IRON FATE (Juli 2010)


 

 

 

Endlich einmal wieder ein geiler Newcomer aus heimischen Gefilden. IRON FATE aus Goslar erfinden das Rad zwar nicht neu, legen aber ein affengeiles Debütalbum im klassischen Metalbereich vor, welches zwar noch nicht sonderlich eigenständig tönt, aber dafür mit Power, Raffinesse und guten Headbangersongs punkten kann. Power-Basser Jan und Götterbarde Denis standen Rede und Antwort.

 

Hi, hier der Ralf vom Ancient Spirit Webzine. Alles fit? Zuerst einmal meinen Glückwunsch zur mehr als gelungenen Debüt-CD. Seid ihr denn auch zufrieden mit dem Resultat?

Jan: Hallo Ralf, hab vielen Dank. Ja, wir sind sehr zufrieden mit dem Endresultat. Klar, im Nachhinein könnte man hier und da immer noch ein paar Sachen verändern, aber ich bin sehr stolz auf das hier Geleistete.
Denis:
Dem kann ich mich nur anschließen. Für ein Debüt klingt es für meinen Geschmack schon sehr ausgereift. Es ist sicherlich nicht perfekt, aber wer kann schon von sich behaupten eine perfekte Debütscheibe abgeliefert zu haben?

 

Was gibt es zum Aufnahmeprozess zu erzählen? War das euer „erstes Mal“ unter professionellen Umständen aufzunehmen?

Denis: Ja, wir haben zwar um 2005 einmal ne Demo gemacht, aber unter professionellen Umständen war definitiv das erste Mal. Es war eine tolle Zeit. Ich habe im Laufe der Produktionszeit soviel gelernt, da unser Produzent Jost Schlüter vom Pure Sonic Studio in Langelsheim mich intensiv gecoacht hat. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.
Jan: Wir haben einige Songs im Studio nochmal komplett neu arrangiert. Im Prinzip waren wir alle Studionovizen. Jost hat uns dabei sehr unter die Arme gegriffen und ihm ist es auch zu verdanken, dass die Scheibe so klingt, wie sie klingt.

 

Die Reviews sind allerorts bisher ziemlich geil, oder?

Jan: Ja, es ist sehr schön zu lesen. Es geht runter wie Öl, allerdings lese ich lieber Kritiken über „Cast In Iron“ die eben nicht so gut ausgefallen, aber eben von konstruktiver Natur sind. Dort findet man immer noch den einen oder anderen Punkt, den man beim nächsten Album verbessern kann.
Denis: Jup, dito.

 

Gegründet wurde die band noch unter einem anderem Namen. Wie wurden CRYPTERIA zu IRON FATE?

Denis: Es muss 2005 oder 2006 gewesen sein. Da waren KRYPTERIA mit ihrem Song „Liberatio“ ziemlich präsent. Es kamen viele Leuten auf uns zu und meinten: „Ey ihr spielt in Wacken mit“ oder „Habt ihr schon gehört? Euch gibt’s jetzt zweimal! “Das ging uns tierisch auf die Eier. Desweiteren haben wir beschlossen unseren Stil zu spezifizieren und wo wir gerade dabei waren, waren wir uns alle einig, dass auch ein neuer Name hermusste. Der Name war auch einfach nicht Heavy Metal! *lach* Es musste einer sein, der vom Klang her einfach auf den Punkt klarmachen sollte, um was es hier eigentlich geht. Traditioneller Heavy Metal!
Jan:
P.S.: IRON MAIDEN und MERCYFUL FATE standen bei der Namensgebung nicht Pate *lacht*

 

Natürlich nicht! Und wie kam es dann zum Deal mit Massacre? Was erwartet ihr von dem Label?

Jan: Wir haben die Produktion im Vorfeld erledigt und uns damit bei verschiedenen Plattenfirmen beworben. Zwei Firmen haben für die Scheibe Interesse angemeldet, wobei wir uns dann für Massacre Records entschieden haben.
Denis: Unsere Erwartungen an das Label werden bis dato zu 100% erfüllt. Sie vertreiben die Scheibe, sie stehen uns für Fragen immer zur Verfügung und die weitreichende Werbung spricht für sich. Wir sind sehr zufrieden *thumbs up*

 

Momentan sieht es für klassischen Metal wieder recht gut aus, wie weit kann man als deutscher Newcomer in diesem Genre kommen?

Denis: Man hat es halt leider nicht selber in der Hand, egal wie gut es gemacht ist. Ich hab keine Ahnung wie weit man kommen kann. Was uns angeht, werden wir nicht eine Sekunde daran denken, den Rückwärtsgang einzulegen und dann werden wir schauen, wie weit wir kommen!
Jan: Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!!

 

Die Vergleiche mit JUDAS PRIEST, CAGE, IRON MAIDEN oder SANCTUARY könnt ihr sicher nicht mehr hören – nervt das einen oder fühlt man sich eher geehrt?

Jan: Wie kann es einen nerven, wenn man mit solchen Größen verglichen wird? Es zeigt einem doch ganz klar auf, das wir als traditionelle Heavy Metal Band auf dem richtigen Wege sind. Klar könnte man uns jetzt noch raten, mehr eigenen Stil einzubringen, welcher auf dem nächsten Album sicher auch zu hören sein wird, aber die von dir oben genannten Bands sind für mich neben einigen anderen Paradebeispiele für traditionellen Heavy Metal. Was will man da noch groß verbessern?

 

Ihr habt bereits auf dem Rock Harz Festival gespielt. Wie ist das Gefühl auf der Open-Air-Bühne zu stehen im Vergleich zu den kleinen Clubs?

Denis: Also Open Air Gigs sind schon geil, wahrscheinlich ist es noch geiler, wenn dort Tausende von Leuten vor der Bühne stehen, was wir so noch nicht erlebt haben. Es ist auf jeden Fall anders als in Clubs. Aber Clubs sind nach meinem Gefühl doch intensiver.
Jan: Richtig. In den meisten Läden gibt es keine Wellenbrecher vor der Bühne, so dass man das Publikum direkt vor der Nase hat. Es schöner direkt mit den Leuten zu interagieren als sie nur aus der Ferne zu sehen.

 

Eigentlich ist ja die Mucke hauptsächlich etwas für alte Säcke wie mich, beobachtet ihr auch immer jüngere Fans auf euren Gigs? Ist der Metalnachwuchs doch noch nicht verloren?

Jan: Ach Ralf, was heißt verloren? Ich bin der Meinung, dass es ganz darauf ankommt, was du den Leuten vorsetzt und da sich der Metal grade in den letzten 15 Jahren sehr weit gefächert entwickelt hat, ist der klassische Heavy Metal leider ins Hintertreffen geraten. Aber es gibt Gott sei Dank immer noch Anhänger des Genres und auch junge muss man dazu sagen. Das beobachten wir auf unseren Konzerten immer häufiger. Es ist schön zu sehen, dass immer mehr der jungen Generation Sachen aus den 70ern und 80ern entdeckt. Und so lange es die von dir genannten „alten Säcke“ und die interessierte Jugend gibt, so werden Bands wie eben IRON FATE immer Fortbestand haben.
Denis: Und es ist wichtig, dass das auch so passiert. Ralf, Du wärst doch sicherlich auch nicht glücklich damit, wenn diese wunderbare Musik zu Grabe getragen werden müsste, nur weil sie auf Grund von einer überflutenden Vielfalt von Metalsparten in Vergessenheit geraten würde. Leider sind die Medien nicht ganz unschuldig, an dem Status des heutigen Heavy Metals!

 

Ich habe in eurem Gästebuch folgendes aufgeschnappt:
Zitat:"Jjetzt, wo´s euch gibt, können PRIEST ja echt ruhig in Rente gehen, denn wir haben ebenbürtigen Ersatz!“ So etwas geht bestimmt runter wie Öl. Aber mal im Ernst - die ganz Großen sterben langsam aus. Glaubt ihr der Trend geht so weiter, dass der richtige Metal nie ausstirbt und es immer genug Nachschub geben wird?

Denis: Ich denke mit „Cast In Iron“ haben wir zumindest einen kleinen Beitrag geleistet, jenes „Aussterben“ in eine gewisse Ferne zu rücken. Aber so lang es Bands wie beispielsweise ENFORCER gibt, wird es einen Fortbestand geben. Viele der alten Helden kehren auch wieder zurück. Schau mal, SANCTUARY reformieren sich und kredenzen ein neuen Album. Genauso wie ACCEPT. Was ich davon bis dato gehört habe, war der Hammer! Das kann durchaus als Beweis angenommen werden, das es mit dem klassischen Heavy Metal wieder Berg auf geht.
Jan: Was den Gästebucheintrag angeht, so geht das sicher runter wie Öl, aber das PRIEST einpacken können, so wäre das doch etwas übertrieben. Es freut mich wenn Leute uns als Nachfolger gradieren, aber das was JUDAS PRIEST geleistet haben oder auch immer noch leisten, ist einfach einzigartig. Es wäre einfach vermessen sich gleich in deren Fußstapfen stellen zu wollen. Ich glaube, so etwas nennt man wohl „Respekt vor seinen Vorbildern“.

 

Sollte man auch haben! Was steht jetzt noch an bei euch?

Jan: Unbedingt Live spielen. Was wären wir denn für eine Band, die sich nach einem guten Album auf die faule Haut legt. Wir wollen raus und es den Leuten laut und live in die Ohren blasen. So wie sich das gehört !!!
Denis: Natürlich arbeiten wir auch schon an neuem Material. Ein neues Album wird es sicherlich geben und es soll nicht 10 Jahre auf sich warten lassen. *lach*

 

Eure 10 Lieblingsscheiben aller Zeiten?
 

Jan:

  1. Black Sabbath – Black Sabbath

  2. W.A.S.P – The Crimson Idol

  3. Sanctuary – Refuge Denied

  4. Ozzy Osbourne – Blizzard Of Ozz

  5. Judas Priest – British Steel

  6. The Who – Tommy

  7. Candlemass – Epicus Doomicus Metallicus

  8. Crimson Glory – Transcendence

  9. Queensryche – Rage For Order

  10. Meat Loaf – Bat Out Of Hell

Denis:

  1. Rainbow – Risng

  2. Judas Priest – Sad Wings Of Destiny

  3. Judas Priest – British Steel

  4. Queensryche – The Warning

  5. Sanctuary – Refuge Denied

  6. Iron Maiden – Powerslave

  7. Crimson Glory – Crimson Glory

  8. Whitesnake – Ready and Willing

  9. Queensryche – Operation Mindcrime I

  10. Metallica – Master Of Puppets

 

Guter Geschmack! Was gibt es über die Metalszene von Goslar zu berichten?

Denis: Goslar hat im Prinzip nur einen Treffpunkt für Headbanger und das ist das Tor III – ein Schuppen, der einem nicht kommerziellen Verein obliegt. Trotz fehlender Mittel hat die Belegschaft es geschafft Acts wie METAL INQUISITOR, GODDESS OF DESIRE oder TITO & TARANTULA zu präsentieren. Auch wir haben dort unsere Anfänge zu verbuchen. Was die Kundschaft bzw. die Metalszene an sich in Goslar angeht, so besteht diese zu meist aus Leuten der Death- und Thrashmetal-Szene und ist doch relativ groß für eine Stadt wie diese.

 

Was willst Du noch loswerden?

Jan: Der Großteil ist denke ich gesagt worden. An uns liegt es jetzt Gas zu geben und nach vorne zu schauen. Ralf, ich bedanke mich bei dir für das Interesse an IRON FATE und wünsche dir weiterhin noch ne erfolgreiche Woche!

 

Interview Ralf

Layout: Stefan

 

Alle Bilder von der IRON FATE Homepage und von der MySpace-Seite

 

 

 

Line-Up:

 


 

Von links nach rechts:

Harms Wendler - Gitarre, Gesang
Jan Abraham - Bass
Denis Brosowski - Gesang
Martin Pflugmacher - Lead Gitarre
Sascha Wendler - Schlagzeug

 

 

 

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Cast In Iron

Album - 2010

 

 

 

 


 

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