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CORVUS CORAX München, Muffathalle - 07.12.2009 |
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Inter Deum et Diabolum semper musica est. CORVUS CORAX, die
selbsternannten Könige der Spielleute, laden in die unverständlicherweise nicht
ausverkaufte Muffathalle zur aktuellen Tour ein. Das 20jährige Bestehen der
Kolkraben ist aber auch mal ein Anlass, den es gehörig zu feiern gilt! Vielleicht
hatte aber auch der gute alte Nikolaus seine Finger im Spiel, dass es an diesem
Montag heiß hergehen sollte ...

Früh ging es in die Halle, weil sich einige Recken nicht mehr bändigen ließen und die Muffathalle enterten. So hatte man Zeit schon mal ausgiebig den Merchandise-Stand zu plündern. Denn die Jungs hatten Neues im Gepäck. Dann bloß keine Zeit verlieren und einen guten Platz sichern. Es ist ein unglaublich geschmeidiges Volk unterwegs und so kommt man schnell mit den anderen ungeduldig Wartenden ins Gespräch.
Die Musikanten werden unter den Damen vor mir aufgeteilt
– es wird nicht verraten, welcher Herr am Besten dabei wegkommt- und
konsequenterweise wird an der Vorband gespart. Fuchsigerweise werden einfach CORVUS CORAX-Platten gespielt. Wen sonst sollte man grad auch anders hören
wollen?!?
Dezember scheint übrigens der Monat der grandiosen Backliner zu sein! Denn heute ist Suppe da. Der schnackt kurz mit der Dame vor mir, die Musikwünsche äußert, die nachher auch erfüllt werden sollen - wo gibt’s sowas noch?!?. Und so wird uns von Suppe noch berichtet, dass das Konzert später anfangen wird, weil noch Leute fehlen??? Frage: Wird sowas kontrolliert? Und wenn ja, wie und von wem? Da steigt kurz Panik auf! Vielleicht fehlt gar ein Spielmann?!? Castus und Teufel wurden vorher schon erspäht. Aber der Rest?!?
Jedenfalls warten wir über 30
Minuten ungeduldigst. In der Zeit kann man sich einige Gedanken machen:
1. Warum gibt es Leute, die behaupten CORVUS CORAX spielten mit ihren bösen
Dudelsäcken viel zu laut? Ist je wer auf die Idee gekommen zu Lemmy zu gehen und
zu sagen: „Hee Meister, her mit dem Bass! Hier haste nen Schellenkranz und jetzt
Rock ´N Roll, eins auf die Mütze!“ ?!? Falls das je wer vorhat, bitte Bescheid
sagen! Das will ich sehen!!! Plädiere dann für das Bundesverdienstkreuz am
Bande. Zu laut ... what shalls!?! Kann jemand bitte den lautesten Dudelsack
dieser Erdenscheibe erfinden, der Hochhäuser zum Einsturz bringt? Seid gewiss,
ich steh in der 1. Reihe!
2. „A horse, a horse! My kingdom for a horse!“ Wieso jetzt Shakespeare?!? Ja
klar, kurz vor Weihnachten wird man poetisch und jedes Mädchen wünscht sich da
nen Pferdchen. Aber nicht jedes will dem alten Klepper das Fell über die Ohren
ziehen und sich sofort so ne irre Trommel klöppeln, wie sie auf der Bühne
stehen! Den Rest des Tierchens? Würde ich liebend gern an meinen Lieblingszensor
und seine bessere Hälfte weitergeben. Die mögen Pferd am Liebsten ... mit Soße
und Brot ... So wäre praktisch jeder glücklich. Bis auf die Zossen (= Pferde)
wahrscheinlich. Aber auf Einzelschicksale kann nun mal nicht immer Rücksicht
genommen werden, oder!?!
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Doch zurück zum Glück: das Licht geht aus, CORVUS CORAX erscheint. Hat man
Martin Ukrasvan, der den Patrick ersetzt, bereits auf dem diesjährigen
Kaltenberger Ritterfest kennenlernen dürfen, sieht man heute Pan Peter, ex
CULTUS FEROX, das erste Mal mit den Raben auf einer Bühne. Nichts anderes als
eine perfekte Leistung hätte man erwartet, und die bekommt man auch. Gespielt
wird als wäre er immer schon dabei gewesen, aber ein bisschen Wehmut kommt bei
mir dennoch auf, weil Jordon und Ardor schon noch irgendwie fehlen. Letzterer
scheint ein Abschiedsgeschenk da gelassen zu haben, schaut man auf Wims neue
Haarpracht. Denn nicht nur neue Musikanten sind am Start, nein auch neue
Outfits! Irgendwie lag mir Wims adretter Kurzhaarschnitt mehr. Da hatte er
wenigstens beim Spielen nicht immer Haare im Mund. Aber nichts kann einen wohl
entstellen, wenn man ein richtiger Weiberbetörer ist ... Auch hoffe ich für
Ardor, dass er sein schickes Haupthaar noch selbst trägt. Die diversen Ketten,
die über die Gesichter gespannt sind, machen mich leicht nervös. Und ich mag mir
nicht vorstellen wie sich das noch steigern könnte, wenn ich sie selbst tragen
müsste ... Dafür gibt es eine Menge mal mehr mal weniger behaarter Männerknie,
die unter prachtvollen Gewandungen dann und wann hervorlugen.
Musikalisch gibt’s wie immer nix zu meckern! Außer, dass es laut ist ;o) In 20
Jahren sammeln sich eine Menge wunderbare Schmankerl an, die man nie Leid wird.
Von „In Teberna“ über „Platerspiel“, „Spielmannstanz“, „Saltarello“, „Titenka“,
„Venus Vina Musica“ zu „Grey Warden Song“, dem neuesten Stück, das zum Spiel
Dragon Age entstand. Also alles dabei was selig macht und noch viel mehr. Das
Publikum feiert was das Zeug hält. Auch die Pause, die CORVUS CORAX einlegt,
damit sich die Menge ordentlich alkoholhaltige Getränke einflößen, sich ihrer
Kleidung entledigen und sich anschließend gegenseitig einölen kann – so Castus –
, vergeht recht schnell. Vielleicht liegts am jungen Herrn, der sich tatsächlich
sein mittelalterliches Hemd vom Körper reißt, um stolz sein Tattoo zu zeigen.
Seinen Bauch ziert im Prinzip das komplette Cover des wunderbaren Albums ´Venus
Vina Musica´, Rabe plus Schriftzüge. Hütchen ab!!! Außer ihm und den Spielleuten
hatte sich aber irgendwie keiner aus- oder umgezogen, weshalb Castus schließlich
seinen Mantel ablegte, um uns ein Vorbild zu sein. Weiter gings mit Dudelsack,
Davul, und allerlei sonstiger Trommeln, Drehleier, Trumscheid und Co. Abgerundet
wurde das musikalische Spetakulum von mehr als unterhaltsamen Ansagen und
Anekdoten. Wie viele Weibsbilder hat Wim nochmal in einer Nacht geschwängert?
280? Alle Achtung!
Wer noch nie auf einem CORVUS CORAX-Konzert war, dem ist dies tunlichst
anzuraten!!! Die Zeit vergeht wie im Flug und man weiß nicht wohin mit all der
guten Laune! Habt Dank und ein gar kräftig Handgeklapper für die Könige der
Spielleute, die wie immer kaiserlich zu begeistern wussten!
Fazit: Jubel! Euphorie! Freude im Volk!!!
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Und liebes Christkind, sollte es in diesem Jahr wieder nichts mit Schlagwerk
und/oder Sackpfeif werden, werd ich im nächsten Jahr n Diabolo tun und auch nur
einen Gedanken an ne gute Tat verschwenden ...
Bericht, + Pix: Katja
Layout: Stefan
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