SINISTER REALM (Januar 2010)


 

Der Metalkosmos: unendliche Weiten. Eine nicht mehr enden wollende Flut an Veröffentlichungen droht uns alle zu verschlingen. Eine Flut, von der mehr als die Hälfte weder gut noch wirklich das ist, was ich unter „Metal“ verstehe. Ab und an gibt es aber auch echte Highlights zu entdecken. So geschehen, bei dem Debüt der amerikanischen Formation SINISTER REALM. Grund genug einmal John Gaffney, seines Zeichen Kopf der Band, anzuklopfen und ihn zwecks Fragenkatalog zu löchern.

 

Guten Tag John! Erst einmal möchte ich mich bedanken, dass du dir die zeit für dieses Interview nimmst. Würdest Du Dich bitte kurz vorstellen und mitteilen, was Du gerade machst, während Du meine dummen Fragen beantwortest?

Hi und danke, dass Du mich interviewst – mein Name ist John Gaffney, ich bin der Bassist, Gründer und Songwriter von SINISTER REALM. Was ich gerade mache? Nun, momentan versuche ich mich wieder zu erholen, ich war nämlich krank. Sah so aus als wäre wirklich jeder in meiner Stadt krank, also machte ich eben mit! Hahaha – doch es geht mir jetzt besser. Während ich tippe höre ich gerade Vinyl, genauer gesagt “Lies” von GUNS ‘N ROSES; bekam ich gestern für ein paar Kröten...

 

Warum hast Du PALE DIVINE verlassen – schwirrte Dir da bereits SINISTER REALM im Kopf herum?

 Yeah! Ich spürte, dass es Zeit wurde mein eigenes Ding zu machen. Ich konnte meine Ideen bei PALE DIVINE nicht einbringen, wie ich mir das vorstellte. Wir trennten uns im Guten und ich fühlte mich, als müsste ich meine eigenen Songs zusammenbringen. Eigentlich habe ich es Darin McCloskey (PALE DIVINE/SINISTER REALM-Drummer) zu verdanken, dass der Ball ins Rollen kam. Er rief mich an und meinte, er mochte meine Songideen und fragte, ob ich interessiert sei, sie aufzunehmen. 2 dieser Stücke landeten auch auf unserer CD, nämlich “March of the Damned” und “The Circle is Broken”. 

 

Wie kamt ihr auf den Namen SINISTER REALM?

Jeder, der bereits über einen Bandnamen nachdachte, wird bestätigen, dass es eine verflixt umständliche Sache ist. Es kommt einem vor, als wäre jede denkbare Kombination in der Englischen Sprache bereits benutzt – Hahaha. Immer, wenn mir ein guter Name einfiel, rannte ich zum PC und schaute nach, ob ihn nicht irgendwer anderes benutzte…Ich hatte einfach kein Glück und bekam regelrecht Frust. Irgendwann las ich einen Artikel über „Power Metal“ und da hieß es die Band singe über „Castles, Dragons and Sinister Realms”. Ich dachte „Sinister Realm“ klingt doch ziemlich cool, den Namen musste jemand bereits benutzt haben. Zu meiner Überraschung, war er frei! Ich wollte einen Namen mit diesem Achtziger Metal Vibe und dieser war perfekt! Er drückt genau das aus, was mir vorschwebt, Songs über das Böse in der Welt draußen und in uns selbst zu schreiben.

 

Wie waren die Reaktionen angesichts eures Debütalbums “Sinister Realm” bisher und wo bekamt ihr das beste Feedback?

Die Reaktionen waren große Klasse! Ich bin ziemlich glücklich und dankbar für die starken Reviews, die wir bekamen. ANCIENT SPIRIT gaben uns eine sehr gute Kritik, danke Jungs! Beim Heavy Magazin erlangten wir sogar den 3. Platz im Monatssoundcheck! Ich weiß natürlich, dass nicht jeder das gut findet, was man tut und habe Verständnis dafür. Ich wusste aber immer, wenn ich ein Album mache, das mir gefällt, wird es irgendjemanden da draußen in der weiten Welt geben, dem es auch gefallen wird.

 

Leider muss ja Musik oft in Schubladen gesteckt oder kategorisiert werden. Wo seht ihr Eure Musik?

Ich sehe SINISTER REALM als traditionelle Metalband. Ich bevorzuge das Attribut “traditionell” eher denn „Heavy Metal“ zu benutzen, denn das kann heutzutage so viel verschiedene Sachen bedeuten. Wir wollen uns auf das Einfangen des Frühachtziger Spirits der Metalklassiker fokussieren, das ist der Stoff, der mich inspirierte als ich damals den Metal entdeckte. Außerdem mag ich Musik, die ein episches Feeling vermittelt, genau wie dunkle und doomige Töne. Also kombiniere ich das alles und das ergibt den SINISTER REALM-Sound. Ein anderer Teil unseres Sounds ist die Nutzung von speziellen Harmonien, Modes und Akkorden. Ich versuche immer interessante Wege zu finden, musikalisch Dinge zu kombinieren, dass sie interessant für die Ohren klingen.  

 

Wie sieht es bezüglich Deiner musikalischen Wurzeln aus? Welche Musiker/Songwriter haben Dich beeinflusst und hörst du noch andere Genres neben Metal?

Einge meiner Bass-Einflüsse sind Geezer Butler, Steve Harris, Bob Daisley (speziell auf den the Ozzy-Alben), John Deacon from QUEEN, Geddy Lee. Außerdem bin ich stark von Gitarristen beeinflusst wie Blackmore, Rhoads, Schenker, Iommi und  Criss Oliva. Leif Edling ist ein großartiger Songschreiber, er hat immer gute Melodien verbunden mit massiven Riffs! Ich nehme meine Songwriting-Einflüsse aus verschiedenen Quellen, nicht nur aus dem Metal. Ich lebe von der Musik, ich werde bezahlt für das Bassspielen mit Orchestern, Theater- Ensembles etc. Also höre ich beim Spielen feine Melodielines oder interessante Akkorde heraus, übe sie und schaue wie sie funktionieren. Musik ist einfach Musik für mich, egal woher sie kommt. Z. B. das Instrumental “Enter the Sinister Realm” benutzt eine Skala, die sich “Ungarische Moll Skala“ nennt, in der Hauptmelodie. Ich stieß auf die Skala während ich das Musical “Fiddler on the Roof” spielte, welches viele Russische und osteuropäische Melodien in den Songs benutzt. Diese Show inspirierte mich dahin, einen näheren Blick auf diese verschieden Sounds und Skalen zu werfen und aus ihnen einen Song zu machen.
Ich höre neben Metal einiges, wie z. B. mittelalterliche und Renaissance-Musik. Außerdem bin ich Ire, also mag ich Celtic, Jigs und Reels. Alles was gut klingt und vom Herzen kommt, gefällt mir.

 

Shadow Kingdom ist ein sehr idealistisches Label/Mailorder mit einer Menge an Killerbands. Wie kam es zum Deal?

Ich kannte Shadow Kingdom bereits bevor ich mit SINISTER REALM anfing. Ich bestellte mir ab und an Sachen bei ihnen in der Vergangenheit. Als wir mit der Band starteten, waren Shadow Kingdom ein Label, das ich im Hinterkopf hatte, da es ein großartiges Label für Classic Metal ist. Wir kamen dadurch in Kontakt, da Darin mit PALE DIVINE in Pittsburgh spielte, wo der Boss des Labels, Tim lebte. Er war bei dem Gig und Darin gab ihm ein Demo von uns. Irgendwann meldete er sich bei uns und teilte uns mit, dass er uns mag und uns signen möchte.

 

Was gibt es über die Metalszene in  Pennsylvania zu sagen? Besteht dort ein reges Interesse an Old School Metal?

Es gibt alle möglichen Arten von Bands hier in Pennsylvania. Ich würde nicht sagen, dass Old School Metal populär wäre, aber es gibt einige Acts, welche diesen Stil pflegen. Sie wachsen und werden bekannter, was eine gute Sache ist. Ich denke es ist wie überall, es gibt gute und schlechte Bands. Es gibt Clubs, die originelle Musik unterstützen, nicht viele, aber es gibt sie. Außerdem existiert eine lokale Metal Community, die gute Shows unterstützt. Viele Bands machen ihren Mangel an Erfolg daran fest, wo sie leben. Ich denke es hängt davon ab, was Du daraus machst. Du musst deine Chancen nutzen und dir deine eigene Szene machen. Ich finde, wenn Du etwas kannst, werden Dich die Leute schon finden.

 

Was denkst Du über das Internet als Werkzeug für weltweite Promotion und was hältst Du von der illegalen Downloadsache?

Das Internet ist ein fantastisches Werkzeug für die Promotion einer Band. Es spielte schon immer und spielt auch jetzt noch eine wesentliche Rolle in der Geschichte von SINISTER REALM. Ohne es wären wir sicherlich nicht, wo wir jetzt sind. Es erlaubt Leute mit völlig verschieden Interessen sich zu treffen. Ich glaube das netz hat dem Heavy Metal echt geholfen. Die Major Labels und Medien hatten den Metal völlig ignoriert, besonders hier in den Staaten. Doch dank des Internets spielt das keine Rolle mehr. Nie wieder muss ich der Gnade meines örtlichen CD-Ladens ergeben, um eine CD zu finden oder im Radio hoffen, dass sie einen vernünftigen Song spielen. Was das illegale Downloaden angeht, hat das wohl keinem geholfen. Wobei der Metal glück hat, da die Fans sehr leidenschaftlich sind was ihre Musik betrifft. Sie wollen das volle Package und möchten „ihre“ Bands unterstützen. Ehrlich gesagt, als ich noch klein war hatte ich kaum Kohle, also würde wohl ich auch gedownloadet haben. Irgendwie hilft es die Bands bekannter zu. An alle Metalheads da draußen, kauft unsere Musik, unterstützt die Bands und Labels, so wird der Metal immer leben, gesund bleiben und stark.

 

Was denkst Du über Deutschland? Ich glaube ihr habt einige Fans hier...

Meiner Meinung ist Germany das Metal Kapital der Welt! Ich habe den allertiefsten Respekt vor den deutschen Metalfans! Sie lieben ihren Heavy Metal und waren immer „true“ über die Jahre hinweg. Es ist eine Ehre für uns, dass wir einige Fans dort haben. Außerdem habt ihr die größten Festivals und ich wünsche mir, irgendwann einmal mit SINISTER REALM auf einem dort zu spielen. 

 

Well, thanks very much for doing this interview! Best of luck with your future endeavours! The last words are yours...

Danke dir vielmals für das Interview. Und danke an Alle, die das hier lesen und die CD gekauft haben. I hope to see you all in the future. Long Live Heavy Metal, may its reign never end!! 

 

Vielen Dank und viel Erfolg in der Zukunft!

 

Interview Ralf

Layout: Stefan

 

Alle Bilder von der SINISTER REALM Website und der MySpace-Seite

 

 

Line-Up:

 


 

Von links nach rechts:

John Gaffney - Bass, Guitar, Keyboards, Backing Vocals
John Risko - Lead Guitar
Alex Kristof - Vocals
John Kantner - Rhythm/Lead Guitar
Chris Metzger - Drums

 

 

 

Webseiten:

 

 

 

 

 

 

Discography:

 


Sinister Realm

Album - 2009

 

 

 

 


 

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