Bang your Head Festival 2009   

25. - 27.06.09 - Balingen / Messegelände 


Donnerstag 25.06.08 - Balingen / Volksbank-Arena

 

 

Auch 2009 pilgerten wir nach Balingen, wo es zur 14. Ausgabe des Bang Your Head Festivals kam. Ein paar Dinge waren anders diesmal, so war z. B. die Volksbank-Arena direkt auf dem Messegelände in Balingen dieses Mal der Schauplatz des traditionellen indoor Warm-Up-Gigs. Es zeigte sich, dass die bisherige Location, das WOM in Hechingen, von der Größe her angemessener gewesen wäre. Die Sparkassen-Arena war jedenfalls nur zur Hälfte gefüllt, was der guten Stimmung und der Spielfreude der Bands aber keinen Abbruch tat.

Ansonsten waren die Campingplätze mal wieder anders gegliedert und das Partyzelt war nicht mehr direkt am Festival-Gelände. Der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch und das Wetter spielte ebenfalls die meiste Zeit mit, so dass es wieder rundum ein gelungenes Festival war.

 

 

 

Den Warm-Up-Gig bestritten diesmal die alten Recken von JON OLIVA'S PAIN und KREATOR. Unterstützt wurden sie von SNAKE RIDE RODEO und EVILE.

 

 



SNAKE RIDE RODEO

Das Schlangenrodeo hat keiner wirklich gesehen ...

 

 

EVILE

Schon cool, daß die Briten aus Huddersfield die Chance bekommen haben, als Einheizer beim Warm-Up auflaufen zu dürfen, noch dazu, wenn danach noch solche Recken wie JON OLIVA’S PAIN und KREATOR aufspielen. Die vor gerade mal fünf Jahren unter dem Namen METAL MILITIA gegründete Jungspund-Bande hat sich diesen Gig aber auch verdient, zählen sie doch mit einer handvoll anderer Bands zu den treibenden Kräften der New Wave Of Old School Thrash Metal. So war der Empfang des partylaunigen Mobs in der neuen Volksbank-Arena wenig überraschend auch sehr herzlich und der Vierer um Sänger/Gitarrist Matt Drake spielte sich schnell noch mehr in die Herzen der Fans. Ihr irgendwo zwischen EXODUS, METALLICA und SLAYER angesiedeltes Material der beiden Alben haut freilich live noch deutlich mehr auf die Kacke, als ohnehin schon, und so dauerte es auch nicht wirklich lange, bis sich vor der Bühne ein kleiner, aber durchaus recht feiner Moshpit entwickelte. Die Band hatte fortan freilich noch mehr Bock und Spaß und auch wenn es gut und gern ein paar mehr Fans in der riesigen Halle hätten sein dürfen, und EVILE definitiv mehr was für kleine Clubbühnen sind, kann man die Show, die mit dem Titelsong des 2007er Debüts ’Enter The Grave’ beendet wurde, nur als vollen Erfolg für die Engländer bezeichnen. (Hage)

 

JON OLIVA'S PAIN

SAVATAGE ... äh ... JON OLIVA'S PAIN boten an diesem Abend einen wirklich tollen Auftritt. Hermes Phettberg Look-A-Like Jon Oliva führte seine Band souverän und recht entspannt durch ein Best-of aus seiner Karriere. Los ging's überraschenderweise mit "City Beneath The Surface", vom ersten SAVATAGE-Album - das ist schon so lange her, dass es schon gar nicht mehr wahr ist. Gleich darauf klopften die Herrschaften "Sirens", eine DER Metal-Hymnen der Weltgeschichte, in die begeisterte Fangemeinde. Mit "Through The Eyes Of The King" folgte dann der erste Song von JON's neuer Band, ehe dann die bombast-klassik-musical-metal Nummer "Chance" wieder deutlich machte, was das Gespann Oliva/ O'Neill doch für begnadete Songs geschaffen hat. Spätestens hier wurde auch dem letzten klar, dass die Truppe alles komplett live spielte und nichts vom Band kam: Der Kanon war mit vier Stimmen dann etwas dünn, verglichen mit der Hammer-Produktion der Studio-Version. Aber gut, man kann nicht alles haben - wieso haben SAVATAGE eigentlich nie mit einem richtigen Orchester zusammengespielt?

Es folgten mit "Edge Of Thorns" und "Gutter Ballet" zwei weitere gigantische SAVATAGE-Hymnen, ehe die selten gespielten "Tonite He Grins Again" und "Hounds" für eine kleine Überraschung sorgten. "Walk Upon The Water" vom aktuellen JON OLIVA'S PAIN Album war dann die kurze Verschnaufpause, ehe mit "Jesus Saves" und (natürlich!) "Hall Of The Mountain King" ein viel zu kurzer Auftritt zu Ende ging. (Stefan)

 

KREATOR

Es ist schon verwunderlich, wie Mille Petrozza, seines Zeichens Frontbrüller der deutschen Thrash Metal Ikone KREATOR, über die langen Jahre des Kämpfens im Musikzirkus seine Kraft, Ausdauer und unbändige Aggressivität konservieren konnte. Das neue Album 'Hordes Of Chaos' bietet wieder Thrash erster Güteklasse und als man an diesem Donnerstag mit dem Titelsong eben dieses Albums den Headliner-Part eröffnete, fühlte man sich sofort wieder zum Moshpit an forderster Front hingezogen. Es war der insgesamt dritte Auftritt der Altenessener, den ich erleben durfte und jedes Mal zeigte die Band dabei 100% Einsatz. Wer Kracher wie "Betrayer", “People Of The Lie“, “Phobia“ oder "Enemy Of God" im Köcher hat, braucht sich keine Sorgen über eventuell aufkommende Langeweile im Publikum zu machen.
Und so kam auch an diesem extrem heißen BYH-Warm-Up-Abend eben kein Fünkchen Langeweile auf … ganz im Gegenteil. Die Kult-Thrasher um den an dem Abend noch etwas mehr als sonst schreienden Herrn Petrozza trumpften aber nicht nur mit einer gewohnt energiegeladenen Präsenz auf, sondern vor allem auch mit der von der Tour bekannten Video-Leinwand und den schicken Bühnen- und Backdrops. So kann man den Gig als eine gänzlich runde Angelegenheit bezeichnen, bei der die Fans genauso auf ihre Kosten kamen, wie auch die anderthalb Stunden Vollgas gebende Band, was nach der finalen “Tormentor“-Zugabe dazu führte, dass man ausnahmslos in glückliche Gesichter blicken konnte … was sicher nicht daran lag, dass man doch allzu rasch aus der Halle „rausgekehrt“ wurde. Weshalb dort nach der Show keine Metalparty mit DJs gestartet wurde, verstand sicher kaum jemand … zumal das Partyzelt dieses Jahr ja weit über eine Viertelstunde Autofahrt entfernt war …  (Hage/ Stefan)

 

 

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