DORO / ASTRAL DOORS - Nanzdietschweiler, Kurpfalzhalle – 08.07.2005


Tief in der pfälzischen Provinz, in Nanzdietschweiler steppt der Metal-Bär. Dort gibt es nämlich den Metalfanclub „Metalheads Remigiusland“, die sich zum Ziel setzten, endlich mal Konzerte in der Region zu organisieren.  Endlich können die Fans aus dem Raum Kaiserslautern und Kusel,  auch auf ihre Kosten kommen. Denn sonderlich verwöhnt war diese Gegend mit Konzerten der metallischen Zunft nie. Nachdem die eigentlich geplanten METAL CHURCH leider nicht auftreten wollten/konnten wurde als Ersatz ASTRAL DOORS eingeladen, was ein mehr als würdiger Ersatz ist. Natürlich haben METAL CHURCH einen Kultstatus inne, aber man sollte einer grandiosen Newcomerband die Chance geben sich livehaftig zu etablieren.

 

Eingeleitet wurde der metallische Abend mit der Coverband BADNAME, welche mit Standardsongs wie 'Enter Sandman', 'Paranoid' oder 'For Whom The Bell Tolls' der Horde erstaunlich gut einheizten. Ich widmete meine Aufmerksamkeit während des Auftrittes eher einem kühlen Blonden, wobei mir eine coole Blondine natürlich lieber gewesen wäre…aber die sollte ja später kommen. Also zurück zu BADNAME, die von der Menge sehr positiv aufgenommen wurden, was kein Wunder ist, da sie eine Art Lokalmatadoren in dieser Gegend sind.

 

Als dann ASTRAL DOORS aus Schweden loslegten, war das schon eine andere  Sache. Sie wurden sofort vom Publikum wohlwollend aufgenommen, obwohl die meisten wahrscheinlich noch nie etwas von der Band gehört hatten. Es sah schon witzig aus, da nur ein Langhaariger unter lauter Kurhaarmusikern auf der Bühne standen, doch wen juckt’s? Es war „Time To Rock“ und das taten sie auch. Vor allem Sangeswunder Patrik Johansson konnte beweisen, dass er live mitunter noch besser klingt, als auf Konserve. Songs wie „Evil Is Forever“ oder „Cloudbreaker“ kamen ziemlich intensiv rüber, wobei der Sound nicht gerade perfekt ausbalanciert war, aber das juckte kaum jemand. Das Material lässt sich Irgendwo zwischen DIO, RAINBOW und BLACK SABBATH zur Tony Martin-Ära einordnen. In Punkto Stageacting muss die Band allerdings noch an sich arbeiten, technisch war es einwandfrei. Die Band wurde abgefeiert und auch ich muss zugeben, dass ich viel Spaß hatte und mir die ein oder andere Gänsehaut den Rücken herunterlief.

 

Dann kam sie, das blonde deutsche Fräuleinwunder: Doro Pesch aus Düsseldorf. Ich war als Teenager mal ziemlich in sie verknallt und sah sie mit WARLOCK im Vorprogramm von JUDAS PRIEST. War ein Supergig damals…Diesen Abend stieg die Band gleich mit „I Rule The Ruins“ ein, so dass ich mich sogleich durch die vollkommen gefüllte Halle nach vorne in die ersten Reihe durchkämpfte. Zumal es sich um einen meiner WARLOCK-Lieblingssongs handelte. Danach folgte ein mir unbekanntes Stück, das wohl von ihren Soloscheiben stammt, aber als dann der Kulthit „Burning The Witches“ ertönte, gab es kein halten mehr. Headbanging bis zum Umfallen war angesagt und ich war nicht der Einzige. Hier war mir aufgefallen, dass DORO in einer Halle einfach deutlich besser rüberkommt, als auf diversen Festivals, wo ich schon zugegen war. Definitiv ein arschtretender und schweißtreibender Gig! Die bekanntesten Stücke wurden gespielt – das Publikum raste. Doro ist verdammt gut bei Stimme, ihre Band, bestehend aus Topleuten agil und tight, trotzdem hätte ich den ein oder anderen Track vom „Burning The Witches“-Kultwerk noch gehört… Ich war insgesamt sehr positiv überrascht, da ich so ein geiles Konzert gar nicht erwartet hatte. Es war alles vom Feinsten, sehr humane Bierpreise (1,50), saubere Toilette, günstiges Merchandise und es gab sogar draußen leckeres Gegrilltes zum essen. Ich werde das nächste Mal mit Sicherheit wieder hingehen…

 

Metalheads aufgepasst, es ist unsere Pflicht, die Metalheads Remigiusland weiter in ihrem Arbeiten zu unterstützen. Das geht ganz leicht, in dem man einfach bei den nächsten von den Metalheads organisierten Konzerten anwesend ist. Diese Möglichkeit geben uns die Metalheads z.B. mit der zweiten HEADBANGERS NIGHT II am 22. Oktober 2005 wieder in der Kurpfalzhalle in Nanzdietschweiler. Dort werden dann wieder mehrere hungrige Bands auf die Anwesenden losgelassen. Mit dabei sind HORUS aus dem Saarland, THE MYSTERY aus dem Ruhrpott, POWERWOLF. Josh Kramer of SAINT (Kult-White-Metal aus den USA) mit Unterstützung von IVORY NIGHT und ADORNED GRAVES, sowie die Powermetaller PARAGON.

 

Bericht: Ralf

Fotos: Christian Seip (DORO); Official Homepage (ASTRAL DOORS)

Layout: Hage

 

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