CORVUS CORAX

München, Ampere - 14.12.2011


 

Es ist ein für Dezember eher herbstlicher Tag und ich bin gespannt wie eine Bogensehne: CORVUS CORAX sind mal wieder in der Stadt und wollen u.a. ihr neues Album ´Sverker´ vorstellen. Da mich das Album schon begeistert hat, bin ich gespannt was sich die Könige der Spielleute heute wieder mal für uns haben einfallen lassen. Obwohl sich das Ampere eher schleppend füllt, stehen die Zeichen auf beste Unterhaltung.
 

 

 

 

Die Herren kommen auch heute wieder ohne Support aus. In der Zeit kann man sich ein Kaltgetränk und ganz viel Merchandise besorgen oder mehr oder minder sinnvolle Konversation pflegen. So wie der Herr neben mir. Der starrt auf die Bühne und fragt ernst „Was ist das denn? Ein 12saitiger Bass?!?“ Am Liebsten hätt ich „Nee, ne Blockflöte“ geantwortet. Aber die Damen vor ihm waren schneller und erbarmten sich. Mit einem kleinen Augenrollen klärten sie ihn auf: „Mann, das ist doch DIE Drehleier!!!“. Sonst fanden sich schon bekannte oder noch unbekannte Grüppchen zusammen, der durch seinen tattoowierten CORVUS CORAX-Raben-Bauch fast schon legendären Fan war natürlich auch da. Nach ein wenig Verspätung kamen CORVUS CORAX aus dem Dunkel des Apere – praktisch ein Angriff von Hinten. Genialer Effekt. Die Herrschaften erschienen maskiert und mit Rufhörnern bewaffnet. Sehr cool. Auch das neue Outfit muss lobend erwähnt werden. Hier hat man sich für einheitlich braune Schottenröcke entschieden, die individuell verfeinert wurden. Seeehr schick. Jetzt bin ich nur noch auf die Musik und die neuen Mitstreiter gespannt. Obwohl… So richtig neu ist Steve the Machine ja nicht. Aber Vit Polák. Der fällt mir im Laufe des Konzerts vor Allem dadurch auf, dass er mehrmals eher unabsichtlich den Versuch unternimmt, seine Kollegen mit Hilfe seines Dudelsacks zu erschlagen.

Aber er hat keine Chance. Jedem Angriff wird elegant ausgewichen. Haltungsnoten 10,0. Ins Auge stach mir auch Pan Peter. Nachdem alle Helme, Masken und Gedöns abgelegt waren, blieb ihm noch seine Brille. Ich habe ca. drei Lieder lang überlegt an wen er mich erinnert: Batman & Robin! Also irgendwie schon ein wenig, oder? Aber wers tragen kann! ;o) Zu Anfang des Konzerts fand ich auch, dass Castus irgendwie abwesend bis skeptisch dreinschaute. Das legte sich dann im Laufe des Abends Gott sei Dank. Skepsis war eh vollkommen fehl am Platze. Denn die sieben Herren spielten wirklich sehr gut. Naja, man hätte nichts anderes angenommen.

Aber auf die Umsetzung der neuen Lieder gemischt mit den alten war ich schon sehr gespannt. Einige ältere Stücke wurden souverän zum Besten gegeben, aber auch die neuen klingen eben nicht nur auf dem grandiosen Album ´Sverker´ gut. „Ná Láma-sa“ fand ich glaub ich an diesem Abend das Schwächste was zu hören bekamen. Aber das wäre Meckern auf höchstem Niveau. Denn sonst gabs echt nichts zu kritisieren. Ganz im Gegenteil! Nachdem „Trinkt Vom Met“ gesungen wurde, gabs für alle Mutigen einen ordentlichen Schluck Honigwein. Dazu wurde sich artig in einer Reihe aufgestellt und gewartet bis das köstliche Nass von der Schöpfkelle durchs Holzrohr in die eigene Kehle gelangt war. Wer würde glauben, dass sich zumeist das starke Geschlecht anstellen würde? Erst beim zweiten Durchgang trauten sich einige Mädels mehr oder weniger freiwillig. „Hafrue“ sollten wir dann noch gemeinsam singen. Was am Anfang gar nicht so einfach war. Nachher war eher das Problem wieder aufhören zu können. Vielen Dank noch mal für den tagelangen Ohrwurm! ;o) Schön war auch, dass Castus sich den entsprechenden Text vorbereitet hatte, den nun aber nur noch schlecht vom Boden ablesen konnte. Schnell sprang die erste Reihe ein und bot sich als Notenständer an. Man muss sich halt auch mal auf seine Fans verlassen können.

Nach einigen Zugaben war das Konzert dann doch viel zu schnell zu Ende. Alles in Allem war es ein wirklich gelungener Abend und alles Warten hatte sich gelohnt: das Warten vor und in der Halle, das Warten auf ´Sverker´ sowie ein neues Konzert und das Warten auf die Neustrukturierung der Band. So wirkte alles ziemlich stimmig und es gibt endlich neue Ansagen. Einige existierten ja nun wirklich schon einige Jahre, so dass meine Nachbarin auf einem der letzten Konzerte schon dauernd alles mitsprach. Aber wie sagt man so schön: neue Besen kehren gut. Der frische Wind hat CORVUS CORAX offensichtlich sehr gut getan. Es war ein Konzert der guten Laune, guter Musik, positiver Überraschungen, einem Haufen Spaß und Flirtereien und Küsse von der Bühne.

Jetzt heißt es dann wieder warten auf ein neues Album und ein neues, ebenso erstklassiges Konzert. Und ich weiß, es wird sich wie immer lohnen!

 

 

 

Bericht, + Pix: Katja


 

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