AS I LAY DYING / DARKEST HOUR / HIMSA / MAROON - Stuttgart, LKA - 16.09.2007 + Berlin, Columbia Club - 19.09.2007


AS I LAY DYING

DARKEST HOUR

HIMSA

MAROON

16.09.2007 - Stuttgart - LKA

19.09.2007 - Berlin - Columbia Club

 

Die Zeichen für die AS I LAY DYING-Tour standen sehr gut: das neue Album ist verdammt gut gelungen und landete in den Charts in den Top 30, mit der Supportrolle bei BULLET FOR MY VALENTINE konnte man auch ein jüngeres und breiteres Publikum auf sich aufmerksam machen und das Package mit MAROON, HIMSA und DARKEST HOUR traf zu 100 Prozent den Nerv der Zielgruppe. So mußten einige Shows in letzter Minuten in größere Hallen verlegt werden, von welchen wir aus Stuttgart und Berlin berichten.

 

 

Los ging es in Stuttgart mit einer Überraschung: Obwohl MAROON sich über die letzten Jahre und mit ihrem neuen Album ’The Cold Heart Of The Sun’ für höhere Weihen empfohlen haben, mußten die Ostdeutschen an diesem Abend den Reigen eröffnen. Scheiß Politik! Doch Andre und Co. ließen sich nichts anmerken, und legten sogleich mit ’Endorsed By Hate’ mächtig los. Die Publikumsreaktionen des ansonsten eher lahmarschigen Stuttgarter Publikums zeigten deutlich, daß MAROON schwer im Kommen sind und auch schlecht ausgeleuchtet (man war’s auf der Bühne dunkel) Entertainment pur bedeuten. Die Jungs nutzten wie immer die komplette Bühne gekonnt aus, Andre überzeugte nicht nur durch eine gute Gesangsleistung, sondern auch durch die gewohnt witzigen Ansagen und seine Fannähe. Nach einem grandiosen ’Wake Up In Hell’ war dann Schluß, die Menge ebenso verschwitzt wie die Band, Andre hingen die Glocken ob der im Schritt gerissenen Hose aus derselben, alles bestens also. Und wie waren die lustigen Spuckwürfel in Berlin? Wir geben ab an Hage... (Jagger)

 

Publikumstechnisch sogar wohl noch euphorischer, waren doch wohl einige Leute extra aus der thüringischen MAROON-Heimat Nordhausen angereist um mit der Band abzufeiern. So gaben sowohl Band als auch der tobende Mob alles und Andre konnte sich aufgrund der dieses Mal stabileren Hose voll und ganz auf seine Rotz- und Spuckübungen konzentrieren. (Hage)

 

 

Danach hatten HIMSA mit ihrem deutlich thrashigeren Sound arge Probleme, das Stimmungsbarometer in Stuttgart aufrecht zu erhalten. Zwar mühten sich die Jungs redlich und lieferten auch spieltechnisch eine einwandfreie Vorstellung ab, dennoch dauerte es eine ganze Weile, bis die ersten Mosh- und Circlepits zu sehen waren. Doch das war für HIMSA-Sänger Johnny Pettibone nicht genug, so daß er sich ein ums andere mal direkt in die Frontrow begab, um die jungen Fans vor der Bühne höchstpersönlich zum Durchdrehen zu animieren. Gute Show, auch wenn sich die ein oder andere Länge eingeschlichen hatte. Aaaber Jungs: gelbe kurze Hosen zu tragen ist kein Metal, nicht wahr Mister Schlagzeuger?! Welche Farbe hatte die Hose in Berlin, lieber Hage? (Jagger)

 

Die Hose gab´s erst bei DARKEST HOUR (mal wieder komplett strack gewesen und die Bands verwechselt, Herr Jäger?) und Berlin schien auf HIMSA geradezu hingefiebert zu haben: Von den ersten Tönen an flippte der mittlerweile proppevolle Columbia Club komplett aus (naja, zumindest die vorderen beiden Etagen, des nach hinten ansteigenden alten Kinos) und so schaukelten sich Mob und die von der Spielfreude und technischen Finesse her komplett auftrumpfenden Ami-Melo-Deather (grandios in SEPTIC DEATH-, SPINAL TAP- und INTEGRITY-Klamotten gewandet) in einen wahren Rausch, der die komplette halbe Stunde nicht nachließ. Crowdsurfer und Circlepits ohne Ende, kaum jemand stand still und Meister Pettibone war nicht nur meist unten bei den Fans, sondern surfte munter mit auf der Woge der Begeisterung. Was ein Auftritt der besten Band des Abends...HAMMA! (Hage)

 

 

Herrje, DARKEST HOUR waren noch nie mein Bier, obwohl sie in der Szene einen sehr guten Ruf genießen. Auch Rock Hard-Kollege Patrick Schmidt schwärmte von den Qualitäten der Amis, doch auch an diesem Abend ließ mich die Performance der Jungs kalt. No doubt, spielerisch sind die Kerle gut, aber das Songmaterial bleibt halt nicht hängen. Just my five cents, auch wenn das Stuttgarter Publikum dies anders sah und DARKEST HOUR ordentlich in Empfang nahm. Not my cup of blood, aber bestimmt Hages, denn der findet ja alles gut was ne Gitarre halten kann, nöwohr?! (Jagger)

 

Abba klaa doch...und wie sie die Gitarren halten konnten...YEAH! DARKEST HOUR wurden genau wie HIMSA wie verlorene Söhne willkommen geheißen, jeder Song, ob vom aktuellen Brecher ’Deliver Us’ oder von den nicht minder geilen Vorgängern, gnadenlos abgefeiert und man konnte so langsam Angst bekommen, daß der Headliner da nicht würde mithalten können. Auch wenn die Show von HIMSA noch einen Tick genialer war, konnte man es kaum glauben, welch Spielfreude, Präzision und Tightness die Klampfer der Wachington-Posse an den Tag legte...wer zur Hölle sind IN FLAMES? Ach ja: Die gelbe Drummer-Short war klar daneben, aber das is doch scheißegal, solang er so präzise alles in Grund und Boden dreschflegelt! (Hage)

 

 

Nach einer endlosen Umbaupause inklusive Soundcheck (so was macht der Profi am Mittag, lieber Headliner) standen dann endlich AS I LAY DYING auf der Bühne. Und diese waren sich ihres Headlinerstatus’ durchaus bewußt und ließen sich mächtig abfeiern. Dazu hatten Tim Lambesis und seine Mannen allerdings auch jeden Grund, denn die Band kam nicht nur äußerst sympathisch und als tighte Einheit rüber, sondern konnte auch ein ganzes Arsenal an Hits in die durchdrehende Menge schroten: Egal ob der Mit-Shouter ’Forever’, ’Meaning In Tragedy’, der neue Knaller ’Nothing Left’, ’An Ocean Between Us’ (yeah!), der Smash-Hit ’94 Hours’ oder das abschließende ’Confined’, die Jungs haben einfach genügend Knaller in der Hinterhand, die live und auf Platte funktionieren! Speziell die cleanen Gesangsteile wurden vom Publikum zwischen Wall Of Death, Circlepit und Headbang-Inferno begeistert mitgesungen, so daß das Konzert als super Show einer routiniert und fehlerfrei aufspielenden Band bezeichnet werden kann, die mit ihrer kurzen, aber schmerzlosen Performance ein kaputtes, aber zufriedenes Publikum zurück ließ, das sich sogleich begierig auf das – recht günstige – Merchandise stürzte und am folgenden Montagmorgen sicherlich mit einem Pfeifen im Ohr und Muskelkater in den Gliedern in die Schule, äh zur Arbeit, gegangen ist... (Jagger)

 

Auch in Berlin war die Soundcheck-/Umbaupause unverschämt lang (gerade bei den subtropischen Temperaturen), aber da der Sound, der ohnehin unglaublich klar und fett war, danach noch brachialer und drückender aus den Boxen kam, kann man dies leicht verschmerzen. Jegliche Bedenken, erzeugt durch die Reaktionen auf die Supportacts, waren allerdings komplett unnötig: AS I LAY DYING sind der würdige Headliner dieses famosen Packages und Tim Lambesis und seine Burschen lieferten eine absolut brillante, mitreißende, höchst energetische und hit-gespickte Klasseperformance (okay, in der Mitte wurd´s ein wenig eindimensional und langweiliger, aber das hat sich auch schnell wieder gelegt), die mit Mosh- und Circle-Pits in der gesamten Halle (!), also auch in den höheren hinteren Bereichen (!!!) belohnt und bejubelt wurde. Einzig das dämliche Drumsolo sollte schleunigst wieder raus aus dem Set. Ansonsten hat die Band, bei der Basser Josh Gilbert mit wirklich hervorragenden Clean Vocals auffiel, das Zeug dazu, zu den ganz großen Acts aufzusteigen...warten wir´s ab. (Hage)

 

Bericht: Hage (Berlin), Jagger (Stuttgart)

Layout: Hage

"Kunst"-Pix (Berlin): Hage (dank an die coole Kamera!!!)

 

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