SUBSIGNAL (Oktober 2011)


 

 

SUBSIGNAL ist der legitime Nachfolger der Prog-Godz SIEGES EVEN. Auch wenn man sich stilistisch etwas weiter entwickelt hat, weg vom puren Progressiv-Kram hin zum AOR, die Mucke hat aber immer noch genügend Ecken, Kanten und Wendungen, um den geneigten Progfan mit der Zunge schnalzen zu lassen. Und „heavy“ ist es auch. Lassen wir einmal Mastermind Markus Steffen zu Worte kommen.

 

Grüß Dich Markus, wie geht es denn so? Bei was habe ich Dich gerade gestört?

Habe gerade die Windeln meiner vier Monate alten Tochter gewechselt. Ansonsten geht’s gut. Danke der Nachfrage.

 

Na denn, cheers. Stichwort: „Touchstones“, das Album ist jetzt schon eine Weile auf dem Markt. Bist Du denn soweit zufrieden mit den Reaktionen bisher, ihr wart ja sogar in den Charts?

Klar, ich bin mehr als zufrieden. Die Presse- und Fanreaktionen waren bislang überwältigend. Die Verkaufszahlen sind ebenfalls sehr positiv, und der Charteinstieg war natürlich sensationell.

 

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Euer zweites Album kurz und knackig werden soll…So ist es ja jetzt doch nicht gekommen, oder?

Tja, was soll ich sagen: Wir haben versagt! Aber Du hast Recht, die Scheibe sollte ursprünglich um die 45 bis 50 Minuten lang werden. Aber die Ideen sind nur so aus uns herausgesprudelt, und da hätte es keinen Sinn gemacht, dem gewaltsam ein Ende zu bereiten. Zumal die Songs auch stilistisch für uns wie eine Einheit klangen. So ist das Gesamtbild also ein wenig üppiger als geplant ausgefallen.

 

Wie kann ich mir das Songwriting bei SUBSIGNAL vorstellen, sagt ihr euch „so das muss jetzt progressiv klingen? Oder ist as einfach ein natürlicher Vorgang bei euch?

Nein, wir lassen das ganz natürlich geschehen. Es macht für mich auch keinen Sinn, die Stilistik eines Albums zu planen – das funktioniert, glaube ich, nur bedingt. Letztlich entsteht ein Song – und hochgerechnet dann das Album – aus einem momentanen Gefühl, einer spontanen Idee. Planen kann man das nicht. Selbstverständlich kann man sich über ein textliches Konzept Gedanken machen, aber musikalisch vertraue ich einem natürlichen Gefühl für Veränderung.

 

Und wer ist da für die mehrstimmigen Gesangsarrangements zuständig?

Die Arrangements stammen allesamt von Arno. Das macht er seit vielen Jahren. Er war ja früher Schlagzeuger, der in seinen Bands im die Backings singen musste. Er blickt auf eine langjährige Erfahrung mit mehrstimmigen Chören zurück. Da reden wir im nicht rein.

 

Bei mir dauerte es anfangs etwas, bis „Touchstones“ zündete, aber der Song „Finisterre“ haute gleich rein. Um was geht es in dem Stück, der Titel heißt doch in etwa „Das Ende der Welt“? Und was sind eigentlich „Touchstones“?

„Finisterre“ handelt – vereinfacht gesprochen – vom Ende von Beziehungen oder Freundschaften jeglicher Art. Aber die ursprüngliche Idee hatte ich, als ich mir den dritten Teil vom ‚Herrn der Ringe‘ ansah, nämlich die Szene, in der Frodo und Sam zusammen an den lavaüberströmten Hängen des Mount Doom liegen und Frodo sagt: „I am glad you’re with me Sam, here at the end of all things“.

Die Touchstones sind die Prüfungen, denen wir im Leben begegnen, das ewige Streben nach etwas Höherem und den Preis den man eventuell für dieses Streben zu bezahlen hat. Dir als altem SIEGES EVEN Fan dürfte vielleicht der textliche Bezug zu dem Sieges Even Song 'The Waking Hours' aufgefallen sein, der auf der 'A Sense of Change'-CD als Opener steht."

 

Jetzt wo Du es sagst….  Die ewigen SIEGES EVEN-Vergleiche kannst Du sicher nicht mehr hören. Ich bin SIEGES EVEN-Fan der ersten Stunde (habe noch euer 87er Rehearsal Bootleg Tape herumliegen) und bin quasi mit den ersten beiden Scheiben „Life Cycles“ & „Steps“ aufgewachsen. Die „Sense Of Change“ fand ich auch klasse, aber dann verlor ich die Band etwas aus den Augen, da mir die beiden „Sophisticated“ & „Uneven“ nicht mehr so viel gaben. Aber mit „The Art Of…“ war wiederum brillant und mit „Paramount“ habt ihr meiner Meinung nach das perfekte Prog-Album geschaffen. Wie siehst Du die Entwicklung vom technischen Thrashmetal bis hin zu AOR-lastigen Prog von heute?

Für mich persönlich war es eine sehr natürliche Entwicklung. Verstehe mich nicht falsch, ich bin sehr stolz auf jedes einzelne SIEGES EVEN-Album, aber ich habe einfach keine Lust in dieser ewigen Technikfalle gefangen zu sein. Noch schnellere Läufe und Soli, noch komplexere Rhythmen, etc. Wenn Du Dir die neuen Scheiben von Steven Wilson oder OPETH anhörst, dann merkt man, das diese Leute auch den Wunsch verspürt haben, nicht immer nur auf diese eine Stilistik festgelegt und über diese identifiziert zu werden. Technik ist schön und gut, aber für mich sind mittlerweile andere Dinge wichtiger, etwa die melodische Anlage eines Songs. Abgesehen davon, sind die SUBSIGNAL-Stücke keineswegs einfache – das Komplexe haben wir einfach in den Hintergrund treten lassen. Aber einen Song wie ‚I go with the wind‘ gut klingen zu lassen, ist wesentlich schwerer als einen typischen SIEGES EVEN-Song zu spielen.

 

Echt? Wow. Wie sieht es denn an der Livefront aus?

Wir haben ja schon die ersten Shows und Festivals der Touchstones-Tour 2011/2012 gespielt. Jetzt spielen wir noch nach Weihnachten das Rockbier-Roadshow-Festival mit EDGUY in Ludwigsburg, und dann geht es im April/Mai weiter mit unseren Soloshows. Und Festivals sind für den Sommer ebenfalls geplant.

 

Kann man evtl. doch einmal irgendwann mit einem straighten AOR-Album rechnen, wenn auch unter anderem Namen?

Das kann ich Dir beim besten Willen nicht beantworten. Möglich ist alles, aber so wie mein Songwriting derzeit aussieht, wird die dritte SUBSIGNAL definitiv vollkommen anders als ‚Touchstones‘.

 

Die letzten Worte gehören Dir…

Vielen Dank für das Interview! Ich hoffe, man sieht sich mal bei einem unserer Konzerte!

 

Interview: Ralf

Bilder von den verschiedenen Webseiten der Band

 

 

 

 

Line-Up:

 

 

Von links nach rechts:

 

Arno Menses - Gesang
Roel Van Helden - Schlagzeug
Ralf Schwager - Bass
David Bertok - Keyboards

Markus Steffen - Gitarre
 

 

 

 

Webseiten:

 

 

 

 

 

 

 

 

Discography:

 


'Touchstones'

2011 - Album

 

'Beautiful & Monstrous'

2009 - Album

 

 


 

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