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IN FLAMES (Dezember 2005) |
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IN FLAMES haben sich mittlerweile durch etliche sehr starke Alben und viele Touren einen sehr guten Namen erspielt. Vor allem auf dem Live-Sektor zählen die Schweden mittlerweile zu den besten Bands die es momentan gibt. Mittlerweile sind 10 Jahre seit ihrem Kultalbum „The Jester Race“ vergangen. Nach dem eher schwächeren „Soundtrack to your Escape“-Album melden sich IN FLAMES mit „Come Clarity“ um einiges stärker zurück. Gitarrist Björn, mit dem ich bereits vor fast 10 Jahren schon mal die Ehre hatte, erklärt wie es zu der Entwicklung kam. |
Hi Björn, hier SasH vom Ancient Spirit, wie geht es dir denn so?
Hi SasH, mir geht es so weit gut, danke der Nachfrage. Ich hoffe, bei dir ist auch alles ok. Sorry, dass es beim letzten mal nicht geklappt hatte.
Kein Problem, macht nichts. Lass uns aber gleich los legen.
Ich muss zugeben, dass ich von „Soundtrack to your Escape“ etwas enttäuscht war. Dabei ging's mir gar nicht um die moderneren Elemente, sondern eher um den Gesamteindruck. Bei „Come Clarity“ ist das aber komplett anders, die Scheibe klingt deutlich frischer und melodischer. Wie kam es zu diesem Wandel.
Naja, von einem Wandel würde ich nicht gerade sprechen. Es ist ja generell auch so, dass wir uns auch nicht selbst wiederholen sondern ständig weiter entwickeln wollen. Dieses mal wollten wir einfach nur etwas anders an die Sache herangehen. Da wir eine Band sind, die sehr viel und gerne live spielt, wollten wir uns eher danach orientieren. Als wir die Songs geschrieben haben, hatten wir die ganze Zeit versucht uns vorzustellen, wie wir sie live spielen würden und wie es da klingen würde. Wir haben die Songs so geschrieben, wie wir sie auch live spielen würden, das ist dann einfach eine natürlichere Art. Das heißt im Klartext, dass die elektronischen Parts in den Hintergrund, die Gitarren dafür aber wieder in den Vordergrund gerückt sind.
Verstehe... das heißt aber schon, dass ihr da
bewusst ran gegangen seid, wieder euch mehr an den Gitarren zu orientieren,
oder?
Ja, schon. Aber wie gesagt, wir wollen uns nicht selbst wiederholen. Die elektronischen Elemente hatten wir schon bei den letzten beiden Alben genug ausgereizt. Wir wollten mal wieder etwas anderes machen. Es wäre sicherlich langweilig gewesen, wenn wir noch mal was in der Richtung gemacht hätten. Zwar wollten wir die Heaviness und die Melodien beibehalten, aber der Grundgedanke war auch mehr Kick und Live-Feeling in die Songs zu bekommen. Da wir vor allem zu den letzten Alben sehr viel getourt sind haben wir uns schon sehr viel Gedanken darüber gemacht, wie die Songs live funktionieren. Darüber haben wir vor allem früher nicht nachgedacht, vor allem nicht bei Alben wie „The Jester Race“ oder „Whoracle“, die oftmals sehr sperrig klingen, weswegen wir sie auch live nicht gerne spielen. Als wir die Songs zu „Come Clarity“ komponiert haben, sind wir aber mit diesem Wissen herangegangen.
Sind die Songs deswegen allesamt so kurz ausgefallen.
Ja, schon. Wir haben bereits im vorhinein darauf geachtet uns auf das wesentliche zu konzentrieren und unnötiges wegzulassen. So kommen die Songs viel besser auf den Punkt, was vor allem bei einem Konzert sehr wichtig ist. Ich denke, dass ist uns auch sehr gut gelungen.
In der Tat, da hast du Recht. Aber bei euch ist
man ja mittlerweile gewohnt, dass ihr euch stetig weiter entwickelt, hahaha.
Hahaha, das ist richtig. Aber letztendlich ist es uns auch wichtig, dass wir uns selbst treu bleiben. Wir haben uns bisher noch nie darum gekümmert, was die anderen über uns denken. In erster Linie müssen die Songs uns selbst gefallen. Man sollte immer erkennen können, dass es IN FLAMES ist und nichts anderes. Das ist uns sehr wichtig. Jedes Mal wenn wir einen Song schreiben versuchen wir unser bestmögliches geben. Dabei orientieren wir uns an niemandem. Wir wollen einfach nach IN FLAMES klingen. Letztendlich müssen wir mit den Songs zufrieden und uns damit identifizieren können. Schließlich müssen wir sie fast täglich hören, wenn wir sie auf Tour spielen, da wäre es ja langweilig, wenn wir nach der halben Tour keine Lust mehr darauf haben.
Mich haben einige Passagen auf „Come Clarity“ sehr stark an eure früheren Werke wie „Whoracle“ oder „Colony“ erinnert...
Das kann gut sein... das waren ja auch eher Gitarren orientierte Alben. Wir haben dabei allerdings nicht versucht uns selbst zu kopieren. IN FLAMES klingen einfach so, wenn die Gitarren mehr im Vordergrund stehen, hahaha.
Ich weiß, dass ihr nicht gerne mit anderen
Bands verglichen werdet...
Hahaha,...
... aber der Song „Dead End“ mit der Sängerin Lisa Miskovky hat mich an eine sehr harte Version von EVANESCENCE erinnert.
Oh nein! Davon sind wir meilenweit entfernt! Vor allem klingt die Stimme von Lisa um einiges besser, als die der Sängerin von EVANESCENCE. Sie kommt aus einem völlig anderen Bereich.
Wie seid ihr denn auf Sie gekommen?
Wir haben sie bei einigen Festivals kennen gelernt, bei denen wir zusammen auftraten. Damals haben wir schon die Idee gehabt mal etwas mit ihr zusammen aufzunehmen. Bei uns in Schweden ist sie übrigens sehr bekannt und erfolgreich als Sängerin und Songwriterin. Als es dann an die Aufnahmen ging, haben wir sie gefragt ob sie mitmachen will. Wie wir heraus fanden mochte sie bereits vorher unsere Musik, was uns allerdings auch sehr überrascht hatte.
Stand schon vorher fest, dass sie in „Dead End“
singen wird, oder ergab sich das einfach so?
Wir hatten uns anfangs überlegt ob wir sie eventuell bei einem ruhigeren Song singen lassen sollten und wollten einen Akustiksong für sie schreiben. Als wir uns dann alle trafen und uns darüber unterhalten haben, sind wir aber ziemlich schnell darauf gekommen, dass sie auch bei einem harten, aggressiven Metalsong singen konnte. Zwar hat sie es in der Art zum ersten Mal so gemacht, aber ich denke, dass ihre Stimme sehr gut zu diesem Song passt.
Das stimmt.
Um was geht es eigentlich im Titelstück „Come Clarity“? Welche Klarheit soll kommen? Geht es hier um Beziehungen, da der Refrain ganz danach klingt.
Oh, zu den Texten kann ich dir leider nicht ganz so viel sagen, das ist eher Anders´ Job. Zwar bekommen wir ab und zu mal was mit, aber im großen und ganzen ist er dafür verantwortlich. Generell ist es eh so, dass Anders´ es bevorzugt, dass man sich selbst Gedanken zu den Texten machen soll. Bei „Come Clarity“ kann es hierbei so wohl um Beziehungen, aber auch um eine generelle Situation gehen. Das man eine Klarheit erwartet, da man bisher in Ungewissheit lebt.
Wieso wurde der Albumtitel eigentlich von
„Crawl through Knives“ in „Come Clarity“ geändert?
„Crawl through Knives“ war einer der ersten Songs den wir für das neue Album geschrieben haben und zu dem wir einen Titel hatten. Als wir nach einem Arbeitstitel suchten, kam uns er als erster in den Sinn. Als wir dann aber später „Come Clarity“ komponierten schien uns dieser Titel viel passender. Zudem passt er auch besser zum gesamten Album. Er ist um einiges repräsentativer für die ganzen Songs auf dem Album, wie auch für die Band im Moment. Das wurde uns aber erst so richtig klar, als wir alle Titel beisammen hatten. Bei diesem Album repräsentiert es nicht nur unsere momentane Situation, sondern auch die der gesamten Bandgeschichte, da wir das beste aus allen Alben auf „Come Clarity“ vereinen.
Hm, dafür ist „Vanishing Light“ aber sehr Power Metal lastig und nahezu fröhlich ausgefallen.
Das ist wie vorhin schon gesagt, die Live Stimmung die wir in jedem Song des neuen Albums haben. Die Songs wirken dadurch viel frischer und direkter, was sich auch in diesem Song wieder spiegelt. „Vanishing Light“ ist sehr melodisch ausgefallen, weswegen es schon diesen Eindruck haben kann.
Das Outro „Your Bedtime Story is scaring
everyone“ ist ja lediglich so etwas wie ein Instrumental. So weit ich es verstehe hört man im
Hintergrund Radio- oder TV-Nachrichten. Sind das Gutenachtgeschichten, welche
evtl. vor allem Kinder das fürchten lehren?
Das hast du vollkommen richtig gedeutet, bravo, hahaha. Wie du schon gesagt hast, handelt es sich bei diesem Stück um ein Instrumental, in dem wir einige Nachrichtenmeldungen eingebaut haben. Die meisten Kids schauen mittlerweile ja mehr fern als früher. Das letzte was sie also sehen bevor sie zu Bett gehen sind die Nachtrichten. Und was wird da Tag für Tag gezeigt? Tod, Terror, Unglück, Katastrophenmeldungen, Mord, und was weiß ich noch alles. Das schlimme dabei ist, dass es sich dabei um die nackte Realität handelt.
Zum Opener „Taking Life“ habt ihr ja einen Videoclip gedreht. Was kannst du uns hierzu im Detail berichten?
Wir haben wie auch schon bei den Clips davor das Video zusammen mit Patric Ullaeus gedreht. Er ist in dem Bereich einfach ein Profi und weiß was zu tun ist. Da die Zusammenarbeit in den letzten Jahren mit ihm wie am Schnürchen lief war es eine logische Entscheidung in wieder mit an Bord zu holen. Es wird eine Mischung aus uns, wie wir gerade den Song spielen, und einer Story zum Song sein. Ich habe zwar das Endprodukt noch nicht gesehen, aber ich denke, dass wir wieder etwas großartiges erwarten können, hehehe.
Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen,
gerade diesen Song auszuwählen?
Die Entscheidung dazu liegt im Endeffekt immer bei uns. Zwar gibt es Vorschläge hierfür seitens Nuclear Blast und von unserem Management, aber in erster Linie sind wir es, die das entscheiden. „Take this Life“ ist gerade für die erste Singleauskopplung eine gute Wahl, denn er repräsentiert das Album sehr gut. Er ist schnell und sehr eingängig, also perfekt für diesen Job.
Habt ihr auch vor, wie schon zuvor bei „Soundtrack to your Escape“ so viele Songs als Videos zu veröffentlichen?
Hm, wer weiß? Zumindest bestehen Pläne noch einen weiteren Song als Clip abzudrehen, aber dazu ist bisher noch nichts näheres bekannt. Wenn sich die Möglichkeit ergibt und wir auch Lust dazu haben, kann das aber schon möglich sein. Wir werden sehen, was die Zukunft uns bringen wird.
„Come Clarity“ wird ja in der Special Edition mit einer Bonus-DVD ausgeliefert
werden.
Ja, genau...
Darauf sieht man euch, wie ihr die Songs komplett am Stück spielt. Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Haben ja METALLICA bei „St.Anger“ ja zuvor auch schon mal so gemacht...
Mag sein, aber es war sicher nicht unsere Absicht gewesen, diese Idee zu kopieren. Das ergab sich erst später. Ursprünglich war es unsere Idee, den Journalisten bei der Listeningsession etwas besonderes zu bieten. Deswegen wollten wir ihnen das Album so zeigen wie es am besten funktioniert und das ist live! Dafür haben wir wieder zusammen mit Patric Ullaeus das ganze aufgenommen. Da die Reaktionen darauf sehr gut waren, haben wir uns letztendlich entschlossen, dies auch den Fans zu präsentieren, weswegen wir es nun auch als DVD dem Album beilegen werden.
Hm, das ist allerdings eine coole Idee.
Zumal bei euch im Gegensatz zu METALLICA´s „St.Anger“ auch der Sound super fett klingt. Auch hier gab es Änderungen im Vergleich zum letzten Album, richtig?
Ja. „Soundtrack to your Escape“ wurde ja in
einem extra angemieteten Haus in Dänemark aufgenommen und anschließend in den
Galaxy Studios in Belgien abgemischt worden. Da wir aber wegen unseren Familien
(Peter, Daniel und Björn sind mittlerweile alle Väter – Anm.d.Verf.)
diesmal unserer Nähe aufnehmen wollten haben wir die Gitarren und den Bass in
Anders´ Studio aufgenommen, während die Aufnahmen zum Schlagzeug und für den
Gesang in den Dug Out Studios mit Daniel Bergstrand entstanden sind, wo wir ja
schon beim „Reroute to Remain“-Album gute Erfahrungen gemacht haben. Gemischt
wurde „Come Clarity“ von Pelle Henricsson und Eskil Lovstrom in deren Tonteknik
Recordings Studio in Umea, Schweden. Wir haben bisher noch nie mit ihnen
zusammen gearbeitet und waren deshalb auch sehr gespannt darauf wie das
Endprodukt aussehen würde. So gespannt waren wir wirklich noch nie bisher
gewesen. Bisher haben sie nur mit Bands wie CULT OF LUNA, POISON THE WELL oder
HELL IS FOR HEROES zusammen gearbeitet, weswegen wir auch für sie eine neue
Erfahrung waren. Wir sind aber alle sehr zufrieden, wie das Album nun klingt.
In der Tat, das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.
Im Frühjahr werdet ihr nach der U.S.A. Tour auch europäischen Boden beackern. Unterstützt werdet ihr hierbei von SEPULTURA, was ja schon mal sehr viel versprechend klingt.
In der Tat, sie werden ja in Bälde ebenfalls
ihr neues Album veröffentlichen, weswegen sich das dann auch anbietet mit ihnen
auf Tour zu gehen. Für uns ist es sogar eine große Ehre mit SEPULTURA auf Tour
zu gehen, da wir seit unserer Jugend selbst große Fans von ihnen sind und sie
uns auch stark beeinflusst haben. Es war uns ein großer Wunsch sie dabei zu
haben.
Genaues kann ich dir im Moment leider nicht sagen, da bisher noch nichts weiteres besprochen wurde. Aber ich denke schon, dass noch jemand dazu kommt, da wir in der Vergangenheit immer in einem 3er Package unterwegs waren.
Mich hat übrigens sehr gewundert, dass bei den bisher bestätigten Tourdates weder Stuttgart noch Pratteln mit dabei sind... wieso denn das?
Hm, das kann ich dir leider auch nicht genau sagen. Allerdings haben wir in diesen beiden Städten immer sehr gute Reaktionen bekommen. Vor allem in Pratteln hat es uns bisher immer sehr gut gefallen. Dort ist einfach alles perfekt. Mich würde es wundern, wenn wir nicht auch dort spielen würden.
Mittlerweile hat sich bestätigt, dass IN FLAMES auf der kommenden Tour nicht in
beiden Städten spielen werden, dafür aber in Filderstadt in der Nähe von
Stuttgart.
Habt ihr eigentlich schon konkrete Pläne für die Tour? Habt ihr schon Songs vom neuen Album ausgewählt, die ihr spielen werdet?
Darüber haben wir gesprochen, ja. „Take this Life“ wird auf alle Fälle dabei sein, da es sich ja auch um die erste Singleauskopplung handelt. Ansonsten haben wir noch keine konkreten Pläne. Mir ist es auch egal welchen Song wir spielen würden, theoretisch könnte es aber jeder Song auf dem neuen Album sein, da jeder live sehr gut funktioniert, da wir die Songs ja wie schon gesagt, speziell dafür komponiert haben. Wir werden aber sehen, was sich bei den nächsten Proben noch so alles ergibt. Zudem will ich ja auch die Spannung auf die Tour nicht ruinieren, hahaha.
Verständlich, zumal ihr ja noch die Unmengen an Klassiker von euren früheren Alben noch berücksichtigen müsst.
Stimmt, das wird von Album zu Album immer schwieriger. Mittlerweile haben wir 8 Alben und einige EPs, die wir zu berücksichtigen haben. Zudem gibt es viele Songs, welche die Fans von uns erwarten, dass wir sie unbedingt spielen sollten. Bei einer Headliner Show haben wir zwar um die 20 Songs, die wir am Abend spielen können, aber wenn du das auf die ganzen Alben verteilst, bleibt nicht mehr viel übrig. Aber wir lassen uns da schon was einfallen. Zudem haben wir uns wieder einige besondere Dinge ausgedacht, aber da müssen wir erst noch prüfen, was davon realisierbar ist. Lasst euch überraschen, hehehe.
Allerdings wäre es wohl schwer "Dead End" ohne Lisa auf der Tour zu bringen,
hehehe.
Hahaha, ich weiß was du meinst. Das wäre schon schwer. Aber es auch das würde gehen. Dieser Song ist einer der wenigen den wir nicht als Single auskoppeln oder zu dem wir ein Video drehen würden. Wenn, dann werden wir ihn wohl wirklich nicht oft live spielen, aber dennoch wäre es machbar.
Ihr spielt ja generell viel live! Macht es mittlerweile immer noch so viel Spaß wie früher?
Darauf kannst du aber einen lassen! Es bereitet uns nach wie vor sehr viel Spaß live zu spielen. Es mag zwar oft anstrengend sein, aber wir würden sicherlich nicht so oft auf Tour sein, wenn wir es nicht auch wollten.
Vor allem in den letzten Jahren ward ihr auch oft in den Staaten unterwegs und dazu noch sehr lang.
Das liegt vor allem aber auch daran, dass der amerikanische Markt so groß ist. In Europa spielst du auf vielen Festivals. Vor allem in Deutschland. Da hast du sehr schnell sehr viele Fans wie auch neues Publikum erreicht. In den Staaten kannst du Wochen unterwegs sein und erreichst dennoch nur wenige Leute. Das Land ist so verdammt groß, bei jedem Konzert hast du immer wieder ein anderes Publikum, andere Clubs, andere Städte. Du musst verdammt hart arbeiten, dir dort ein Publikum zu erspielen.
Da waren die Ozzfest Konzerte sicherlich sehr hilfreich für euch, oder?
Auf alle Fälle. Die Ozzfest Tour war dafür perfekt, auch wenn wir nur 20 Minuten Spielzeit zur Verfügung hatten und somit lediglich 5 Songs präsentieren konnten. Es war eine wirklich sehr lange Tour, die uns aber sehr geholfen hat, noch mehr Fuß in den Staaten zu fassen und uns somit auch ermöglichte künftig dort selbstständiger zu arbeiten. Zwar hätten wir gerne auf der Second Stage gespielt, aber auch so war es eine großartige Erfahrung. Wir können es kaum erwarten zurückzukehren um dort eine Headliner Tour zu spielen.
In den Staaten habt ihr ja zu „Come Clarity“ einen neuen Deal bei Ferret Records unterschrieben. Warum nicht mehr Nuclear Blast, wie hier in Europa?
Wir waren mit der Situation in den Staaten zum Schluss nicht mehr ganz zufrieden. Nuclear Blast haben zwar wirklich ihr Bestes gegeben und uns so sehr geholfen, wie sie konnten, aber der amerikanische Markt unterscheidet sich stark vom europäischen und so sind sie schnell an ihren Grenzen angelangt gewesen. Wenn man da nicht up to date ist verpasst man viel. Nachdem unser Vertrag nach „Soundtrack to your Escape“ in den Staaten ausgelaufen war, haben wir uns auf die Suche nach einem neuen Label gemacht und sind so auf Ferret Records gestoßen, die dort uns ein sehr gutes Angebot offeriert haben und auch durch ausgezeichnete Ideen glänzen konnten. In Europa sind wir aber voll und ganz zufrieden mit Nuclear Blast, da sie hier wirklich die Nummer 1 sind.
Hat sich aufgrund der Labelsuche in den Staaten nicht auch der Release von „Come Clarity“ verschoben?
Richtig! Als wir die Scheibe aufnahmen, wollten wir uns voll und ganz darauf konzentrieren und uns nicht von einer Labelsuche ablenken lassen. Als wir „Come Clarity“ dann im Kasten hatten, haben wir uns erst die Angebote eingeholt. Eigentlich war das neue Album bereits im April fertig gewesen, aber durch so hat es sich letztendlich bis auf Februar 2006 verzögert.
Immerhin kam im August mit „Used and abused – In Live we trust“ eine sehr coole
Doppel-DVD von euch auf den Markt. Leider habt ihr euch dabei nur auf
„Soundtrack to your Escape“ konzentriert, wobei aber vor allem das Konzert im „Hammersmith“
in London sehr cool war.
Danke, hehehe. Wir haben uns auch sehr viel Mühe gegeben für unsere Fans so viel wie möglich zusammen zu suchen. Da die beiden Konzerte sich auf „Soundtrack to your Escape“ konzentrierten, wobei wir ja beim Sticky Fingers Konzert sogar das komplette Album am Stück gespielt haben, wollten wir die übrigen Features zeitlich auch in diesem Rahmen behalten. Uns schien es falsch weiter in die Vergangenheit zurück zu reisen. Aber wir haben uns auch diesbezüglich schon Gedanken gemacht eine DVD mit älterem Material zu veröffentlichen. Konkrete Pläne gibt es aber noch keine.
Wie empfindest es du eigentlich bei IN FLAMES zu spielen. Hast du noch das gleiche Gefühl wie vor 10 Jahren? Erfüllt es dich weiterhin?
Auf alle Fälle! Mir macht es nach wie vor Spaß bei IN FLAMES zu spielen. Sogar mehr denn je! Das schöne bei IN FLAMES ist, dass wir uns nicht musikalisch limitieren müssen. Wir können tun und lassen, was wir wollen und haben gerade deswegen sehr viel Spaß daran. Klar ist mit der Zeit auch mehr Arbeit und Stress auf uns zu gekommen, aber hey, es ist schließlich mittlerweile unser Job. Ein sehr cooler, der uns obendrein viel Spaß macht! Da bemerkst du die vielen Mühen gar nicht mehr, denn du machst das alles ja für eine Sache, an die du glaubst.
War es da nicht eine große Ehre für euch, dass ihr in den letzten Jahren mit
euren Jugendhelden wie IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST und SLAYER auftreten konntet?
Und wie! Die Tourneen und Festivalauftritte mit Bands wie IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST, METALLICA und SLAYER waren wirklich fantastisch und wir haben uns wirklich alle sehr geehrt gefühlt mit unseren Idolen aus der Jugend auf einer Bühne stehen zu dürfen! Es ist, als wäre ein Traum für uns in Erfüllung gegangen. Es war wirklich großartig. Auch wenn wir lieber aufgrund der Spielzeit lieber Headliner Shows spielen, war dies eine unglaubliche Erfahrung für uns.
War es da dann nicht auch hart für euch bei den Ozzfests mit ansehen zu müssen, wie IRON MAIDEN mit Eiern beschmissen wurden.
Das war wirklich mies! Das haben sie wirklich nicht verdient. Egal was für einen Zwist Sharon Osbourne und IRON MAIDEN miteinander hatten, so eine Behandlung hat niemand verdient und vor allem sollte man so was nicht in aller Öffentlichkeit austragen, so dass die Fans letztendlich auch darunter leiden, schließlich haben sie eine Menge Kohle für die Eintrittskarte ausgegeben.
Klar, kein Problem. Schieß los!
Ein sehr guter Freund von mir ist ein
riesengroßer Fan von euch. Nicht nur, dass er alle Alben von euch hat und auch
alle genial findet, nein, er besucht bei jeder Tour mindestens 2 Konzerte und
fährt auch mal einige hundert Kilometer um euch auf Festivals zu sehen, auch
wenn in die anderen Bands nicht so sehr interessieren. Hättest du eventuell
einige Worte für ihn?
Wow, das klingt ja echt unglaublich. Wie heißt dein Freund denn?
Stefan...
Ok... Also Stefan... Es freut mich wirklich sehr, dass du bereits so lange ein großer Fan von uns bist und ich bedanke mich von tiefstem Herzen bei dir dafür. Ich hoffe sehr, dass dir unser neues Album genau so gut gefällt wie uns selbst. Es würde mich sehr freuen, wenn wir bei euch irgendwo in der Nähe spielen werden und ihr beide unser Konzert besuchen würdet. Stefan, ich hoffe, dass du weiterhin unser Fan bleiben wirst und wir noch alle viele Jahre Spaß an IN FLAMES haben werden.
Werden wir!
Interview & Layout: SasH
Offizielle Homepage:
Die Band:
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| Anders Friden | Björn Gelotte | Jesper Strömblad | Peter Iwers | Daniel Svensson |
| Vocals | Guitars | Guitars | Bass | Drums |
Die Diskografie:
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| Lunar Strain | Subterranean | The Jester Race |
| Album - 1994 | EP - 1994 | Album - 1995 |
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| Black-Ash Inheritance | Whoracle | Colony |
| EP - 1997 | Album - 1997 | Album - 1999 |
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| Clayman | The Tokyo Showdown | Reroute to Remain |
| Album - 2000 | Live-Album - 2001 | Album - 2002 |
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| Cloud Connected | Trigger | The Quiet Place |
| Maxi - 2002 | EP - 2003 | Maxi - 2004 |
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| Soundtrack to your Escape | Come Clarity | |
| Album - 2004 | Album - 2006 |
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