NOVEMBRE (Dezember 2007)


Wenn eine Band seit über 14 Jahren bereits existiert und auch schon sieben erstklassige Alben veröffentlicht hat, aber dennoch noch immer nur ein Geheimtipp ist, dann ist dies nicht nur eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, sondern auch sicherlich eine harte Probe für den Durchsetzungswillen der Band. Im Falle der Römer NOVEMBRE, die just ihr einmal mehr herausragendes siebtes Werk ’The Blue’ via Peaceville veröffentlichten, sorgt dieser Umstand nicht etwa für Mißmut und man fühlt sich auch nicht so, als ob man verdammt wäre, eine Existenz im Schatten zu fristen…

 

„Nein, ganz und gar nicht, wir wehren uns gegen diese negative Sichtweise komplett“, beginnt der sympathische Gitarrist/Sänger Carmelo Orlando.

„Die wunderbaren Reaktionen die ’The Blue’ erhält zeigt uns überdeutlich, daß es einfach keine Verdammnis dieser Art geben kann. Jedoch gibt es natürlich einige Gründe, weshalb wir im Vergleich zu anderen Bands oftmals das Nachsehen hatten, wenn es um die Gunst und Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ging. Wir kommen letztlich aus einem Land, in dem leider nie die Möglichkeiten vorhanden waren, daß förmlich jede Bands, die ein vernünftiges Demo aufgenommen, auch sofort einen Deal in die Tasche gesteckt bekommen hat – warum auch immer. So war es etwa in Schweden, jedoch leider nicht in Italien. Nichtsdestotrotz haben wir nie aufgegeben und letztlich wurden wir doch noch von einem „warring“ Indie-Label aus Italien (Poliphemous Records) gesignt, die sogar einen echt guten Job machten. Aber, wie sicher bekannt sein dürfte, läuft hier in Italien so einiges nicht unbedingt so richtig glatt, und die Gesetze und die leidige Bürokratie sind dabei nicht gerade hilfreich, was verursachte, daß unser Label unzählige Stolpersteine in den Weg gelegt bekam und so in richtig harte Zeiten steuerte. Letztlich verursachte dies, daß ’Arte Novecento’ nicht wirklich vertrieben wurde...noch mehr vergeudete Zeit.

Nichtsdestotrotz konnte dies unsere Musik nicht stoppen und wir bekamen letztlich 1998 unseren Deal mit Century Media. Dann machten wir uns selbst das Leben schwer, aufgrund unserer Erfahrungslosigkeit, was letztlich zu etlichen längeren Verzögerungen zwischen den einzelnen Alben führte. Ich könnte hier noch ewig ins Detail gehen, aber laß uns die Sache kurz halten.

Letztlich war auch immer wieder unser kultureller Background ein Hindernis. Jedenfalls mussten wir mehr als einmal feststellen, daß ein Bandname wie NOVEMBRE anstelle von NOVEMBER und die Tatsache, daß wir Titel wie ’Arte Novecento’ oder ’Materia’ auswählten in einer anglophilen Welt nicht überall auf Gegenliebe stößt und sich oftmals eher hinderlich, als vorteilhaft auswirkt. Genauso ist es schwer für eine Band aus Italien, wo absolut kein Englisch gesprochen wird – nicht einmal im Fernsehen, wenn sie italienische Texte hat, denn es kommt dann immer irgendein Depp, der dir sagt, daß er die Worte die du singst nicht versteht, weil sie falsch oder unsauber ausgesprochen werden. Aus diesem Grund kann ich auch nicht wirklich fühlen, was ich singe, wenn ich Englisch singe. Das ist genau das selbe, wie diese bescheuerten italienischen Versionen die Bands wie die BACKSTREET BOYS dauernd meinen hier in Italien vorzutragen. Das kann man einfach nicht verstehen.

Nun, kann gut sein, daß du diese Schwierigkeiten als normal bezeichnen würdest, jedoch ist es dies niemals, denn diese idiotischen, pedantischen Wichser erwarten stets, daß man mit nem scheiß Yankee-Akzent auf die Welt geschissen wird.

Mir scheint, es gibt unzählige Pappnasen, die einfach nicht akzeptieren wollen, daß die Welt nicht nur aus den USA, dem UK und ihren verbündeten Nationen besteht.

Aber freilich gibt es noch mehr, eher musikbezogene Widerstände: Viele Journalisten machen sich die Sache immer sehr leicht, indem sie uns stets mit unseren Freunden von OPETH oder KATATONIA vergleichen, dabei aber stets außer Acht lassen, daß wir verdammt noch mal genauso lang schon existieren und sowohl die selben Einflüsse haben, als auch vom selben Lehrmeister eine Menge beigebracht bekommen haben, Dan Swanö. Da ist es natürlich klar, daß es einige unvermeidliche Ähnlichkeiten zwischen unseren Bands geben muss! Allerdings benutzen diese Journalisten diese Ähnlichkeiten als Beweis dafür, uns eindeutig als plumpe Clone-Band abzufertigen um so diese unkonforme, exotische, nicht richtig Englisch sprechende Band so gut es geht runterzumachen und unter den Teppich zu kehren. Natürlich kann es sein, daß wir mit dieser Sichtweise falsch liegen, aber für uns fühlt es sich oftmals einfach so an, wofür es eben auch schon unzählige Beweise gab.

Tja, und um endlich auf deine eigentliche Frage zurückzukommen: Dies alles sind wichtige Teile der Gründe, weshalb wir nicht dort stehen, wo wir vielleicht qualitativ stehen könnten, oder wo Bands, die mit uns gestartet sind heute stehen. Auch wenn man nie alle Gründe ergründen kann.“

 

Umso erstaunlicher, daß ihr euch die Kraft bewahrt habt, immer wieder weiter zu machen und nicht aufzugeben. Habt ihr nie mit dem Gedanken gespielt, die Flinte ins Korn zu werfen, auch wenn ihr so all den Quertreibern zu einem Erfolg verholfen hättet?

 

„Ach weißt du, wir haben gelernt mit dem Erreichten zufrieden zu sein und wir haben ja wirklich schon einige Erfolge aufzuweisen. PARADISE LOST haben uns angefragt, mit ihnen zu touren, kürzlich haben wir einen Deal in Japan unterzeichnet, damit ’The Blue’ dort auch erscheint, wir haben ein gutes Label im Rücken und die neue Platte verkauft sich so richtig gut. Warum sollten wir uns also beklagen? Und so haben wir uns stets an diesen kleinen Erfolgen weitergehangelt und sind wirklich noch nie auf die Idee gekommen, die Band zu Grabe zu tragen!“

 

Wie wichtig war oder ist ein Kultlabel wie Peaceville für euch und euer nicht von der Hand zu weisendes Selbstbewusstsein? Sie scheinen jedenfalls hundertprozentig hinter euch zu stehen...

 

„Klare Sache, und dies gibt uns fraglos eine Menge Kraft. Es ist immer wichtig, Weggefährten zu haben, die an dich glauben und dich unterstützen, aber wenn du selbst nicht an dich glaubst kann dir letztlich nichts und niemand helfen, verstehst du?“

 

Aber sicher doch, euer Selbstbewusstsein ist förmlich greifbar...

War es eigentlich ein Traum für euch, bei Peaceville zu landen, dem Label, das solche Bands wie PARADISE LOST, ANATHEMA, MY DYING BRIDE herausbrachte, und bei dem KATATONIA zur Labelfamilie gehören?

 

„Das ist ohne Frage eine sehr coole Sache, wobei ich nicht so weit gehen würde, von einem “Traum” zu sprechen, denn es ist letztlich ja nicht so, daß wir lediglich ein Teil der Peaceville-Familien-Chronik werden wollten und um ihr Wappen am Revers zu tragen. Ich denke du verstehst, was ich meine. Uns ging es hauptsächlich darum, mit unserer Musik so viele Menschen wie möglich zu erreichen und da war es zunächst einmal egal, bei welchem Label dies möglich wäre. Daß es Peaceville wurde, ist aber durchaus sehr schön.“

 

Nun aber überbringe ich endlich meine Glückwünsche zu eurem neuen Hammeralbum. ’The Blue’ verbindet einmal mehr eure irre Gabe, aggressive Parts mit schönsten Melodien und Gesanslinien zu verbinden, die so eine einzigartige Atmosphäre und ein sehr wohlig-warmes Feeling erschafft. Was inspiriert euch dazu, so ausgewogen Melancholisch, zerbrechlich, tiefgehend und schön und dennoch immer wieder harsch und ausbrechend hart zu klingen?

 

„Vielen Dank für die schönen Worte. Ich denke das hat viel mit unseren Einflüssen zu tun. Wir hatten das immense Glück, in der besten musikalischen Ära überhaupt aufzuwachsen, den 80ern, wo gute Musik Routine und außergewöhnliche und grandiose Musik recht häufig war. Im Gegensatz hierzu ist heute richtig gute Musik wirklich rar gesät. Ich denke wir schaffen es ganz gut, diese Qualitäten sehr gut für unsere eigene Musik zu nutzen.“

 

’The Blue’ ist für mich das beste NOVEMBRE-Werk seit ’Classica’ 1999. Der Vorgänger ’Materia’ war zwar auch sehr gut, aber leider vermißt ich dort diese typischen und so stark für Ausgewogenheit und Abwechslung sorgenden, aggressiveren Melodic-Death-Harmony-Parts, die ihr glücklicherweise nun wieder zum Einsatz gebracht habt…

 

„Ich denke, da hast du absolut recht, mein Freund. Mir kommt es heute so vor, als ob ’Materia’ aus einem schlafwandlerischen Schwindelanfall heraus entstanden wäre, was eventuell daran gelegen haben mag, daß wir aufgrund des Century Media-Splits einfach viel zu viel Zeit zur Verfügung hatten. Wir hatten einen Teil unseres speziellen Touchs verloren, und die Songs und Ideen kamen damals in einer Form aus uns heraus, die heute irgendwie glücklicherweise gar nicht mehr möglich wäre. Aber wie alles, hat auch dies eine positive Seite, denn ’Materia’ wühlt tief im Unterbewußtsein der Menschen, wie es vorher keines unserer Alben in dieser Form vermochte. Es hat was von einem Traum, aus dem heraus wir versuchten zu agieren. Mittlerweile sind wir allerdings hellwach und sind eher diejenigen die ganz bewußt und aufmerksam das Seelenleben des Menschen. Wir sind sozusagen wieder zurück in der Realität angelangt und unsere wildesten Instinkte wurden einmal mehr freigelassen.“

 

Normalerweise brauchtet ihr zwei oder drei Jahre um ein neues Album zu veröffentlichen. Nicht so jetzt, wo zwischen ’Materia’ und ’The Blue’ gerade mal knapp mehr als ein Jahr lag...

 

„Nun, die Gründe für die langen Phasen zwischen unseren vorangegangenen Alben, liegen in etlichen unglücklichen Ereignissen. Eines war die Rückenoperation meines Bruders zwischen ’Classica’ und ’Novembrine Waltz’. Ein weiteres war die Warterei, bis endlich aller Papierkram nach der Trennung von Century Media erledigt war und wir dann das Demo einspielen konnten, das uns letztlich den Deal mit Peaceville bescherte. An einer songwriterischen Schreibblockade, Faulheit oder mangelnden Ideen hatte es nie gelegen. Tja, und da wir zwischen dem letzten und dem neuen Album diese ganzen Unwägbarkeiten glücklicherweise nicht hatten, konnten wir endlich mal unsere eigentliche Geschwindigkeit einhalten, die dazu führt, daß wir mehr oder weniger einmal im Jahr ein neues Album vorlegen können.“

 

Wie war das eigentlich damals mit eurer dritten Veröffentlichung für Century Media, ’Dreams d´Azur’? Diente die Neueinspielung eures ersten Albums ’Wish I Could Dream It Again’ eventuell dazu, den Vertrag mit Century Media zu erfüllen?

 

„Nein, das hätte gar nicht klappen können, da wir dort einen Deal über 5 Alben hatten und die Neuaufnahme einer alten Scheibe eben zudem nicht als neues Album zählt, weshalb wir noch für 3 weitere Alben hätten bei ihnen bleiben müssen. Die Scheibe war etwas, das wir unbedingt schon länger machen wollten und zudem diente es uns dazu, Century Media noch mal eine weitere Chance zu geben, unser Vertrauen in sie zurück zu gewinnen. Aber diese blieb ungenutzt. Sie haben keinen Penny für Werbung und Promotion ausgegeben, was uns letztlich zeigte, daß wir dort unbedingt weg mußten.“

 

Steckt eigentlich ein spezielles lyrisches Konzept hinter ’The Blue’, wie beispielsweise „Wasser“ im Allgemeinen, oder „das Meer“?

 

„Nein, da ich die Lyrics stets ganz instinktiv mache. Die Lyrics kommen als letztes dran, wenn wir ein Album aufnehmen. Ich hatte sogar eine Woche bevor ich meine Vocals aufnehmen sollte noch keine Texte. Davor habe ich immer nur irgendwelche wahllosen Worte oder einfach nur Töne gesungen. Nach und nach haben sich daraus dann über einen langen Zeitraum hinweg Worte entwickelt, die ich dann niedergeschrieben habe…die Bedeutung hinter den Worten kann aber selbst ich nicht analysieren. Ich mag es, daß die alles eine sehr spontane und wie gesagt instinktive Vorgehensweise ist.“

 

Was kannst du über das sehr schicke Coverartwork sagen?


„Dies stammt von Travis Smith. Er hatte als Vorlage dafür lediglich unsere Musik und die Lyrics…ansonsten keine Vorgabe von uns. Wir sind da nicht so gut, wenn´s um visuelle Dinge geht. Aber du mußt einfach das komplette Artwork im Booklet sehen…einfach grandios!!!“

 

Auf ‘The Blue’ habt ihr es geschafft, daß zwei Songs zu möglichen „Hits“ werden könnten: Der quasi-Titelsong ’Bluecracy’ und das interessant betitelte ’Triesteitaliana’…sind dies auch eure Faves und was steckt hinter ‘Triesteitaliana’?

 

„Ja, die beiden Songs sind auch unter meinem Faves und man kann schnell ein familäres Verhältnis zu ihnen aufbauen. Ich stehe ansonsten noch total auf ’Zenith’. Bei ‘Triesteitaliana’ geht es natürlich um die Stadt Trieste, die an der Grenze zu Slowenien liegt. Nach dem zweiten Weltkrieg war sie für 5 Jahre zweigeteilt, genau wie Berlin. Dort entstand auch der Begriff „eiserner Vorhang“. Churchill glaubte, daß die kommunistische Invasion Europas über Triest lief. Eines Tages hab ich mal ne alte Doku über dieses Thema im Fernsehen gesehen, die damit endete, daß die Kamera an einem Wegweiser mit der Aufschrift „Trieste Italiana“ stoppte. Das hat mich seither nicht mehr losgelassen und blieb mir immer im Gedächtnis.“

 

Kann es sein, daß eure technischen Fähigkeiten in den letzten Jahren nochmal deutlich gewachsen sind? Jedenfalls finde ich, daß ’The Blue’ deutlich mehr progressivere Parts und Strukturen aufweist, als zuvor gewohnt…

 

„Haha, ich weiß nicht, kann aber schon sein. Dies liegt vielleicht auch daran, daß wir darauf mehr Augenmerk gelegt haben dieses Mal. Ich habe mich beispielsweise getraut ein paar gerade vom Tempo und der Rhythnik her ungewöhnlichere Riffs einzubringen, was ich zuvor eher selten geschafft habe. Da ich mir alles selbst beigebracht habe an dder Gitarre, hatte ich oft einfach Bedenken, daß diese ungewöhnlicheren Riffs schlicht keinen Sinn ergeben…aber hey, das tun sie doch! Ich habe einfach deutlich mehr Selbstbewußtsein mittlerweile und bei den anderen, die ohnehin alle großartige Musiker sind war es dann auch kein Problem, die etwas „Prog-orientierteren“ Parts zu spielen.“

 

Auf die Frage, ob Carmelo rückblickend die bisherigen Werke NOVEMBREs kommentieren könnte, muss er leider ablehnen...

 

„Für die einen sind die sieben Alben gut, für andere sind es Meisterwerke. Die Alben sind Spiegelbilder davon, wer wir zur jeweiligen Zeit waren. Ich befinde mich mental aber viel zu sehr in der Gegenwart, um die Alben noch einmal Revue passieren zu lassen. Ich weiß nicht einmal, wer ich damals war. Genauso weiß ich nicht, was aus dem Typen geworden ist. Wie schon Morrissey (ehemaliger Sänger der Britischen Rock-Legende THE SMITHS – Hage): „Die Jugend ist unerträglich schmerzhaft und wer will sich schon gern an schmerzhafte Dinge erinnern?“ Mir geht es gut hier und jetzt...verstehst du?“

 

Was hältst du von den folgenden Bands?

 

KATATONIA: Götter!”

 

OPETH: „Götter!“

 

SWALLOW THE SUN: „Götter!”

 

THE OLD DEAD TREE: „Ich habe von ihnen bislang lediglich einen Song mal kurz gehört, dieser hat mir allerdings sehr gut gefallen!”

 

DARK TRANQUILLITY: „Nicht unbedingt meine Lieblingsmusik!“

 

THE ETERNAL: „Ich kenne lediglich ihr Demo, das ich vor unzähligen Jahren mal gehört hatte, wenn ich mich nicht irre. Aber das hatte mir damals gut gefallen!”

 

SATURNUS: „Ich habe noch nie von ihnen gehört, aber der Name ist einfach toll!“

 

 

Welches sind eigentlich deine Alltime-Lieblingsbands?

 

Radiohead, Dead Can Dance, The Smiths, The Cure, DURAN Duran”

 

Wow, sehr guter Geschmack!

 

In den vergangenen Jahren hat sich mehr und mehr eine italienische Subszene herauschristallisiert, die komplett auf emoptionalen, schönen und fragilen Rock/Metal setzt und ob des speziellen Feelings und der Atmosphäre oftmals eindeutig an NOVEMBRE erinnert. Geben Bands wie KLIMT 1918 und die anderen Acts, die meist bei MY KINGDOM MUSIC ihre Labelheimat gefunden haben eigentlich öffentlich zu, daß ihr sie beeinflußt habt? Was hältst du generell von dieser Entwicklung?

 

„Ja, unsere Einflüsse werden mehr als honoriert. Das sind alles wirklich hart arbeitende, großartige Musiker und Bands, wie es sie ansonsten heute gar nicht mehr allzu oft gibt. THE FORESHADOWING zum Beispiel haben sogar einen Deal beim Britischen CANDLELIGHT-Label ergattert. Klar müssen einige von diesen Bands noch einiges lernen und sich noch verbessern, aber letztlich spielen die meisten sehr persönliche und originelle Musik, die etliches an Hoffnung in eine im Emo/Nu_Metal-Schlummer befindliche Szene bei uns bringen. Acts wie EnDECLINE, ROOM WITH A VIEW oder OBLIVIO sind auch absolut empfehlenswert!“

 

Wie lief im vergangenen Jahr eigentlich eure Tour mit KATATONIA?

 

„Das war absolut phantastisch! Alles lief wie am Schnürchen und die Zuschauer waren meist sehr beeindruckt von uns. Wir verkauften etliche CDs jeden Abend, sogar mehr, als wir erwartet hätten...ach ja, und Berlin war der mit Abstand großartigste Gig der Tour!“

 

Wie sehen eure nächsten Pläne aus? Wann darf man euch wieder auf deutschen Bühnen begrüßen?

 

„Wir sind gerade dabei eine Europa-Tour klar zu machen, die noch diesen Winter starten soll…dabei ist Deutschland ein absolutes Muß!“

 

Auf eurem letzten Album hattet ihr einen wirklich ungewöhnlichen Coversong: ’The Promise’ von ARCADIA, der nahezu gänzlich in Vergessenheit geratenen DURAN DURAN-Ablegerband aus den 80ern. Da ich ein riesiger DURAN DURAN-Fan war (und immer noch bin), habe ich natürlich auch die nach der Aufsplittung entstandenen Bands ARCADIA (Hier waren Sänger Simon LeBon, Keyboarder Nick Rhodes und Roger Taylor aktiv) und THE POWER STATION (Band von Andy und John Taylor zusammen mit Robert Palmer und Drummer Tony Thompson) verfolgt und geliebt. Jedoch war ich echt baff, als ich eure Coverversion hörte, da ich eigentlich dachte, daß die Band echt niemand mehr kennt, was eine Schande wäre, denn das Album ’So Red The Rose’ ist ein Meilenstein des intelligenten Pop Rocks. Komm, Carmelo, da sich allem Anschein nach nun 2 große DD-Fans gefunden haben: Nenn doch mal deine Favesongs (meine sind: ’Planet Earth’, ’The Chauffeur’, ’Save A Prayer’, ’Winter Marches On’...und und und, ich kann sie gar nicht alle auflisten, haha). Hast du die 3-Mann-Phase auch gemocht (’Notorious’ & Co.)? Mochtest du POWER STATION, den grandiosen John Taylor-Solosong ’I Do What I Do’ vom ’9 ½ Wochen’-Soundtrack und die ebenfalls gänzlich vergessene Solo-Scheibe ‘Thunder’ von Andy Taylor (’Nighttrain’ und ’Tremblin´’…oh yeah!!!)? Erzähl mir ALLES! ;-)))

 

„Yeah Mate, es ist wirklich schwer, einen echten DD-Fan zu finden, und damit meine ich nicht diese bescheuerten 40-jährigen fetten Mamas die in den 80ern nur bescheuert rumgekreischt haben und nur ’Wild Boys’ und ’Save A Prayer’ kannten. Oder diese Penner, die sich so nennen, und lediglich 20 Jahre danach ’Rio’ (das Erfolgsalbum von 1982 - Hage) gekauft haben. Ich persönlich kenne tatsächlich keinen einzigen echten DD-Fan persönlich, haha. Ich hab bislang lediglich jemand übers Internet kennengelernt...und nun dich.

Yeah, ich liebe all die Songs, die du genannt hast, besonders ’Winter Marches On’, das bei uns, aufgrund des immensen ARCADIA-Touches, ebenfalls in der Auswahl zur Coverversion war. Ja, und POWER STATION finde ich auch total geil...ich war völlig geschockt, als Robert Palmer starb (der Sänger verstarb 2003 in einem Pariser Hotel an einem Herzinfarkt...er wurde nur 54 Jahre alt - Hage). Tja, und Andy´s ’Take It Easy’ ist auch cool, aber lang nicht so genial wie John´s ’I Do What I Do’. Nebenbei gesagt sind meine Fave-Songs von DD: “Sound Of Thunder”, “Friends Of Mine”, “Tel Aviv”,  “Hold Back The Rain”, “Of Crime And Passion”, “Shadows Are On Your Side” (daher stammte der größte Teil des frischen Winds von Novembrine Waltz’), “Winter Marches On” und ich könnte die Liste in der Tat endlos fortsetzen…ich liebe auch die moisten der alten B-Seiten. Die Dreier-Besetzungszeit war auch klasse…hör dir doch nur ’My Antarctica’ an...WAHNSINN! Tja, und zu guter letzt ist auch das Comeback-Album richtig Killer...das klingt fast als ob es vor 20 Jahren geschrieben worden wäre! Ich muß lediglich noch ihre neue Scheibe besorgen...aber ’Falling Down’ is schon mal großartig...wie sollte es auch anders sein?“

 

 

Recht hat er...und auch die aktuelle Scheibe ’Red Carpet Massacre’ ist richtig cool...jedoch bedarf es einer gewissen Gewöhnungszeit, weil Simon, Nick, Roger und John sich in die Hände von HipHop/R&B-Starproducer Timbaland begeben hatten und daher alles sehr hip und modern klingt...aber letztlich DD-like und geil!!!

 

Carmelo, was hab ich vergessen, was noch wichtig sein könnte?

 

„Ich denke, du hast alles abgedeckt!“

 

FINAL WORDS?

 

“Thanx for the cool interview!”

Hage

 

Homepage:

 

 

 

Line-Up:

 

Carmelo Orlando

- Guitars/vocals -

Giuseppe Orlando

- Drums -

Massimiliano Pagliuso

- Guitars -

Luca Giovagnoli

- Bass -

 

 

als CATACOMB:

1991- Catacomb (Rehearsal-Demo)

1991- Unreal (Demo)

1993- The Return Of The Ark - 7”

 

als NOVEMBRE:

1994- Wish I Could Dream It Again LP

1996- Arte Novecento LP

1999- Classica LP

2001-Novembrine Waltz LP

2003- Dream D’Azur LP

(das Debüt Re-Recorded)

2006- Materia LP

2006- Memoria Stoica - Single

2007- The Blue LP

 

 


 

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