WOTAN (November 2004)


 

 

Wer kann schon das Erbe von MANOWAR antreten? Irgendwie klangen die Machos früher einfach ehrlicher und auch aufregender. Aus dem Norden Italien gibt es eine Band die wirklich würdig sind, alte MANOWAR-Fans vom Hocker zu reißen. Sie nennen sich WOTAN und haben ein vorzügliches Album im Gepäck: "Carmina Barbarica". Ob die Band auch wirklich zu den „Truen“ unter den Metalheads gehören, wollte Ralf einmal genauer wissen. Sänger Vanni stellte sich seinen Fragen.

(übrigens: hier die WOTAN-Schrift)

Hi Vanni, was geht ab? Hier ist der Ralf aus Germany.

Hi Ralf, wie geht’s? Ich hoffe gut…Wir arbeiten immer noch hart an der "Carmina Barbarica"-Promotion. Und managen gerade die nächsten Tourdates…Ich kann Dir gar keine exakten Informationen geben…

Was fasziniert euch so stark am Epic-Metal und was lässt Deine Band Deiner Meinung nach “episch“ klingen?

Ich habe schon immer epischen Metal geliebt, bereits 1982 als ich im Plattenladen diese mysteriöse LP erblickte, mit einem Bild eines Steingötzen halb menschlich und halb Adler…Das war “Battle Hymn” , das erste glorreiche Kapitel der Epic-Metal-Saga. Beim Hören dieser Musik fühlte ich mich wie in einem Conan-Film, das war wie eine Zeitreise in das dunkle Zeitalter und für mich eine kraftvolle Erfahrung. Ich erinnere mich, dass dieser Sound richtig düster klang und sehr beschwörend. Ich fragte mich, wie nur vier Musiker solch eine Power entfachen konnten, damals gab es nämlich keine digitalen Effekte oder Orchester-Samples. Seitdem dachte ich, dass epischer Metal muss so klingen: ein dunkler, barbarischer Sound, mit Power aus dem tiefsten Innern, eine primitive innere Energie, die man fühlt.

Tatsächlich existieren WOTAN seit 1988. Es war mit Sicherheit kein einfacher Weg bis heute..?


Es war in der Tat ein langer und beschwerlicher Weg, als unser erster Gitarrist Marco und ich Ende der Achtziger die Idee hatten, eine epische Heavy Metalband zu gründen. Zu dieser Zeit war es sehr schwer in Italien geeignete Leute für solch ein Projekt zu finden. Um eine lange Geschichte abzukürzen, muss ich sagen, dass aufgrund der Desinteresse seitens der Labels, dauerte es lange bis wir in der Lage waren, die richtigen Leute zusammenzubekommen. Unser erstes Demo „Thunderstorm“ erschien 1993 aber die erste EP erst im Jahre 2000. Diese EP „Under the Sign of Odin’s Crows” verkaufte sich am besten in Griechenland, also spielten wir 2 Livegigs in Athen. Kurz darauf signeten uns Eat Metal Records, die dort ansässig sind. Im April 2004 spielten wir die Warmup-Gigs auf dem deutschen Keep It true-Festival und im Juni erschien das Album.

Weshalb habt ihr einen germanischen Gott als Bandnamen ausgesucht – seid ihr mehr an der Germanischen Geschichte interessiert, als an der etruskischen? Was ja eigentlich eure Vorfahren waren…

Generell denken die meisten ausländischen Leute, Italien war nur das Land der Römer und Etrusker, doch vor der Eroberung durch Rom, der nördliche Teil war besetzt von vielen barbarischen Stämmen wie Ostgoten, Westgoten, Wandalen, und besonders Langobarden, die wahrscheinlich von den Inseln nahe Dänemark kamen. Von ihnen hat die Gegend um Mailand auch ihren Namen: Lombardei. Deshalb denke ich, dass ich meine Wurzeln eher bei diesen Stämmen finde, als bei den Römern oder Etruskern (trotzdem finde ich, dass sie großartige Menschen waren!) Ich glaube das Blut der Stämme rinnt durch meine Adern. Ich bewundere auch an den Menschen damals ihre freie Art zu leben. Diese Gesellschaft basierte nicht auf aristokratische Hierarchien, sondern auf einer persönlichen Tapferkeit. Wie bereits Jacques Rousseau sagte, es waren edle Barbaren, deshalb wählte ich einen heidnischen Namen für die Band. Dieser Gott erhielt seinen Namen aus dem alten germanischen Wort „Wut“, was so viel wie Zorn bedeutet. WOTAN war Gott des Kriegszorns, er gab ihnen die Ekstase des Krieges, was die Römer “Furor Teutonicus” nannten. Ich denke, dass die Menge bei einem Metalkonzert sich in einer Art „symbolischer Schlacht“ befinden, getrieben von dieser Ekstase….

Was sind eure speziellen Einflüsse. Wie sieht es mit Filmen/Büchern aus?

Wir nehmen unsere Inspiration hauptsächlich von den alten MANOWAR aber auch VIRGIN STEELE, WARLORD und einigen anderen Epicbands aus den Achtzigern. Aber auch diverse Soundtracks spielen da eine Rolle. Textmäßig lassen wir uns von historischen Büchern inspirieren, die über das Mittelalter und uralte Zeiten berichten. Zu den Filmen, der beste Fantasy-Streifen überhaupt ist CONAN der Barbar, aber auch die Trilogy Der Herr der Ringe ist supergeil. Wobei ich Conan noch besser finde. Nie wurde die Barbarbaren, so nahe an der Rousseau-Philosophie dargestellt. Ein Mann frei von sozialen Verpflichtungen, frei von Korruption, einer der keine Hierarchien kennt.

Euer Name steht für “True Epic Metal” ohne Effekte. Sind Eure Chöre echt?

Ich bevorzuge einen authentischen Sound, von einem echten Drumkit, ein echter Verstärker und traditionelle Mikros. Natürlich klingt bei uns alles echt. Leider gibt es hier in Italien den Trend, Triggersounds zu verwenden und die Bands klingen damit wie tausend andere. Ich finde einen nicht zu perfekten Sound, der dann aber ehrlich klingt, besser. Bei den Chören auf unserem Album habe ich einfach 3 Spuren mit einem großen Hall gesungen, mehr nicht…

Was sind denn momentan so eure Lieblingsalben?

MANOWAR: Into Glory Ride , Hail to England , Battle Hymns, Sign of the Hammer
VIRGIN STEELE: Noble Savage by
ICED EARTH: Something Wicked
JUDAS PRIEST: Painkiller
RUNNING WILD: Pile of Skulls und Death or Glory
HEAVEN’S GATE: In Control

Was denkst Du über das so oft strapazierten Unwort “True Metal”?

Oft werden so italienische Bands tituliert, die eine Art barocke, komplizierte Art von Metal spielen mit Computer Orchester und Keyboardchören. Du kannst es mögen oder nicht, aber bitte nenne es nicht True- oder gar Epicmetal. True Metal ist pure Power, pure Energie. True Metal sind verzerrte Gitarren, donnernde Drums und eine schreiende Stimme. True Metal ist die Strasse, Schweiß und Konzerte – es ist eine Lebenseinstellung, kein Studioprojekt.

Ihr habt die Produktion eures Albums zusammen mit Deathmaster von DOOMSWORD gemacht – seid ihr Freunde?

Ja das stimmt, Deathmaster ist einer der Eigentümer des Studios, wo wir “Carmina Barbarica” einspielten. Er half uns sehr und man kann ihn auch hören. Beim Chor bei „Hussard De La Mort” hörst du seine Stimme. Einige Jahre vorher spielte er zusammen mit Mario in einer Band namens WARHAMMER (nein nicht die HELLHAMMER-Clones), sie sind alte Freunde.

Letzte Worte an unsere Leser.

We’ll fight side by side until we die with sword in hand ! Stay true brothers !
 

Interview: Ralf

Layout: SasH

 

 

Offizielle Homepage:

 

www.wotanmetal.com

Die Band:

Vanni (vocals)

Mario (guitars)

Salvatore (bass)

 Lorenzo (drums)

Die Diskografie:

Thunderstorm (1993)

 

Under the Sign of Odin´s Crows (2000)

 

Carmina Barbarica (2004)

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