FRANK ZANDER (Oktober 2004)


 

 

In der deutschen Musikszene ist er jetzt schon eine Legende. Er vergnügt sowohl Kinder als auch Erwachsene und hat schon seit Tagen, wo 99% von uns noch nicht mal anwesend waren schon für Furore gesorgte. Die Rede ist von Kurt, vom Urur-Enkel von Frankenstein, von Fred Sonnenschein, auch bekannt als: Frank Zander. Der Mann ist nicht tot zu kriegen und statt dass er mit seinen 60 Jahren sich langsam in Rente begeben will, legt er mit seinem aktuellen Album "Rabenschwarz" noch mal so richtig einen oben drauf!


Hallo Frank wie geht’s dir. „Rabenschwarz“ ist ja sehr ungewöhnlich für dich...

Ja, damit hast du wohl nicht gerechnet. Ich schau mir gerade eure Seite an hier. Hm... Ancient Spirit... ihr gehört ja zu den ganz Harten. Thrash Metal, Death Metal und jetzt soll da ich auch noch dazu, hahaha?

Ja, warum denn nicht? Du bist Kult, da darf man nicht lange zögern, da wird ein Interview gemacht ohne wenn und aber, hehehe.
Aber wollen wir gleich loslegen, wie ich mitbekommen habe, wollt ihr im Anschluss lecker essen fahren...

Woher weißt du denn das?

Hat mir deine Frau bzw. die weibliche Person eben am Telefon erzählt. Sie meinte ich soll mich beeilen, hehehe. Also dann gleich los...

Ok, dann mal her mit deinen Fragen, hahaha.

Wie bist du auf die Idee gekommen „Rabenschwarz“ aufzunehmen. Da hatte ja das Ox-Magazin seine Hände mit im Spiel, richtig?

Ja, die haben mich auf die Idee gebracht. Ich hatte einfach mal wieder Bock etwas anderes zu machen, mal wieder so richtig Spaß zu haben. Mal wieder zu schocken und zu rocken. Es ist ja nicht so, dass ich das jetzt zum ersten Mal mache, ich hatte ja früher auch schon den „Ururenkel von Frankenstein“ oder den „Nick-Nack-Man“. Bloß dieses Heavy Metal Gewand ist neu, das hatte ich vorher noch nicht.

Das stimmt, wenn man mal so deine Diskografie so anschaut ist da ja schon vieles vertreten, u.a. ja auch die Hertha BSC Hymne, viele Schlager, Coversongs wie „Jeannie“ von Falco, Fred Sonnenschein und seine Freunde, derKurt und was weiß ich ja noch alles.... vom Kasper zum schwarzen Mann?

Ja, das sind aber auch alles Dinge gewesen, die sich auch voneinander unterschieden. Da hatte ich auch jedes Mal gerade Lust dazu das zu tun. Nun ist ist doch auch mal was anderes, diese ganzen Schlagersongs wie „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“, „Komm unter meine Decke“, „17 Jahr blondes Haar“ oder „Verdammt ich lieb dich“ mit diesen harten Gitarren zu hören. Meine Mission war hier „Das Ende des Deutschen Schlagers“! So was gab’s vorher noch nicht und genau das wollte ich erreichen.

Du hast es aber auch erreicht, dass so manch einer – ich will mal jetzt keine Namen nennen – wie z.B. Thomas Anders sehr erbost über deine Version von „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“ war(en).

Ach das ist ja alles halb so schlimm, der hat sich da drüber aufgeregt und gemeint, das kann man doch nicht machen von wegen „Das Ende des deutschen Schlagers“ und so. Der hat das Prinzip nicht verstanden, worum es hier ging. Die anderen hatten damit nicht so Probleme, warum am Anfang aber doch sehr verwirrt deswegen, fanden es letztendlich aber auch gut. Am meisten haben sich da auch die Fanclubleiter darüber aufgeregt, die waren da sogar stellenweise persönlich beleidigt. Manche andere fanden es aber auch gut, was ich da gemacht habe. Das alles darf man auch nicht wirklich so ernst nehmen, da ist auch immer noch ein Augenzwinkern mit bei.

Na ja, immerhin hast du auf deiner Homepage auch geschrieben: „Jedes Ende ist auch ein Anfang - also: Geht neue Wege und haltet durch!!!“

Natürlich, so ist es ja auch. Viele machen immer wieder das gleiche und wundern sich das nichts mehr geht. Vor allem diese One Hit Wonder in den Charts, die sich wundern, wenn nach einigen Monat sich keiner mehr für sie interessiert. Schau dir doch mal an, was in den Charts abgeht. Da lob ich mir doch die Hard Rock und Heavy Metal Szene. Die ist zwar nicht so groß aber dafür beständig. Ich hatte halt die Schnauze voll wie sich das alles eingependelt hatte und wollte einfach mal wieder auf den Putz hauen und da lasse ich mir nichts vorschreiben.

Wie hast du dich auf die Aufnahmen vorbereitet? Hast du dir vorher dafür extra einige Metal Bands angehört und dann gesagt, so möchte ich klingen oder wie seid ihr da vorgegangen?

Nein, so war es nicht gerade. Ich höre ja schon seit Ewigkeiten auch härtere Musik und bin auch quasi mit DEEP PURPLE groß geworden. Es ist ja nicht so, als wenn ich zum ersten Mal härtere Musik hören würde. So Sachen wie BLACK SABBATH, MOTÖRHEAD oder METAL HAMMER kenne ich ja auch schon seit längerem (Ich hoffe, Frank weiß dass „Metal Hammer“ ein Magazin ist... - SasH). So ganz die Harte Musik höre ich zwar nicht gerade, aber immerhin ist mir die Musik nicht ganz fremd.

Auf den Metal Hammer bin ich dann damals übrigens nicht eingegangen...
Und wie habt ihr das dann umgesetzt?

Ich hab das ja alles nicht alleine gemacht. Mir haben da einige Musiker dabei geholfen dieses Album aufzunehmen, wie z.B. der Gitarrist von SILBERMOND.

Ach so. Das heißt du bist hinterher nur ins Studio gegangen und hast deinen Gesang dazu aufgenommen?

Nein, ganz so einfach war es nicht. Wir mussten ja auch die Lieder zuerst raussuchen und diese umschreiben, damit die Gitarren dazu passten und sie diesen düsteren Charakter bekamen. Die Atmosphäre, die dabei herausgekommen ist finde ich einfach fantastisch. Wir haben auch insgesamt um die 6 Wochen daran gearbeitet. Die Songs haben dadurch einen viel brutaleren Sound bekommen, der so richtig fett aus den Boxen dröhnt.

Die Songs haben mich dabei nicht nur einmal an RAMMSTEIN erinnert, wenn du die kennen solltest.

Ja, die kenne ich. Du bist dabei nicht wirklich der erste der das behauptet. Aber irgendwie ist das auch eine Art Ehre von mich, wenn ich so einen authentischen Sound geschaffen habe, dass er sogar mit RAMMSTEIN verglichen wird. Da fällt mir übrigens eine witzige Geschichte ein: Ein Freund von mir arbeitet hier in Berlin bei Radio1 als Redakteur und als bei ihm für ein Interview mal RAMMSTEIN da waren, hat er spontan meine CD rein gemacht und sie ihnen vorgespielt. Da hatte der eine Gitarrist gemeint: „Sach ma: Is dat Lied von uns? Wann haben wir dat denn aufgenommen?“... hahaha. Das hat mich doch sehr gefreut, da das ja auch so eine Art Lob ist.

Hast du auch vor das Album live zu präsentieren. Ich meine damit eher eine richtige Tour, als ein paar Fernsehauftritte...

Ja doch, das haben wir schon vor, wenn auch in einem nicht so großen Rahmen wie gerade RAMMSTEIN oder all die anderen Bands. Gedanken haben wir uns auf alle Fälle dazu gemacht. Das Konzert soll dabei schon einige Gimmicks enthalten, so mit düsterer Dekoration und allem drum und dran. So Gags wie mit Blutkapseln und Nebel habe ich ja auch schon früher alles gemacht, das ist ja nichts mehr neues von mir, hehehe. Die Atmosphäre sollte auf alle Fälle gut zur Musik passen.

Das ist richtig. Du kannst dir ja RAMMSTEIN als Band mitnehmen, die spielen solche Musik ja eh schon, die sind das gewohnt, hehehe.

Hahaha, ja das wäre toll, die würden passen, aber die kann ich mir nicht leisten. Vor allem was ihr Equipment und alles drum und dran angeht. Die karren ja da immer 1000nde von Euro mit sich herum. Das wäre mir zu teuer. Da muss man ja aufpassen, dass man nichts kaputt macht, hahaha.

Apropos kaputt macht: Hast du nicht Angst, dass du es dir mit „Rabenschwarz“ nicht bei deinen langjährigen Fans verscherzt. Immerhin ist das schon ne Ecke, welche die wohl am wenigsten von dir erwartet haben, oder?

Hm, das kann schon sein, aber das muss man halt in Kauf nehmen, dass es immer welche gibt, denen das nicht gefällt was du machst.

Klar, das ist richtig, aber so „extrem“ warst du ja noch nie...

Da hast du recht. Aber wie gesagt, wollte ich halt einfach mal wieder Spaß haben, laute Musik spielen und einfach nur rocken. Ich bin mir aber sicher, dass meine Fans das auch verstehen werden. Manch einer wird denken, dass ich vielleicht verrückt geworden bin, aber manchmal muss man sich schon was gönnen.

Hast du vor jetzt weiterhin auf der harten Schiene zu bleiben, oder kehrst du wieder zu deinen Wurzeln zurück?

Erst mal möchte ich so weiter machen. Ich habe auch schon Ideen für einen zweiten Teil von „Rabenschwarz“. Das hängt natürlich ab, wie erfolgreich allerdings erst mal der erste Teil wird. Wenn das kein Mensch hören will macht auch ein zweiter Teil keinen Sinn. Aber wenn ich mir die ersten Reaktionen so anschaue, gehe ich schon davon aus, dass da noch was kommt. Klar, werde ich das auch nicht ewig machen, aber zumindest so lange wie ich noch Spaß daran habe. Das ist ja auch das Problem in der Musikindustrie, das viele nur nach dem Schema F arbeiten und nichts wagen, nichts neues probieren. Deswegen gehen ja so viele Musiker nach einem Jahr unter, es kommt nichts mehr neues, nichts mehr interessantes.
Bei diesem Album haben wir ja auch mal was neues probiert, was die Promotion anbelangt und haben schon vorab MP3s an Magazine wie euch verschickt und da die Reaktionen abgewartet. Die Idee dazu kam von meinem Sohn, der hat da auch wesentlich mehr auf dem Kasten als ich. Wir waren daraufhin schon sehr überrascht wie vielen das gefällt. Dir gefällt sie ja auch sehr gut, oder?

Doch das Teil kann was... auf alle Fälle sehr witzig. Wenn ich´s nicht gut fände, würde ich ja auch nicht ein Interview mit dir machen. Aber mal was anderes: Du bist ja auch sozial engagiert wie ich mitbekommen habe und organisierst jedes Jahr eine Obdachlosenfeier...

Ja, das ist richtig. Begonnen haben wir damit 1995 im Schloss Diedersdorf. Dabei hat mich eine Idee von Bruce Springsteen inspiriert, der bei einer CD-Präsentation so was ähnliches mal gemacht hat. Mittlerweile ist da eine große Veranstaltung daraus geworden, bei der auch viele Prominente wie Axel Schulz, Reinhard Mey, Oli P. oder die Gebrüder Blattschuss, als auch Firmen wie Gilette oder Bahlsen schon ausgeholfen haben.

Dafür hast du ja auch 2002 vom damaligen Präsidenten Johannes Rau das Bundesverdienstkreuz erhalten...

Mann, du bist aber gut vorbereitet. Ja, das stimmt. Darüber habe ich mich auch sehr gefreut und bin auch sehr stolz darauf, da so etwas ja nicht alltäglich ist. Dadurch sind die Leute aber auch zugleich aufmerksam auf die Sache mit den Obdachlosen geworden und versuchen nun auch etwas mehr zu helfen.

So etwas ist aber auch eine sehr noble Geste, so etwas machen nicht viel. Aber das ist auch wieder das coole: Jemand mit einem Bundesverdienstkreuz geht hin und nimmt ein Metal Album auf, hahaha.

Eben, davon gibt wohl wirklich nicht viel, hehehe.

Diese Geburtstags-Sache, wo du Grüße mit individuellen Namen gesungen hast, war ja auch sehr erfolgreich was?

Ja, das stimmt. War auch mal was anderes. Da kümmert sich u.a. auch mein Sohn Marcus drum. Damit haben wir sogar Einträge im Guiness Buch der Rekorde (1998 – 2000 – SasH) bekommen, da ich bereits über 5000 Namen eingesungen habe. Und ob du´s glaubst oder nicht: Wir haben dafür sogar eine goldene Schallplatte bekommen, da wir mehr als 250000 davon verkauft haben und das alles nur über unseren eigenen Mailorder.

Wow, Respekt.
Hast du eigentlich schon eine Idee wann die Tour stattfinden soll?

Nein, da haben wir noch nichts konkretes geplant. Da müssen wir erst mal abwarten, wie sich alles entwickelt. Ich hoffe aber, dass es bald sein wird.

Hast du auch einen Videoclip zum Album geplant?

Ja, wir haben einen Videoclip zu „Komm unter meine Decke“ gedreht, denn man (mittlerweile – SasH) auf meiner Homepage runterladen kann. Ist auch wie die Musik sehr düster ausgefallen. Da muss halt alles passen, die Atmosphäre, die Dekoration, die Musik...

Da bin ich ja mal gespannt...
Dann mal noch nen guten Appetit und viel Erfolg mit „Rabenschwarz“.

Danke, und auch vielen Dank für das Interview. Vielleicht bis zum nächsten Mal!

 

Interview & Layout: SasH

 

Offizielle Homepage:

 

Die Diskografie:

Rabenschwarz

Zett Records

25.10.04

 

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