|
|
CULT OF LUNA, FEAR FALLS BURNING, B.SON - Karlsruhe, Stadtmitte – 26.02.2007 |
|---|

Dass Schweden unzählige großartige Bands hervorgebracht hat, muss man dem gestandenen Metal- und Hardcore-Anhänger wohl kaum erzählen, und einer der großartigsten Exporte sind CULT OF LUNA, die über ein Jahr nach dem Release des aktuellen Meisterwerks „Somewhere along the Highway“ endlich auch ihren Weg auf süddeutschen Bühnen finden sollten. Aber der Reihe nach…
Den Anfang machten
Mannheims langsamste und wohl auch mächtigste Band, die Sludgemonster BLACK
SHAPE OF NEXUS, deren DemoCD von mir vor einiger Zeit völlig zu Recht
gehörig abgefeiert wurde. Und so war ich mächtig gespannt auf das, was da kommen
sollte, nicht nur, weil ich es schon mehrere Male erfolgreich geschafft hatte,
Gigs der Doomer zu verpennen.
Ganze zwei Songbrocken durfte das Sextett in ihren
30 Minuten darbieten, die hatten es jedoch in sich: Langsam, bedrohlich walzend
irgendwo zwischen dröhnendem, zum Teil maschinell-monotonem Doom und dreckigem
Sludge. Wahrlich erdrückend und mächtig quollen die Lavariffs der Mannheimer
aus den Boxen und ließen die Stadtmitte erzittern. Weitaus eingängiger als ein
Großteil der drone-enden Kollegen, aber keinen Deut weniger überzeugend, heavy
as fuck und neuerdings mit einem Wahnsinnigen am Mikro, ließen B.SON keine
Zweifel daran, dass sie die alles niederwalzenden Sounds ihres Tonträgers auch
livehaftig zelebrieren können, wenn nicht sogar noch ein Quäntchen brachialer
und intensiver. Großartig!
Leider stehen die nächste Zeit keine Shows an, bis die Jungs einen neuen Drummer gefunden haben, dennoch
möchte ich hier zum wiederholten Male eine Empfehlung an alle Doom-Jünger
aussprechen, die Mannheimer unter www.myspace.com/sadhusonofabitch
anzuchecken!
FEAR FALLS BURNING, ein Ein-Mann-Projekt des Belgiers Dirk Serries, konnte gegen die
mächtigen B.SON nur den Kürzeren ziehen. Die erste Hälfte des Sets bestand
ausschließlich aus ausufernden, ambienten, zum Teil monotonen
Gitarrensoundkollagen, was zur Folge hatte, dass sich Teile des Publikums recht schnell
verzogen. Leider wirkten diese Soundabfolgen frei von Rhythmik und Struktur auf
mich recht schnell absolut langweilig, eintönig und einschläfernd.
Möglicherweise funktioniert dieser ambiente Guitardrone auf der heimischen
Anlage, wenn man sich entspannt auf das Gebotene einlassen kann, aber leider
nicht auf der Bühne… auch nicht, nachdem zwei Musiker von CULT OF LUNA zur
Unterstützung Dirks an Gitarre und Drums die Bühne enterten. Zwar wurde nun eine
monoton-rhythmische Grundstruktur zu den Soundkollagen geschaffen, dennoch blieb
die Begeisterung für die zum Teil ebenso monotonen, nun etwas
nachvollziehbareren Riffabfolgen aus.
Wie soll man nun das
Folgende, CULT OF LUNA, in Worte fassen? Eigentlich sollte man CULT OF
LUNA selbst erlebt haben, um meine Begeisterung nachvollziehen zu können,
dennoch will ich versuchen, die richtigen Worte zu finden:
CULT OF LUNA waren großartig, absolut großartig. Emotional und fesselnd, mitreißend und
berauschend. Nach dem viel zu langen Intro entfesselten die Schweden einen Orkan
der Emotionen, eine Achterbahnfahrt durch ihre ureigene Soundwelt aus Wut,
Verzweiflung und aufkeimender Hoffnung und scheinbarer Erlösung, aus
aufbrausender Aggression und zerbrechlichen, melancholischen, gefühlvollen
Bildern, Momenten und Motiven. Es war ein Erlebnis, dieser musikalischen Vision,
die ungleich intensiver durch die schweißtreibende, mitreißende, wahrlich
mitleidende Darbietung der Protagonisten zum Ausdruck kam, beiwohnen zu dürfen.
„Marching to the Heartbeats“, „Finland“ und „Adrift“ vom aktuellen Album „Somewhere along the Highway“ waren
ebenso berauschend und einnehmend wie die älteren, wesentlich brachialeren
Wutbrocken wie „Further“ und die eher melancholisch-ruhigen Werke des „Salvation“-Longplayers.
CULT OF LUNA lieferten an diesem Abend eine über alle Maßen stimmungsvolle,
intensive und fesselnde Performance ab, wie ich es selten erlebt habe. „Dark
City, Dead Man“ beendete dieses Ereignis absolut passend und ebenso
eindrucksvoll wie alle anderen Werke dieses Auftritts und hinterließ zumindest
bei mir den Wunsch nach einer baldigen Wiederholung
des Erlebten. Absolut großartig!
![]() |
![]() |
![]() |
Bericht + Layout: Lobi
Pix: Todor (THANKS!!!)
![]() |
Alle Inhalte (c) Ancient-Spirit-Magazine Webmaster: info@ancientspirit.de |
|