Headbangers Night II   

22.10.05 - Nanzdietschweiler / Kurpfalzhalle


Samstag 22.10.05 - Nanzdietschweiler / Kurpfalzhalle

 

Die erste Headbangers Night in Nanzdietschweiler war ein Mordserfolg, denn es erschienen sage und schreibe über 600 zahlende Gäste. Damals waren MAJESTY Headliner und wurden regelrecht abgefeiert. Also musste ein zweiter Part folgen. Dieser fand dann am 22.10.2005 statt und konnte leider nicht ganz die Erwartungen erfüllen. Leider fanden diesmal nur knapp die Hälfte an geneigten Headbangern den Weg in die Kurpfalzhalle.

 

Ich verpasste zuerst einmal die Openerband HORUS und bekam lediglich noch den letzten Song der Saarländer mit. Ein Cover des GRAVE DIGGER-Klassiker „Rebellion“, was allerdings nicht so doll klang. Der Gesang konnte mich nicht wirklich überzeugen. Über die Band möchte ich mir ein Urteil sparen, das eine Stück lässt ja noch kein Fazit zu…

Setlist HORUS:
Prophet
Napoleon
Hangman’s Mate
Sifo
Pain
Close your eyes
Beasts
Game
Equality
Rebellion

 

THE MYSTERY aus Westfalen haben sich dem melodischen Metal verschrieben. Eher simple, treffsichere Headbangnummern treffen auf den guten Gesang von Frontfrau Denise. Auch wenn sie es womöglich nicht mehr hören will, erinnerte sie mich öfters an Doro Pesch (EX-WARLOCK), wenn auch nur gesanglich. Ansonsten kam hier eine gute Stimmung auf, der Sound war okay, könnte aber noch druckvoller sein. An der Kommunikation mit dem Publikum muss die Gute allerdings noch etwas feilen, da alles zu brav und niedlich klang. Könnte ruhig etwas rotziger/frecher sein. Showeinlagen wie das Reißen einer Saite oder das Platzen der Jeans in Schrittnähe der Sängerin, waren unfreiwillig…sympathisch!

Setlist THE MISTERY:
Intro
Vengeance is Mine
Fading away
1.000.000 Light Years away
Restless Heart
Scars
Another Day in Hell
Hells Gate
Facing the Storm
Running from the Law
Schizophrenia
Revenge

 

Danach standen PURE INC. auf den Brettern und machten wohl alle Fans von SOUNDGARDEN oder AUDIOSLAVE glücklich. Ihre Mucke hatte einen fetten Nu-Metal-Touch, was mir anfangs gar nicht behagte. Aber nach einigen Takten und dem Einsatz der Powerröhre von war ich er’s einmal platt. Der Typ sieht nicht nur aus wie der Bruder von Chris Cornell, er war auch mit solch einer unglaublichen Stimme gesegnet. Er schrie und kreischte, dass es durch Mark und Bein ging. Dazu ein sehr groovender Soundteppich der restlichen Mannschaft und die Schweizer konnten selbst einen eingefleischten Old-School-Metalhead wie mich überzeugen. Der Bassist war auch großartig und wertete das Ganze mit seinen funky Läufen noch auf. Vor allem viele der anwesenden Damen fuhren gut auf PURE INC. ab. Endlich kamen auch mal die Leute aus den hinteren reihen nach vorne und feierten die Zugabe regelrecht ab! Zu recht!

Setlist PURE INC.:
Saviour
Genius
Piece of mind
On the verge
Intro
Rolling Stone
Break free
Next to you
Skinflint
Fear my Eyes
Falling Season
Immigrant Song

 

SAINT sind eine legendäre Kultband aus dem White-Metal-Lager, die noch nie auf deutschem Boden aufgetreten sind, was schlecht für die zahlreichen Anhänger der Band ist. Dieser Meinung war auch Stefan Lang, ein Die-Hard-Saint-Fan und nebenbei noch Drummer der Thrasher ADORNED GRAVES mit guten Kontakten. Also hat er kurzerhand seinen Lieblingssänger Josh Kramer nach Deutschland eingeladen. Im Hintergedanken, mit Musikern von IVORY NIGHT die Band für Josh in Deutschland zu stellen. Er selbst sorgte für die Kesselpower. An diesem Abend wurde die Kurpfalzhalle Zeuge eines denkwürdigen Auftrittes, denn obwohl diese Konstellation einige Wochen vorher bereits das JUZ in Kaiserslautern in Schutt und Asche legte, war dieser Gig wesentlich geiler. Kramer kam rüber wie eine Mischung aus Komiker, Norman Bates und Rob Halford. Immer in Bewegung, immer das Publikum animierend und immer Fratzen und Grimassen schneidend! Dazu kamen noch die perfekt choreographierten Metal-Ballet Einlagen der IVORY NIGHT-Musiker, so dass zumindest auch für’s Auge etwas geboten wurde. Für die Ohren gab es eine gute Stunde Old School-Metal der nicht selten an alte JUDAS PRIEST erinnerte. Verdammt gut gespielt von der Instrumentalfraktion, bestens gesungen von Frontmann Mr. Josh Kramer, der wie ein Honigkuchenpferd dauergrinsend moshte und tänzelte, im Namen Jesu, versteht sich! Vorne, vor der Bühne war viel los und die Band hatte die besten Publikumsreaktionen neben PURE INC., wobei diese den besseren Sound erwischten. Ein Querschnitt aus den Alben „Warriors of the Sun“ , „Too Late For Living“ „In the Battle“ sollte alle anwesenden Fans zufrieden stellen. Einziger Kritikpunkt meinerseits, die Songs ähneln sich auf Dauer doch sehr, da immer recht midtempolastig, ein ordentlicher Speedfetzer oder auch ‚ne Ballade wären sicher nicht Fehl am Platze…Ansonsten muss ich sagen, dass dieses Konzert das beste des gesamten Abends war.

Setlist SAINT:
In the Night
Holly Rollin
In the Battle
Too Late for Living
Warriors of the Sun
On the Street
The Path
Star Pilot
Riders
Acid Rain
Armor on
Phantom of the Galaxy
Plan 2
Primed + Ready

 

Selbst die Headliner PARAGON konnten da keinen mehr draufsetzen. Die Halle hat sich erschreckend geleert, was auch an der fast halbstündigen Verspätung lag. Immerhin war es fast halb eins. Vielleicht war das Publikum einfach nur ausgepowert? Nichtsdestotrotz wurden 17 Songs in die Runde geballert mit Drive und Power. Die Bandclassix waren alle dabei, sei es „Law Of The Blade“ oder „Steelbound“, die Band spielte True-Metal für die truesten der Truen und sogar eine MANOWAR-Coverversion durfte nicht fehlen. Wenn ich ganz ehrlich bin, ist mir aufgefallen, das PARAGON eigentlich keinen einzige eigene Note im Repertoire haben. Lieber gut geklaut als schlecht erfunden!  Meiner Meinung kamen sie weder an PURE INC. noch an SAINT ran, aber das ist wohl Geschmacksache! Auf jeden Fall war es ein schöner Abend mit Bier, Weib und Gesang! Bei der nächsten Headbangers Night werde ich sicher wieder auftauchen! Skol!

Setlist PARAGON:

Legacy
Mirror of fate
Breaking Glass
Law of the blade
Palace of sin
Death Squad
Impaler
Beyond the Void
Revenge
Abducted
Traitor
Green Hell
Thunderstorm
Masters of the Seas
Armies of the Tyrant
The Gods made Heavy Metal
Steelbound

 

Homepage: www.metalheads-remigiusland.de

Bericht: Ralf

Pix: Christian Seip

Layout: SasH


 

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