BRUTAL fucking TRUTH / CASKET - Stuttgart, Ladespavillion – 11.07.2007


 

Nach dem der Beitrag zum genialen EYEHATEGOD Tribute Sampler "For The Sick" eigentlich eine einmalige Kurzreunion zugunsten der hurrikangeschädigten Kultband aus New Orleans sein sollte, haben die Potheads Danny Lilker (b., u.a. NUCLEAR ASSAULT), Rich Hoak (d., TOTAL FUCKING DESTRUCTION) und Kevin Sharp (v., VENOMOUS CONCEPT) wohl wieder Bock auf ordentlichen drug crazed Grindcore bekommen, nicht lange gefackelt und schon gut ein Jahr nach der Wiedervereinigung lässt man sich nach einer fast zehnjährigen Pause wieder auf dem alten Kontinent blicken. Angekündigt anlässlich der Headlinerposition u.a. auf dem Obscene Fest war eine gut 70-minutige Show mit über 30 Songs aus allen Schaffensphase der US Grindcore Übergötter, dementsprechend war ich auch  vorfreudig und gespannt auf die Tour, die die Herren unerwarteterweise auch ins fast-heimische Stuttgart führte.

 

Als Opener wurden die Reutlinger Death-Metal-Urgesteine CASKET engagiert, von denen ich nicht mal wusste, dass sie noch existieren. Tja, eine den Amerikanern ähnlichere Band hätte wohl keinen so schweren Stand bei dem klar auf Grindcore ausgelegten Publikum gehabt und so zogen die Reutlinger ihr Set wenig beachtet und auch eher unspektakulär durch.

 

 

Gegen 23 Uhr war es dann nun endlich soweit: "Still not loud enough... still not fast enough" - Ladies and Gentlemen: BRUTAL fucking TRUTH!!! Mit dem furiosen Anfangsdoppel des letzten Longplayers "Sounds Of The Animal Kingdom", "Dementia" und K.A.P.", langten die Herren Grindcoregötter gleich mal in die Vollen: Dreckig, wütend, assi und laut -  ein Fest! Und so wurden Schlag auf Schlag Klassiker und Spätwerke, kurze, ureigene Eruptionen irgendwo zwischen Noise und Grind, Rock und Hardcore, Sludge und Powerviolence, heruntergeprügelt, furios, intensiv, abgedreht, unaufhaltsam und immer in-your-face.

Dazu brüllte und schrie sich ein leicht ergrauter Kevin Sharp die Lunge aus dem Leib, vielleicht nicht mehr ganz so tief wie auf den Frühwerken, aber keineswegs weniger angepisst und aggressiv. Danny Lilker bearbeitet seinen Bass mit gewohnter Lässigkeit und glotzte wie immer leicht bekifft durch die Gegend während Neu-Gitarrero Jody Roberts (SALT OF THIS EARTH, Ex-KALIBAS, -KILL THE CLIENT) und Rich Hoak ihre Instrumente hingebungsvoll bis zur deren Zerstörung quälten - fast wurde die Intensität der Songs von den Protagonisten selbst auf der Bühne ausgelebt.

Tatsächlich hielt man das Versprechen einer mehr als einstündigen Show und einer gottgleichen Tracklist, die wohl JEDEN Fan der Amis zufrieden stellen sollte. Geboten wurden unter anderem: Die Klassiker "Birth of Ignorance" und "Walking Corpse" vom Götterdebüt "Extreme Conditions Demand Extreme Responses", das groovige "Godplayer" sowie das crusty "Choice of an new Generation" vom Zweitwerk "Need To Control". Von dem Relapse-Debütwerk "Kill Trend Suicide" wurde der Titeltrack, "Pass some down", "Blind leading the Blind", als finale Zugabe das YDI Cover "I killed my Family" und etliche Songs von "Sounds Of The Animal Kingdom" wie "Jemenez Cricket", "Dead Smart", "Fisting", "Sympathy Kiss", etc. ins gierige, staunende, moshende, divende Publikum geblastet...

... ich für meine Teil war nach den gut 70 Minuten schwer begeistert von der intensiven Darbietung des Vierers und nach den Aussagen anderer der gut 150 Anwesenden stehe ich wohl mit dieser Meinung nicht alleine da. KILLER!!! Welcome back, Gods of Grind!

   
   

 

Bericht + Layout: Lobi

Photos: Hauber

 

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