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AGALLOCH (August 2007) |
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ASHES AGAINST THE GRAIN so der Titel des 2006er AGALLOCH Werkes. Ein
Album, welches die Stimmung einer Schneeverhüllten skandinavischen Berg-
und Winter Zauberwelt einfängt – Anmutend, weit, unheimlich schön, aber
auch düster, geheimnisvoll und auf die Tiefe des Gemüts schlagend.
Ironie hierbei ist, dass dieses Quartet um Mastermind John Haughm (Git./Gesang)
nicht aus Nordeuropa, sondern aus Portland (Oregon) sprich von der
Westküste der USA stammt. Übrigens dieselbe Metropole aus der auch
Simpsons Schöpfer Matt Groening entsprang, aber das nur am Rande. |
A.S..:
Hi John, wie geht’s? Fühl Dich Willkommen im ANCIENT SPIRIT Zine und danke, dass
Du Dir Zeit für unsere Fragen genommen hast. Die Aufnahmen zu „Ashes against the
Grain“ sind bereits über ein Jahr alt und dieses dritte Full Length Album hat
AGALLOCH definitiv ein paar neue Türen geöffnet.
Aber habt ihr bereits darüber gesprochen, wie Ihr musikalisch und kreativ weiter machen wollt? Ich denke die Erwartungen an die Band steigen von verschiedenen Seiten aus.
J.H.: Wir wollen einfach unseren Weg auf unsere Weise weiter gehen und Alben kreieren die auf ihre Weise einzigartig sind und sich von den anderen unterscheiden. Erwartet kein weiteres „Ashes against the Grain“. Wenn wir ein 4. Album machen, wird es so individuell sein, wie es auch unsere anderen waren.
Für mich persönlich, sind die einzigen Erwartungen die ich ernst nehme, die die ich an mich selbst stelle. So habe ich bisher immer gearbeitet und ich denke, ich kann da auch für die anderen Jungs sprechen.
A.S.: Welche Erinnerungen hast Du von Eurer ersten Europatour mit den Landsleuten von NOVEMBERS’S DOOM im November 2006 mit nach Hause genommen?
Was hat Dich an Europa beeindruckt, vor allem in direkten Vergleich zu den Touren in den USA? Sei Ihr mehr so die „Sightseeing“ Typen?
J.H.: Nun, eine Tour als Band ist kein guter Weg um ein Land wirklich zu sehen und vollkommen seine Kultur aufzunehmen. Es läuft so ab: ein paar Stunden im Bus fahren, in einer Stadt ankommen, die Lokalität finden, die Show spielen, zurück in den Bus und dann geht es weiter zum nächsten Ort. Da bleibt nicht viel Zeit weg zu gehen und zu erkunden.
Wir hatten einen freien Tag in Prag, das war definitiv ein tolles Erlebnis. Wir erkundeten ein bisschen die Stadt und genossen es richtig.
Außerdem hat mich Thomas von SATURNUS etwas in Kopenhagen herumgeführt und der Organisator der Tour nahm uns mit zu ein paar netten Plätzen in Belgien, wie z.B. Brügge oder Ypres.
Wir kamen früh morgens in München an, so hatten wir ein paar Stunden Zeit um den Marienplatz herum zu laufen. Don, Chris und Ich trafen uns auf einen Kaffee mit Renate Knapp von AMON DUUL II, was ein tolles Erlebnis für uns war. Der größte Unterschied zwischen den USA und Europa ist die Behandlung, die wir von den Clubs bekamen. Wir konnten es nicht glauben wir gut wir essenstechnisch jede Nacht versorgt wurden sind und fast jeder Club hatte eine Dusche! Außerdem schien es so, dass die Clubs respektvoller und professioneller geführt werden, was etwas zu kurz kommt bei den Clubs in den USA. In anderen Worten, in Amerika werden wir wie Bierverkäufer behandelt und in Europa wie Künstler.
Ich komm gerade eben von einem zweiwöchigen Urlaub im Sauerland und in Tschechien, wo ich ein paar Freunde besuchte. Die ist der tatsächlich beste Weg, um Europa wirklich zu erfahren.
A.S.: Tom vom GRAU Mailorder hat mir erzählt, dass Ihr in den USA direkt nach KATATONIA gespielt habt und dass Blakkheim, Renske & Co ziemlich beeindruckt waren von der Anzahl Eurer Supporter und von den Reaktionen die Ihr im Publikum hervorgerufen habt. Was ist mit dieser Geschichte?
JH.: Hm, eigentlich eröffneten wir für sie. Ich denke nicht, dass ein Mitglied von KATATONIA unsere Show verfolgt hat, außer vielleicht Renske, der später zu mir sagte, dass wir groß wären in unserer Heimatstadt. Eine Menge Leute aus ganz Amerika reisten zu der Show nach Portland und es war außerdem die erste Show, die wir hier ohne Altersbegrenzung gespielt haben, ich denke also, dass dies einen großen Unterschied im Vergleich zu unseren normalen lokalen Publikumsreaktionen ausmachte.

A.S.:
Viele europäische AGALLOCH Fans wissen wahrscheinlich gar nicht, dass Ihr
bereits ein ganze Menge an 7” Eps und eine 10” und andere Sammelobjekte, sowie
einige kleinere Tour Releases herausgebracht habt. Es scheint, dass dies zu
Eurer Philosophie gehört, Releases speziell zu halten, vor allem was die Art des
Releases und das Layout betrifft. Ich meine „Ashes against the Grain“ ist nun
ebenfalls auf Vinyl erhältlich. Wie wichtig ist es also für Euch, die
Sammlerherzen anzusprechen, vor allem n Zeiten von Downloads und Musikpiraterie
im Netz?
JH.: Es ist von GRÖSSTER Bedeutung. Ich denke, dass jedes Album auch auf Vinyl erhältlich sein sollte und dass es Sammler Editionen, für diejenigen die noch immer großen Wert auf die Verpackung legen, geben sollte. Für mich ist die Verpackung und die visuelle Präsentation genauso wichtig, wie die Musik. Ich finde diese Mp3 Kultur für meinen Geschmack viel zu nichtssagend, langweilig und faul.
A.S.: Ha! John, wann wirst Du endlich nach Skandinavien umziehen? Nur ein kleiner Scherz, aber wenn die Leute AGALLOCH anhören, neigen sie dazu zu sagen, dass vom Sound und Gefühl her, die Band tendenziell aus Schweden oder Norwegen kommt, aber stattdessen ist es eine große Überraschung, dass ihr aus Portland, Oregon kommt, Ha! Ist das nicht verrückt?
JH.: Nein, eigentlich nicht. Unsere ursprüngliche Intention war es dunklen, melancholischen Metal, mit viel Atmosphäre und Gefühl zu erschaffen – nicht aber „skandinavisch zu klingen“. Sicher, viele unsere Einflüsse, wie z.B. ULVER und IN THE WOODS kommen aus Norwegen, das interessiert mich jedoch nicht.
Wenn diese Bands aus Kuba oder Texas wären, würde ich sie genauso genießen.
Die skandinavische Huldigung ist richtig dumm geworden, vor allem in Amerika. Bands würden sich selbst als „True Norwegian Back Metal aus Indiana“ anpreisen, und andere solche Idiotien. Außerdem, wenn man die skandinavische Metal/Musik Szene heutzutage betrachtet – das meiste ist ausgelutscht oder komplett scheiße. Eine erwähnenswerte Ausnahme sind MOONSORROW aus Finnland, welche genial sind!
Die Natur im pazifischen Nordwesten ist beeidruckend genug, um uns zu inspirieren, es ist also nicht überraschend, dass unsere Musik ein Produkt solcher Schönheit ist.
A.S.: Machen wir damit weiter, dass ich ein paar kleine getragene gesprochene Verse auf norwegisch auf eurem 2003er Album „The Mantle“ entdeckt habe; wer ist also der Crack in der Band, der dafür verantwortlich ist?
JH.: Hm, es gibt nur das Sample aus Bergmans “The Seventh Seal”, welches aber eigentlich in schwedisch ist. Keiner von uns in der Band spricht norwegisch.
A.S.:
Welche Art von Inspiration hat Mutter Natur auf das Konzept von AGALLOCH?
So ein gewisser „Naturalismus“ zieht sich bei Euch durch alle Werke, wo liegt als das Geheimnis?
JH.: Es gibt keine so genannte verborgene Kraft. Ja, Natur spielt eine Rolle. Genauso wie dunkle Kunst, Kino, Literatur und meine persönliche Abneigung gegenüber der Menschheit im Allgemeinen.
A.S.: Bist Du eine selbstkritische Person, wenn es um die Band geht, vor allem in Bezug auf die Musik oder visuelle Umsetzung? Ich hab nur die Full-Length Alben von AGALLOCH in meiner Sammlung, aber ich denke Ihr seid konstant gewachsen, im Bezug auf Songwriting, Arrangements und Produktion. „The Mantle“ hat z.B. ein sehr speziellen charismatischen Charme, „Ashes against the Grain“ hingegen ist detaillierter, professioneller arrangiert und aufgenommen, kannst du zustimmen?
JH.: Ja, sicherlich. Ich bin im Bezug auf alles sehr neurotisch und ich weiß, es kann manchmal eine ganz schöne Qual sein, mit mir zu arbeiten. Wenn ich eine Vision von etwas habe, dann will ich diese Vision auch realisieren.
A.S.: Ich weiß, dass Du Dich wahrscheinlich etwas aufregst, wenn du diese Frage liest, aber für mich ist AGALLOCH musikalisch nicht die originellste Band, aber eine Band mit großen Gefühlen und Musik die unter die Haut geht. Aber wenn ich so durch meine Sammlung gehe, denke ich, dass diese Bands und Alben die Emotionen die AGALLOCH antreiben widerspiegeln; es wäre also schön, wenn Du sie kommentieren könntest:
TIAMAT – Wildhoney
JH: Ein gutes Album, besonders für die damalige Zeit. Trotzdem ist TIAMAT eine der „Hit and Miss“ Bands, wenn man Ihre Diskograhie betrachtet.
KATATONIA – Brave.Murder.Day.
JH: Ein absoluter Klassiker und sicher eine Quelle der Inspiration.
ULVER – Bergtatt & Kveldssanger
JH: Diese Alben sind offensichtlich zeitlos. „Bergtatt“ ist das beste Black Metal Album, das jemals aufgenommen wurde.
OPETH – Orchid & Morningrise
JH: „Orchid“ ist das Beste, was OPETH jemals gemacht haben. Die restlichen Alben sind ziemlich langweilig. „Morningrise“ hat seine Momente, aber es ist kein Album, in das ich wirklich reinkomme. Ich ziehe IN THE WOODS gegenüber OPETH jederzeit vor.
EMPYRIUM – Where at Night the wood grouse plays
Ich bevorzuge Weiland und „A Wintersunset…“.
A.S.:
Es sollte erwähnt werden, dass Portland eine der großen Metropolen der USA mit
der größten Anzahl an Bierbrauereien ist Es ist sogar die Heimat der Microbrew
Revolution. Was sagst Du dazu und wie viel Aufmerksamkeit schenken die AGALLOCH
Mitglieder dieser Biertrinker Tradition?
JH.: Unser Drummer ist ein ziemlicher Alkoholiker und ich kann mir auch kein Leben ohne Alkohol vorstellen. Wir alle sind leidenschaftliche Biertrinker und wir wollen nur den besten Stoff! Ja, Portland ist die Heimat hunderter guter Biersorten. Viele unsere Biere sind inspiriert von deutschen, belgischen, tschechischen und polnischen Brautraditionen, viele sind also den Importieren, die man hier in Amerika bekommt, ähnlich. Trotzdem hab ich noch kein einheimisches Bier gefunden, das besser als Polens Black Boss, Tschechiens Kozel, Belgiens Leute oder Deutschlands Josefsbräu Dunkel ist, aber ich bin mir sicher, dass ein ähnliches in einer lokalen Bierstube existiert, ich es nur noch nicht gefunden habe.
A.S.: Religion und die persönliche Sicht auf Glauben, ist außerdem ein Thema, dass sich durch alle AGALLOCH Alben zieht und Ihr habt ein direktes Statement am Ende des letzten Albums: “...The god of man is a failure and all of our shadows are ashes against the grain“ – Kommentier das bitte!?!
JH.: Ich denke das Statement spricht für sich selbst. Es ist vor allem an die Herdenmentalität des Christentums gewidmet, den Islam und dem Judentum, dass deren Gott ein Versager ist und dass sie seine misslungene Schöpfung sind. Ich denke, dass solch ein Statement provokanter ist, als die normalen „Kill for Satan“ Dummheiten, die mich heutzutage extrem langweilen. Mein Statement richtet sich ebenso gegen diese Idioten.
A.S.: Danke vielmals, für die Zeit und Mühe, die du in das Interview gesteckt hast!! Keep the Flame burning mit AGALLOCH. Ich freue mich auf das Nachfolgealbum zu „Ashes…“!!! Cheerz und fühl dich frei ein paar abschließende Worte zu hinterlassen:
JH.: Danke für das Interview. Ich hoffe wir werden bald wieder in Deutschland spielen!!!
Das volle Interview mit Mastermind John Haughm könnte Ihr in der 2007er Ausgabe des MYSTICAL MUSIC Zines bewundern, welche für diesen Herbst datiert ist.
Werft für mehr Infos einfach einen Blick auf www.mystical-music.de
Interview: Ralf Hauber
Übersetzung: Markus Grasseck
Layout: SasH
Offizielle Homepage:
Die Band:

Don Anderson - Guitar
Chris Greene - Drums
John Haughm - Vocals, Guitar, Drums
Jason William Walton - Bass
Die Diskografie:
• From Which of This Oak demo - 1996 (ltd. auf 200 St.)
• Promo 98' - Juni 1998 (nur für Labels - ltd. auf 30 St.)
• Pale Folklore - Juni 1999
• Of Stone, Wind and Pillor - August 2001
• The
Mantle - August 2002
• Tomorrow Will Never Come 7" EP - Mai 2003
• The Grey EP - Februar 2004
• The Wolfes Of Timbeline split (mit Nest) - August 2004
• Ashes
Against The Grain - August 2006
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