROSIS und derer Post-"Souls at Zero"-Phase
beeinflusst sind. Ebenso wie die gottgleichen Amerikaner verbinden
die Tschechen schleppende,
schwere, atmosphärische Doomwalzen, psychedelische, verstörende und zugleich
zerbrechliche Momente und wütende, deutlich dem Hardcore-Background beider Bands
entspringende Wutausbrüche, wobei diese bei LVMEN im Vergleich noch wesentlich
ausgeprägter und direkter sind. Auch visuell kann man mit einer aus einer verstörenden
Filmkollage bestehenden Videoprojektion aufwarten, in der so mancher Klassiker
und Manga (Bad Lieutenant, Videodrome, diverse Shaw Brothers Eastern, Ghost in
the Shell, Ninja Scroll, Elmer, etc.) zu einem verstörenden,
abschreckend-farbenprächtigen Psychotrip zusammen geschnitten wurde. In
Verbindung mit der sphärischen, mal ruhigen, zurückhaltenden, mal aufbrausend
wilden, stets intensiven Klangkulisse ergab sich ein mehr als mitreißendes,
eindrucksvolles audio-visuelles Konzerterlebnis, dass ich so schnell nicht vergessen werde. Wenn
ihr die Chance habt, LVMEN einmal live zu erleben, nutzt sie! Ganz großes Kino!
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Bericht, Layout: Lobi
Bilder: Michael Gebhardt (THANKS!!!) / Mehr Bilder dieser Show gibt's auf www.scornography.de !
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