EKTOMORF, KAYSER, BLINDED COLONY - Freiburg, Crash – 16.02.2007


Recht kurzentschlossen pilgerten wir an einem sehr milden Freitagabend im Februar gen Crash um zwar nicht unbedingt EKTOMORF zu sehen, dafür aber umso lieber den guten schwedischen KAYSER und auch den Opener BLINDED COLONY. Etwa 200 Zahlende hatten die selbe Idee und so war schonmal wenigstens gewährleistet, daß einigermaßen Atmosphäre im metaltoten Freiburg herrschen würde.

 

Die schwedischen Melodic Death/Thrasher von BLINDED COLONY haben nicht nur gerade ihren zweiten Langspieler veröffentlicht, und damit durchaus die durchwachsenen Erinnerungen an das sehr gesichtslose Debüt etwas zerstreut, sondern sich auch leicht weniger als ein Clone von SOILWORK/IN FLAMES gezeigt. Naja, gut, letztlich sind sie das schon noch immer, aber zumindest live geben die Jungs ordentlich Gas und überzeugen mit einer sehr agilen Bühneshow, die hauptsächlich vom leicht durchgeknallten Sänger getragen wird. Daß dieser trotz einiger komischer Anwandlungen - T-Shirt übers Gesicht stülpen und quasi im Blindflug durch´s Shrit zu singen - aber auch die klaren Gesangspassagen sehr ordfentlich gemeistert bekam, spricht für ihn. Checkt die Band mal an, denn gerade auf dem neuen Album offenabren sich trotz aller Unoriginalität nach nur wenigen Durchläufen durchaus ein paar stattliche Brecher.

 

     

 

Die folgenden KAYSER um THE DEFACED-Gitarrist Swaney und Ex-SPIRITUAL BEGGARS/MUSHROOM RIVER BAND-Frontklotz Spice zogen dann alle Register ihres Könnens. Nicht nur, daß man den großartigen Mix aus Groove, eingängigen, teils rockigen Melodien und Gesangspassagen und fettem SLAYER-like Thrash auch Live mit ordentlich Poser-Action (voll geil) und spielerischen Finessen umzzusetzen vermochte, nein, gerade Spice, der mittlerweile gewaltig abespeckt hat, ist unglaublich charismatisch, stimmlich stets voll auf der Höhe und bringt die wirklich sehr geilen Songs schlicht klasse rüber. Da das Publikum auch deutlich mehr abging als zuvor bei der blinden Kolonie, kann man den Gig nur als absoluten Erfolg verbuchen und für uns waren sie ohnehin der eindeutige Sieger des Abends.

 

     

 

Tja, sorry, bei aller Bemühung um Objektivität und Unvoreingenommenheit, aber wenn EKTOMORF zum 'Outcast'-Intro die Bühne entern und man wieder jede Sekunde erinnert wird, wie ordentlich zwar die Livequalitäten der Ungarn sind, aber man im Vergleich zu den großen Vorbildern SEPULFLY einfach ganz arm, zu prollig und wenig authentisch rüberkommt, dann muss man uns doch bitte auch verzeihen, daß wir schon nach 2 Songs wieder den Konzertraum verlassen haben um ein wenig den Gerstensäften zu frönen und uns mit dem ein oder anderen Member der Vorbands zu unterhalten.

 

Bericht + Layout: Hage

Photos: Yvonne

 

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