NAGLFAR (August 2005)


 

 

Vor 10 Jahren erschien ihr Debutalbum "Vittra" und hat auf Anhieb in der Szene eingeschlagen wie ein Nuklear Sprengkopf! Eine Dekade später sind die Schweden nicht müder geworden, im Gegenteil: Von Album zu Album zeigt man sich gereifter und noch aggressiver. Zwar haben sie nie mehr die Genialität ihrer ersten Scheibe erreicht, aber immerhin bewiesen NAGLFAR immer wieder, dass ihr Name für Qualität steht.

Hey Marcus, wie geht´s dir? Ich hoffe, bei euch ist alles klar. Was kannst du uns zu eurem neuen Album “Pariah” berichten? Was bedeutet es für dich persönlich

Hallo Sascha, mir geht es gut, danke der Nachfrage. Wir sind eben erst von den Tuska Festivals zurückgekehrt, wo wir gestern gespielt haben. „Pariah“ ist genau so ausgefallen, wie ich es mir persönlich vorgestellt habe. Ein furioses Album gefüllt mir Aggression und dennoch hat jeder einzelne Song seine eigene Identität. Ich wüsste zumindest nichts daran auszusetzen.

Meiner Meinung nach kann sich auch hier der typische NAGLFAR Sound durchsetzen. Allerdings seid ihr wieder wesentlich melodischer geworden, als noch bei „Sheol“. Wie siehst du das?

Ja, du hast recht. Es ist auf alle Fälle melodischer ausgefallen. Allerdings sind wir mit „Pariah“ auch noch aggressiver als bei „Sheol“ geworden. Ich finde, dass wir unseren Sound mit dem neuen Album noch weiter entwickeln konnten, wobei wie du schon gesagt hast dennoch alle typischen NAGLFAR Trademarks vertreten sind.

Im Infoblatt steht verheißungsvoll, dass “Pariah” seine Vorgänger dadurch topt, da es die Melodien vom Debut “Vittra”, die Brutalität von “Diabolical” und die musikalische Reife von “Sheol” miteinander verbindet, Ehrlich gesagt finde ich den Vergleich mit “Vittra” sehr gewagt, zumal ich das Album wirklich liebe; in den letzten Jahren habe ich es sicherlich mehrere hundert mal gehört, und da übertreibe ich nicht mal...

Wow, das freut mich sehr, dass dir das Album so gut gefällt. So oft habe ich es nicht mal gehört, hahaha. Na ja, du hast schon recht. Mit „Vittra“ kann man „Pariah“ sicherlich nicht vergleichen. Ich denke aber, dass damit lediglich ausgedrückt werden soll, dass wir mit der neuen Scheibe wieder deutlich melodischer geworden sind, als noch bei den Vorgängern. Ansonsten sollte man diesem Vergleich nicht soviel Gewicht geben, hahaha.

Es ist ja das erste Mal, dass Kristoffer komplett für den Gesang zuständig ist. War es etwas anstrengender als sonst für ihn. Mir ist aufgefallen, dass er vor allem den Rhythmus seiner Stimme dem Gesang von Jens auf den vorigen Alben angepasst hat. Er hat mich zumindest sehr daran erinnert.

Hm, das ist mir selbst noch gar nicht aufgefallen. Mir gefällt zumindest sein Gesang sehr gut auf „Pariah“, ohne dabei Jens schlecht dastehen lassen zu wollen. Da Kris bereits mehrere Alben als Sänger mit SETHERIAL aufgenommen hat, ist er es ja gewohnt, seine Stimme über einen längeren Zeitraum hinweg so sehr zu beanspruchen. So hat er mittlerweile auch die perfekte Gesangstechnik sich angeeignet, was auch schließlich sehr wichtig ist, während so langen Aufnahmeprozessen.

Stimmt es eigentlich, dass Jens lediglich eine 2 Jahre Pause wegen seinem Studium eingelegt hat und danach wieder zu NAGLFAR zurückkehrt?

Man kann es leider nicht wirklich genau sagen. Weißt du, 2 Jahre sind schon eine sehr lange Zeit, da kann vieles passieren. Ich kann es mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass er wieder zu uns zurückkehren wird. Aber mal abwarten was noch so alles passieren wird.

Was kannst du uns zu dem Titel “Pariah” erzählen? Dieses Wort wird normalerweise dazu verwendet um Personen zu bezeichnen, die außerhalb der Gesellschaft leben, wie z.B. Obdachlose oder gewisse soziale Gruppen. Meint ihr die Stammesgruppe aus Indien, die Mitglieder der Dalit sind oder die vorherige unantastbare Klasse des südindischen Tamil Nadu Staats?

Meine Güte, wo hast du das denn alles her, hehehe. Nein, mit dem letzteren hat es nichts zu tun. Der Titel reflektiert lediglich unseren Standpunkt innerhalb der Metalszene. Da hast du am ehesten mit deinem ersten Punkt recht. Wir machen dies alles alleine, uns kümmert es nicht, was andere Bands tun, wir ziehen unser Ding durch und sonst nichts. Das ist eigentlich schon alles, hahaha.

Wieso habt ihr eigentlich keinen Songtitel “Pariah”? Oder gibt es eher Verbindungen zu einigen einzelnen Songs?

Nein, das eigentlich auch nicht. Der Albumtitel steht lediglich für sich alleine und hat einen eher symbolischen Charakter. Es ist so wie beim letzten Album „Sheol“ , wo wir auch keinen Titelsong drauf hatten. Braucht man ja auch nicht unbedingt.

Ist dir auch der gleichnamige Film oder das Spiel “Pariah” bekannt?

Nein, leider nicht wirklich. Ich habe aber mal davon gehört, dass es das Spiel geben soll, doch details dazu kenne ich nicht. Von dem Film hatte ich bisher noch gar nichts gehört.

Leider hat man von euch in diesem Jahr livetechnisch nicht viel von euch mitbekommen, lediglich die Minitour mit FINNTROLL und AMORAL. Wie schaut´s diesbezüglich in der nächsten Zeit aus?

Na ja, ich weiß ja nicht, aber es waren immerhin 31 Konzerte zusammen mit FINNTROLL und AMORAL, das nenne ich nicht gerade eine Minitour, hahaha. Aber ich weiß was du meinst, in der Vergangenheit, waren wir schon öfter unterwegs vor allem zum „Sheol“-Album. Wir haben schließlich auch noch auf dem Wacken Open Air gespielt und werden vor Ende des Jahres noch mit EXODUS und HYPOCRISY zusammen bei den „X-Mass“-Festival Tourdates mitspielen.

Was können wir in der nächsten Zeit von euch erwarten? Eine DVD wäre bei euch eigentlich längst überfällig...

Da muss ich dich enttäuschen, denn eine DVD ist momentan bei uns keine geplant. Wir haben aber immerhin einen Videoclip zu dem Song „The perpetual Horrors“ abgedreht, der hoffentlich genügend Airplay findet. Dann gibt’s noch wie gesagt die X-Mass Festival Tour zusammen mit HYPOCRISY, EXODUS und einigen anderen Bands im Dezember. Das war´s dann erst mal weas es im Moment zu berichten gibt.

Any last Wordz or Greetingz?

Vielen Dank für das Interview und dein Interesse an NAGLFAR. Ich hoffe, wir sind bald wieder in Deutschland um einige Konzerthallen in Grund und Boden zu richten.
 

Interview & Layout: SasH

 

Offizielle Homepage:

 

www.naglfar.net

Die Band:

Die Diskografie:

aktuelles Album

2005: Pariah - LP

1994: Stellae Trajectio - Demo 1995: We Are NAGLFAR...Fuck You! - Promo 1996: Maiden Slaughter - Promo
1996: Vittra 1997: When Autumn Storms Come - 7" 1998: Diabolical
2002: Vittra - Re-Release 2002: Ex-Inferis - EP 2003: Sheol - LP

 

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