CELTIC FRUST - Weilerbach, Open Air am Bahnhof – 18.08.2007


2 Mitgliedern des ewigen Geheimtipps MURDER SHE WROTE und dem Verfasser dieser Zeilen bot sich endlich die Gelegenheit, CELTIC FROST livehaftig zu erleben. Man war bereits seit den Achtzigern besessener Fan der Schweizer Extremgötter und da sich jene gerade kürzlich reformiert hatten, fuhr man gemeinsam nach Stuttgart auf das Konzert.  Dort stellte sich aber eine große Enttäuschung ein, denn man war mit der Leistung der Band insgesamt und speziell des Sängers Tomas Gabriel Fischer alias Tom Warrior alles andere als zufrieden. Kurzerhand wurde beschlossen: Das können wir besser. Wieviel Mut und Überheblichkeit muss man schon haben, um das ernst zu meinen, dachte ich damals. Das Konzept sollte sein, daß CELTIC FRUST (Name ist klar…) eine Hommage/Tribut an die Achtziger-Ära von CELTIC FROST sein soll und keine Parodie. Wobei man deren Image durchaus ironisch nehmen darf, musikalisch allerdings keinerlei Kompromisse eingegangen wird. Die Herausforderung war groß.

 

Nach Monaten im Proberaum ward es endlich soweit: CELTIC FRUST haben ihre Livepremiere am 18. August auf dem Openair-Konzert wo sie irgendwo zwischen irgendwelchen Pop, Metalcore oder Onkelz-Coverbands auftreten. Ich persönlich, der die alten FROST abgöttisch liebt und mit „Monotheist“, dem aktuellen Album gar nix anzufangen weiß, war ungemein skeptisch. Darf man das überhaupt oder grenzt das gar an Blasphemie?

 

Kaum war das Intro „Tristesse De la Lune“ verklungen und die doomigen, schleppenden Riffs von „Procreation Of The Wicked“ leiten  ein Reigen der Düsternis ein. Alle anfänglichen Zweifel sind verpufft. Zunächst fällt der gute Sound auf und der Gesang klingt wirklich 1:1 nach Tom Warrior in seinen besten Tagen. Sänger Axel hat eine schwarze Perücke auf und wirft grimmige Blicke ins Publikum. Dieses wippt und bangt anerkennend zu dem morbiden Rhythmus. Danach folgt ein Hammer nach dem anderen in detailgetreuen Versionen, als stehe der Keltische Frost leibhaftig auf der Bühne. CELTIC FRUST klingen einfach mehr nach CELTIC FROST in alten Tagen, als diese es heuer selbst vermögen. Gottseidank werden wir auch von Pseudo-Satanischen-Gelaber eines Martin Ain verschont. Dafür gibt es ein lustiges Mitsingspiel: „Jetzt alle: „Uuuuh, Uuuuh Uuuuh, Hey!“ Selbst die komplexen Stücke der „Into The Pandemonium“-Phase, wo es teilweise auf leidenden Gesang ankommt, bringt die Band bravourös. Der Sound ist dermaßen fett und brutal, dass er bei den quälend zähen Minimalriffs sich regelrecht durch Mark und Bein fräst, um dir im nächsten Moment bei den Abgehparts beinahe die Schädeldecke wegzuknallen. Da wird dem Publikum, welches so Etwas mit Sicherheit nicht erwartet hat, angst und bange.

 

Einen Song wie „Mexican Radio” (ein Cover der New Wave Band WALL OF VOODOO übrigens) wurde mit perfekten Backgroundgesang (dank an Patrick Fuchs von MEN OF WAR/IVORY NIGHT u. a. auch zweite Klampfe) veredelt, wie ihn die Originale mit Sicherheit noch nie gebracht haben. Richtig heftig wurde es im Pulk, als die beiden Utltraklassiker „Into The Crypts Of Rays“ und natürlich „Circle Of The Tyrants“ als Zugaben erklingen. Es wird geslammt, gepogt, gestoßen, die Faust geballt und ausgerastet bis die Schwarte kracht…Auf diesen (letzten) Song hatte ein jeder OLD SCHOOL FUCKER den ganzen Abend gewartet. Und es waren einige da. Nachdem die Stars des Abends die Bühne verlassen hatten, blickte man überall in zufriedene, euphorische und besoffene Gesichter. Mir war klar, dass ich soeben das Konzert des Jahres erlebt hatte. Unglaublich!

 

Setlist CELTIC FRUST:

Intro

Procreation Of The Wicked

Visions Of Mortality

The Inner Sanctum

Mesmerized

The Usurper

Necromantical Screams

I Won’t Dance

Jewel Throne

Mexican Radio

Into The Crypts Of Rays

Circle Of The Tyrants

     

 

Bericht + Photos: Ralf

Layout: Hage

 

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