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YEAR OF THE GOAT (April 2011) |
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YEAR OF THE GOAT
„Für mich wird ein Traum Realität!“
Thomas Eriksson ist Musiker aus
Leidenschaft. Als Sänger bei GRIFTEGARD brilliert der neue Hohepriester der
Doom-Gemeinde nicht nur mit einer großartigen Stimme, jetzt hat er mit YEAR OF
THE GOAT auch noch seinen – wie er sagt
–
„Lebenstraum“ wahr werden lassen. Auf der gerade erschienenen, großartigen
Debüt-EP „Lucem Ferre“ lebt der sympathische Schwede die dunkle Seite seines
Seelenlebens aus und verpackt das Ganze in modernen Okkult-Rock mit kapitalem
Ohrwurmfaktor. Grund genug, ihn zum Gespräch zu bitten!
Hey Thomas! Ich muss sagen, „Lucem Ferre“ ist wirklich brillant. Ich bekomme die CD kaum aus meinem CD-Player, geschweige denn aus meinen Kopf! Wie hat denn alles mit YEAR OF THE GOAT angefangen? Welche Idee steckt dahinter?
Die Idee zu YEAR OF THE GOAT entstand etwa 2006. Ich wollte eine Band erschaffen, die die gleiche dunkle und unheimliche Atmosphäre verbreitet wie die okkulte und psychedelische Musik der 60er und 70er Jahre und entsprechenden Filme aus dieser Zeit. Bands wie COVEN und BLACK WIDOW waren und sind zweifelsohne großartige Quellen der Inspiration für YEAR OF THE GOAT, wie auch eine ganze Reihe weiterer obskurer Bands aus dieser Zeit und diesem Genre.
Handelt es sich bei YEAR OF THE GOAT um eine richtige Band oder nur um ein Projekt? Wer ist noch mit dabei?
YEAR OF THE GOAT sind eine richtige Band! Mein Konzept habe ich 2007 Fredrik Hellerström (Schlagzeug) und Per Broddesson (Gitarre, auch GRIFTEGARD) vorgestellt und sie waren sofort begeistert. 2010 stießen dann noch Jonas Mattson (Gitarre, auch DEVIAN) und Tobias Resch (Bass) dazu. Wir werden die schwarze Flamme brennen lassen, so lange wir die Energie und den Willen für diese Band haben!
Erläutere doch mal bitte die Philosophie bzw. das Konzept hinter YEAR OF THE GOAT etwas genauer.
Ich möchte mit YEAR OF THE GOAT die Zuhörer auf eine dunkle und geheimnisvolle Reise mitnehmen, auf der sie ihre ganz eigene Philosophie entdecken und für sich annehmen können. Ich gebe ihnen sozusagen nur das notwendige Handwerkszeug und die passende Atmosphäre dafür mit auf den Weg. Und ich bin mir sicher, dass sie danach auch unsere Philosophie verstehen werden.
Wie wichtig ist es für Dich, Deine Musik mit dieser Philosophie zu verbinden?
Es ist ein wesentlicher Bestandteil des ganzen Bandkonzeptes. Genauso, wie es die Melodien in unserer Musik sind. Das sind die entscheidenden Mittel, um die ganze Vision der Band zu erschaffen und auszubilden. Nur so könne die Leute die besondere Aura von YEAR OF THE GOAT erfassen und erfahren.
Wer hat Dich bei der Musik und den Texten am meisten beeinflusst? Woraus schöpfst Du Deine Inspiration?
Wie ich schon sagte, sind Bands wie COVEN,
BLACK WIDOW, aber auch JACULA und die frühen BLACK SABBATH eine
große
Inspiration für mich. Auch aus Büchern und
Filmen entstehen meine Ideen. „Der Heilige
Berg“ von Alejandro Jodorowsky (ein stark esoterisch
beeinflusster und mit spirituellen Symbolen überfrachteter
Experimental-Spielfilm des chilenischen Regisseurs, Autors und Schauspielers aus
dem Jahr 1973 – Anm. d. Verf.) ist zum Beispiel so ein Film.
Du singst ja bekanntlich auch bei GRIFTEGARD. Auf Eurer MySpace-Seite beschreibt Ihr Eure Musik folgendermaßen: „...sounds like your soul revolting against your flesh“. Wenn Du es ähnlich umschreiben müsstest, wie klingen dann YEAR OF THE GOAT?
Ich weiß natürlich nicht, wie genau die Musik von YEAR OF THE GOAT auf die Leute da draußen wirkt. Das wird sich sehr von Hörer zu Hörer unterscheiden. Ich würde unsere Musik ähnlich wie die von GRIFTEGARD umschreiben, nur mit einem ausgeprägterem rebellischen Denken gegen christlichen Fundamentalismus.
Dann lass uns mal die einzelnen Songs von „Lucem Ferre“ genauer unter die Lupe nehmen! Was kannst Du jeweils zur Idee bzw. Geschichte hinter jedem erzählen?
„Of Darkness“: Mehr oder weniger ein klassisches Horror-Setting. Das ist einer der ersten Songs, die wir für YEAR OF THE GOAT geschrieben haben und er entstand quasi wie von selbst. Ich hatte die Riffs und die Songstruktur dafür und wir haben dann dem Song gemeinsam den Rundschliff gegeben. So läuft das eigentlich grundsätzlich bei uns. „Of Darkness“ ist ein kurzer einprägsamer Song mit einer starken Melodie. Bei den Lyrics habe ich mich vom Horrorfilm „The Dunwich Horror“ aus den 70er Jahren inspirieren lassen, der auf einer Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft basiert.
„Vermillion Clouds“: Textlich mit einem eher biblischen Denkansatz, inspiriert von der „Offenbarung des Johannes“ (oder: „die Johannes-Apokalypse“ - Anm. d. Verf.). Ein langer, recht progressiver Song, der ruhig beginnt, im Mittelpart sehr groovig ist und am Ende mit wirklich schweren Riffs das Chaos über den Hörer hereinbrechen lässt. „Vermillion Clouds“ enthält alles von 70er-Jahre Southern Rock bis hin zu alter Folk Musik. Text und Musik gehen aufgrund der verschiedenen emotionalen Wechsel eine ganz enge Verbindung ein.
„Dark Lord“: Das ist im Grund eine Neuinterpretation des Originalsongs von SAM GOPAL (eine Psychedelic-/Space-Rock Band, der Song stammt vom 1968er Album „Escalator“, auf dem der gute alte Lemmy (!!!) singt; – Anm. d. Verf.). Wir haben die Songstruktur übernommen, aber komplett neue Riffs dazu geschrieben. Nicht, weil uns das Original nicht gefällt – der Song ist brillant! Aber wir wollten unsere eigene, ganz besondere Dunkelheit in die Musik einfließen lassen.
„Lucem Ferre“: Das ist ein kurzes Instrumental als Tribut an den „Bringer des Lichts“ (Lucem Ferre = Luzifer – Anm. d. Verf.).
Thomas, neben GRIFTEGARD warst auch mal Gitarrist bei BOKOR und mit YEAR OF THE GOAT hast du jetzt Deine eigene Band. Welcher Teil Deiner Persönlichkeit findet sich in jeder Band wieder?
Meine Zeit bei BOKOR war stark von progressiver Musik geprägt, sehr experimentell und für manche Leute wohl zu abgefahren. Ich habe mich damals als Musiker zwar sehr weiterentwickeln können, bin dann aber letztendlich nicht lange in der Band geblieben. Denn mir lag die Gründung von YEAR OF THE GOAT mehr am Herzen, weil mein Herz und meine Seele schon immer tief in der Musik der 60er und 70er Jahre verwurzelt sind und ich schon immer etwas in dieser Richtung machen wollte.
GRIFTEGARD sind da schon eine ganz andere Geschichte, eine sehr emotionale Sache. In dieser Band habe ich extrem viel von Ola Blomkvist (Gitarrist und Kopf der Band – Anm. d. Verf.) gelernt. Er schreibt die besten Lyrics überhaupt! Deswegen ist es sehr leicht für mich, bei GRIFTEGARD zu singen, denn alle Melodien und Emotionen in den Texten sind absolut perfekt. Ich kann geradezu die Engel und Dämonen in Ola´s Texten lebendig herumwirbeln sehen!
YEAR OF THE GOAT sind der wahr gewordene Lebenstraum in meiner Karriere als Musiker, der gerade erst begonnen hat! Und ich werde ihn aufrecht erhalten, so lange ich kann!
Okkult
Rock wird zurzeit immer populärer und gewinnt stetig mehr Fans. Bands wie GHOST,
THE DEVIL´S BLOOD, WITCHCRAFT, DEVIL, JEX THOTH und BLOOD CEREMONY werden immer
populärer und sind mehr oder weniger tief in einer okkulten Philosophie
verwurzelt. Was denkst Du über diese Band? Teilst Du mit Ihnen den gleichen
Spirit?
Das sind alles großartige Bands! Ich finde es super, dass Bands mit dieser Haltung verstärkt in die Öffentlichkeit rücken. Ich denke, dass jede dieser von Dir genannten Bands im Grunde die gleiche Philosophie verfolgen, diese aber jeweils auf ihre eigene Weise interpretieren, so dass sie zu ihrer Musik passt bzw. umgekehrt. Diese Freiheit steht jedem zu. Für uns ist es eben ganz natürlich, unsere Musik mit einem dunklen Charakter zu versehen.
Wie sieht die Zukunft bei YEAR OF THE GOAT aus? Arbeitet Ihr an einem kompletten Album? Stehen Live-Shows an, vielleicht auch in Deutschland?
Wir arbeiten mit Hochdruck an unserem Debüt-Album. Es stehen schon eine ganze Reihe neuer Songs, die aber noch komplett ausgearbeitet werden müssen. Hoffentlich können wir im November/Dezember diesen Jahres ins Studio gehen, damit das Album dann Anfang 2012 erscheinen kann. Wenn alles gut läuft, können wir vielleicht auch die ein oder andere Live-Show dazwischen packen.
Okay, letzte Frage: Warum sollten sich die Leute YEAR OF THE GOAT anhören? Was würden sie verpassen, wenn sie es nicht tun?
Sie würden eine neue, großartige Band verpassen, die etwas von der alten Magie der frühen 70er Jahre mit einem modernen Anspruch wieder zum Leben erweckt!
Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit YEAR OF THE GOAT!
Ich danke Dir für die Möglichkeit, meinen Lebenstraum vorstellen zu können. Ave Lucem Ferre!!!
Interview: André
Layout: Hage
Links:
www.facebook.com/yearofthegoat
www.van-records.de/band/de/Year-Of-The-Goat.html
Line-Up:

Thomas Eriksson - Vocals, Guitar
Fredrik Hellerstrom - Drums
Per Brodesson - Guitar
Tobias Resch - Bass
Jonas Mattson - Guitar


2011: 'Lucem Ferre EP' - MCD
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