Bang your Head Festival 2003   

26. - 28.06.03 - Balingen 


 

Samstag, 28. Juni 2003

 

Zur unchristlichen Zeit um 10 Uhr standen dann am Samstag erneut HIRAX auf der Bühne, aber aufgrund des eher misslungenen Auftritts im W.O.M.-Club schenkten wir uns ihren Gig auf der Hauptbühne. (Joe)

Ich glaube auch wirklich nicht, dass bei deren Auftritt schon die Hölle los gewesen ist vor der Bühne, was auch ein von HIRAX persönlich verschicktes Livebild vom Auftritt beweist! (SasH)

 

Im Anschluss daran durften sich die NWoBHM-Recken ANGEL WITCH austoben, was sie dann mit Songs wie "Angel of Death" oder "Angel Witch" auch taten. Ich persönlich war zwar noch nicht so aufnahmefähig, aber die schon zahlreich anwesenden Fans gingen begeistert mit. (Joe)

 

Wie hab ich mich darauf gefreut, Sangesmeister Jorn Lande, der mich schon mit BEYOND TWILIGHT sehr begeistern konnte, endlich mal live zu erleben. Und so versammelten wir uns, um ihm und seinen Kumpanen von MASTERPLAN bei der Arbeit auf die Finger zu schauen. Mit "Spirit Never Die" und ’"Enlighten Me" startete die Truppe in derselben Reihenfolge wie auf ihrem Debütalbum und mit einer absolut mitreißenden Stimmung! Um mich herum begann der Mob zu toben und spätestens beim krachenden "Crystal Nights" war die Meute um mich herum komplett am ausrasten, denn was Jorn, untermauert von einem wirklich brillanten Sound, in die Menge schmetterte, war so ziemlich das Beste, was ich je an Clearvocals live gehört hab. Es ist völlig egal welchen Song man erwähnt, sei es zum Beispiel der in meinen Augen beste Song ihres Debüts "Soulburn" oder das mystische "Bleeding Eyes", denn die deutschen Newcomer schafften es in jedem Moment, die zahlreich erschienene Fanschar in ihren Bann zu ziehen. Nach dem krachenden "Crawling From Hell" rockten MASTERPLAN noch mal aufs allerfeinste ab, bevor sie gerade erst warm geworden, die Bühne für den nächsten Act freigaben. (Onkel Tom)

 

Setlist MASTERPLAN:

 

Spirit Never Die

Enlighten Me

Crystal Nights

Soulburn

Kind Hearted Light

Bleeding Eyes

Crawling From Hell

 

Die schwäbischen Power Metaller BRAINSTORM um den sympathischen Frontmann Andy B. Franck sollten für mich einen der wenigen Highlights des diesjährigen Bang your Head Festival darstellen. Doch wurde hier nicht nur musikalisch sondern auch Show technisch erste Sahne geboten. Bereits beim hymnischen Opener "Highs withouts Lows" von der neuen CD "Soul Temptation" ging der sympathische Fronter in die Vollen und heizte zusammen mit der restlichen Band die Massen gehörig ein, und das mehr als sonst ein Frontmann, was ich je gesehen habe. So ließ er es sich auch nicht nehmen beim Song "Blind Suffering" direkt in den Fotograben zu springen um hautnahen Kontakt mit ihren Fans zu haben. Ebenfalls wurden massenhaft T-Shirts verteilt und in das Publikum geschmissen. Wenn das mal nicht fannah ist, dann weiß ich nicht. Zusätzlich wurde als kleines Schmankerl den Fans bei dem Song "Shiva´s tears" eine fernöstliche Tanzeinlage von 3 Original Tempeltänzerinnen dargeboten, was man auch nicht jeden Tag zu sehen bekommt. Ich hoffe, dass BRAINSTORM dies bei ihrer Tour im Herbst noch toppen können. (SasH)

 

Setlist BRAINSTORM:

Highs Without Lows
Blind Suffering
Crush Depth
Hollow Hideaway
Doorway To Survive
Shiva's Tears
Shadowland
Under Lights

 

Es gibt wohl nicht viele Bands die ich so häufig live gesehen hab wie PINK CREAM 69. Jedoch kamen sie in meinen Augen bei den jüngeren Gigs nicht mehr an die mitreißende Charismatik vergangener Tage (als noch Andy Deris als Fronter fungierte) heran. Und so war ich nicht gerade von großem Enthusiasmus geprägt, als ich zum Auftritt der Pinkies stolperte. Was ich dann zu hören bekam, war dann aber endlich mal wieder Gänsehaut-Feeling pur. Denn bereits beim Opener "Keep Your Eyes On The Twisted" verspürte ich den Spirit und das Feuer von damals und ertappte mich schon hier beim instinktiven Mitgröhlen. Spätestens bei Kultigem aus der "One Size Fits All" –Zeit namens "Living For My Own" oder ’Talking To The Moon’ war ich nicht mehr zu halten und ging voll in dem beachtlich guten Soundgewitter unter. Überhaupt spielten sie vorrangig Songs von diesem und dem "Electrified" – Album. Gut ich persönlich hätte mich mehr über Songs wie "Ballerina" oder "Where The Eagle Learns To Fly" gefreut, aber mit Tracks wie dem ehrwürdigen "Welcome The Night" von ihrem 89er Debütalbum oder einem der stärksten "One Size Fits All" -Songs schlechthin "Do You Like It Like That" hatten sie doch eine sehr gut ausgewählte Anzahl Hit in ihrem Koffer, welche sie mit fast schon spielerischer Leichtigkeit präsentierten. Und mit dem Kultsong "Shame" vom "Electrified" –Longplayer endet leider das viel zu kurze Gastspiel von PINK CREAM 69 und ich kann mich nur mit der Vorfreude auf das nächste PC-Konzert trösten! (Onkel Tom)

 

Setlist:

(vom Album...)
Keep Your Eye On The Twisted 

(Games People Play)

Living My Life For You  (One Size Fits All)

Higher Kind 

(Electrified)

Talk To The Moon 

(One Size Fits All)

Break The Silence 

(Electrified)

Lost In Illusions 

(Sonic Dynamite)

Welcome The Night

(Pink Cream 69)

Do You Like It Like That 

(One Size Fits All)

Seas Of Madness 

(Sonic Dynamite)

Shame 

(Electrified)

 

Es war mindestens genauso heiß wie am Vortag beim AMON AMARTH Gig und nachdem HYPOCRISY in der Vorwoche den wohl schlechtesten und desaströsesten Gig ihrer Karriere beim ‚Gods Of Metal’ in Italien absolviert hatten (da muß so ziemlich alles schief gegangen sein, was nur schief gehen kann!), merkte man den Schweden vor dem Auftritt auch deutlich die Anspannung an. Doch als Mastermind Peter Tägtgren und seine Jungs dann mit "Fractured Millenium" furios in ihren Set einstiegen, schien plötzlich alles wie weggeblasen. Ein Wunder, wenn man weiß, wie extrem der Maestro und sein Drummer Lars sich am Vorabend Backstage die Lichter ausgeschossen hatten. Aber dafür sind sie mittlerweile abgezockt genug, daß sie dennoch einen professionellen Gig auf die Bretter legen können. Nachdem Peter den eigentlich doch recht zurückhaltenden und im Vergleich zu AMON AMARTH deutlich weniger euphorischen Fans verkündet hatte, daß HYPOCRISY diejenigen sind, die den "Death Metal to this Power Metal Festival" bringen, folgte mit "Pleasures Of Melostation" wohl tatsächlich der extremste Song des gesamten Wochenendes – voll geil! Jedoch je länger der Set dauerte, desto mehr merkte man, daß Meister Tägtgren stimmlich doch ein wenig angeschlagen ist und daß den Jungs die sengende Hitze doch deutlich schaffen machte. So hechelte man sich dennoch recht stark durch den insgesamt einstündigen Gig, bei dem als absolutes Highlight zum vorletzten Track – der gecoverte DESTRUCTION-Smasher "Total Desaster" – Thrash-Urgestein Schmier das Mikro übernahm und nicht nur kurzfristig Herrn Tägtgren verschnaufen lies, sondern ohne Bass durchaus furios und mitreißend über die Bühne fegte. Abschließend gab´s noch den Megahit "Roswell 47", ehe man sich von der Bühne schleppte und erstmal kollektiv in den 5x5-Meter-Backstage-Swimmingpool hechtete (der gute Peter gar mit lupenreinem 10-Punkte-Salto)! (Hage)

 

An die Rocker von Y&T kann ich mich nur flüchtig erinnern da ich mich den ganzen Gig über wie auch schon zuvor und auch danach mit den supernetten Leuten vom Vampster-Mag unterhalten habe (nochmal einen herzlichen Gruß an Markus, Andrea & ihre Schwester, sowie Fierce (he, guck mal, ich hab hier nen Zahnstocher, hehehe...)). Das was ich aber mit nem viertel Ohr mitbekommen habe, hat mich eh nicht sonderlich interessiert, weswegen ich mich lieber der Unterhaltung mit Andrea und Markus widmete. (SasH)

 

Bei OVERKILL haben Andrea und ich dann spontan ein "Wer erkennt den OVERKILL-Song"-Contest gestartet, welcher mit einem "unentschieden" aber dennoch sehr witzig war. Zwar habe ich mir vom Auftritt der New Yorker Speed Thrash Metaller doch ein wenig mehr erhofft, aber auch so war der Auftritt von Blitz, D.D. Verni und Co. als voller Erfolg zu verbuchen, was mich wahrscheinlich wirklich am meisten störte war halt die Setlist, die meiner Ansicht nach doch zu wünschen übrig ließ! Aber was solls, dafür wurde das Publikum mit einer glänzenden Performance noch mehr angeheizt und schließlich waren mit "Bastard Nation", "Hammerhead", "Elimination", "In Union we stand" und dem obligatorischen Rausschmeißer "Fuck you" genug Kultmaterial am Start. Und spätestens nach dem finalen Sprung von Blitz ins Publikum wussten alle, dass OVERKILL wieder einmal die Bühne als Sieger verlassen haben. (SasH)

 

Setlist OVERKILL:

Unholy

Necroshine

Bastard Nation

Hammerhead

Infectious

Damned

Long Time Dyin´

New Machine

Supersonic Hate

Elimination

In Union We Stand

Fuck You

 

In Balingen ergab sich endlich einmal die Gelegenheit, Udo Dirkschneider live zu sehen, was mir bislang immer vergönnt war. Zwar bin ich nicht unbedingt ein großer Fan von U.D.O. (sieht man mal von den ersten beiden Scheiben ab), aber dass Udo bereits jetzt eine lebende Legende ist, weiß jeder. Mit dem Titelsong des aktuellen Albums "Man and Machine" stiegen die Jungs ein, und im Laufe des Sets stellte sich heraus, dass sich U.D.O. eher auf ACCEPT-Songs konzentrieren, denn davon gab’s wirklich genug: "Metal Heart", "Princess of the Dawn", "Balls to the Wall", "Fast as a Shark", natürlich gespickt mit dem einen oder anderen U.D.O.-Song. Wie nicht anders zu erwarten war kamen die Klassiker hervorragend beim Publikum an und wurden kräftig mitgegrölt. Zwar wirkte die Bühnenshow von Udo und seinen Mannen teils etwas steif und einstudiert, aber das schien niemanden groß zu stören. Alles in allem ein cooler Gig, der das Balinger Publikum völlig zufrieden stellte. (Joe)

 

Mit THIN LIZZY enterten nun mehr als dreißig Jahre Rockgeschichte die Bühne. Und wenn ich auch mehr als nur einmal den Satz gehört hab: Ohne Phil Lynott (starb 1986 als Folge seiner Drogensucht) ist es halt einfach kein THIN LIZZY, so fand ich, war das legendäre Lizzy-Feeling der untrügliche Twin-Guitar Sound des irischen Überbleibsels immer noch absolut mitreißend. Und so fiel es den Insulanern gerade bei Titelsongs wie zum Beispiel "Bad Reputation" (1976), "Jailbreak" (1976), oder dem herausragenden performten "Chinatown" (1980) offensichtlich sehr leicht, der zahlreich erschienenen Oldschool-Rock –Fangemeinde den Spirit vergangener Tage nahe zu bringen. Mit zwei weiteren "Jailbreak"-Singles: ’The Boys Are Back In Town’ und "Cowboy’s Song" näherte sich der Auftritt nun seinem Höhepunkt bevor sie mit "Suicide" und "Rosalie", den Hammersongs vom 1975 erschienenen ’Fighting’-Album, sowie dem Titeltrack des ’79er Longplayers "Black Rose" zu einem sehr abgefeierten Finale fanden. Schade nur, dass mit "Whisky In The Jar" und "The Rocker" zwei der ganz großen Songs von THIN LIZZY gefehlt haben. Trotzdem bin ich mir sicher, einen sehr gelungenen Gig gesehen zu haben, der nicht nur den Glanz alter Tage, sondern auch fast schon jugendliche Fröhlichkeit ausstrahlte. (Onkel Tom)

Setlist THIN LIZZY:

Jailbreak

Waiting for an Alibi

Don`t Believe a Word

Emerald

Chinatown

Cold Sweat

Sun Goes Down

Bad Reputation

Massacre

Killer On The Loose

Still In Love

Are You Ready

Cowboy`s Song

The Boys Are Back In Town

Suicide

Rosalie

Black Rose

 

Nie im Leben hätte ich mir gedacht, die alten "Sick Motherfuckers" nochmals live sehen zu dürfen. Vor allem nicht im original Line-Up. Das Bang Your Head-Festival machte es jedoch möglich. Als nach vielen geilen Bands endlich die Glam Götter Dee Snider, Eddie ‚Fingers’ Ojeda, Jay Jay French, Mark ‚The Animal’ Mendoza und A.J. Pero die Bühne erstürmten machte es zwar den Eindruck als wären viele der abertausenden Besuchern nach einem langen Tag, einem schweren Vortag und einigen Bierchen schlicht überfordert gewesen. Ein buntes, geschminktes, verrücktes Quintett und ein hektischer Sänger ließen anfangs nur den "die hard"-Kern vor der Bühnenmitte ihre Fäuste in die Luft fliegen. Aber auf jede weitere darauf folgende Minute, wusste Frontman Dee ‚fuckin’ Snider die Mengen an sich zu reißen. Spätestens beim ersten mal "We’re Not Gonna Take It" (dieser Song wurde noch weitere male angestimmt) (leider nicht von den SISTERS, aber wenigstens von den entzückten Fans, gelle? – Hage), dem größten Kracher von den Schwestern, wusste jeder mit wem er es zu tun hatte. Unterm Strich gesehen, bekamen die TS-Fans von Ihren Helden alles vor die Vitrine geknallt was man sich wünschen konnte. Smasher wie "Come Out And Play", "I Believe In Rock’n’Roll", "Stay Hungry", "Burn In Hell", "I Wanna Rock", "The Price", "S.M.F.", "Under The Blade" (Hey cool, die haben ja DEFLESHED gecovert,... ;-) – SasH), "I Am (I’m Me)", "You Can’t Stop Rock’n’Roll", usw. zwangen die Schwestern-Gemeinde, inklusive mich, vor Freude in die Knie (und ohne Witz…er ist wirklich mit Schaum vor dem Mund in die Knie gegangen, der gute Pit– Hage). Eine durchgeknallte Bühnenshow mit einem riesigen Glühbirnen-TS im Hintergrund, gigantische Konfetti-Luftballons, eine tolle Pyro-Show, ein empor steigendes Drumset, sowie ein fettes Feuerwerk zum Abschluss, bediente das Publikum von hinten bis vorne. Mein persönlicher und einziger Kritikpunkt jedoch war, dass mir und vielen anderen Fans "The Leader Of The Pack" vorenthalten blieb (und daß "We´re Not Gonna Take It" nicht noch mal gespielt wurde! – Hage). Aber wir wollen mal nicht unbescheiden sein. Für mich war die erste Hälfte des diesjährigen Konzertjahres bereits gelaufen. Jeder der sich diese Spektakel durch die Finger laufen ließ ist zu bedauern. Da bleibt uns nur zu sagen: ‚PLAY IT LOUD‚ MUTHA’!!! (Pit)

 

Rundherum war das BANG YOUR HEAD Festival 2003 zwar Billing-technisch nicht das Beste in seinem bisherigen Bestehen (was meinen Geschmack betrifft), aber mit Abstand das witzigste (nochmal Gruß von meiner Seite an die Leute vom Vampster-Mag!). Der fade musikalische Beigeschmack ergab sich wohl wegen der enormen Anzahl an softeren Bands wie DOKKEN, BITCH, T.N.T. oder Y&T.  Immerhin zeigte man sich aber mit Acts wie HYPOCRISY und AMON AMARTH doch etwas härtekompatibler und ich schätze, nicht nur ich hoffe, dass dies weiterhin so bleiben sollte! Auch wurden mit THIN LIZZY, DESTRUCTOR, HIRAX (der allererste Auftritt in Deutschland überhaupt!!) und (bis vor kurzem noch) TWISTED SISTER einige exklusive Bands geboten, die man nicht überall zu sehen bekommt. 

Leider gab es auch eine schlechte Nachricht zu vermelden, denn am letzten Abend wurde eine junge Frau von einem 25jährigen Metaller in ihrem Zelt vergewaltigt, der allerdings mittlerweile von der Polizei gefasst wurde. Ich denke, so weit sollten wir es nicht noch einmal kommen lassen! 

Auch wenn es somit dieses Jahr qualitativ nicht  so gut war wie gewohnt, freuen wir uns alle auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt: BANG YOUR HEAD! (SasH)

 

Berichte: SasH, Joe, Onkel Tom, Hage, Pit
Pics: SasH, Joe, Onkel Tom
Layout: SasH

 

Donnerstag Freitag Samstag

 


 

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