|
|
DORNENREICH / AGALLOCH / MELY / APOKRYPHA Würzburg, Posthallen – 20.03.2009 |
|---|

--------------------------------------
Würzburg, Posthallen
20. März 2009
Anfahrt geschafft, Stau überwunden und endlich
angekommen vor der Würzburger Posthalle war die Vorfreude groß auf einen Abend
voll anspruchsvoll-atmosphärischer Musik. Ärgerlicherweise hatte sich mein
Kameraakku i den nachträglichen Winterschlaf verabschiedet, an dieser Stelle
besonderen Dank an Stephan von
Prophecy
Productions für die nachträgliche Versorgung mit Pix (wovon wir letztlich aber
doch nur eines übernommen haben)!
So betraten wir also die schon anfangs sehr gut gefüllte
Würzburger Posthalle...
Da
wir etwas verspätet ankamen musste ich erst mal in Erfahrung bringen wer da
überhaupt auf de Bühne stand – wie ich später erfuhr waren es die Black-Deather
von APOKRYPHA, die als Local Opener dem Publikum mit ihrem
rasend-melodischen Gebolze schon mal ordentlich einheizten. Ein im Vergleich zu
den anderen Bands etwas derber aber wirklich gelungener Einstieg in den
Konzertabend!
Als nächstes waren die Österreicher MELY
an der Reihe. Mag der Bandname auch etwas merkwürdig bis lächerlich sein, die
Musik der Jungs kann echt einiges: Die Band bot eine interessante und
erfrischend ehrliche – und sogar sehr ohrwurmtaugliche – Mischung aus Post-
Rock,
(passend zur Post-Halle... hahaha – Bommi) mit einer kleinen Prise melodischem
Black-Metal, Gothic-Keyboards, sowie leichtem Alternative-Einschlag und zuweilen
recht rockigen Fragmenten. Was da dann von der Bühne herüberschallte klang dann
ungefähr wie eine Mischung aus ANATHEMA, SENTENCED, THE OLD DEAD TREE, PARADISE
LOST, AGALLOCH und einer ordentlichen Prise ALICE IN CHAINS. Das ganze dann sehr
engagiert vorgetragen stießen MELY beim Publikum auf gute Resonanz. Eine Band,
die man im Auge behalten sollte!
Dann war es Zeit für die Melodie-Magier aus US
und A: AGALLOCH betraten die Bühne und hatten die Halle sogleich mit dem
mächtigen „Dead Winter Days“ vom Erstling „Pale Folklore“ im Griff. Gesanglich
recht sicher und absolut leidenschaftlich zelebrierte der Portland-Vierer seine
melancholisch-treibenden Epen. Allein das nachfolgende Doppelpack „As Embers
Dress The Sky“ und „I Am The
Wooden
Doors“ trieben einem das Wasser in die Augen – vor Freude UND Rührung. Diese
Band ist einfach die pure Magie! Das nachfolgende „In The Shadow Of Our Pale
Companion“ tat sein Übriges bevor nach „Limbs“ besonders der Übersong „Not
Unlike The Waves“ für frenetische Publikumsreaktionen sorgte.
Nach dem doomigen „Our Fortress Is
Burning... II – Bloodbirds“ vom letzten
Werk „Ashes Against The Grain“ war dann leider auch schon Schluss und AGALLOCH
verabschiedeten sich ohne Zugabe oder große Worte... überaus schade! Allerdings
könnte dies auch an Frontmann John Haughm gelegen haben, der sich mit den Worten
„Thank you Würzburg and goodbye!
I’m gonna fucking pass out
know...“ verabschiedete.
Dennoch: Ein wirklich energetischer, leidenschaftlicher und einfach bewegender Gig einer absoluten Ausnahmeband!
Überaus grausam fand ich dagegen die Darbietung
von DORNENREICH: Es hieß ja im Vorfeld „Metalprogramm“... auf der Bühne
befanden sich aber lediglich Sänger/Gitarrist Eviga, Geiger Inve und Drummer
Gilvan. Was dann von dort herunterschallte war eine ziemlich übersteuerte und
wirklich einfach schlecht gestimmte Version der DORNENREICH, die mich auf Platte
eigentlich sehr begeistern können. Der Opener „Trauerbrandung“ zündete zwar
sofort, der Sound ging mir allerdings schon sehr schnell gewaltig auf die
Ketten!
Sicher mag Eviga ein absoluter Magier sein was die leidenschaftliche Darbietung
der komplexen Musik und der eigenwilligen Texte angeht, dennoch wurde mir – und
auch meinen Begleitern - die Atmosphäre durch den miesen Sound sehr schnell
verleidet. Die schlecht gestimmte und sehr schrammelig gemischte Kombination aus
Geige und E-Gitarre klang eher wie „sterbende Katze in den Quetschkommode“. AUA!
Auch „Eigenwach“ kam hier nicht besser. Das nachfolgende „Grell und dunkel“
gefiel da schon besser aber ehrlich gesagt war mir und meinen Begleitern (unter
denen sich auch eingefleischte DORNENREICH-Fans befanden) zu diesem Zeitpunkt
schon dermaßen die Lust an DORNENREICHs „Klangkunst“ vergangen, dass mein Fahrer
völlig entnervt zum Aufbruch aufrief... durchaus schade aber bei diesem Krach
bekam ich auch nicht mehr als Kopfschmerzen. Da es ja wie gesagt nicht nur mir
so ging möchte ich Euch folgenden Dialog zweier meiner Freunde nicht
vorenthalten:
Er: „Da stehen ja nur drei auf der Bühne?!“
Sie: „Ja, schon die ganze Zeit... warum?“
Er: „Es hört sich aber an, als würden sieben falsch spielen!“
Allerdings muss man sagen, dass DORNENREICH vom Großteil des Publikums frenetisch abgefeiert wurden und wohl – zumindest lässt die große Anzahl an DONENREICH-Shirt-Trägern darauf schließen – von den meisten auch sehnlichst erwartet wurden. Ich persönlich war aber wie gesagt leider mehr als enttäuscht und genervt, hatte ich selbiges doch beim Auftritt von Eviga und Co. am Summer Breeze 2007 schon einmal erlebt. Schade, war die letzte Akkustik-Tour der österreichischen Avantgardisten doch ein absolut großartiges Erlebnis gewesen!
Bericht: Bommi
Layout: Hage
Photo: Metalfotos.de ( Dank an Stephan von Prophecy Productions!)
![]() |
Alle Inhalte (c) Ancient-Spirit-Magazine Webmaster: info@ancientspirit.de |
|